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M.RAPHAEL
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Ceci n'est pas une pipe

Dieser französische Satz bedeutet nicht die wahre Tatsache, dass es Pfeifen in hohen Positionen, wahrscheinlich mit einem Regressionskoeffizienten von nahe 1, gibt. Es ist der Titel (Original: La trahison des images) eines Bildes von René Magritte, mit dem er auf die Problematik zwischen Begriff und Referenz, zwischen der Vorstellung und ihrem Objekt hinweisen wollte. Hier ist ein gutes Video:

youtube.com/watch?v=SW7g5WZwOWk

Die platonische Frage nach der Wahrheit nicht nur in der Kunst wird in diesem Video sehr gut dargestellt (bes. ab 05:30). Die Differenzierung zwischen der Wahrheit der unveränderlichen Idee eines Objektes, dessen vergänglich sichtbarer Konkretion und schließlich seiner künstlerischen Reproduktion ist sehr hilfreich, um das modernistische Denken der Konzilskatholiken als Egoismus zu entlarven.

Was zeichnet dieses aus? Warum ist es unmöglich, mit dem Vat.2 Konzilsgeist, der den NOM hervorgebracht hat, zu argumentieren? In welchen Kernaspekten unterscheidet er sich fundamental vom wahren katholischen Glauben? Warum haben modernistische Katholiken keinerlei Problem damit, jeden Tag über Jahrzehnte hinweg zu lügen und falsche Tatsachen vorzuspiegeln?

Die kurze Antwort ist: Weil sie sich nicht mehr über irdische Begriffe und Vorstellungen definieren und deshalb für diese auch nicht einstehen, geschweige denn sterben. Für sie sind alle weltlichen Bedingungen vorläufig und deshalb veränderbar. In ihrer Welt gibt es keine absoluten Wahrheiten, die sie verpflichten bzw. fremdbestimmen können. Sie postulieren ein inneres, alle menschlichen Konditionen überragendes und unbestimmtes göttliches Selbst. Dieses ist Letztinstanz, für sie die eigentliche Seele vor Gott. Wenn diese nur gut, lieb, nett, einfühlsam, brüderlich und zärtlich ist, ist sie vor Gott gerechtfertigt. Dann kann sie auf der Erde tun und lassen, was sie will. Wenn sie literarisch und philosophisch versiert ist, kann sie auch ein de Sade sein. Egal wie furchtbar das menschliche Handeln ist, es trägt etwas zur menschlichen Bewusstwerdung bei. Es sagt etwas über die menschlichen Abgründe aus. Diese werden dadurch überwindbar. Unzucht ist keine Sünde, wenn man weiß, was man tut. Im Sinne hegelscher Dialektik wird jede schlechte Tat zur Antithese reduziert, die gar nicht anders kann, als in der verbesserten Welt der Synthese aufzugehen. Damit gibt es kein Böses mehr. Selbst das Schlimmste führt am Ende zu einer besseren, zu einer erlösten Welt. Tatsächlich ist es sogar notwendig dafür.

So wenig sie an die real objektive Existenz der platonischen Ideen (s.o.) glauben, so wenig glauben sie an die Realpräsenz eines absoluten, transzendenten und übernatürlichen Himmels und bestimmt nicht an einen personalen unsichtbaren Gott, außerhalb von ihnen, der mit ihnen eine ewige keusche Liebesbeziehung eingehen möchte. Ohne einen absoluten Himmel wird die gesamte irdische Existenz willkürlich und kontingent. Nichts hat eine unbedingte Bedeutung. Alles wird veränderbar. Der Mensch wird zu Gott. Die Welt gehört ihm. Er muss nicht mehr gehorchen, sondern sich nur noch seiner Göttlichkeit bewusst werden. Wie der Dalai Lama immer wieder betont, ist das die Aufgabe aller Religionen, der Schlusspunkt an dem sie alle zusammenkommen. Die neue Einheitsweltreligion soll allen Menschen bewusst machen, dass sie Menschengötter sind. Der göttliche Funke in ihnen, der das ermöglicht, ist die Christusenergie, die das ganze Weltall durchwirkt, es überhaupt erschaffen hat. Die Inkarnation des immer schon kosmischen Christus hat mit dem Urknall begonnen. Mit der Menschwerdung Jesus hat sie uns den persönlichen Aspekt gelehrt. Wie schon der protestantische Pastor wird auch der katholische Priester zu einem Lehrer, der den NOM benutzt, um die Menschen zu ihrer eigenen Göttlichkeit hinzuführen. Die „unerträgliche“ demütige Unterwerfung des alten Denkens unter einen personalen, die Welt durch lauter RIGIDE Verbote quälenden, personalen Gott wird so unerträglich. Diese traditionellen katholischen Vorstellungen müssen weg, aber langsam und scheibchenweise, damit niemand merkt, wie lieblos und verlogen das neue modernistische Denken ist.

