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Manipuliertes Konzil: Wie das Time Magazine die Bischöfe köderte

Robert Blair Kaiser (+2015), ein Vatikan-II-Korrespondent für das amerikanische Time Magazine, verfügte über ein monatliches Budget von $20.000 (entspricht $174.000 im Jahr 2021), das ihm von seinem Arbeitgeber zur Verfügung gestellt wurde, um Partys für Bischöfe und Journalisten zu veranstalten.

Er erwähnte dies im Jahr 2004 gegenüber Robert Moynihan (InsideTheVatican.com, 13. Mai). Kaiser war vom 18. bis zum 28. Lebensjahr ein Jesuit, verließ die Gesellschaft Jesu aber, um zu heiraten und sich Mitte der 1960er Jahre wieder scheiden zu lassen.

Zu dieser Zeit wurde das Time Magazine von seinem Gründer Henry Luce (+1967) geleitet, dem Sohn eines presbyterianischen Missionars und Mitglied der Republikanischen Partei, der "Il Luce" genannt wurde, eine Anspielung auf Italiens Benito Mussolini ("Il Duce"). Luce probierte in den 1960er Jahren LSD und berichtete, dass er unter dessen Einfluss mit Gott gesprochen habe.

Kaiser mietete in Rom eine sehr große Wohnung als Ort, um bei regelmäßigen Dinnerpartys die Agenda einer "offeneren Kirche" zu diskutieren: "Meine Frau und ich waren oft Gastgeber für 50 oder 100 Journalisten und Monsignores, Priester und Bischöfe und Diplomaten, manchmal unter der Woche, manchmal am Wochenende."

Kaiser organisierte tägliche Abendessen und besonders große Treffen am Sonntagabend, die "zu einer Art Institution" wurden. Auf einer Party stellte der blauäugige Erzbischof Thomas Roberts SJ von Bombay (1893-1976), fest, dass seine "kühnen Ansichten" von vielen anderen Prälaten geteilt wurden: "Sie dachten (und sagten laut), dass die Kirche mit überflüssigem Ballast, Mythen, Aberglauben und Unsinn überladen sei."

Das waren jene Prälaten, die für die Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils stimmten und die so genannte "Reformen" durchführten, die zum größten Fiasko führten, das die Kirche seit ihrer Gründung heimgesucht hat.

Bild: Vatican II © wikicommons, CC BY-SA, #newsMhjmdkpksb

Vates
Ein weiterer Beleg dafür, wie tief Lauheit und Fäulnis in der Hierarchie der 50er Jahre schon verbreitet waren, daß sie sich derart von erklärten liberalen und freimaurerischen Kräften einfangen ließ, anstatt auf das ihnen allen übersandte Werk Pinays "Verschwörung gegen die Kirche" zu hören! Wie steht in der Apokalypse geschrieben?
"Da du lau bist und weder heiß noch kalt, will ich dich ausspe…More
Ein weiterer Beleg dafür, wie tief Lauheit und Fäulnis in der Hierarchie der 50er Jahre schon verbreitet waren, daß sie sich derart von erklärten liberalen und freimaurerischen Kräften einfangen ließ, anstatt auf das ihnen allen übersandte Werk Pinays "Verschwörung gegen die Kirche" zu hören! Wie steht in der Apokalypse geschrieben?
"Da du lau bist und weder heiß noch kalt, will ich dich ausspeien aus meinem Munde." (Offb 3,16)
alfredus
@Moselanus Sie evangelischer Pfarrer sollten sich von Bewertungen und nicht qualifizierten Äußerungen der einzelnen Konzilien, heraus halten ... ! Es ist auch nicht Ihre Aufgabe, denn sie kennen weder die Zusammenhänge, noch Hintergründe und Intrigen ! Das zweite Vatikanum an dem auch " sechs " Ihrer Glaubensbrüder als " Berater " teilnahmen, war von Anfang an ein Irrläufer, ein reines Mens…More
@Moselanus Sie evangelischer Pfarrer sollten sich von Bewertungen und nicht qualifizierten Äußerungen der einzelnen Konzilien, heraus halten ... ! Es ist auch nicht Ihre Aufgabe, denn sie kennen weder die Zusammenhänge, noch Hintergründe und Intrigen ! Das zweite Vatikanum an dem auch " sechs " Ihrer Glaubensbrüder als " Berater " teilnahmen, war von Anfang an ein Irrläufer, ein reines Menschenwerk ! Aus diesem Grunde hat das Konzil keinen Segen für die katholische Kirche gebracht !
Moselanus
Originell. Für ev. Pfarrer wurde ich selbst hier noch nie gehalten. Wie kommen Sie darauf?
Oenipontanus
@alfredus Die Kritiker des Vaticanum I haben genauso argumentiert wie Sie jetzt bezüglich des Vaticanum II: "Intrigen", "Irrläufer", "Menschenwerk" - das sind alles Ausdrücke, die man so oder in etwas anderer Form bei Döllinger, Friedrich u. A. finden kann. Was ist also der Maßstab aufgrund dessen man beurteilen kann, dass die Kritiker des Vaticanum I damals im Unrecht, diejenigen des Vaticanum …More
@alfredus Die Kritiker des Vaticanum I haben genauso argumentiert wie Sie jetzt bezüglich des Vaticanum II: "Intrigen", "Irrläufer", "Menschenwerk" - das sind alles Ausdrücke, die man so oder in etwas anderer Form bei Döllinger, Friedrich u. A. finden kann. Was ist also der Maßstab aufgrund dessen man beurteilen kann, dass die Kritiker des Vaticanum I damals im Unrecht, diejenigen des Vaticanum II aber im Recht sind?

