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Wahrheit in den Geistes- vs. Naturwissenschaften.

Was ist Wahrheit? Und wie finden wir diese sowohl in den Geistes- als auch in den Naturwissenschaften? Die Religionsphilosophin Prof. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz erklärt zu diesen Fragen zunächst, dass Wahrheit die Beziehung zu dem Gegenstand ist, den ich richtig erkannt habe. Schon die Griechen waren davon überzeugt, dass sich uns die Welt offenbart, indem wir Dinge erkennen und benennen können.

Schwieriger wird es, wenn wir uns auf die Ebene der Naturwissenschaften begeben, die wir teils nicht mehr sinnlich greifen können. Hier vertrauen wir auf Modelle, mathematische Konstrukte und Zahlen, welche einen überprüfbaren kleinen Bereich aus dem Großen Ganzen darstellen.

Geisteswissenschaften sind transzendierende Wissenschaften, welche sich nicht allein über Zahlenmodelle erschließen lassen. Zum Beispiel Kommunikation, die über einen puren Sachverhalt hinausgeht oder die Schönheit der Natur. Hier sind Erklärungen, also mehrere mögliche Deutungen, erforderlich. Letztendlich gelangt der Mensch auf Welterklärungen, welche ihn stets selbst miteinschließen und ihn in eine Verhältnisbestimmung setzen. Wahrheit bestätigt sich in den Geisteswissenschaften am Erfolg von Erklärungen, und daran, ob sie eine Steigerung des Daseins möglich machen. Geisteswissenschaften sind insofern Lebenshilfen.

Univ.-Prof. em. DDr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz ist Philosophin, Sprach- und Politikwissenschaftlerin. Nach ihrer Tätigkeit als Studienleiterin auf Burg Rothenfels/Main, akademische Oberrätin am Seminar für Christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie der Universität München, sowie als Privatdozentin in Bayreuth, Tübingen und Eichstätt, folgte eine Professur für Philosophie an der Pädagogischen Hochschule in Weingarten/Bodensee. Von 1993 bis 2011 war sie Lehrstuhlinhaberin für Religionsphilosophie und vergleichende Religionswissenschaft an der Technischen Universität Dresden. Seit 2011 ist sie Leiterin des EUPHRat (Europäisches Institut für Philosophie und Religion) in Heiligenkreuz bei Wien.

Prof. Gerl-Falkovitz ist u.a. Trägerin des Joseph-Pieper Preises, des Edith-Stein-Preises, des Augustin-Bea-Preises sowie des Ratzinger Preises. Die Tagespost beschreibt Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz passend als „ein Leuchtfeuer im Nebel der postmodernen Landschaft“ und „eine der wichtigsten katholischen Stimmen in Europa“.
Jule Gabriel
Danke für das Einstellen!!!