Denn das ist das Problem: Eine Welt von Menschengöttern kann es nicht geben, da können sie noch so weise, ausgereift, einfühlsam und buddhistisch mitleidig sein. Tatsächlich sind sie beziehungsunfähig und deshalb unendlich langweilig und dumm. Der Mensch ist ein Herdentier. Er ist auf Bezug angelegt. Er existiert nur, weil er sich gegenseitig verschenkt und hingibt. Er muss sich unbedingt binden. Das bedeutet, dass er gerade sein „göttliches Inneres“, den inneren Schweinehund mit dem er sich über die Schöpfungsordnung erhebt, opfern und aufgeben muss. Es gibt kein Leben ohne unbedingte Demut. Es gibt kein Leben ohne unbedingte gegenseitige Unterwerfung. Dafür muss der Mensch radikal verwundbar werden. Die eigentlichen Buddhisten wissen das. Deshalb gibt es für sie auch kein Leben. Wenn überhaupt etwas bedeutet Nirwana Auflösung, auf keinen Fall ewiges Leben. Unverwundbare Menschengötter haben keine Rezeptoren für dauerhafte Beziehungen. Sie müssen in die Hölle. So versteht man, warum katholische Mönche immer nur den lebendigen Gott anbeten und verherrlichen. Niemals meditieren sie sich buddhistisch „weg“.

Im platonischen Sinn sind die Katholiken Bewohner der unveränderlichen Wahrheit des Reiches Gottes. Durch die Heilige Kirche wird die Akzidenz/Kontingenz der irdischen Existenz substantiell und ontologisch real in den Himmel gehoben (VON UNTEN NACH OBEN). In diesem Sinn leben die Frommen schon im Himmel, der selbst die Kartoffeln zählt (La Salette). Da, richtig verstanden, die gesamte katholische Existenz heilig ist und sich innerhalb einer geordneten Seinshierarchie vollzieht, ist eine willkürliche Missachtung im Sinne des modernistischen Mentalismus unerträglich und wirklich nur noch Sünde gegen den Heiligen Geist. Zu wissen, was man tut, bezieht sich somit nicht darauf, dass man sich seiner Menschengöttlichkeit bewusst wird, sondern dass man genau diese ablehnt.

Die Modernisten benutzen die alte katholische Terminologie. Sie feiern den NOM. Sie tragen die alten Gewänder, aber sie meinen immer die esoterische Wahrheit der Bewusstwerdung der menschlichen Göttlichkeit. Dadurch wollen sie den Himmel in ihren Verfügungsbereich (VON OBEN NACH UNTEN) ziehen. Dann können sie sich einbilden, dass sie als Menschengötter diesen und seine Kirche in der Tasche haben. Deshalb können sie den Absolutheitsanspruch der Tradition nicht aufgeben. Sie wollen weiterhin die wahre Kirche sein. Nur so können sie den Unbedingtheitscharakter bewahren, den sie brauchen, um den Zusammenhalt der Kirche dauerhaft sicherstellen zu können. Sie sind krank, weil sie genau das brauchen, was sie verneinen. Mit TC hat Bergoglio die Tradition gefährlich bewusst gemacht. Die Modernisten lehnen ihn dafür ab. Sie wollen die Einheit mit der Tradition und der alten Messe. Krank eben, aber das ist für sie unwichtig, weil nichts wichtig ist, außer ihre Vergöttlichung. Weil es das Oben nicht mehr gibt, weil es jetzt klein geschrieben in ihnen selbst ist, wird alles verfügbar. Endlich können die Menschen tun, was ihr wahrer Boss, der Teufel, von ihnen will. Sie können tun, was sie wollen.