Wenn man sagt, "die Tradition" sei der Maßstab, an dem selbst der Papst zu messen ist, dann gerät man in das Dilemma, dass das zwar prima facie plausibel zu sein scheint, dass aber andererseits gerade die Pius-Päpste jedem Vertreter einer solchen Ansicht etwas gehustet hätten, um es etwas salopp zu sagen.
Die Situation seit Vaticanum II ist so etwas wie eine große Aporie, aus der es keinen Ausweg zu geben scheint.
Waagerl
Wenn das zweite Vatikanum von Gott gewesen wäre, dann hätte es sich positiv auf die Gläubigen ausgewirkt. Jesus Christus sagt, ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, außer durch mich. Wenn aber das Konzept des Zweiten Vatikanums, viele Wege offen lässt, oder beschreitet, dann ist es nicht, der Weg, die Wahrheit und das Leben. Viele Wege führen nach Rom heißt es. …More
Wenn das zweite Vatikanum von Gott gewesen wäre, dann hätte es sich positiv auf die Gläubigen ausgewirkt. Jesus Christus sagt, ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, außer durch mich. Wenn aber das Konzept des Zweiten Vatikanums, viele Wege offen lässt, oder beschreitet, dann ist es nicht, der Weg, die Wahrheit und das Leben. Viele Wege führen nach Rom heißt es. Aber führen sie auch in den Himmel?

Erntet man etwa Trauben von Diesteln? Und wenn das zweite Vatikanum keine Trauben hervorgebracht hat, dann nur, weil man Diesteln statt Rebstöcke angepflanzt hat! Und man die Diesteln jahrelang bewässert hat.
Oenipontanus
@Waagerl Ich bin wie Sie der Meinung, dass das Vaticanum II sich nicht positiv auf die Gläubigen ausgewirkt hat, sondern im Gegenteil zu einem Niedergang ungeahnten Ausmaßes in Theologie, Liturgie und Pastoral geführt hat. Aber ich glaube auch, dass alle(!) nachkonziliaren Entwicklungen bereits in der innerkirchlichen Entwicklung zumindest seit Vaticanum I keimhaft angelegt waren und auch …More
@Waagerl Ich bin wie Sie der Meinung, dass das Vaticanum II sich nicht positiv auf die Gläubigen ausgewirkt hat, sondern im Gegenteil zu einem Niedergang ungeahnten Ausmaßes in Theologie, Liturgie und Pastoral geführt hat. Aber ich glaube auch, dass alle(!) nachkonziliaren Entwicklungen bereits in der innerkirchlichen Entwicklung zumindest seit Vaticanum I keimhaft angelegt waren und auch Vieles bereits vor Vaticanum II latent vorhanden war und zwar nicht nur in den Köpfen einzelner Spinner, sondern durchaus auf breiter Front im Klerus oder im gläubigen Volk.

