M.RAPHAEL
630

Katholisch durch Priesterkragen und schwarzen Anzug?

Weil wir alle im modernen Schulsystem aufwachsen, beginnen wir irgendwann, die dort gelehrte wissenschaftliche Weltanschauung zu verinnerlichen. Das auch deshalb, weil, wenn man sich ernsthaft weigert, diese metaphysische Religion, die heute ganz allein den Glauben aller Menschen auf der ganzen Welt bestimmt, zu akzeptieren, man sein wirtschaftliches Wohlergehen in der Welt radikal in Frage stellt. Wer behauptet, dass es einen reinen Geist außerhalb eines materiellen Trägers gibt, dass es eine unsichtbare und von den Wissenschaften nicht mess- oder überprüfbare objektive Realität außerhalb des Menschen gibt, der wird entweder ausgelacht oder geht ins Irrenhaus. Die Moderne, die gottlose Religion Satans, hat da keinerlei Skrupel.

Wenn ein Mystiker Gott ernst nimmt, dann sieht er Gott wie in Ez 1,26 – 27. Gott ist ein Edelstein und eine Monstranz. Er ist reiner Geist. Gleichzeitig ist er objektives, für alle Menschen zwingendes und fremdbestimmendes, Faktensein. Er ist der steinharte Großglockner, der unzählige Menschen abstürzen lässt.

Wer das in der Moderne ernsthaft und überzeugt äußert, ist ihr Häretiker. Sie macht ihn weg, in dem sie ihn lächerlich macht oder wegsperrt. Die Schlauberger lachen.

Die alten Religionen und die Religionsfreiheit bedeuten für die Moderne, dass jedes intelligente Tier, das ist der darwinistische Affe, das ist der Mensch, das Recht hat, jegliche nicht wissenschaftliche „Idiotie“ zu glauben, d.h. eine nicht existente subjektive Projektion seines Gehirns, die ihm gefällt. Weil das alles nur ausgedachte, nicht reale Vorstellungen sind, spielen diese subjektiven Illusionen überhaupt keine Rolle. Jeder hat seinen eigenen Geschmack. Über diesen kann man nicht streiten.

Die all umfassende Moderne erlaubt den Religionen nur noch eine „objektive“ Existenz, wenn sie durch soziale Integration und überindividuelle Bewusstmachung, d.h. Infragestellung des Egoismus, einen Überlebensvorteil für die globale Menschheit bieten. Die von den Religionen eingebildeten Inhalte (Shiva, Buddha, Mohammed, Christus) sind irrelevant. Es kommt allein auf ihre soziale Funktion an.

BerGOG und sein Konzilsverein haben das vollkommen verstanden. Mit aller Kraft versuchen sie, eine globale Gutmenschengesellschaft zu etablieren. Die Jesuiten sind selbst bereit, den Verrat an Gott gutzuheißen, wenn dieser irdisches Leid vermeidet (siehe ihr Lob des Films „Silence“). Deshalb hassen sie das Kruzifix und verbannen es aus ihren eiskalten abstrakten „Kirchen“.

Zentral für das moderne Denken, für die Wissenschaftslüge, ist, dass es nur das als objektive Realität anerkennt, was von allen Menschen entsprechend ihrer physischen Natur und ihren eingeborenen Ideen (Logik, Mathematik) zum Zwecke der Kontrolle über das „knallharte“ und zwingende materielle Überleben als notwendig realisiert wird. Entsprechende „universelle“ Überprüfungskriterien müssen angegeben werden können.

Es geht allein um die Fressfähigkeit des Körpers. Ansprüche der Seele oder des Geistes müssen der Gesundheit des Körpers dienen. Es verwundert nicht, dass es in einigen Konzilsklöstern Räume gibt, in denen der Körper durch Gewichtheben fit gemacht werden soll. Die nachkonziliare Kirche, eigentlich der „Konzilsverein“, gehorcht der Moderne bis aufs Blut. Der Umfang des Bizeps entscheidet über die geistliche Kraft. Alles muss wissenschaftlich quantifizier- und messbar sein.

Das bestimmt die Identität des Konzilsvereins. Er ist nicht mehr katholisch. Er folgt der modernen Denke, der Identität nur noch im messbaren pragmatischen Vollzug zulässt. Die Moderne kennt weder Seele noch Sein. Der Mensch ist für sie allein sein Verhalten (Behaviorismus) oder seine Konstruktionen (Konstruktivismus). Nur was der Mensch wissenschaftlich messbar verändert, wird als Realität akzeptiert.

In diesem Sinn glauben unkeusche Weltmenschen, dass sie Priester oder Bischöfe sind, weil sie den diesbezüglichen Äußerlichkeiten entsprechen. Die Ausbildung, die Kleidung und das Einhalten der performativen Riten-/Befehlskette machen sie katholisch. Wer das Theologiestudium abgeschlossen hat, hat seine Berufung zum Priester bewiesen. Der wird geweiht, selbst wenn er mit Gott niemals eine Beziehung gehabt hat. Oberflächliches Auswendiglernen der alten Lehre reicht völlig.

Wer schwarz/weiß trägt und die konstruierten menschlichen Regeln befolgt, ist Zisterzienser. Auf das Sein, auf die kontemplative Gottesliebe, auf die Stille kommt es nicht an. Alles ist Funktion, alles ist Outfit, alles ist menschliches Konstrukt. Sie beten nicht den Rosenkranz aus Liebe oder Verehrung der Gottesmutter (natürlich gibt es Ausnahmen). Sie beten den Rosenkranz zum Zwecke der Gleichschaltung. Das ist materialistischer Kommiss einer kollektivistischen Armee, in der ein jeder die gegenseitige Gängelung mit Liebe verwechselt.

Die Moderne will ein kollektives Gutmenschentum. Der Mensch macht daraus eine machtgierige Herrschaft von Gleicheren unter Gleichen. Es ist immer Machtgier, Machtgier, Machtgier….

Was ist dann die wahre Kirche, wenn sich der falsche Konzilsverein unter BerGOG durch Behaviorismus, Konstruktivismus, Kollektivismus, Priesterkragen, schwarze Anzüge und sonstige Äußerlichkeiten seine „moderne weltverändernde“ Identität gibt?

Demnächst.