der Logos
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Weihnachtszeit 24.12. 2021- Heiliger Abend

Heute sollt ihr wissen, dass der Herr kommt, und morgen werdet ihr schauen seine Herrlichkeit!

So heißt es in einem Vers des heutigen Morgengebetes.
Heiliger Abend, ein Tag, der ganz auf seinen Abend hin ausgerichtet ist. Die letzten Vorbereitungen werden getroffen, damit zum Fest auch alles in Ordnung ist.
Heute ist auch der Tag, an dem Maria und Joseph in Betlehem ankamen und vergeblich durch die Gassen zogen, um eine Unterkunft zu finden. Nach vielen verschlossenen Türen finden sie endlich einen Platz in einem Stall bei Ochs und Esel, einen Platz, wo Maria ausruhen kann, einen Ort, an dem Gott in dieser Welt Mensch wird.
Jesus sucht auch heute einen Ort, um in diese Welt zu kommen. Er klopft an die Herzen der Menschen, ob er Einlass findet, ob jemand da ist, der seinem Wort glaubt und der sich von seiner Liebe beschenken lassen möchte. Haben wir bei allen Vorbereitungen für das Weihnachtsfest auch daran gedacht, dass wir den nicht draußen lassen, dessen Fest wir heute Abend feiern?

Warten

Oft müssen wir in unserem Leben warten. In der Schlange im Supermarkt oder auf den Bus oder Zug, wenn der mal wieder Verspätung hat, da werden wir oft ungeduldig und ärgerlich. Voller Vorfreude warten wir aber auch manchmal auf ein Treffen mit lieben Menschen. Da vergeht oft die Zeit nicht und wird denken voller Ungeduld, wann es endlich soweit ist...
Manchmal sagen wir aber auch über etwas: Das kann noch warten. Wenn wir etwas erledigen müssen, das uns schwer fällt oder wozu wir keine Lust haben, wenn wir uns mit jemanden treffen sollen, den wir eigentlich nicht so mögen...
Wenn wir auf etwas mit Freude warten, dann machen wir uns oft auch bestimmte Vorstellungen davon, wie es dann sein wird, wenn es soweit ist. Das Treffen wird bestimmt ganz toll, zu Weihnachten oder zum Geburtstag bekomme ich endlich das tolle Geschenk. Wenn wir endlich in Urlaub fahren, dann machen wir ganz tolle Sachen...
Das Volk Israel hat lange Zeit auf den Erlöser gewartet und die Menschen haben sich den Messias ganz toll vorgestellt. Doch als Christus dann kam, haben ihn viele nicht erkannt. Er war so anders, als sie es erwartet hatten. Als Kind arm in einem Stall geboren, später gibt er sich mit Sündern ab, sagt viele Dinge, die den Leuten nicht in den Kram passen und dann stirbt er noch den verachtenswertesten Tod,
den es damals gab, am Kreuz.

Weihnachten - Geburt des Herrn. Heute Nacht feiern wir das Kommen des Sohnes Gottes in die Welt. Feiern heißt für uns nicht nur, dass wir uns daran erinnern, was damals geschehen ist, sondern dass es ganz konkret auch HEUTE geschieht.

Um Zions willen werde ich nicht schweigen, um Jerusalems willen nicht still sein, bis hervorbricht wie ein helles Licht seine Gerechtigkeit und sein Heil wie eine brennende Fackel. (Jes 62,1)

