43:36

Die Äbtissin (Dokumentation) 14.12.2015 ZDF

Geht es um die Frauenfrage oder geht es eher um Macht, Ansehen, Geld und Neid? Zwar schon ein paar Jahre alt und vom ZDF, aber dafür recht vergnüglich : )
Magee
Eine sehr schöne Ordenstracht! Schwere Stoffe und alles aus natürlicher Baum - und Schafwolle! Bravo! 😊 Nur die Schürze (oder soll es das Skapulier sein?) ist - völlig untypischer Weise - etwas zu eng. 🤭
kyriake
Es gibt d o c h geweihte Frauen in der kath. Kirche: Äbtissinnen und geweihte Jungfrauen sind geweihte Personen. Es wäre bestimmt nicht zum Nachteil der Kirche, wenn diese wieder mehr Mitspracherecht in unserer Kirche hätten.
Momentan führen nur die Frauen das Wort, die sich über alle sittlichen und moralischen Verpflichtungen hinwegsetzen. Auf solche kann die Kirche gut und gerne verzichten!
Myste
Warum das? Sollte sie nicht die Mystik einbringen und der Kirche wieder Substanz geben?
Nicky41
Diese Doku habe ich mir gerade mit Begeisterung angeschaut. Sehr interessant. Vielen Dank für's Einstellen. @CollarUri
Harmonia celestiala
Das ist eine sehr interessante Aufzeichnung und betrifft eben doch Macht und eigennützige Eigenschaften, die der Kirche keineswegs nützlich sind.
DrMartinBachmaier
Ich kenne diese Doku. Gut, dass Sie sie hier hochgeladen haben, denn bei YouTube wird so viel gelöscht.
Ironischerweise wurden solche Konstrukte, wie dass eine Frau selbstständig ein von jeglichem Bistum unabhängiges "Klostergebiet" (sowas wie ein kleines Bistum) leiten kann, gerade auf dem so modernistischen Zweiten Vatikanischen Konzil verunmöglicht. Denn da wurde beschlossen, dass nur noch …More
Ich kenne diese Doku. Gut, dass Sie sie hier hochgeladen haben, denn bei YouTube wird so viel gelöscht.
Ironischerweise wurden solche Konstrukte, wie dass eine Frau selbstständig ein von jeglichem Bistum unabhängiges "Klostergebiet" (sowas wie ein kleines Bistum) leiten kann, gerade auf dem so modernistischen Zweiten Vatikanischen Konzil verunmöglicht. Denn da wurde beschlossen, dass nur noch geweihte Personen (im Sinne des Weihesakraments) Bistümer etc. leiten können.
Das kommt hier im Film vor, den ich vor gut einem halben Jahr das letzte Mal gesehen habe. Ich hoffe, dass ich das noch richtig in Erinnerung habe.
Nicky41
Erstaunlich. Da muss man mal genauer drüber nachdenken. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. 700 Jahre war das möglich und dann kommt das zweite vatikanische Konzil ....und ist in der Hinsicht alles andere als modernistisch. Das ist wirklich Ironie.
DrMartinBachmaier
@Nicky41: Erschreckend ist halt, dass dieses Kloster Las Vegas ziemlich schnell zusammenbrach, als es dem Bistum Burgos unterstellt wurde.
Frauenkloster mit Äbtissinnen gibt es ja immer schon, ebenso aber auch Frauen als Leiterin eines großen Reiches, sogar im Heiligen Römischen Reich unter den Ottonen, da waren es die Äbtissin Mathilde und dann die Kaiserin Theophanu, die ganz selbstbewusst in …More
@Nicky41: Erschreckend ist halt, dass dieses Kloster Las Vegas ziemlich schnell zusammenbrach, als es dem Bistum Burgos unterstellt wurde.
Frauenkloster mit Äbtissinnen gibt es ja immer schon, ebenso aber auch Frauen als Leiterin eines großen Reiches, sogar im Heiligen Römischen Reich unter den Ottonen, da waren es die Äbtissin Mathilde und dann die Kaiserin Theophanu, die ganz selbstbewusst in der männlichen Form imperator (statt imperatrix) unterschrieb.

Hier in Las Vegas wird halt so eine Leitungsfunktion auf ein geistiges Gebiet übertragen, das normal ein Bischof leitet. Doch früher waren viele Bischöfe nicht geweiht, waren also nur Bischöfe in der Leitungsfunktion. Insofern ist es gar nicht so außergewöhnlich, wenn nun mal ein Gebiet, in dessen Zentrum ein Frauenkloster ist, von einer Äbtissin geleitet wird, ein Gebiet, in dem es, allein schon um wirtschaften zu können, auch ganz normale Dörfer mit Männern und Frauen gab und natürlich auch Priester. Dass diese Priester dann auch der Äbtissin unterstehen, ist an sich auch nichts anderes als dass Priester einer Königin oder Kaiserin unterstehen.

