Der nicht katholische Glaube der Konzilskirche

Besonders die Konservativen der Konzilskirche meinen, dass diese nach wie vor katholisch im Sinne der Tradition ist. Das ist sie nicht. Es sind nicht nur ein paar „Birnen“ der oberen Reihe, die kaputt sind, es ist der ganze Leuchter, der nicht mehr strahlt, weil nicht die moderne Elektrizität sondern allein der Heilige Geist die Kirche zum Strahlen bringen kann. Das große Problem ist, dass fast alle Konzilskirchenanhänger wissenschaftsgläubig sind. Sie wollen nicht Sektierer oder Irre sein. Sie wollen gesellschaftlich anerkannt werden. Sie wollen dazugehören. Die katholische Lehre bleibt dann allerdings rein oberflächlich, ein Narrativ, das die Menschen sozial integriert, sie bestätigt und zu besseren Menschen erzieht. Sie bleibt rein mental. Sie ist etwas in der Psyche. Sie erfasst nicht den ganzen Menschen und alle Aspekte seines Lebens. Damit hat sie keine Wurzeln in der menschlichen Gesamterfahrung und kann deshalb auch jederzeit verändert werden. Für ein grundsätzlich anpassbares Narrativ, das allein dem psychischen Wohlergehen des Menschen dient, geht niemand ins Kloster. Es ist wie der Glaube an den Weihnachtsmann. Man muss diese Wundergeschichte nicht glauben. Aber man kann, wenn sie einem gut tut und man sie mit anderen teilen kann. Dann ist es schön. Dann versammelt man sich am Sonntag in der Gemeinde und ist lieb.

Zuerst will ich an einem Video zeigen, was wirklich katholisch ist und was es in der Konzilskirche bezeichnenderweise nicht mehr gibt:

Première communion d'autrefois

Man muss wirklich verstockt sein, um den gewaltigen ontologischen Unterschied zu heute nicht erkennen zu wollen. Aber der moderne Mensch hasst diesen Geist des unsichtbaren Sakralen, der Selbstaufopferung und der Weihe an den Himmel, weil Er ihn nicht mit Hilfe der Wissenschaften kontrollieren kann. In Ihm muss er dienen und sich hingeben. Da ist er nicht ein sich selbst setzender Chef. Da gehört das Leben nicht mehr ihm.

Der moderne Mensch lebt in einer völlig anderen Welt als der Katholik. Es handelt sich um unterschiedliche Dimensionen mit grundlegend anderen Regeln, Zielen ,Vorstellungen, Menschen- und Gottesbildern. Es sind zwei Reiche, die sich überlappen, die aber dennoch vollständig getrennt sind. Das eine ist das Reich Gottes. In ihm gibt es Gott. Er herrscht. In ihm leben die Kinder des Lichts. Das andere, heutzutage die Moderne, ist das Reich des Herrn der Welt. In ihm leben die Kinder der Welt. Weil diese Gott bewusst und entschieden ablehnen, Ihn sogar hassen, respektiert Er ihren Willen. Er zieht sich zurück. Es gibt Ihn nicht in diesem Reich des Fleisches, der Lust, des Irdischen und der Konzilskirche von Menschengnaden (vgl. Joh 15,18-21).

Achtung, hier geht es um Faktenrealität, außerhalb des Menschen. Es geht nicht um ein schönes Geschichterl in der Psyche, das wahr sein kann oder auch nicht oder das man auf keinen Fall im Arbeitsamt als Begründung vorbringen darf, wie den Wunsch, ein Popstar zu werden. Hier geht es um die Frage, in welcher Welt der Mensch lebt. Hier ist der radikale und fundamentale Unterschied zwischen der Heiligen Kirche und der Konzilskirche.

