M.RAPHAEL
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Satanische Berechnung

Immer wiederholen, immer wiederholen, immer wiederholen! Langsam reißt die gottlose Perfektion der Moderne, der umfassendste Wahn, den es je gegeben hat. Immer wieder neu werden die banalsten Erfahrungen der menschlichen Existenz bewusst gemacht, weil auch noch der einfachste Mensch das Anklopfen des wahren Gott hätte erkennen können, wenn er nicht ständig seinen Vorteil berechnet hätte. Was gilt dann erst für die Intellektuellen?

Die können sich die Gotteserkenntnis nicht erlauben, sonst werden sie von den eigentlich Verrückten aus der pragmatischen Gemeinschaft der akademischen Experten für geisteskrank erklärt. Eine Gesellschaft, die Menschen ausschließt, nur weil diese darauf bestehen, dass auf Grund biologischer Tatsachen Männer und Frauen ihr Geschlecht nicht wirklich wechseln können, hat weniger Skrupel mit jemandem, der behauptet, dass Gott eine objektive „wissenschaftliche“ Faktenrealität ist, die in ihm einwohnt. Die modernen „Experten“ geben ihren Anspruch auf Definition der wahrhaft existenten Realität nicht auf, obwohl sie genau diesen nicht beweisen können. Sie haben keine metaphysischen Haken dafür. Die brauchen sie aber auch nicht, wenn sie einfach jeden, der widerspricht und sich damit für sie als ein mittelalterlicher „Schwurbler“ outet, in die Obdachlosigkeit verbannen.

Die Experten sind schlau. Sie berechnen ihren Vorteil. Der wahre Gott bringt keinen Profit. Da muss man opfern. Da muss man leiden. Die nie endenden Rosenkränze will man auf keinen Fall beten. Da „verdummt“ man ja. Der inkompetente BerGOG und seine Vasallen schaffen es erst mal auch nicht, die Kirche endlich in einen Selbstbedienungsladen für Selbstvergötzer zu verwandeln. Also keinen Gott, nur Wissenschaft. Der Mensch will kontrollieren und beherrschen. Er rechnet. Er kalkuliert. Er wägt ab. Nur sein Vorteil zählt, überall, immer. So sucht er sich seine Frau. Wenn der Spaß mit ihr vorbei ist, holt er sich die nächste. Seine gesamten Wahrheitsvorstellungen werden ausschließlich von seiner instrumentellen Vernunft im Dienste des Eigenvorteils gebildet. Auf diese Weise kann er den wahren Gott nicht mehr erkennen, geschweige denn Ihm durch Anbetung entsprechen.

Die Modernisten halten zusammen. Mittlerweile glauben sie selber, dass Gott unerkennbar ist, dass Er nur noch auf ein abstraktes Gutes hinter den Dingen reduziert werden kann, das den Menschen zur Selbsttransendenz beruft. Wenn dieser ein guter Mensch ist, kann er auch Unzucht betreiben. Der Vorteil der Lustauslebung lockt. Die satanische, weil gottlose, Berechnung gebietet es so. Gott wird nur noch auf Moral für die anderen und soziale Gemeinschaft reduziert. Mehr nicht. Da bringt Er wenigstens was. Da kann man Ihn benutzen. Da funktioniert Er. Dann fliegt der Menschengott in Weiß zum Sommerurlaub nach Kanada und spielt dort Indianer.

Nein, der wahre Gott ist erkennbar. Er will erkannt werden. Wie viele demütige Mönche, Nonnen und Gläubige haben sich von Ihm erfassen lassen, als sie den Wahn der funktionalen Berechnung und Vorteilsnahme durchschaut und überwunden hatten.

Selbst mir, einem ganz einfachen und kindlichen Charakter, ist das gelungen. Jeder Mensch ist dazu in der Lage. Die Schlauberger und akademische Experten werden keine Ausrede haben. Sie werden in die Hölle gehen, weil sie nicht nur die Faktenrealität der Jungfräulichkeit der Muttergottes nicht glauben wollten. Sie hätten die, in ihren Augen, „Märchen“ als Realität anerkennen können, sie wollten es nicht. Ihr Hochmut hat sie daran gehindert. Sie waren Chef auf Erden. Sie hatten mit ihren wissenschaftlichen Waffen der Selbstvergötzung alles im Griff.

Wie schön ist es, in immer neuen antimodernistischen Aphorismen der Wundergläubigkeit u.a. auch den schlauen Konzilsklerikern aufzuzeigen, was wahre Banalität wirklich ausmacht! Demnächst mehr „vernebelte Lyrik“! Ab jetzt nur noch vom Himmel fallende Sterntaler und verrückte Wunder. Im Himmel kann es tatsächlich goldene Fäden des reinen Glücks regnen.

Gott verlangt von uns die vollkommene Aufgabe jeglicher selbstbezogener Zweckorientierung. Nie wieder: „Ich weiß, wo es lang geht. Ich bin ein schlauer Fuchs. Mir kann keiner was vormachen!“ Haben wir das verstanden und im Lebensvollzug realisiert, können wir Ihn erkennen und Er kann in uns Wohnung nehmen. Wenn nicht, gibt es Ihn nicht. Dann herrscht nur noch der Zweifel. Gott wird zu einem fiktiven Weihnachtsmann, den es vielleicht oder vielleicht nicht gibt. Die Kirche wird zur Konzilskirche der Gutmenschen, die niemanden mehr motivieren kann.

Warum ist das jetzt weniger wahre Faktenrealität als die Verrücktheiten der dunklen Materie oder des Multiversums? Welche metaphysische Einsicht dient hier als Begründung?