Das neue modernistische Denken der Konzilskirche findet sich überall, ganz offensichtlich im Film „Silence“, der im Vatikan anerkennend vorgestellt wurde. Dieser Film zeigt die neue jesuitische Identität. Der Glaube kann verraten werden, wenn dadurch das Wohlleben auf der Erde gesichert bleibt:

catholicnewsagency.com/…ets-martin-scorsese-director-of-silence-at-vatican

Götter leiden nicht. Sühne und Buße machen keinen Sinn mehr. Götter wollen ein Reich auf der Erde erschaffen, in dem es kein Leid mehr gibt, die NWO. Liebe ist für sie das eigene Wohlergehen. Das ist das Ziel ihres Altruismus und ihrer sozialen Anstrengungen (egoistisches Helfersyndrom). Es ist das Versicherungsprinzip. Weil die liebende Übernahme des Leides den wahren Gott anbetet, muss das Leid weg.

Die wahre Liebe bedeutet dagegen, für den Geliebten zu leiden und durch die gemeinsamen Wunden als Beziehungsrezeptoren in die Hochzeit der ewigen Liebesgemeinschaft einzugehen, in der es gerade keine Götter gibt. Diese hat uns der Herr geoffenbart. Wie soll es einen Kompromiss mit dem Geist der Konzilskirche geben, wie? Wie passen Selbstverwirklichung und Selbstaufopferung zusammen?

Das modernistische Denken der Konzilskleriker findet sich bei Teilhard de Chardin, Karl Rahner, Thomas Merton, Richard Rohr, Ingrid Grave, usw.

Hier einige Links:

youtube.com/watch?v=wwV7A8FnBP8

youtube.com/watch?v=TZS9bvxVp6Y

kath.ch/…rave-wuenscht-fuer-ihre-abdankung-keinen-priester/

Demnächst mehr.
klee heut
Als die Reverfilmung von Scorsece kam hab i mir auch dazu die Erstverfilmung von

Masahiro Shinoda angeschaut:

youtube.com/watch?v=Cmjev6EmbVk

Enden sind sehr unterschiedlich.

Der ist voll katholisch.
klee heut
Die Zusammenfassung (whats wrong) in dem jüdischen Film A serious Man verfilmt.

youtube.com/watch?v=80Kq75MY4mo
Salzburger
Sub specie aeternitatis - d.h. oberhalb des frühreren Kath.Ghettos - werden T.deCHARDIN & K.RAHNER wenig gewesen sein, sicher keine Genies - aber Sie mit unbekannten (Wahrscheinlich)Nullitäten in einem AtemZug zu nennen, ist doch nicht in Ordnung.
"Modernismus" ist eine diffuse AnSammlung von verschiedensten Lehren. Der "AntiModernismus" war am ehesten noch ein AntiHistorismus, was katastrophal …More
Sub specie aeternitatis - d.h. oberhalb des frühreren Kath.Ghettos - werden T.deCHARDIN & K.RAHNER wenig gewesen sein, sicher keine Genies - aber Sie mit unbekannten (Wahrscheinlich)Nullitäten in einem AtemZug zu nennen, ist doch nicht in Ordnung.
"Modernismus" ist eine diffuse AnSammlung von verschiedensten Lehren. Der "AntiModernismus" war am ehesten noch ein AntiHistorismus, was katastrophal war, denn damit setzte sich WestRom auf die Seite der "AufKlärer" und überhaupt aller SelbstVerGötzer: Für sie ist der Mensch ein an sich ahistorisches Engelchen mit "Menschenrechten" und "unveräußerlicher Menschenwürde", das durch den "FortSchritt" ehestmöglich aus einer sinnlosen Geschichte erlöst werden wird und für welches alle Werte wert-los sind, nicht mehr als subjektive ErFindungen, die es als MenschenGOTT hemmungslos benutzt&beschmutzt.
Wohingegen der homo religiosus einerSeits weiß, daß er Geschichte nicht äußerlich/akzidentiell hat, sondern innerlich/essentiell ist; daß also eine immanente ErLösung unmöglich ist. AndrerSeits auch weiß, daß die Werte, GOTT in Welt, objektive WiderFahrnisse sind; in diesem vallis lacrimosae letztlich stets gekreuzigt und dennoch unsterblich.
Jeder Dichter&Künstler ist zumindest unbewußt Platoniker. Die SurRealisten waren allerdings leider eher AntiKünstler.
Adelita
Mein Artikel für die größte katholische Tageszeitung Europas, Nasz Dziennik in Polen (Auflage: 300.000):