Ein Beispiel wäre etwa die Brevier-Reform (über die ich nebenbei gesagt gerade einen Aufsatz vorbereite): Die Entwicklung, die das Breviergebet nach Vaticanum II genommen hat, wäre ohne die Reform Pius X. (obwohl sie im Großen und Ganzen gelungen und sinnvoll war) und auch die allgemeine Stimmung im Klerus, wo endloses Lamentieren über die angebliche Unverständlichkeit des Vulgata-Psalters an der Tagesordnung war, wie aus nicht wenigen Publikationen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hervorgeht, nicht möglich gewesen. Das abgespeckte Brevier in der jeweiligen Landessprache war also der traurige, aber völlig logische Endpunkt jahrzehntelangen Hin- und Herreformierens, an dem auch die konservative Fraktion unter den Theologen keinen nennenwerten Anstoß genommen hat.
Waagerl
Nun, warum hat das zweite Vatikanum so schlechte Früchte hervorgebracht?

Meiner Meinung nach, sind das alles Auswirkungen, da man das echte dritte Geheimnis von Fatima unter Verschluss gehalten hat und immer noch zurückhält.

Hätte man sich man die Anweisungen, der Muttergottes gehalten, hätte es m. E. dieses Konzil garnicht gegeben. Es hätte einen ganz anderen Verlauf zum Segen der Menschheit …
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Nun, warum hat das zweite Vatikanum so schlechte Früchte hervorgebracht?

Meiner Meinung nach, sind das alles Auswirkungen, da man das echte dritte Geheimnis von Fatima unter Verschluss gehalten hat und immer noch zurückhält.

Hätte man sich man die Anweisungen, der Muttergottes gehalten, hätte es m. E. dieses Konzil garnicht gegeben. Es hätte einen ganz anderen Verlauf zum Segen der Menschheit genommen. Aber so liegt der Fluch der Sünde auf diesem Konzil und hat eben diese Auswirkungen auf die gesamte Menschheit genommen.

