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Heilwasser
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Heilige Familie wandelt über Bayern im Jahre 2007 (55-57)

Heilige Familie wandelt über Bayern im Jahre 2007
(55-57). Eine wahre Begebenheit!

28.7. 2007, Camael, 14:10 Uhr, 55

Wir müssen wieder betteln gehen, weil wir nichts haben,
aber eine junge Frau gibt uns, was sie nicht braucht.
Sie hat auch ein kleines Mädchen im Alter von dem
Kleinen.
Die beiden spielen im Garten. Wir dürfen uns
auch hinsetzen und ausruhen. Plötzlich waren die Kinder
weg, aber sie waren nur im Haus. Man hört sie lachen.
Als wir hineinkommen, haben sie das Glas, wo so kleine
Fische drin waren, ausgetrunken – mit den ganzen Fischen.
Man darf sie keinen Moment aus den Augen lassen; dann
stellen sie was an. Die Frau schimpft und wir müssen
gehen. Sie will die Fische ersetzt haben. Wir verstehen
gar nichts mehr; sie möchte immer unseren Namen auf-
schreiben. Wir gehen einfach. Ein Polizeiauto ist von
weitem zu sehen. Wir verstecken und hinter einem Haus,
bis es weg ist. Dann gehen wir weiter.

31.7. 2007, Camael, 56

Über Wiesen und Felder müssen wir gehen wegen der
fehlenden Papiere. Es ist kalt am Morgen. Unser Gewand
ist viel zu dünn und nass. Was machen wir nur? Hinter
einem Haus hängt eine große Schnur mit viel Wäsche.
Wir wollen im Haus fragen, ob wir was kriegen, aber
niemand ist zu sehen. Wahrscheinlich hat es wer raus-
gehängt, weil sie es nicht mehr brauchen. Bevor es der
Nächste nimmt, bedienen wir uns. Das ist aber nett von
den Leuten, dass sie Wäsche für arme Leute raushängen.
Aber ich verstehe nicht, warum uns plötzlich 2 Leute
nachrennen und uns wüst beschimpfen. Sie sagen immer:
„Diebe, Diebe!“ Wir verstehen das nicht. Als die Leute
uns auch noch den großen Hund nachschicken, suchen
wir schnell das Weite.

3.8. 2007, Camael, 57

Ein bisschen Geld haben wir geschenkt bekommen. Wir
gehen in ein Haus, wo man Essen bekommen kann. Ob
unser Geld reicht, wissen wir nicht. Wir fragen lieber
den Mann, der die Leute bedient. Der schüttelt nur den
Kopf, also ist es wieder zu wenig. Eine Frau, die uns
beobachtet hat, sagt, wir sollen das bisschen Geld in den
Spielautomaten stecken. Vielleicht wird es mehr. Wir ver-
stehen gar nichts. Was ist überhaupt ein Spielautomat?
Wir haben kein Glück. Alles ist weg. Wir sehen einen
Betrunkenen, der nach uns Geld reinschmeißt – viel
Geld, aber er hat auch kein Glück. Er geht. Der Kleine
quengelt. Er möchte auch auf den Knopf drücken. Er
macht es und plötzlich fällt ein haufen Geld heraus.
Das reicht bestimmt lange. Eine Frau schenkt uns eine
Tüte. Wir tun das ganze Geld rein. Und jetzt können
wir uns Essen bestellen soviel wir wollen. Heute ist
ein guter Tag.

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