Als Maria und Jesus Deutschland warnten

Die Erscheinungen von Sievernich kündigten die verheerenden Unwetter über Deutschland an und riefen zu Gebet und Buße auf.

Von Michael HESEMANN

In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli öffneten sich im Westen Deutschlands die Schleusen des Himmels. …More
Mein Artikel für die größte katholische Tageszeitung Europas, Nasz Dziennik in Polen (Auflage: 300.000):

Als Maria und Jesus Deutschland warnten

Die Erscheinungen von Sievernich kündigten die verheerenden Unwetter über Deutschland an und riefen zu Gebet und Buße auf.

Von Michael HESEMANN

In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli öffneten sich im Westen Deutschlands die Schleusen des Himmels. Am Abend hatte es zu regnen begonnen, es folgte Starkregen, in einigen Gegenden von bis zu 190 Litern pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden. In der Eifel, dem vulkanischen Mittelgebirge zwischen Köln, Aachen und Trier, traten die Flüsse über die Ufer. In kürzester Zeit wurden beschauliche Gewässer wie die Ahr, die Nahe, die Rur und die Erft zu rasenden Sturzfluten, die alles, was an ihren Ufern lag, davonrissen. Autobahnen wurden zu Wasserstraßen, die Fahrer konnten sich knapp vor dem Ertrinken retten, ganze Bahnstrecken wurden vernichtet. Erdrutsche verschütteten hunderte Häuser, während schlammige Ströme durch Dörfer und Städte tobten und alles mit sich rissen, was ihnen im Wege war: Tausende Häuser stürzten ein oder wurden davongerissen, Hunderttausende Keller füllten sich mit einer schmutzigen Brühe, tausende Menschen verloren ihren gesamten Besitz und wurden obdachlos. Auch Großstädte wie Köln und Düsseldorf, Wuppertal und Hagen waren betroffen. In weiten Teilen Westdeutschlands fiel stundenlang der Strom aus. Um die 200 Menschen fanden in den Fluten den Tod. Es war die größte Naturkatastrophe in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands, ein Schaden entstand, den Versicherungskonzerne auf über 10 Milliarden Euro schätzen.

Während die Politiker sich gegenseitig darin überboten, den angeblich menschengemachten Klimawandel für die Katastrophe verantwortlich zu machen, weisen Historiker darauf hin, dass etwa das Ahrtal auch in den Jahren 1601, 1719, 1804 und 1910 vergleichbar schlimme oder noch verheerendere Fluten durchlitt. Und doch ist es möglich, dass der Mensch eine Schuld an dem „Aufstand der Natur“ trägt, wenn auch auf eine ganz andere Weise als es die Zeitgeistmedien behaupten. Denn es war eine Katastrophe mit Ansage. Während ganz Deutschland damit hadert, dass die Frühwarndienste des Landes versagt und die Meteorologen die Auswirkungen des Unwetters unterschätzt hatten, scheint es, als habe der Himmel die Seinen schon Monate zuvor davor gewarnt.

