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Eugenia-Sarto
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Das Mittelalter. Die grosse Glut der Mystik.

Mechthild von Hackeborn ( 1241 - 1298)

Das Mittelalter wird oft als finstere Zeit bezeichnet, besonders für die Kirche. Genau umgekehrt ist es aber. Das Mittelalter war für die Kirche eine Blütezeit mit grossen Heiligen. Dazu gehört die heilige Mechthild von Hackeborn als Mystikerin im Kloster der Zisterzienserinnen.

Ein Auszug aus ihren Schriften:

Erleuchtung

Einst redete mein Meister , der höchste Lehrer unter allen, und sprach zu mir: " Ich will dich dreierlei lehren, was du täglich im Gemüt betrachten sollst, und viel Gutes wird dir daraus kommen: Zum ersten betrachte mit Danksagung, welch grosses Gut ich dir gegeben habe durch die Schöpfung und Erlösung, dass ich dich als einen Menschen nach meinem Bilde und Gleichnisse erschaffen habe und deinetwegen in den bittersten Tod gegangen bin! Zum andern betrachte mit Denkbarkeit, wieviel Gutes ich dir persönlich getan von der Stunde deiner Geburt an bis auf die Gegenwart, dass ich dich durch besondere Erwählung aus der Welt gerufen, mich oft zu deiner Seele geneigt, sie mit der Süssigkeit meiner göttlichen Gnade erfüllt und entzückt, mit Erkenntnis erleuchtet und mit Liebe entzündet habe, so dass ich noch täglich in der Messe zu dir komme, bereit, alle deine Wünsche zu erfüllen und all dein Verlangen! Zum dritten betrachte in Lob und Danksagung , welch grosse Dinge ich dir im Himmel ewig geben will, Ueberfluss aller Güter; und wie viel mehr als du zu glauben und zu ahnen vermagst, werde ich dich mit allem Guten erfüllen!

Ich sage dir, dass er mir sehr gefällt, wenn die Menschen getrost von mir grosse Dinge erhoffen. Denn ein jeder, der glaubt, dass ich ihm nach diesem Leben über sein Verdienst wohltun werde, und der mich dafür lobt und mir in diesem Leben dafür dankt, der erzeigt mir solche Erkenntlichkeit, dass ich ihn vielmehr, als er zu glauben und zu hoffen vermag und weit über sein Verdienst belohnen will. Es ist dem Menschen unmöglich, zu begreifen, was er glaubt und hofft, aber es ist ihm von Nutzen, recht Grosses von mir zu hoffen und zu glauben."
Tina 13
"Ich sage dir, dass er mir sehr gefällt, wenn die Menschen getrost von mir grosse Dinge erhoffen. Denn ein jeder, der glaubt, dass ich ihm nach diesem Leben über sein Verdienst wohltun werde, und der mich dafür lobt und mir in diesem Leben dafür dankt, der erzeigt mir solche Erkenntlichkeit, dass ich ihn vielmehr, als er zu glauben und zu hoffen vermag und weit über sein Verdienst belohnen will. …More
"Ich sage dir, dass er mir sehr gefällt, wenn die Menschen getrost von mir grosse Dinge erhoffen. Denn ein jeder, der glaubt, dass ich ihm nach diesem Leben über sein Verdienst wohltun werde, und der mich dafür lobt und mir in diesem Leben dafür dankt, der erzeigt mir solche Erkenntlichkeit, dass ich ihn vielmehr, als er zu glauben und zu hoffen vermag und weit über sein Verdienst belohnen will. Es ist dem Menschen unmöglich, zu begreifen, was er glaubt und hofft, aber es ist ihm von Nutzen, recht Grosses von mir zu hoffen und zu glauben."