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Heilige Godeleva von Gistel "Godeleva, Tochter von Heinfried und Odgiva, wurde mit dem flämischen Adligen Berthold van Snipgate in Gistel verheiratet. Ihre Schwiegermutter Iselinde verbannte sie auf …More
Heilige Godeleva von Gistel

"Godeleva, Tochter von Heinfried und Odgiva, wurde mit dem flämischen Adligen Berthold van Snipgate in Gistel verheiratet. Ihre Schwiegermutter Iselinde verbannte sie auf einen benachbarten Bauernhof, wo sie hart arbeiten musste und nur wenig zu essen bekam - von dem sie der Überlieferung zufolge dennoch die Hälfte an Arme abgab. Ihr Mann misshandelte sie mehrfach und ließ sie schließlich von seinen Dienern Lantbert und Hacca erdrosseln. Ihre Leiche warfen sie in einen Brunnen, um den Eindruck zu erwecken, sie sei ertrunken.

Der Legende zufolge wurde das Wasser im Brunnen dann kristallklar und die Steine, auf denen der Mord begangen worden war, leuchteten weiß. Bald schon betrachteten die Menschen Godeleva als Märtyrerin und begannen, sie zu verehren, da sich an ihrem Grab Wunder ereigneten, so die Heilung des blinden Mädchens Edith, der Tochter aus der zweiten Ehe ihres ehemaligen Mannes, und dann auch die Bekehrung von Berthold selbst; er zog sich später in die Benediktinerabtei Saint-Winoc nach Bergues bei Dunkerque zurück, wo sein Mitbruder Drogo - wohl aufgrund von Bertholds eigenen Angaben - seine Lebensgeschichte verfasste. Am 30. Juli 1084 wurden die Gebeine von Godeleva durch den Bischof von Tournai erhoben, ihr Grab ist nun in der Pfarrkirche in Gistel. An der Stelle ihres Todes wurde die Abtei Ten Putte errichtet, die ein Wallfahrtsort wurde; das Wasser aus dem dortigen Brunnen galt als heilkräftig.

Das Abtei Ten Putte in Gistel musste in der Reformation geschlossen werden, die Nonnen flohen nach Brügge, wo sie ab 1623 in der Sint-Godelieveabdij wohnten; diese wurde 2013 aufgegeben.

Patronin von Gistel und von Brügge; der Wanderer; gegen Fieber, Halsschmerzen und Augenkrankheiten"