Irgendwie scheint es mir aber [schien es mir!; im nachfolgenden Kommentar von Nujaas Nachschlag wurde ich über die wahre Ursache für den Zusammenbruch des Klosters nach der Eingliederung ins Bistum Burgos aufgeklärt; ein Nachtrag vom 23.07.2020, 0:10 Uhr], dass das Gefühl, ihre Äbtissin, ihre Chefin, leite eine ganze Region wie ein kleines Bistum und habe auch in der Kirche gewisse Funktionen, die an sich Priestern vorbehalten sind, wenn auch keine, die der Priesterweihe bedürfen, den Klosterschwestern eine Art erhöhtes Selbstwertgefühl gegeben hat und dass deswegen das Kloster richtig aufgeblüht ist.

In der heutigen Diskussion, also fernab vom Klosterleben, geht es aber eher darum, das Selbstwertgefühl der Frauen in eine falsche Richtung zu lenken. Durch Frauenquote und ähnliches Zeug werden sie nämlich weder in den Dienst als Mutter einer Familie noch als Klosterschwestern in den Dienst Gottes gestellt, sondern eher in Firmen, wo es um den schnöden Mammon geht, integriert. Da geht es darum, sich außerhalb von Gottes- oder Familiendienst ein erhöhtes Selbstwertgefühl zu schaffen.
nujaas Nachschlag
Das Selbstbewusstsein der Äbtissinnen von Burgos speiste sich aus der Zugehörigkeit zum Hochadel. Sie waren enge Verwandte des Königs, ähnlich wie in Essen die Äbtissinnen mit dem Kaisern verwandt waren. Ihre Rechtsgrundlage geht auf Zeiten zurück, in denen der Adel sich Kleriker hielt. Da war es für eine hochadelige Äbtissin so normal, Priester für die Belange ihres Stifts anzustellen wie …More
Das Selbstbewusstsein der Äbtissinnen von Burgos speiste sich aus der Zugehörigkeit zum Hochadel. Sie waren enge Verwandte des Königs, ähnlich wie in Essen die Äbtissinnen mit dem Kaisern verwandt waren. Ihre Rechtsgrundlage geht auf Zeiten zurück, in denen der Adel sich Kleriker hielt. Da war es für eine hochadelige Äbtissin so normal, Priester für die Belange ihres Stifts anzustellen wie anderen geistliche oder weltliche Lehen zu verleihen. Sie selbst oder ihre Abgesandten nahmen an Konferenzen des höheren Klerus in Westfalen teil. Die ganze Herrlichkeit in Essen dauerte, bis Napoleon die geistlichen Fürstentümer aufhob.
Dass das Kloster in Burgos kurz nach der Unterstellung unter den Bischof zusammen brach, lag schlicht daran, dass der Adel, der dort den Nachwuchs stellte, in dem Kloster keinen Sinn mehr sah. Er schickte keine Töchter, gab keine Stiftungen, die Einnahmen machte sowieso schon der Bischof.
DrMartinBachmaier
@nujaas Nachschlag: Gute Erklärung. Daran, dass die Unterstellung unter den Bischof auch die Einnahmen "unterstellte", hatte ich nicht gedacht. Ihre Erklärung ist sehr logisch. Ich hatte ja meinen Erklärungsversuch ohnehin mit "Irgenwie scheint es mir" sehr vage formuliert, hatte aber, was ich dann doch nicht geschrieben hatte, auch im Hinterkopf, dass Frauen lieber einen Mann als Chef haben …More
@nujaas Nachschlag: Gute Erklärung. Daran, dass die Unterstellung unter den Bischof auch die Einnahmen "unterstellte", hatte ich nicht gedacht. Ihre Erklärung ist sehr logisch. Ich hatte ja meinen Erklärungsversuch ohnehin mit "Irgenwie scheint es mir" sehr vage formuliert, hatte aber, was ich dann doch nicht geschrieben hatte, auch im Hinterkopf, dass Frauen lieber einen Mann als Chef haben denn eine Frau, was ja meinen Erklärungsversuch nicht stützt.
Man schreibt ja Vermutungen oder Erklärungsversuche auch deswegen nieder, um sie zur Disposition zu stellen. Und jetzt bin ich froh, dass ich die Antwort auf meine Überlegungen gefunden habe.
nujaas Nachschlag
Es ist nicht meine Erklärung sondern die des Diözesanmuseum Essen, das das Erbe des Damenstit Essen verwaltet. Die Parallele zu Burgos war auch dem Kirchenhistoriker Wolff schon aufgefallen. Auch dem Essener Stift ging es mal besser, mal schlechter, je nachdem, wie eng die Beziehungen zum jeweiligen Kaiserhaus war, eine ziemlich komfortable Basis gab es aber bis Napoleon immer. durch Grundbesitz,…More
Es ist nicht meine Erklärung sondern die des Diözesanmuseum Essen, das das Erbe des Damenstit Essen verwaltet. Die Parallele zu Burgos war auch dem Kirchenhistoriker Wolff schon aufgefallen. Auch dem Essener Stift ging es mal besser, mal schlechter, je nachdem, wie eng die Beziehungen zum jeweiligen Kaiserhaus war, eine ziemlich komfortable Basis gab es aber bis Napoleon immer. durch Grundbesitz, der nie strittig war.
Confitemini domino
Und heutzutage das Ergebnis: da schikanieren sich die Nonnen gegenseitig; weil die Männer nichts mehr zu sagen haben und keine Ordnung mehr herbeiführen wollen und können.