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Wenn die Religion zerstört wird...Rom muß wieder katholisch predigen!

Papst Pius XII. zum Heiligen Jahr 1950 in seiner Enzyklika Anni sacri:

Auszug

Ihr wisst, wenn die Religion zerstört wird, kann die Ordnung und Sitte in der Gesellschaft nicht Bestand haben.

Deshalb ist es euch klar, wie sehr es nottut, dass vor allem die Priester energisch unter eurer Führung ans drängende Werk gehen.

Besonders während des Heiligen Jahres mögen sie keine Mühe scheuen, ihr anvertrautes Volk von Vorurteilen und falschen Anschauungen zu befreien, den Hass zum Erlöschen zu bringen, Streitigkeiten beizulegen, das Volk mit der Lehre des Evangeliums zu speisen und zu christlichem Leben zu führen, damit es zu einer wirklichen Erneuerung der sittlichen Ordnung komme.

Da aber die Priester nicht zu allen Menschen und Verhältnissen Zugang haben und da ihre Tätigkeit nicht allen Nöten gehörig gerecht werden kann, mögen die Kämpfer aus den Reihen der Katholischen Aktion ihnen mit ihrer Erfahrung und Unermüdlichkeit zu Hilfe kommen.

Niemand darf matt und träge sein, niemand müßig, während so viel Lasten uns drücken, so viele Gefahren uns drohen, während die Gegner alle Anstrengungen machen, die Grundlagen der katholischen Religion und der christlichen Kirche zu erschüttern.

Möge es sich in Zukunft nie mehr ereignen, dass "die Kinder dieser Welt klüger sind als die Kinder des Lichtes" (Luk. 16, 8). Möge es niemals geschehen, dass diese weniger energisch sind als jene.

Passionssonntag 1950 allgemeiner Bettag

Doch die Kräfte des Menschen sind hinfällig, wenn Gottes Gnade sie nicht stärkt. Deshalb ermahnen Wir euch, ehrwürdige Brüder, von neuem in eurer Herde einen heiligen Kreuzzug des Gebetes zu eröffnen, um vom Vater der Erbarmungen und Gott alles Trostes (vgl. 2 Kor. 1, 3) für die Nöte unserer Zeit die richtigen Heilmittel zu erbitten.

Wir haben den lebhaften Wunsch, dass diese öffentlichen Gebete im Verein mit Uns am 26. März dieses Jahres, dem Passionssonntag, stattfinden mögen. An diesem Tage beginnen Wir nach dem heiligen Ritus der Kirche an das Leiden des Herrn zu denken, durch das der göttliche Erlöser uns von der Sklaverei des Teufels befreit und uns die Freiheit der Kinder Gottes wiedergegeben hat.

Wir haben im Sinn, an diesem Tage nach St. Peter zu gehen und Unser Gebet mit dem der Anwesenden und, wie Wir hoffen, des ganzen katholischen Erdkreises zu vereinigen. Wer wegen Krankheit, Alter oder aus anderen Gründen nicht zur Kirche kann, möge Gott demütig und vertrauensvoll sein Leid und seinen Kummer anbieten. So wollen wir unsere Gebete, Seufzer und Vorsätze vereinigen.

Alle, die sich auf dem Erdenrund mit Uns vereinigen, mögen Gott anflehen, dass eine Erneuerung der sittlichen Ordnung, wie Wir sie ersehnen, zu einer Erneuerung der Verhältnisse im Geiste der Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe führen möge. Möge das Licht des Himmels diejenigen erleuchten, in deren Händen das Schicksal der Völker ruht. Sie mögen bedenken, dass der Friede das Werk der Weisheit und Gerechtigkeit ist, der Krieg aber das Werk der Blindheit und des Hasses. Sie mögen auch erwägen, dass sie einst nicht nur vor dem Gericht der Geschichte, sondern vor dem Gericht des ewigen Gottes Rechenschaft zu geben haben.

Wer aber Neid, Zwietracht, Rivalität aussät, wer die Volksmassen heimlich oder öffentlich zum Aufstand verführt, wer das leicht erregbare Volk durch leere Versprechungen täuscht, möge doch bedenken, dass man zu der erstrebten Gerechtigkeit im christlichen Sinn, die das Gleichgewicht und die brüderliche Eintracht zwischen den Klassen der Gesellschaft gewährleistet, nicht auf dem Wege der Gewalt und des Kampfes, sondern nur mit den Mitteln des Rechtes gelangen kann.

Erleuchtet von diesem Licht aus der Höhe, das uns in gemeinsamem Gebet zuteil werden wird, mögen alle davon überzeugt sein, dass nur einer, nämlich der göttliche Erlöser, die vielfältigen und furchtbaren Gegensätze zwischen den Menschen endgültig beilegen kann. Jesus Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben (vgl. Joh. 14,6).

Er gibt dem umdunkelten Geist himmlische Klarheit, dem schwankenden und lässigen Willen Kraft von oben. "Ohne Weg kann man nicht gehen, ohne Wahrheit nicht erkennen, ohne Leben nicht existieren" (Nachf. Christi III, 56, 5). Er allein kann die irdischen Geschicke mit Gerechtigkeit steuern und mit Liebe zum guten Ende führen. Er allein kann die brüderlich vereinte Menschheit zu ewigem Heil geleiten.

So wollen wir in Glauben, Hoffnung und Liebe zu ihm beten. Möge er in Gnaden herniederschauen, zumal im Heiligen Jahr, auf das Menschengeschlecht, das von so viel Not bedrückt, durch so viel Furcht gequält und von so vielen Strömen der Zwietracht überflutet wird. Möge er, der einst die stürmischen Fluten des galiläischen Meeres mit einem Wink seiner Gottheit beruhigte, unsere stürmische Zeit zu Maß und Ordnung führen.

Mögen die Lügen der Gottlosen in seinem Licht entdeckt werden, möge die geschwollene Anmaßung der Stolzen erniedrigt werden, mögen die Wohlhabenden zur Gerechtigkeit, Freigebigkeit und Liebe bewogen werden. Diejenigen aber, die bescheiden oder im Elend leben müssen, mögen auf die Familie von Nazareth schauen, die auch ihr Brot durch tägliche Arbeit verdienen musste. Diejenigen endlich, die die Regierung der Staaten in Händen haben, mögen sich alle davon überzeugen, dass es kein festeres Fundament für die Staaten gibt als die christlichen Gebote und den Schutz der Freiheit der Kirche.

Dieses, ehrwürdige Brüder, möget ihr euren Gläubigen, die eurer Sorge anvertraut sind, in Unserem Namen vortragen und sie ermahnen, dass sie mit Uns vereint Gott inständig und demütig anflehen.

Im Vertrauen darauf, dass alle dieser Unserer Aufforderung gerne und freudig entsprechen werden, erteilen Wir bewegten Herzens jedem von euch und allen euren Gläubigen den Apostolischen Segen, das Unterpfand Unserer Liebe und der Gnade des Himmels.
Rom bei St. Peter, am 12. März 1950,