Gerade 10 Kilometer südwestlich von Erftstadt, dessen klaffende Narbe, ein durch Erosion verursachter Erdrutsch-Krater, zum Symbol für die Katastrophe wurde, liegt das beschauliche Voreifeldörfchen Sievernich. Hier soll seit der Jahrtausendwende erst die Gottesmutter und dann Christus selbst in Gestalt des Prager Jesuskindes erschienen sein. Der damalige Ortsbischof, der Aachener Oberhirte Bischof Heinrich Mussinghoff, hielt die Erscheinungen für so glaubwürdig, dass er den renommierten Theologen und späteren Weihbischof Dr. Johannes Bündgens der Seherin als geistlichen Begleiter zur Seite stellte; Bischof Bündgens ist seitdem von der Echtheit der Erscheinungen überzeugt, auch wenn ein endgültiges kirchliches Urteil wie üblich erst nach ihrem Abschluss zu erwarten ist.

Die Seherin Manuela S. ist eine bodenständige Hausfrau und Mutter. Sie lebt mit ihrem Mann, ihrem Sohn und einem kleinen Hund in einem einfachen Bauernhaus, das sie von ihren Eltern geerbt hat. Jeden Personenkult lehnt sie ab, Fotos sind ihr unangenehm, den Empfang von Spenden lehnt sie konsequent ab. Selbst die kritischsten „Enthüllungsjournalisten“ der konsequent antikatholischen deutschen Presse konnten kein Makel im Leben dieser tiefgläubigen, bescheidenen Frau finden.

Als Manuela S. im Juni 2000 vor einem Bild der Schwarzen Gottesmutter von Einsiedeln/Schweiz betete, hörte sie erstmals eine Stimme, die sie einlud, einen „lebendigen Rosenkranz“, eine Gebetsgruppe, ins Leben zu rufen. Als zwei Monate später das erste Gebetstreffen des neugegründeten Kreises in der Sievernicher Pfarrkirche stattfand, überkam sie eine große Hitze. Dann erschien ihr die Gottesmutter, ganz in weiß gekleidet, auf der Brust ein rotes Herz, von einer Dornenkrone umgeben. Ihre Botschaft betraf die Sorge um eine innerlich gespaltene Kirche und den großen Glaubensabfall unserer Zeit. Um diesem entgegenzuwirken, rief sie, wie bereits in Fatima und Medjugorje, zum Rosenkranzgebet auf.
Fortan hatte Manuela fünf Jahre lang fast an jedem Ersten eines Monats eine Erscheinung Mariens, die ihr meist eine kurze aber profunde Botschaft übermittelte. Das sprach sich herum, bald kamen Hunderte, dann Tausende, Schaulustige ebenso wie Beter. Der Ortspfarrer war bald von der Echtheit der Erscheinungen überzeugt, die zahlreichen Wunder, von denen glaubwürdige Zeugen sprachen, von Heilungen und Gebetserhörungen bis hin zu einem Sonnenwunder, ließen ihm kaum eine andere Wahl. Theologen und Mystik-Experten werteten ihre Botschaften aus. Nicht nur, dass sie in Einklang mit der katholischen Lehre standen, sie waren auch sprachlich und theologisch auf einem so hohen Niveau, dass sie kaum aus der Feder der bodenständigen Hausfrau stammen können. Zu den beeindruckendsten Visionen dieser Zeit gehörte jene von drei Rosen vor der Erdkugel, eine über Deutschland, die zweite über Argentinien, die dritte über Italien. Wurden damit noch im Pontifikat Johannes Pauls II. der deutsche und der argentinische Papst angekündigt? Auch von der „baldigen“ Heiligsprechung des polnischen Papstes wusste die Erscheinung schon zwei Tage nach dessen Tod und versprach: „Er wird euer Fürsprecher sein.“ Dann, am 3. Oktober 2005, verabschiedete sich die Gottesmutter von Manuela, versprach aber: „Immer werde ich an diesem Ort bei euch sein.“