Ich kann nicht schweigen und ich werde nicht schweigen. Es gibt wenig Menschen, die den Mut haben, durch Widerstände und Ablehnung hindurch ihrer Überzeugung treu zu bleiben und dafür Zeugnis zu geben. Hier ist es Gott der redet, der niemals schweigt. Das Schweigen Gottes war schon immer ein Bild für die Gottferne einer Zeit. Hier zeigt sich Gott als der Nahe, als der Redende. Er verschafft seiner Botschaft Geltung, auch dort, wo die Menschen sie nicht hören und annehmen wollen. Gott kann niemand zum Schweigen bringen.
Gott redet nicht um seiner selbst willen. Wenn er redet, dann geht es ihm nicht darum, dass die Menschen ihm Opfer bringen. Gott redet um der Menschen willen. Er will den Menschen Gerechtigkeit und Heil bringen. Seine Worte richten sich gegen die Ungerechtigkeit und Sünde der Menschen. Gott tritt ein für die Schwachen und Unterdrückten. Ihnen will er mit seinen Worten Recht verschaffen.
Gott ist ein lästiger Mahner. Immer wieder haben Mächtige versucht, mit seinem Namen ihre Macht zu rechtfertigen. Zu allen Zeiten missbrauchen diejenigen, die sich seine Diener nennen, seinen Namen dazu, sich selbst Vorteile und Einfluss zu sichern. Doch Gott lässt auf Dauer nicht zu, dass man seinen Namen missbraucht. Gott ist kein toter Götze, der nur die Fassade bildet für das Machtgebaren seinen Diener. Gott ist lebendig. Er ruft und schreit, er handelt und bestimmt selbst das Geschick der Welt.
Gottes Wort findet seinen Weg zu den Menschen. Das wird ganz besonders an Weihnachten deutlich. Wir feiern die Fleischwerdung des Wortes. "Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt." So bringt es der Evangelist Johannes zum Ausdruck. Gottes Wort wird ein kleines, hilfloses Kind. Die Worte aber, die Gottes Sohn auf der Erde gesprochen hat, haben auch heute, über 2000 Jahre nach dieser Fleischwerdung, nichts von ihrer Macht verloren.
Gottes Wort bringt Licht ins Dunkel. Es ruft nach Gerechtigkeit, wo Menschen ungerecht behandelt werden. Es bringt Heil, wo Menschen im Unheil leben. Gottes Wort, Fleisch geworden in Jesus Christus, machtvoll bis heute in jedem, der an ihn glaubt.

Weihnacht
Licht im Leben
von Gott entzündet
Wort des Heils
von Gott gesandt
Mensch geworden
um die Menschen
Menschlichkeit zu lehren
und um Gottes Licht
unauslöschlich zu entzünden
mitten in der Welt
Licht, das bis heute leuchtet
Wort der Gerechtigkeit
und des Heils
das nie verstummt
Licht der Hoffnung
in einer unheiligen Zeit.


Der Stammbaum Jesu

... aus der Jesus geboren wurde ...

Der Stammbaum Jesu Christi ist ein auf den ersten Blick langweiliges Lesestück. So viele Namen und immer die gleiche Leier: A zeugte B, B zeugte C. Was soll man damit anfangen? Und doch hat Matthäus hier ein theologisches Meisterstück komponiert. Er teilt die Geschichte Israels ein in drei Reihen zu je vierzehn Generationen. Diese Geschichte beginnt mit Abraham, dem Vater des Glaubens. Ihren ersten Höhepunkt hat sie am Ende der ersten Reihe mit dem König David. Der Messias wird der Sohn Davids sein. So ist es Glaube in Israel. Gleich im ersten Vers seines Evangeliums bezeichnet Matthäus Jesus als Sohn Davids. Er will deutlich machen: seht her und lest: Jesus steht ganz klar in der Familienfolge Davids.
Am Ende der zweiten Reihe ist der Tiefpunkt der Geschichte Israels erreicht: die Verbannung nach Babylon. Doch Gott führt sein Volk zurück in das gelobte Land und am Ende der dritten Reihe vollendet Gott die Geschichte Israels mit der Geburt des verheißenen Messias.

