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"Tutti Fratelli": Brüderliche Liebe im Vatikan

Als Kardinal Becciu der Sostituto im vatikanischen Staatssekretariat war, beschaffte er Spenden für die Genossenschaft "Spes", den operativen Arm der Caritas von Ozieri (Sassari), deren Eigentümer und gesetzlicher Vertreter sein Bruder Tonino Becciu ist.

Tonino erhielt die folgenden Summen:

- September 2013: für die Erweiterung seines Unternehmens und einen neuen Ofen, 300'000 EUR.
- Januar 2015: für die durch einen Brand verursachten Schäden, 300'000 EUR.
- April 2018: für die Anpassung der Aufnahmestrukturen für Einwanderer, 100'000 EUR.

Das Geld stammte aus dem Anteil der italienischen Bischöfe an der staatlichen Einkommenssteuer und aus dem Peterspfennig, der unter der direkten Kontrolle von Becciu stand.

Ein anderer Fall betrifft die Firma "Angel's srl", die Mario Becciu gehört, einem Professor für Psychologie an der Salesianischen Universität von Rom und Bruder des Kardinals.

Das Ziel des Unternehmens betrifft kurioserweise den Nahrungsmittel- und Getränkesektor. Das Unternehmen stellt die "Birra [Bier] Pollicina" her, das ausschließlich in einigen Restaurants und bei kirchlichen Einrichtungen zu finden ist, wobei der Hinweis zum Kauf des Getränks von Kardinal Becciu oder ihm nahestehenden Personen kam.

Als Becciu Nuntius in Angola (2001-2009) und Kuba (2009-2011) war, richtete sein Bruder Francesco Becciu, der eine Schreinerei besitzt, zahlreiche Kirchen in diesen Ländern ein und modernisierte sie.

Becciu war jahrelang der wichtigste Mitarbeiter von Bergogilo, dem Franziskus blind vertraute und den er täglich traf.

Bild: © Mazur, CC BY-NC-SA, #newsHlwgnqxzsi

HerzMariae
Es war Benedikt XVI., der Becciu 2011 zum Substituten des Staatssekretariats machte, also zum dritthöchsten Mann des Vatikan.
Goldfisch
Ja, und dieser Becciu hatte seine Chance und mißbrauchte das Vertrauen, daß man ihm entgegenbrachte. Scha(n)de!
Anno
Dieser brave Kirchenmann hat sich ja ein richtiges Netzwerk aus Familienmitgliedern geschaffen.
Erinnert mich an den Nepotismus der Renaissance, als man sich ebenfalls hemmungslos bedient hat.
Papst Leo X würde darüber lächeln.