Dreizehn Jahre lang traf sich der Gebetskreis weiterhin und blieb der Gottesmutter treu, ohne dass es zu weiteren Erscheinungen kam. Dann, am 5. November 2018, während einer Eucharistischen Anbetung, sah Manuela plötzlich „den Herrn in Gestalt des Prager Jesuskindes mit goldener Krone und goldenem Brokatgewand in der Heiligen Hostie, die in der Monstranz ausgestellt wurde“. Seine Botschaft war kurz und eindringlich: „Verfolgung … Sievernich ist ein Ort der Zuflucht.“ Bei einer weiteren Erscheinung am 11. März 2019 während der Heiligen Messe wurde das Jesuskind von 20 Zeugen gesehen, gut ein Dutzend nahm einen intensiven Lilienduft im Kirchenraum wahr. Die Erscheinungen wiederholten sich monatlich, bis auf den heutigen Tag. Bei einer von ihnen sah Manuela zwei Seiten einer Kathedrale; in einer brannte das Feuer des Heiligen Geistes, in der anderen das Feuer der Verderbnis. Bischöfe führten ihre Gläubigen zum Heiligen Geist, andere aber auch ins Verderben; es erschien wie eine Vorahnung des Schismas, in das der „synodale Weg“ die Kirche in Deutschland zu führen droht. Am 2.12.2019 kündigte Jesus der Seherin „drei schwere Jahre“ an – zum damaligen Zeitpunkt ahnte noch niemand etwas von der Corona-Pandemie, die erstmals Anfang Januar 2020 Schlagzeilen machte, geschweige denn von der Naturkatastrophe im Sommer 2021. „Ich trage euch durch diese Drangsal, durch alle Finsternis. Durch Mein kostbares Blut habe Ich euch erlöst“, versprach der Herr einen Monat später.

Der Höhepunkt dieser neuerlichen Erscheinungsserie war der 21. März 2020, als das „Jesuskind von Sievernich“ seine „Große Botschaft“ verkündete: „Eine Zeit der Buße und Besinnung wird Meine Treuen stärken. Für die Menschheit ist es der Aufruf zur Bekehrung ihrer Sünden. Wenn die Menschheit sich nicht bekehrt nach dieser Zeit der Reue, werde Ich Mein Zepter auf die Menschheit neigen. Dies ist Mein Aufruf an euch, nicht um euch zu strafen. Ich möchte euch erretten in das ewige Leben. (…) Ich habe die Zeit der Buße und Reue zugelassen, damit ihr in euch geht und bedenkt, dass ihr nicht Gott seid.“

Ein weiteres Sonnenwunder am 5. Oktober 2020 vor 50 Augenzeugen bestätigte noch einmal die Relevanz der Botschaften. Wie in Fatima stoppte der Regen, öffneten sich die Wolken, erschien das Bild einer rotierenden Sonnenscheibe, die sich in drei Stufen den Menschen zu nähern schien. Alle Zeugen wurden von einer Wärme erfasst, darunter Priester, Ordensleute und Akademiker.

Wie ernst die Lage ist, offenbarte die Erscheinung am Dreikönigstag 2021: „Die Welt wird erschüttert werden. Weil die Menschen Meinen Ewigen Vater nicht kennen und ohne Ihn leben wollen, wird alles gereinigt. Dies muss geschehen, so wie es geschrieben steht. Ein großer Umbruch wird nun bald geschehen, ein Umbruch, der vielen Menschen zum Abgrund wird. (…) Ihr habt die Hoffnung, dass nun in Kürze alles so sein wird, wie es vorher war. Dies, liebe Seelen, wird nicht so sein. Betet und opfert! Bleibt Mir treu!“ Am 2. Februar ergänzte der Himmelskönig: „In diesem Jahr wird eine große Prüfung kommen.“ Bei den nächsten Erscheinungen wurde immer wieder das Wort „Wiedergutmachung“ wiederholt, bis das Jesuskind schließlich am 11. April seinen Wunsch äußerte: „Rufe es in die Welt hinein. Ich wünsche am 13. Mai drei Gebetsstunden der Wiedergutmachung: Gebet, Opfer, Buße. Betet mit Mir zum Ewigen Vater!”