Der Stammbaum Jesu ist zunächst einmal ein Abrahams-Stammbaum. Abraham, der Vater vieler Völker, ist über Isaak und Jakob der Stammvater des Volkes Israel. In dieses Volk wird Jesus hineingeboren. In diesem Volk will Gott Mensch werden. Dieses Volk ist es, dem die Nähe Gottes als erstem in ganz besonderer Weise zu Teil wird. So haben es schon die Propheten verheißen und ihre Worte gehen nun in Erfüllung, wie Matthäus es uns in seinem Evangelium an vielen Stellen zeigen wird.
Gott aber will allen Menschen nahe sein. Durch das Volk Israel soll die ganze Welt seine Gegenwart erfahren. Jesus ist zuerst zu Israel, dann aber zu allen Völkern gesandt. Das neue Volk Gottes ist die Kirche aus Juden und Heiden, die zu der Zeit, als Matthäus sein Evangelium schreibt, schon Wirklichkeit geworden ist. Im Stammbaum Jesu lässt Matthäus erkennen, dass bereits in der langen Geschichte von Abraham bis Jesus auch Heiden eine entscheidende Rolle gespielt haben.
Die Hure Rahab, die Israels Kundschafter in ihrem Haus versteckt hielt und somit einen kleinen aber entscheidenden Beitrag zur Eroberung des Heiligen Landes geleistet hat, war eine Heidin. Salmon nahm sie zur Frau und so wurde sie zur Ahnfrau des Hauses David. Gleich in der nächsten Generation bekam mit Rut eine weitere heidnische Frau eine zentrale Position in der Geschichte Israels. Sie war die Urgroßmutter von König David. Auch dieser brachte mit Batseba, der Frau des Hethiters Urija, eine Heidin in die Geschichte Israels, denn sicher war Batseba ebenso wie ihr Mann, den David auf grausame Weise aus dem Weg räumen ließ, eine heidnische Hethiterin.
Das Volk Gottes aus Juden und Heiden - bereits im Stammbaum Jesu wird deutlich, dass Gott auch Heiden an zentraler Stelle in seinen Dienst ruft. Mit den Weisen aus dem Morgenland werden bei Matthäus auch Heiden die ersten sein, die Jesus als den Messias erkennen und ihm huldigen - doch dazu später mehr (siehe auch 6.1. Epiphanie).

Der Stammbaum Jesu ist ein königlicher Stammbaum. Matthäus folgt anders als Lukas der direkten königlichen Linie nach David. Jesus ist aus königlichem Stamm. Doch auch hier sind es nicht die Juden, die das Messias-Königtum Jesu anerkennen, sondern die Heiden, als deren Repräsentanten die Weisen aus dem Orient kommen, um dem neugeborenen König der Juden zu huldigen. Die Weisen der Juden aber wissen zwar um den Ort der Geburt des Messias-Königs, werden sein Kommen aber nicht erkennen.

Eine weitere und ganz entscheidende Besonderheit des Stammbaums Jesu liegt darin, dass Matthäus Jesus zwar eingebunden sieht in den Lauf der Geschichte - Jesus gehört über Josef zum Volk Israel - ihn aber herausnimmt, aus dem gewohnten Lauf der Geschichte, weil Jesus eben nicht wie alle Glieder des Stammbaumes vorher durch gewöhnliche Zeugung entstand, sondern durch das Wirken Gottes auf einzigartige Weise in Maria Mensch geworden ist. Bei der Geburt Jesu durchbricht der Evangelist das gewohnte Schema des A zeugte B. Josef, der Mann Mariens, ist nicht der, der Jesus gezeugt hat. Wenn Matthäus hier im Passiv schreibt, dass Jesus aus Maria gezeugt wurde, dem als Stilmittel bekannten "passivum Divinum", so ist klar, von wem Jesus stammt: Jesus wurde von Gott gezeugt.
Schon vorher hat Matthäus mit Tamar, Rahab, Rut und der Frau des Urija vier Frauen im Stammbaum genannt, die dort auf ungewöhnliche Weise hineingekommen sind. Schon hier hat uns der Evangelist gezeigt, dass die Geschichte Israels nicht nur nach einem festen Schema abläuft, sondern dass Gott schon immer auf ungewöhnliche Weise in den Lauf der Geschichte eingegriffen hat. Mit Maria wird das noch überboten. Sie ist die auserwählte Jungfrau, durch die Gott selbst Mensch werden wollte.

Mit der Geburt Jesu Christi aber war es so ...

