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Gauland: Hitler-Stalin Pakt "eine realpolitische und richtige Entscheidung"

AfD-Ehrenvorsitzender Gauland bezeichnet Hitler-Stalin Pakt als "eine realpolitische und richtige Entscheidung für das eigene Überleben" Eine eigenartige, wenn auch für die AfD nicht ganz untypische Lesart der Geschichte, die einer nüchternen Betrachtung nicht standhält.

youtube.com/watch?v=AEFR6Y3PI9Q

Diese Worte fielen bei einer Rede im Bundestag anlässlich des 80. Jahrestags des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion. Laut Gauland hätte die Sowjetunion keine andere Wahl gehabt, weil die Verhandlungen über einen Beistandspakt zwischen der UDSSR, Frankreich und GB immer wieder an einem „toten Punkt“ scheiterten: Polen wollte keine Sowjettruppen auf eigenem Territorium.

Als Frankreich und Großbritannien 1939 versuchten, Polen auf jedem erdenklichen Wege umzustimmen, gab Gen. Wacław Stachiewicz Folgendes zu Protokoll.

"(...) Wenn die Russen in unserem Gebiet sind, werden sie darin bleiben; (...) Kann man wirklich davon ausgehen, dass die Alliierten einen weiteren Krieg führen werden, um die russischen Truppen zu zwingen, die besetzten Gebiete wieder zu verlassen?"

In der gleichen Zeit negoziierte die UDSSR parallel auch mit Nazi-Deutschland und verfolgte primär das Ziel, „beide faschistische Lager“ gegeneinander auszuspielen, um die Verhandlungen dazu nutzen, die eigene geopolitische und militärische Position zu stärken.

Polen hatte zu dem Zeitpunkt noch die sog. „Polnische Operation“ 1937-1938 jüngst in Erinnerung, eine Aktion zur Verhaftung und Ermordung von Polen und polnischstämmigen Sowjetbürgern durch das Volkskommissariat für Innere Angelegenheiten (NKWD) während des Großen Terrors.

Zwischen 1939 und 1941 wurden, infolge des Hitler-Stalin Pakts, des daraus resultierenden II Weltkriegs und der sowjetischen Okkupation der polnischen Ostgebiete, etwa 500.000 polnische Bürger verhaftet, 140.000 in Viehwaggons nach Sibirien deportiert und 65.000 Polen getötet.

Die östlichen Gebiete Polens wurden im Zweiten Weltkrieg von der Sowjetunion annektiert und nach 1945 verkam Polen zu einem kommunistischen Satellitenstaat ohne Souveränität und Handlungsautonomie. Es gab somit sehr gute Gründe, sowjetischen Truppen Einhalt gebieten zu wollen.

twitter.com/pileckiinstitut/status/1402693627906867200

Joannes Baptista
Gauland will der AfD nichts Gutes...
ew-g
Wenn damit der AfD geschadet werden kann, beweist das nur die Defizite der Geschichtskenntnisse.
Marienfloss
Hat unsere Zeit nicht wichtigere Probleme als die Vorkriegszeiten, aus denen unsere politischen Führungskader unter Leitung von Frau Merkel und getrieben von den Grünen scheinbar nichts gelernt haben?
ew-g
@Marienfloss Sich der Wahrheit anzunähern, ist stets vorrangig.
ew-g
Was, bitte, soll der Beitrag?? Beide Seiten haben damals Vorteile für sich gesehen - will das jemand bestreiten und die Führungen der Dummheit zeihen? Was hat denn das mit Parteipolitik zu tun?
aron>
Beide Seiten haben damals Vorteile für sich gesehen

Ja, und deshalb ist das so traurig. Heute sieht das ja nicht anders aus. Vorteile fur sich ... um jeden Preis.
ew-g
@aron Wonach soll denn Politik gestaltet werden, wenn nicht nach dem, was für das Wohl des eigenen Volkes gehalten wird? Dass mit dem Pakt persönliche Bereicherung (wie heute anscheinend nicht unüblich) verbunden gewesen sein soll, erscheint nicht erkennbar.
aron>
Dass mit dem Pakt persönliche Bereicherung (wie heute anscheinend nicht unüblich) verbunden gewesen sein soll, erscheint nicht erkennbar.

Ganz falsch. Die Deutschen (und die Russen) haben in Polen, im Krieg vor allem geraubt, geplündert und gemordet. Sowohl der Deutsche Staat, die Wehrmacht als auch die Soldaten. Tausenden von Sklawen haben auch fur den Deutschen Staat und Burger gearbeitet. …More
Dass mit dem Pakt persönliche Bereicherung (wie heute anscheinend nicht unüblich) verbunden gewesen sein soll, erscheint nicht erkennbar.

Ganz falsch. Die Deutschen (und die Russen) haben in Polen, im Krieg vor allem geraubt, geplündert und gemordet. Sowohl der Deutsche Staat, die Wehrmacht als auch die Soldaten. Tausenden von Sklawen haben auch fur den Deutschen Staat und Burger gearbeitet. Defizite der Geschichtskenntnisse.
aron>
Wonach soll denn Politik gestaltet werden, wenn nicht nach dem, was für das Wohl des eigenen Volkes gehalten wird?

