M.RAPHAEL
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Gruß vom Kirchenchor

Der Herr ist Mensch geworden, um die Menschen zum ewigen Leben zu befreien. Er liebt die Menschen sehr, so sehr, dass Er ihrem Willen entspricht und ihren Gestaltungswillen für die irdische Ordnung akzeptiert. In Seiner unvorstellbaren Liebe mutet Er ihnen sogar zu, Ihm in Erfüllung der Ebenbildlichkeit (vgl. Gen 1,27) in die Kreuzeshingabe nachzufolgen. Es wäre gerade keine Liebe, sondern das Gegenteil, wenn Er die Erde als eine Art Modelleisenbahn konzipiert hätte, in der die Menschen als intelligente Tiere in Form von kleinen Spielzeugfiguren ihren schweinischen Gelüsten nach Macht, Gier und Unzucht ohne jede Freiheit hinterher grunzen müssten.

Der Mensch ist groß, viel größer und mächtiger, als es ihm im Alltag bewusst ist. Er ist immer schon transzendent und damit dynamisch über alle Grenzen hinaus. Nur die Ekstase auf Gott hin entspricht letztendlich seiner wahren Natur. Im ewigen Leben wird es nie langweilig. Jedes Halleluja ist mehr, intensiver und noch herrlicher in der nie endenden „Kernfusion“ der Liebe, gerade weil die Pole nie verschmelzen.

Auf der anderen Seite ist es ausgerechnet seine Gottfähigkeit, die den Mensch dazu verführt, selber ein Gott sein zu wollen. Weil Gott seinem Willen entspricht, hält er sich selbst für Ihn. Weil er als Bild Gottes unsterblich erschaffen worden ist, „funktioniert“ seine Selbstvergötzung und gleichzeitig ist genau das so gefährlich für ihn. Nur ein Gott kann in der ewigen Verdammnis für immer leiden. Gott ist nicht lieb. Die Liebe ist nicht lieb, gerade weil Sie so sehr liebt. Wer das Falsche liebt, bekommt es auch. Es gibt keine Barmherzigkeit, weil gegenstandslos, für einen Menschengott, der sich das Böse wünscht, selbst wenn er durch die damit verbundene Lüge glaubt, dass es gut und richtig ist. Ein Gott ohne Bindung (religio) an den wahren Gott, der die Wahrheit ist, muss sich täuschen. Weil er von der Wahrheit und dem einen Sein getrennt ist, hat er keine Wahl. Er ist geisteskrank. Am Ende ist er ohne wahres Sein nur Illusion, Privation. Er ist nur noch Albtraum.

Die Erde ist für die Menschen da. Alles dreht sich um die Menschen. Alle Diener Gottes haben keine andere Sehnsucht, als Seinen geliebten Menschen zu dienen. Das gilt auch für die Heilige Kirche. Natürlich ist sie für die Menschen da. Aber das ist sie nur, wenn sie theozentrisch und eben nicht, wie die Konzilskirche, anthropozentrisch ist.

Es ist die Aufgabe der Kirche, die Menschen zum inneren Charakter der wahren transzendentalen Beziehung zu Gott zu führen. In der Heiligen Messe aller Zeiten empfangen die Menschen den Herrn kniend und mit der Zunge. Welche Liebe, welche heilige Hochzeit. Sie empfangen Sein Sein. Sie sind keine solipsistische Selbstillusion (der Solipsismus ist nicht widerlegbar) mehr. Jetzt sind sie ewiges Leben in Gemeinschaft mit allen himmlischen Chören. Es ist schon schön. In Ihm und durch Ihn kennen sie sich alle und sind nie getrennt.

Die lustige Spaßkirche des nachkonziliaren Geistes mit ihren sentimentalen und sozialen Betonbischöfen und Plattenbauklerikern ist wirklich böse. Mit ihrem banalen Vulgärsozialismus (ist es ZdK, ZK oder ZKK?) und ihrer naiven brüderlichen Mitmenschlichkeit enthält sie den Menschen den Himmel vor. Diese kommen in die Kirche für die himmlische Hochzeit und finden ihre Nase nach unten in den eigenen Dreck gedrückt, weil die Dummköpfe nur im Schweinestall Macht haben. Lieb und nett mit der Rassel in der Hand, jauchzend und glucksend, werden die Gottsucher von saunaorientierten Klerikern dazu angeleitet, das Glück nur noch in der fleischlichen Unzucht zu suchen. Gerufen von ihrer transzendentalen Natur finden sie nachmetaphysische Immanenz im Sinne der Aufklärungsseiten der Bravo im geschwafelorientierten Geist eines Jürgen Habermas. Alles Lüge.

Die scheinbare Menschenfreundlichkeit ist eben nicht menschenfreundlich. Tatsächlich hasst sie die Menschen. Diese wenden sich enttäuscht ab und leiden fürchterlich unter dieser Lieblosigkeit, die die Leugnung ihrer übernatürlichen Natur bedeutet. Sie werden immer einsamer und versuchen verzweifelt, ihre transzendentale Sehnsucht mit Drogen zu befriedigen. Die breite globale Dominanz der Science Fiktion, Fantasy und Zauberfilme bezeugt eindeutig, dass der Mensch eine metaphysische Natur hat. Sie strafen Habermas und seine kirchlichen Verehrer Lügen. Aber Beton schämt sich nicht, sondern macht gleich so weiter. Aber es ist ja alles so schön normal und überschaubar.

Das Problem ist nicht das Konzil. Es ist auch nicht der NOM direkt. Es ist der Geist der Immanenz. Weil dieser aber äußerst eng mit dem Konzil verknüpft ist und deshalb jede „politische“ Schandtat durch Rekurs auf „Konzilsdokumente“ gerechtfertigt wird, muss das Konzil und damit der NOM rückabgewickelt werden. Die Gottesleugner müssen identifizierbar werden. Sie dürfen sich nicht mehr hinter dem Konzil verstecken können.

Gerne singe ich in einem konziliaren Kirchenchor. Ich schätze und verehre meine Mitsänger und Mitsängerinnen. Wir haben eine wirklich liebevolle Gemeinschaft. Die Weihnachtsfeier mit Geschenken ist hilfreich!? Unsere gegenseitige Zuneigung gibt uns die Harmonie, gerade vorkonziliare lateinische Messen zu singen. Warum darf nur noch Pop- und Gospelmusik gesungen werden? Warum darf der Mensch nicht mehr nach oben streben? Warum darf er nicht mehr über sich hinauswachsen? Auch der Normalo will das, sehr. Das ist seine Berufung. Aber die Popteufelkleriker wollen das verhindern. Sie alle kennen und verherrlichen ihren King Crimson. Die Niveaulosigkeit macht sie mächtig.

Der NOM ist gültig und erlaubt. Der Herr ist in ihm, weil Er auch den verirrten Schafen hinterher läuft. Allerdings ist die Form dieses Ritus mangelhaft. Sie ist zu missverständlich. Auch sie muss s.o. rückabgewickelt werden. Der Herr will es. Es wird geschehen. Der transzendentale Aufzug in den Himmel muss wieder funktionieren. Die Armee ist dabei, ihn zu reparieren. Die Stille kommt zurück.

Wer in die Hölle will, soll dazu stehen. Er wird in den Künstlerkreisen Berlins mit offenen Armen empfangen werden. Dann wird er von der Gemeinschaft der wissenschaftlichen Experten respektiert werden. Ist das nichts für einen Menschengott? Er muss nicht die miese Lüge eines modernistischen Konzilskleriker leben.