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Der Weg der geistigen Umkehr. Treffende Gedanken des hl. Bernhard.

Der heilige Bernhard von Clairveaux

Aus einer Ansprache des heiligen Bernhard:

"...Gott mahnt uns zur geistigen Umkehr, die nicht an einem Tage sich vollzieht. O könnte sie doch wenigstens während unseres ganzen Lebens zum Abschluss kommen!
Denn die Umkehr des Leibes allein hat keinen Wert (Fasten, äusserliches Gebet usw.).
Unglückselig der Mensch, der ganz im Aesserlichen aufgeht und sein Inneres nicht kennt! Er glaubt, etwas zu sein, obschon er nichts ist, und so betrügt er sich selbst (Gal. 6,3).
Er schaut nur auf die Oberfläche und meint, alles stünde gut bei ihm. Dabei merkt er nichts von dem verborgenen Wurm, der sein Inneres zernagt. Er tut die äusseren Pflichten, jedoch "sein Herz ist weit von mir entfernt." (Mark. 7,6).

Achte sorgsam auf das, was du liebst, was du fürchtest, worüber du dich freust oder betrübst, und du wirst in dir das verkehrte Herz entdecken. Denn das Herz geht auf in diesen vier Gefühlen.

Du sollst mit deinem ganzen Herzen zum Herrn umkehren.
Es kehre also deine Liebe um, auf dass du durchaus nichts liebst als ihn allein, oder doch alles nur um seinetwillen.

Auch deine Furcht kehre sich zu ihm. Denn verkehrt ist alle Furcht,
die nicht ihn zum Gegenstand oder Beweggrund hat.

Ebenso sollen auch deine Freude und deine Traurigkeit zu ihm zurückkehren. Dies aber wird geschehen, wenn du nur in seinem Sinne traurig und fröhlich bist.

Betrüb st du dich um deine und des Nächsten Sünde willen, so ist das gut, und diese Traurigkeit gereicht dir zum Heil (2 Kor. 7,10).
Freust du dich über Gnadengeschenke, so ist dies eine im Heiligen Geiste begründete Freude. Du sollst dich auch in der Liebe Christi mitfreuen über das Glück deines Nächsten und mittrauern über sein Unglück, wie geschrieben steht:"Freut euch mit den Fröhlichen, weinet mit den Weinenden!" (Röm. 12, 15).
Eremitin
gut