Das Weltbild der Moderne fußt auf der wissenschaftlichen Weltauffassung. Diese wurde besonders auch vom Wiener Kreis mit rücksichtslosen Methoden politisch durchgesetzt. Weil sie dem Menschen Herrschaft über die Natur versprochen hat, haben spätestens im 20. Jahrhundert fast alle diesen Glauben angenommen. Das ist die wahre Religion der heutigen Zeit. Das ist, was man in der Schule lernt. Wer sich ernsthaft und entschieden dagegen stellt, wird schnell aus der Gesellschaft als Sektierer oder Irrer ausgestoßen. Wahr ist diese Weltauffassung aber nicht. Sie funktioniert nur pragmatisch gut für die Machtgier des sich selbst vergötzenden Menschen. Deshalb nennt man die entsprechende Philosophie auch Pragmatismus. Für diese gibt es keine Wahrheit, weil es dem Menschen nicht möglich ist, seine Annahmen „metaphysisch“ bzw. absolut zu überprüfen. Deshalb zählt allein die pragmatische Funktion. Dieser letztlich unbestimmbare Charakter der modernen Existenz wird gerne verschwiegen. Der Mensch will Recht und eben absolute Wahrheit haben. Er hat sie nicht. Letztendlich gibt es ihn nicht. Er ist schon tot. Er ist in der Zeit und diese ist relativ. Aus und vorbei.

Die objektive Faktenrealität besteht für die Moderne allein im Reich der Physis und der Natur, die von den Naturgesetzen beherrscht und von den Wissenschaften beschrieben wird. Der Mensch wird als intelligentes Tier in diese „tote und quasimechanische“ Welt hineingeboren und entwickelt sich entsprechend den Gesetzen der Evolutionstheorie. Der Geist und damit alle seine moralischen, emotionalen und intentionalen Inhalte sind ein Epiphänomen der neuronalen Aktivität im Gehirn. Die „Natur“ hat das als einen Überlebensvorteil so eingerichtet. Es gibt nur die Natur. Es gibt nichts Übernatürliches und damit auch keinen unsichtbaren Gott oder Himmel außerhalb des Menschen. Damit ist die Aufspaltung der Realität des Descartes in die res extensa (die objektive Außenwelt) und die res cogitans (das Geistige, das Mentale) vollzogen, mit der das mentalistische Paradigma das ontologische Paradigma abgelöst hat. Ab jetzt wird unterschieden zwischen objektiv zwingendem Fakt (in der Außenwelt) und subjektiv veränderbarer Privatmeinung (in der Psyche). Das geht soweit, dass letztlich auch jede Freiheit in der Physis geleugnet wird.

You don't have free will, but don't worry.

Sabine Hossenfelder hat vollkommen Recht. Es gibt keine Freiheit im Reich Satans. Alle sind nur noch seine Sklaven durch ihre Sünden. Alle werden gezwungen, umso mehr sie sich frei fühlen. Aber ihre unsterblichen Seele wollen es so, weil sie die Freiheit und die Liebe Gottes hassen.

Deshalb wollen sie die Dummheit der Fakten/Meinung Trennung gerade nicht einsehen. Sie benutzen die Historisch Kritische Methode, um über die Wahrheit der Heiligen Schrift zu urteilen. Sie fragen sich, auf welchem „geographischen“ Berg Moses die Gesetzestafeln empfangen haben könnte oder ob Golgotha damals nur ein verlassener brauner Hügel ohne Kreuze oder Römer war? Was ist Fakt? Was ist Meinung?

Eine solche Einstellung ist unvorstellbar dumm und reduktionistisch. Sie übersieht unzählige anthropologische Grundbedingungen oder Existentiale. Ihr holistischer Charakter oder auch die Tatsache, dass es immer das menschliche Gehirn ist, also der Geist, der sich eine Meinung über die Faktenlage bildet (Hermeneutik, Theoriebildung) lassen eine Trennung von objektiver Faktenrealität und subjektiver Meinung nicht zu. Wir haben es immer nur mit unseren Vorstellungen entsprechend unseres Erkenntnisapparats und niemals mit absoluter Wahrheit zu tun (Phenomenon und nicht das Noumenon (Kant)).