Sünde gebiert wieder Sünde.
Escorial
was man für so ein wenig Party alles machen kann...Kaviar, Champagner und frivol gekleidete Frauen haben schon einige Priester auf Abwege gebracht. So zerstört man die Enthaltsamkeit und Frömmigkeit in den gottgeweihten Seelen. Einfach mit Luxus zuschütten und die Zeit unnütz verplempern, den Rest besorgt der Satan.
Moselanus
Auch ohne Vaticanum I wäre es nie zu Vaticanum II (einschließlich dieser Liturgiereform) gekommen, @Oenipontanus, so meine Überzeugung.
Oenipontanus
@Moselanus Da bin ich ganz Ihrer Meinung, auch wenn man sich damit in der Regel den geballten Zorn der meisten traditionsorientierten Katholiken zuzieht.
Moselanus
Das hängt mit deren Parteilichkeit und zunehmend verschwindender Intelligenz zusammen. Damit muss man leben, @Oenipontanus.
Kirchenkätzchen
@Moselanus Hätte, hätte, Fahrradkette.
Moselanus
Ich sag ja: schwindende Intelligenz.
Oenipontanus
Es ist zugegebenermaßen nicht leicht, sich von dem vor allem von der FSSPX seit Jahrzehnten propagierten Narrativ einer während(!) des Vaticanum II erfolgten Revolution bzw. feindlichen Übernahme, während vor dem Konzil in der Katholischen Kirche im Wesentlichen alles in Ordnung gewesen sei, loszumachen.
Manche Zusammenhänge zwischen Vaticanum I und II versteht man meiner Meinung nach erst, …More
Es ist zugegebenermaßen nicht leicht, sich von dem vor allem von der FSSPX seit Jahrzehnten propagierten Narrativ einer während(!) des Vaticanum II erfolgten Revolution bzw. feindlichen Übernahme, während vor dem Konzil in der Katholischen Kirche im Wesentlichen alles in Ordnung gewesen sei, loszumachen.
Manche Zusammenhänge zwischen Vaticanum I und II versteht man meiner Meinung nach erst, wenn man sich einmal die Mühe gemacht hat, auch die Schriften der Gegner des Vaticanum I zu lesen, mag man davon inhaltlich was auch immer halten. Fakt ist zumindest, dass Vaticanum I essentielle Fragen ekklesiologischer Natur nicht geklärt hat (bzw. nicht mehr klären konnte) und die Dogmen bzgl. Unfehlbarkeit und Primat nach Vaticanum I in allen möglichen Schattierungen ausgelegt wurden und werden konnten. Fakt ist ferner, dass nicht sehr lange nach dem Vaticanum I, nämlich unter Pius X., die lange Reihe der (päpstlich aufgezwungenen) Liturgiereformen des vergangenen Jahrhunderts begonnen hat.
Aus all dem kann man selbstverständlich unterschiedliche Schlüsse ziehen. Nur sollte man sich davor hüten, historische Zusammenhänge in ein simplifizierendes Schwarz-Weiß-Schema zu pressen.
Guntherus de Thuringia
@Moselanus, @Oenipontanus, die Wurzeln von "Vatikanum 2" liegen leider viel tiefer, tiefer auch als Vatikanum 1. Es fiel mir sehr schwer, zu dieser Erkenntnis zu gelangen. Es fing schon an z.B. mit dem Osterstreit. Ein sehr offensichtlicher Fall (jedenfalls mir) ist die Entscheidung des Tridentinums über den alttestamentlichen Kanon. Das Grundprinzip ist dieses: Man setzt sich über die …More
@Moselanus, @Oenipontanus, die Wurzeln von "Vatikanum 2" liegen leider viel tiefer, tiefer auch als Vatikanum 1. Es fiel mir sehr schwer, zu dieser Erkenntnis zu gelangen. Es fing schon an z.B. mit dem Osterstreit. Ein sehr offensichtlicher Fall (jedenfalls mir) ist die Entscheidung des Tridentinums über den alttestamentlichen Kanon. Das Grundprinzip ist dieses: Man setzt sich über die Schrift und echte apostolische Tradition, über ausdrückliche Lehren, Befehle, Weisungen des Herrn Jesus Christus und der Apostel hinweg, wobei man in Anspruch nimmt, als Leib Christi, der vom Heiligen Geist beseelt und geleitet ist, also als Christus selbst zu handeln. Papst Franziskus ist nicht der erste, der sich herausnimmt, Jesus zu korrigieren.
Oenipontanus
Was genau will uns dieser Artikel suggerieren? Dass die armen Bischöfe von bösen Journalisten mittels Partys etc. auf den falschen Weg gebracht wurden?
Ich bin seit langen Jahren der Überzeugung, dass es nie zum Vaticanum II gekommen wäre, wenn der größte Teil des Episkopats nicht schon lange davor verweltlicht und theologisch verrottet gewesen wäre. Revolutionen fallen nicht vom Himmel!
Bethlehem 2014
... mit dem einzigen Unterschied, daß das "Vaticanum II" dann schlicht "Vaticanum I" geheißen hätte...
Oenipontanus
Das verstehe ich nicht ganz, was genau meinen Sie damit?
Online Zitate
Nein, @Bethlehem 2014 - das gerade nicht. Rein formal stelle ich mir übrigens schon länger die Frage, ob ein "vaticanum" überhaupt ein Konzil sein kann. Die Kirche hat Glieder. Und auch die haben ihr eigenes Wesen.
Bethlehem 2014
Wenn ein "Lateranum" ein Konzil sein kann, weil der Papst damals auf dem Lateranhügel wohnte, warum sollte ein "Vaticanum" kein Konzil sein können? Nur, weil der Papst jetzt "in campo Vaticano" wohnt?
- Liegt der Grund in "Hügel - Feld"???
Bethlehem 2014
@Oenipontanus Ich glaube auch, daß das letzte Konzil sein Schatten leider nicht nur immer noch in unsere Zeiten wirft, sondern diese schon weit voraus warf. - Aber das Vaticanum I dafür verntwortlich zu machen, geht entschieden zu weit!
Zum damaligen Episkopat:
"Verweltlicht": ja!
"theologisch verrottet" - das möchte ich dann schon näher bewiesen sehen.
Die meisten der Konzilsväter waren theol…More
@Oenipontanus Ich glaube auch, daß das letzte Konzil sein Schatten leider nicht nur immer noch in unsere Zeiten wirft, sondern diese schon weit voraus warf. - Aber das Vaticanum I dafür verntwortlich zu machen, geht entschieden zu weit!
Zum damaligen Episkopat:
"Verweltlicht": ja!
"theologisch verrottet" - das möchte ich dann schon näher bewiesen sehen.
Die meisten der Konzilsväter waren theologisch hochgebildet. Das Problem war, daß man plötzlich diese theologische Bildung (Thomismus) nicht mehr wollte, sondern den niveaulosen Modernismus bevorzugte! -
Meine "Argumentation" war eine ganz einfach mathematische: hätte Pius IX. kein Konzil in die Vatikanbasilika einberufen, hätte es damals kein Vaticanum I gegeben.
Hätte Johannes XXIII. dann zum erstenmal ein Konzil in die Vatikanbasilika einberufen, wäre es logischerweise das I. Vaticanum gewesen.