Junge Menschen unterdrückten seit fast einem Jahr massiv ihre tiefsten Bedürfnisse, sagte Hüther im Deutschlandfunk (Audio-Link). Dieser Zeitraum sei für ein siebenjähriges Kind etwa so lang wie zehn Jahre für einen siebzigjährigen Menschen. Das habe auch Veränderungen im Gehirn zur Folge. Wenn Kinder über eine längere Zeit gegen innere Bedürfnisse ankämpften – etwa jemanden in den Arm zu nehmen,…More
Junge Menschen unterdrückten seit fast einem Jahr massiv ihre tiefsten Bedürfnisse, sagte Hüther im Deutschlandfunk (Audio-Link). Dieser Zeitraum sei für ein siebenjähriges Kind etwa so lang wie zehn Jahre für einen siebzigjährigen Menschen. Das habe auch Veränderungen im Gehirn zur Folge. Wenn Kinder über eine längere Zeit gegen innere Bedürfnisse ankämpften – etwa jemanden in den Arm zu nehmen, zu spielen oder sich zu bewegen – dann würden die Motivationszentren im Hirn mit hemmenden Verschaltungen geradezu eingekapselt. Damit sei das Bedürfnis nicht mehr spürbar. Kinder versuchten, den Erwachsenen alles recht zu machen, sei es Abstand zu halten oder die Großmutter nicht in den Arm zu nehmen. Nach einer gewissen Zeit gewöhnten sie sich daran, und verspürten auch den Wunsch nach einer Umarmung nicht mehr. Diese Entwicklung sei nicht ohne weiteres reparabel. Das gelte auch generell für die Freude am Zusammensein mit anderen Menschen sowie am spielerischen Lernen, die Kinder vor allem in Schule und Kindergarten entwickelten. Durch die Kontaktbeschränkungen und Schulschließungen sei ihnen dieses wichtige Lernfeld genommen. Vielmehr zeige sich in der Pandemie, dass Schulen in den Augen der Gesellschaft vor allem die Aufgabe erfüllten, Kinder aufzubewahren, damit die Eltern zur Arbeit gehen könnten, unterstrich Hüther.
Tesa

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