Ich höre hier auf. Demnächst werde ich zeigen, wie diese moderne Weltanschauung, die den tatsächlichen Glaubenskern der Konzilskirche ausmacht, der eben modern und nicht katholisch ist, den klerikalen Selbstvergötzern erlaubt, den lieblosen NOM und die Segnung der Unzucht für überhaupt möglich zu halten. Das werde ich mit der Wahrheit der tatsächlichen von Gott entworfenen Weltarchitektur kontrastieren, die durch die traditionelle Lehre der katholischen Kirche klar, deutlich und einfach verkündet wird.
philipp Neri
Domenico, die Sprachregelung "Konzilskirche" ist typisch für die sektiererischen Schismatiker; die haben keine Ahnung was es bedeutet, Mystischer Leib Christi mit ewiger Bestandsgarantie zu sein; hier fällt mir - wie schon so oft - der Vergleich ein, dass nur Irre ich und Bösartige einen mehrstrahligen Lüster abmontieren, nur weil ein paar "Birnen" durchgeknallt sind.
St. Domenico Savio
Wir werden wahrscheinlich zu keiner Einigung kommen, aber ich bin gerne in der "Konzilskirche". Ich mag es auch durchaus, wenn in angemessener Weise z.B. auch moderne Lieder im Gottesdienst gesungen werden. Gleichzeitig bin ich froh, in einem doch eher konservativen Bistum zu wohnen, wo die liturgischen Auswüchse im Rahmen bleiben.

Was die Wissenschaft angeht, so war es schon immer der Anspruch…More
Wir werden wahrscheinlich zu keiner Einigung kommen, aber ich bin gerne in der "Konzilskirche". Ich mag es auch durchaus, wenn in angemessener Weise z.B. auch moderne Lieder im Gottesdienst gesungen werden. Gleichzeitig bin ich froh, in einem doch eher konservativen Bistum zu wohnen, wo die liturgischen Auswüchse im Rahmen bleiben.

Was die Wissenschaft angeht, so war es schon immer der Anspruch der Kirche, Glaube und Vernunft zu vereinen. Wenn etwas wissenschaftlich beweisbar ist, ist es eben einfach kein Wunder.

Selbstaufopferung war übrigens schon immer theologisch höchst umstritten. Hier gibt es z.B. den Film "Kreuzweg", der zeigt, wohin eine radikale Selbstaufopferung führen kann. Spätestens, wenn es um die Gesundheit der Kinder geht, sollte ein guter Seelsorger einschreiten und nicht dabei zusehen, wie ein Kind nach und nach schwächer wird.

Wir müssen nicht leiden und uns kasteien fürs Himmelreich. Das war schon immer eine extreme Rand-Meinung in der Kirche. Schaut euch mal die Barock-Paläste der Bischöfe an. Leiden und Kasteien war das nicht und dennoch sind sie Heilig.

Die Piusbrüder finde ich insofern kritisch, als das ich sie wirklich völlig verstockt finde. Wenn sie an der Tradition festhalten wollen, schön. Aber es muss ja SO STRENG an der Tradition sein, dass man immer noch "Du bist gebenedeit unter den Weibern" beten muss, weil "Frauen" wohl zu feministisch ist, oder wie? Selbst die Lieder werden aus zerfledderten Büchern mit Frakturschrift aus dem 19 Jhd. gesungen, da das Gotteslob, mit den selben Versionen der Lieder, wohl auch zu modern ist.

Ich liebe die katholische Tradition. Aber bei den Piusbrüdern geht es so weit, dass sich nicht mal einzelne Wörter ändern dürfen. Eine Tradition, die nicht mehr leben darf, ist Folklore.

Ich war in unserer Stadt mehrmals bei den Piusbrüdern. Gold-Gewänder, die funkeln und klitzern - wunderbar, aber die Gebete werden gerattert wie ein D-Zug.