Wir Katholiken haben unseres Ordo Caritatis: Gott, Familie, Heimat.
Diese Reihe, nicht umgekehrt.
ew-g
@aron
Es ist denkbar unsauber, den Ausgangspunkt "politische Entscheidung" zu verknüpfen mit einer Bewertung des Krieges ansich. Kriege sind unchristlich, aber keine Verbrechen - es gibt "gerechte Kriege".
Verbrechen von Armee-Angehörigen ziehen sich durch die Geschichte aller Völker (incl Polen, Amerikaner, Franzosen, Engländer und... und... etc) zu allen Zeiten. Verbrechen aufgrund der …More
@aron
Es ist denkbar unsauber, den Ausgangspunkt "politische Entscheidung" zu verknüpfen mit einer Bewertung des Krieges ansich. Kriege sind unchristlich, aber keine Verbrechen - es gibt "gerechte Kriege".
Verbrechen von Armee-Angehörigen ziehen sich durch die Geschichte aller Völker (incl Polen, Amerikaner, Franzosen, Engländer und... und... etc) zu allen Zeiten. Verbrechen aufgrund der Weltkriege stehen aber in keinem Kausalzusammenhang mit dem genannten Vertrag. Und Ihr "... haben vor allem geraubt..." (s.o.) kann man zudem einfach nur als hanebüchenen Unsinn bezeichnen.

Aus damaliger Sicht der beiden Staaten Russland und Deutschland war der Vertrag offensichtlich ein Glücksfall [und entsprach auch noch Zweien Ihrer Kriterien - das zu sehen bedarf's nur der Logik, keiner AfD-Nähe]. Dass deren Politik nicht christlich geprägt war und auch nicht sein wollte, bedarf keiner Diskussion. Und beide Führungen schienen - den Dokumenten zufolge - nicht zu glauben, eine spätere Auseinandersetzung beider Systeme sei damit ausgeschlossen.

Ich wiederhole, dass nicht ersichtlich ist, die am Zustandekommen des Vertrages Beteiligten hätten sich dadurch persönlich bereichert.
nujaas Nachschlag
den Kriterien für einen gerechten Krieg haben aber weder Statlin noch Hitler beiim Überfall auf Polen genügt.
ew-g
@nujaas Nachschlag
Das war nicht zu diskutieren (und wurde hier auch nicht behauptet), denn MdB Gauland hat über den Vertrag gesprochen. Ich wehre mich weiterhin, Vertragsabschluss und Kriegsführung miteinander zu vermengen.
Es ist der Vertrag, der als "richtige Entscheidung" bewertet wurde, nicht der Krieg. Und der war keine logische Folge des Vertrages, sondern der Systeme und deren Ziele.
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@nujaas Nachschlag
Das war nicht zu diskutieren (und wurde hier auch nicht behauptet), denn MdB Gauland hat über den Vertrag gesprochen. Ich wehre mich weiterhin, Vertragsabschluss und Kriegsführung miteinander zu vermengen.
Es ist der Vertrag, der als "richtige Entscheidung" bewertet wurde, nicht der Krieg. Und der war keine logische Folge des Vertrages, sondern der Systeme und deren Ziele.
Und erneut wehre ich mich gegen die völlig unhistorische "vor allem..."-Behauptung von @aron
nujaas Nachschlag
Zwischen dem Mittel und dem Zweck hier zu differenzieren halte ich für Haarspalterei.
ew-g
@nujaas Nachschlag
Niemand zwingt Sie zu Logik und Exaktheit. Dass der Pakt ein Mittel zum Erreichen eines Russland- oder gar Weltkrieges war, wird kein sachlicher Historiker behaupten.
nujaas Nachschlag
Im Gegenteil, die Protagonisten hielten es für wahrscheinlich, mit dem sich aneignen fremder Gebiete davon zu kommen. Das war ja der Sinn des Vertrages.
aron>
@ew-g Wenn ich ihre Kommentare hier lese dann verstehe ich warum der Nationalsozialismus in D moglich war.
ew-g
@aron Habeas
ew-g
@nujaas Nachschlag
Es gibt Dokumente, wonach beide Seiten eine spätere militärische Auseinandersetzung erwarteten und sich darauf vorbereiteten. Allerdings war der 1941er Termin wohl überraschend - ebenfalls für beide Seiten.
Der Pakt gab beiden Seiten Bewegungsspielraum - deshalb verständlich und nicht falsch.
aron>
@ew-g
Der Pakt gab beiden Seiten Bewegungsspielraum - deshalb verständlich und nicht falsch.

Bewegungsspielraum fürs Rauben und Töten. Ja, das stimmt.
Und das ist für Sie verständlich und nicht falsch!
Was für ein Monstrum müssen Sie ja sein? Bitte, hören Sie auf mit dem schreiben hier.