Grund für den Aufruf zum Sühnegebot war die vielleicht dunkelste Stunde der jüngeren deutschen Kirchengeschichte, der offene Abfall der deutschen Katholiken von Rom.
Seit zwei Jahren reagieren die deutschen Bischöfe auf den Druck, der seit 16 Jahren durch die Regierung Merkel auf sie ausgeübt wird. Die Forderung aus Berlin: Die Kirche müsse sich „der Lebenswirklichkeit der Menschen öffnen“, gemeint ist: den neuen politischen Realitäten anpassen, die der radikale Linkskurs der Kanzlerin mit sich brachte. Wer sich dagegen stellte, wurde systematisch diffamiert. Sogar Papst Benedikt brüskierte Merkel, als sie 2009 von ihm eine öffentliche Erklärung zum Holocaust verlangte und ihm damit eine Nähe zu dem Holocaustleugner und Bischof der Piusbruderschaft, Richard Williamson, unterstellte. Gegen konservative Bischöfe wie Walter Mixa, Franz-Peter Tebartz-van Elst, Joachim Kardinal Meisner und Gerhard Ludwig Kardinal Müller wurden geradezu infame Pressekampagnen inszeniert, die in den erstgenannten beiden Fällen zum Rücktritt der bei den Gläubigen beliebten Oberhirten führte. Nach dem Rücktritt Benedikts XVI. und dem Tod Kardinal Meisners verstärkte sich der Druck durch beständige mediale Skandalisierung – und die Opportunisten unter den deutschen Bischöfen obsiegten. In einem „synodalen Weg“ diskutieren sie seit 2019 mit linkskatholischen Taufscheinkatholiken und Vertretern der Merkel-Partei über Themen wie Frauenweihe, Ende des Zölibats, Kommunion für Protestanten und Geschiedene, Segnung Homosexueller und „eine neue Sexualmoral der Kirche“, die den Begriff der Sünde nicht mehr kennt. Einer dieser Forderungen erteilte die Römische Glaubenskongregation am 15. März 2021 eine klare Absage, als sie die Segnung homosexueller Paare ausdrücklich untersagte: Die Kirche kann keine Todsünde segnen!

Statt mit einem gut katholischen „Roma locuta, causa finita“ den eigenen Irrweg zu erkennen, stellten sich tausende deutscher Katholiken inklusive der katholischen Jugendverbände offen gegen Rom und hissten demonstrativ vor Kirchen und Pfarrheimen die Regenbogenflagge als Zeichen der Solidarität mit der LGBT-Bewegung und der Absage an Rom. Am ersten Maiwochenende wagten über hundert Priester in Deutschland den offenen Bruch mit Rom und segneten zahlreiche Homo-Paare. Damit demonstrierten sie, dass sie offenbar den Zeitgeist oder ihr eigenes subjektives Empfinden über die Gebote Gottes und der Kirche stellen. Ihnen fehlte, was man früher einmal Gottesfurcht nannte – die Besorgnis, man könne Gott erzürnen und damit seine Gnade verlieren. Gott bleibt schon stumm, glauben und hoffen sie. Doch die Mahnung aus Sievernich, der Aufruf zu Gebet und Buße zur Sühne für diese „Gräuel an heiliger Stätte“ war eindeutig.

Am 2. Mai, während der Heiligen Messe, erschien Christus in Sievernich Manuela S., das Gesicht voll blutender Wunden, auf dem Haupt eine Dornenkrone. Mit seinem blutüberströmten Antlitz schaute er sie an, dabei vernahm sie seine Stimme: „Weil die Menschen nicht den Geboten Gottes folgen, sondern die gleiche Sünde begehen wie Adam und Eva, selbst entscheiden zu wollen über Gut und Böse und sich eine eigene Ordnung schaffen, lässt der Ewige Vater es zu, dass es ein Opfer des Abel und ein Opfer des Kain in den kommenden Tagen geben wird. Euer Ausweg ist die Wiedergutmachung vor dem Ewigen Vater“, geplant für den 13. Mai, als der Jahrestag der ersten Erscheinung von Fatima auf das Hochfest Christi Himmelfahrt fiel.

