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Nicky41
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Gebete der Heiligen Hildegard

»Wie kann ich jemandem,
der stumm an mir vorbeiläuft,
Geschenke geben?«

Hildegard von Bingen

Einführung in die Gedankenwelt
der Gebete Hildegards von Bingen


Im Gespräch des Herzens mit Gott zeigt der Mensch am tiefsten und vollkommen unverstellt sein Gesicht. Hier ist er ganz er selbst und sagt aus, wer er wirklich ist.

Darum gehen wir auch immer wieder auf die Suche nach den Gebetsworten der Heiligen. In ihnen zeigt sich ihr wahres Antlitz, in ihnen begegnen wir der Herzmitte ihrer Person.

Die Gebete der Heiligen können auch dem oftmals sprachlos gewordenen Menschen unserer Zeit eine Hilfe sein. Sie ermutigen uns, die immer neu empfundene Sprachlosigkeit des eigenen Herzens zu überwinden, und können uns zeigen, wo wir uns auf dem Weg zu unserem Pilgerziel befinden.

Hildegard von Bingen (1098-1179) hat uns kein Gebetbuch im eigentlichen Sinne, keine »Geschichte einer Seele« hinterlassen. Insofern unterscheidet sie sich z. B. von den großen Frauen des Zisterzienserordens, der hl. Gertrud der Großen und den beiden Mechthild von Magdeburg bzw. Hackeborn, die nur ein halbes Jahrhundert später die Hochblüte der mit-telalterlichen Mystik ausmachen und eine neue Innigkeit des deutschen Gemütes, der bräutlichen Minne und der Glut göttlicher Gegenwart zum Ausdruck bringen. Hildegard, die sich selbst immer wieder als Posaune Gottes bezeichnet, ist zuerst und vor allem Prophetin, eine Berufung, die sie selbst wie ein Gewicht, das auf ihr lastet, empfindet. Der sich ihr offenbarende Gott zeigt sich ihr nicht, um sie im mystischen Einswerden an sich zu ziehen, sondern um auf die hörende Menschheit zuzugehen. So steht zwar zu Beginn jeder ihrer Visionen das ganz persönliche >Ich<, doch dieses ist wie eine Tür, durch die ein anderer hereintritt: Gott. Hildegard wird in den Dienst genommen für die Kundgabe des Heiles, das vom Urgrund des göttlichen Planes her das ganze Menschengeschlecht und die ganze Schöpfung meint und umfaßt.

Dialog zwischen Gott und Mensch

In den mystischen Schriften Hildegards, aus denen die Gebete, Lieder und Texte dieser Sammlung entnommen sind, geht es nicht um einen exklusiven Dialog zwischen Gott und der Seele. Vielmehr wird hier ein Mensch angesprochen, der durch seine Leiblichkeit in unauflöslichem Verbund mit der ganzen Schöpfung steht und damit zum Inbegriff alles Erschaffenen wird. In dieser seiner Schlüsselstellung zwischen Vertikale und Horizontale hat der Mensch nicht nur den Auftrag, auf das von Gott mit ihm begonnene Gespräch zu antworten, sondern muß dieses auch verantwortlich mit aller Kreatur führen. Will der Mensch sein Menschsein wahrhaft verwirklichen, dann muß er sich – so die rheinische Prophetin – in den Strom dieses umfassenden Gespräches begeben.

Laßt uns also ein Gespräch miteinander führen, d. h. wir werden eingeladen zu beten. Gebet wird so zum Dialog auf allen Ebenen: Dialog zwischen Schöpfer und Geschöpf, zwischen Mensch und Mensch, Mensch und Natur, Individuum und Geschichte, Leib und Seele, Lastern und Tugenden.

Der je neue und niemals einholbare Gesprächsstoff dabei ist die Liebe. Der Dialog zwischen Gott und Mensch entspringt der Liebe des Schöpfers zu seinem Geschöpf wie auch des Geschöpfes zu seinem Schöpfer. Darum ist alles Gehorchen der Kreatur nur ein Verlangen nach dem Kuß des Schöpfers, der der Welt alles schenkte, was sie brauchte.

Gott zeigt sich dem Menschen, der gläubig zu ihm aufschaut, dabei wie durch ein Fenster.

Wir brauchen diesen Auf- und Ausblick in die Transzendenz, wollen wir die Chiffren der Schöpfung und unseres eigenen Daseins richtig deuten und ihren Sinn verstehen. Glauben heißt für Hildegard: Irdisches und Himmlisches nicht länger voneinander trennen. Hat doch jede Kreatur eine sichtbare und eine unsichtbare Komponente. Die sichtbare ist schwach, die unsichtbare stark und vital. Zu jedem Stück Diesseits gehört ein Stück Jenseits.

Der Glaube sprengt die Wand einer in sich geschlossenen und verschlossenen Welt und öffnet das Fenster in den göttlichen Bereich.

Beten heißt darum, an den Fenstern des Glaubens bleiben, schauen, vernehmen, antworten und verantworten.

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familiadei.org/…gebete-der-heiligen-hildegard/
Nicky41
Mittlerin
O herrliche Mutter heiliger Heilkunst,
du hast durch deinen heiligen Sohn
Öl gegossen in herbe Wunden des Todes,
die Eva zur Qual der Seelen verursacht.


Vernichtet hast du den Tod
und das Leben erbaut;
bitte für uns bei deinem Sohn,
du Stern des Meeres, Maria!

O lebensspendende Mittlerin,
festlicher Schmuck
und köstlichste aller Freuden,
die niemals ans Ende kommen in dir!

Bitte …More
Mittlerin
O herrliche Mutter heiliger Heilkunst,
du hast durch deinen heiligen Sohn
Öl gegossen in herbe Wunden des Todes,
die Eva zur Qual der Seelen verursacht.


Vernichtet hast du den Tod
und das Leben erbaut;
bitte für uns bei deinem Sohn,
du Stern des Meeres, Maria!

O lebensspendende Mittlerin,
festlicher Schmuck
und köstlichste aller Freuden,
die niemals ans Ende kommen in dir!

Bitte für uns, Maria!
SvataHora
Sehr schön.
Nicky41
Gottes Hilfe
Mein Gott, du hast mich geschaffen,
ich lebe durch dich und trachte nach dir,
wenn ich mit Seufzen das Gute erflehe.


Ich kenne dich ja als meinen Gott
und weiß nur, daß ich dir dienen darf,
denn du hast mir Einsicht gegeben.

O du mein Helfer bei allem Guten,
durch dich vollbringe ich gute Werke.
Auf dich will ich werfen all meine Hoffnung
und zieh als Gewand an deine Huld.


Mein …More
Gottes Hilfe
Mein Gott, du hast mich geschaffen,
ich lebe durch dich und trachte nach dir,
wenn ich mit Seufzen das Gute erflehe.


Ich kenne dich ja als meinen Gott
und weiß nur, daß ich dir dienen darf,
denn du hast mir Einsicht gegeben.

O du mein Helfer bei allem Guten,
durch dich vollbringe ich gute Werke.
Auf dich will ich werfen all meine Hoffnung
und zieh als Gewand an deine Huld.


Mein Retter bist du, vor Frevel bewahr‘ mich,
wenn mein Gewissen mich mahnt,
das Böse zu lassen.
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Nicky41
Im Gespräch des Herzens mit Gott zeigt der Mensch am tiefsten und vollkommen unverstellt sein Gesicht. Hier ist er ganz er selbst und sagt aus, wer er wirklich ist.