Der gute Wein

Ist es erlaubt, eine gewisse familiäre Nähe mit dem Heiligen zu realisieren oder ist das respektlos? Heute feiern wir die Hochzeit von Kana (Jo 2,1-11). Es ist die Einleitung in die große Botschaft des Evangeliums, der mystischen Hochzeit mit Gott. Der gute Wein ist natürlich das Blut Gottes. Eine Hochzeit ist wesenhaft eng, familiär und persönlich.

Vorbemerkung:

Gestern habe ich gehadert. War mein Kommentar von vorgestern zu den bewundernswerten Frommen in Montreal passend?

Staat schließt Kirchen: Parkplatz springt ein

War er nicht respektvoll genug? Ich habe die Muttergottes um eine Antwort angefleht, ob ich diesen löschen soll? Sie hat mir ganz klar geantwortet: Nein! Das Heilige ist Familie. Es ist eine Hochzeit. Es ist ein Mit-Sein. Das Heilige ist eng. Damit wird jedem Selbstvergötzer, der diese Enge gerade nicht will, weil es seinen eigenen Hochmut zwangsläufig nichtet, der Boden entzogen.

Viele Selbstvergötzer benutzen den Glauben, um die anderen Menschen zu unterjochen. Dafür ist eine von ihnen konstruierte objektive Wirklichkeit notwendig, die außerhalb von ihnen selbst ist. Wenn sie die Regeln dieser befolgen, können sie nach innen tun und lassen, was sie wollen. Genau das ist abgrundtief falsch. Jeder Mensch steht immer vollständig in der Verantwortung vor Gott. Er kann sich nicht hinter Regeln verstecken.

In diesem Sinn schreibe ich alle meine Beiträge immer persönlich. Sie sind nicht egoistische Esoterik. Jeder Mensch, als Kind Gottes, ist mit seiner ganzen Person eingebettet in die objektive Wahrheit der Heiligen Schrift. Der Heilige Thomas hat Recht. Es geht nicht um einen relativistischen Subjektivismus, im Sinne von jeder macht sein Ding, jeder glaubt was er will, sondern jeder einzelne wird als Person in die objektive Wahrheit der creatio continua der Heiligen Schrift aufgenommen. In diesem Sinn erfüllt die objektive traditionelle Lehre der Heiligen Kirche die Heilige Schrift. Sie gibt den Rahmen vor, in dem der einzelne Gläubige zu seiner objektiven Wahrheit findet, aber persönlich und verantwortet. Die gesamte neuzeitliche Philosophie, die von einem Postulat einer unpersönlichen Objektivität ausgeht, ist „Drama, Dichtung“ und, wie immer, ein Machtinstrument (s.o.).

Ich bin in den Wassern von Lourdes vollständig untergetaucht. Ich gehöre der Muttergottes. Sie streichelt mir über den Kopf, immer. Ganz wichtig: Es lohnt sich, darum zu kämpfen, in den Wassern von Lourdes unterzutauchen. Genauso wie es sich „lohnt“, die Sakramente zu empfangen. Sie verwandeln die Realität. Im Himmel sind wir alle sehr eng. Wir sind Familie. Es geht nicht um Symbole oder Vorstellungen. Der psychologistische oder spiritualistische Mentalismus ist Lüge. Gott ist Fleisch geworden. Das Heilige ist Realität geworden, nicht eine liebe vorteilshafte Idee in der Vorstellung mit dem Zweck instrumenteller Vorteilsnahme.

Der Kirchenwirt im Mai:

Die Himmelskönigin möchte, dass ich den Kommentar von oben ausweite:

Es ist ein wunderbarer Sonntag im Mai. Alles ist fruchtbar und grün. Die Sonne strahlt vom Himmel. Die alten Kämpfer sitzen am Stammtisch draußen vor dem Kirchenwirt. Er liegt an der Straße, ca.70 m vor der Kirche, die dem Heiligen Michael geweiht ist. Wir genießen die Sonne, das Bier und den guten Wein. Der eine oder andere schwitzt schon.

Auf einmal erscheint der Heilige Michael über dem Kirchenturm. Er kommt nach unten. Er kommt auf uns zu und setzt sich zu uns. Alles ist gut. Wir lachen. Wir sind lustig. Ein großer Spaß.

Dann wird es still. Sie kommt. Die Himmelskönigin kommt. Engel und Menschen fallen auf die Knie. Eine junge wunderschöne verschleierte Frau erscheint vor der Kirche. Niemand wagt mehr zu sprechen. Alles verstummt. Ganz alleine kommt sie auf uns zu, langsam. Alle Menschen und Engel auf der Seite knien und beten an. Sie kommt. Sie kommt. Sie kommt. Dann hat sie unseren Tisch erreicht. Sie setzt sich zu uns. Sie lächelt. Keiner bekommt einen Ton heraus. Raphael, sag mal was. „Ich bin schüchtern. Ähhh“.

Maria fragt: Warum soll ich mich nicht zu denen setzen, die den Herrn lieben und Ihm dienen? Warum soll ich mich nicht zu meinen Soldaten setzen? Wir lieben uns unbedingt, bis in das Feuer jeglicher Qual. Wir sind Familie. Es ist ganz einfach.
M.RAPHAEL
@posteritas: Vielen Dank für ihr Interesse. Ich freue mich, dass sie wohl ein ziemlich nüchterner und auch rationaler Mensch sind. Ich bin traurig, dass sie augenscheinlich aus diesem Grund auch auf den guten Wein von der Hochzeit von Kana verzichten und deshalb übersehen haben, dass die Menschen und Engel auf der Seite knien und anbeten, aber natürlich nicht die Himmelskönigin, sondern Gott …More
@posteritas: Vielen Dank für ihr Interesse. Ich freue mich, dass sie wohl ein ziemlich nüchterner und auch rationaler Mensch sind. Ich bin traurig, dass sie augenscheinlich aus diesem Grund auch auf den guten Wein von der Hochzeit von Kana verzichten und deshalb übersehen haben, dass die Menschen und Engel auf der Seite knien und anbeten, aber natürlich nicht die Himmelskönigin, sondern Gott selbst, dem die Herrlichkeit der Muttergottes dient.

Bitte bekehren sie sich.