Doch obwohl der Aufruf in katholischen Medien publiziert wurde, beteiligten sich nur einige hundert Gläubige an dem Sühnegebet. In einer weiteren Erscheinung bat Christus um ein Sühnegebet am 11. Juni, dem Fest des Heiligen Herzens Jesu: „Ich sehe in eure Herzen und möchte der König eurer Herzen sein. Liebt das Gebet der Wiedergutmachung; denn in diesen Tagen wurde gegen den Vater im Himmel gesündigt. Die Menschen verlieren ihre Ehrfurcht vor dem Ewigen Vater. Seht, alles habe Ich für euch gegeben, für eure Erlösung. Ich habe gelitten und gab als Lösepreis Mein ganzes Blut und letztlich Mein Wasser, als Mein Blut vollständig vergossen war.“

Wieder hielt sich die Beteiligung in Grenzen und man war an die Geschichte von Sodom und Gomorra erinnert: Würde der Herr denn tausend Gerechte in Deutschland finden? Zum dritten Tag des Sühnegebetes, dem 13. Juli, kamen nur noch einige hundert Gläubige nach Sievernich. An diesem Tag hatte Manuela S. wieder eine Erscheinung:
„Liebe Seelen, Ich liebe euch mit Meinem ganzen Heiligsten Herzen. Und doch muss Ich es zulassen, dass der Ewige Vater Sein Strafgericht über die Erde senden wird. Ihr seid gekommen, ihr macht wieder gut, um dieses Strafgericht zu mildern. Betet, opfert, tuet Buße! Ihr werdet die Menschen von Sodom und Gomorra beneiden.“ Später erklärte sie den Gläubigen: „Der Herr spricht zu mir, dass in den nächsten Tagen heftige Unwetter erfolgen und die Menschen sehr beten sollten.“ Zum Abschied sprach die Erscheinung: „Liebe Kinder, wisst, ihr lebt in der Zeit der Plagen. Und diese Plage, die ihr erlebt, wird nicht die letzte Plage sein. Ihr seid in der Drangsal. Ich aber werde euch schützen durch den Mantel Meines Kostbaren Blutes.“
Genau 33 Stunden später setzte der verheerende Starkregen ein. Während das Umland schwerst betroffen war, blieben Sievernich und sein Nachbardorf Vettweiß wie durch ein Wunder von größeren Schäden bewahrt. Erwies damit der Himmel dem Erscheinungsort seine Gnade?

Natürlich ist bei Privatoffenbarungen immer eine gewisse Skepsis angebracht. Trotz wohlwollender Behandlung durch das Bistum Aachen kann auch Sievernich erst von der Kirche anerkannt werden, wenn die Erscheinungen zu einem Abschluss gekommen sind. Auch dann wären die Botschaften keine verpflichtenden Glaubensinhalte, sondern allenfalls Denk- und Handlungsanstöße für die Gläubigen.

Allerdings gleicht der Tenor der Botschaften von Sievernich, der beständige Aufruf zu Gebet, Umkehr und Buße, den kirchlich anerkannten Botschaften etwa der Marienerscheinungen von Fatima oder der Schauungen der hl. Faustyna Kowalska, der sich der „Christus der göttlichen Barmherzigkeit“ offenbarte.

Umso interessanter werden sie, wenn in ihnen nicht nur von Deutschland, sondern auch von Polen die Rede ist. Am 6. Januar 2020 will Manuela S. gesehen haben, dass Jesus in der Gestalt des Prager Kindes seinen Mantel öffnete und das Bild des heiligen Maximilian Kolbe offenbarte. Dann sprach er:
„Das, Mein liebes Kind, ist Mein Auftrag an Polen! Auch dieses Land habe Ich nicht vergessen. Betet zu Meinem Kostbaren Blut und zum Unbefleckten Herzen Meiner Mutter! Die Beter mögen sich in Gebetsgruppen zusammenschließen und stützen.“
Um fortzufahren…
„Du rote Opferrose Deutschland, vom Irrtum so sehr hin und her geschüttelt, dir erweise Ich Meine Gnade — Gnade, damit du wiedergutmachen kannst, was du an Irrtum anrichtest.“
Deutschland braucht das Gebet Polens, dass es seinen momentanen Irrweg korrigieren möge… und wir alle brauchen die Gnade Gottes, um den Wirren dieser Zeit der Pandemien und Naturkatastrophen zu trotzen!