Diese eher unscheinbaren Worte stellen den Punkt dar, auf den alle Geschichte vor Christus zugelaufen ist und von dem alle Geschichte nach Christus ausgeht. Mit dem Zeitpunkt, an dem Gott als Mensch in diese Weltzeit eintritt, kann nichts mehr so sein, wie es gewesen ist. In diesem Jesus erfüllen sich die Verheißungen, die Gott dem Volk Israel seit langem gegeben hat. Israel erwartet den Sohn Davids, den Messias, den Retter. Dieser ist in Christus erschienen. Im Stammbaum Jesu Christi wird klar, dass die Geschichte Israels auf Jesus Christus hin zuläuft. In der Geburt Jesu Christi öffnet sich die Geschichte nun hin zu allen Menschen. Dies war schon in Abraham angedeutet, dem Vater aller Glaubenden. Im Glauben haben alle Menschen Anteil an der rettenden Tat Gottes.
Dass sich die Heilsgeschichte nun auch zu den Heiden hin öffnet, wird im Bericht von den Magiern deutlich, die vom fernen Orient kommen, um dem neugeborenen Heiland zu huldigen. Gott setzt immer wieder Zeichen des Heils, die alle Menschen erkennen können. Für die Magier war es der Stern, der sie zu Christus geführt hat. So hat jeder Mensch in seinem Leben seine ganz persönlichen Wegmarken, die auf Gott hinweisen. Diese gilt es zu erkennen und ihnen zu folgen.
Wenn wir jetzt an Weihnachten die schönen Bilder sehen vom Jesuskind in der Krippe, mit Maria und Josef, den Hirten, Ochs und Esel im Stall, dann möchten wir den Frieden, den diese Bilder ausstrahlen, in unsere Wohnungen holen, wenn wir mit unseren Lieben beisammen sind.
Es ist schön, wenn wir ein solches wie man sagt friedvolles Weihnachten feiern können. Doch denken wir auch an all jene, die keinen Frieden finden können, weil sie in friedlosen Verhältnissen leben. Denken wir daran, dass nicht die großen Geschenke und das Glitzern der Lichter Weihnachten machen.
Weihnachten geschieht, wenn wir Gott einlassen in unser Herz, wenn wir mit ihm dieses Fest feiern wollen. Ich wünsche Ihnen, dass Sie an Weihnachten diese Begegnung mit Jesus Christus erfahren dürfen.

Aus einer Weihnachtspredigt Papst Leo des Großen

Lasst uns frohlocken, denn heute ist uns der Heiland geboren! Es darf doch dort keine Trauer aufkommen, wo das Leben selbst zur Welt kommt, das die Furcht vor dem Tod nimmt und uns durch die Verheißung ewigen Lebens mit Freude erfüllt.

Mit diesen Worten beginnt Papst Leo der Große eine seiner Weihnachtspredigten. Jedes Jahr ruft uns das Weihnachtsfest zur Freude auf. Doch was gibt uns diese Freude? Viele freuen sich heute über schöne Stunden im Kreis der Familie, Geschenke, gutes Essen. Doch dass wir zusammen kommen und feiern ist eher Ausdruck der Freude als deren Grund.
Die Freude schenkt uns einer, Jesus Christus, Gottes Sohn, der heute Mensch geworden ist. An ihm dürfen wir uns freuen, weil seine Geburt das untrügliche Zeichen dafür ist, dass Gott mitten unter uns ist. Er ist mitten in unserem Leben, er begleitet uns, er schenkt uns Hoffnung und Zuversicht, egal wo wir heute stehen.
Darum dürfen wir heute feiern, darf jeder heute feiern, egal wie das vergangene Jahr gelaufen ist, egal, ob es uns heute gut geht oder nicht, egal ob wir in der letzten Zeit Glück hatten oder vom Pech verfolgt wurden. Die Geburt des Sohnes Gottes gibt allen Menschen ein Zeichen dafür, dass das Leben stärker ist als der Tod und die Freude größer als der Schmerz.
Gott ist mit uns. Er will in das Leben eines jeden einzelnen kommen, um diesem Leben mehr Licht und Freude zu schenken. Mehr, immer mehr. Schauen wir auf das Kind in der Krippe, seine Lieblichkeit, seine Wehrlosigkeit. Da ist Gott, so nah, dass keiner sagen kann, er könnte ihn nicht finden.
Ich wünsche allen an diesem Weihnachtsfest diese Freude über die Nähe des Herrn und dass die Gewissheit seiner Gegenwart das kommende Jahr erfüllt und jeden Tag des Lebens immer größer wird.

Niemand wird von der Teilnahme an dieser Jubelfeier ausgeschlossen, alle haben den gleichen Grund, in festlicher Stimmung zu sein, denn da unser Herr, der die Sünde und den Tod vernichtet, niemand findet, der ohne Schuld ist, so kommt er, um alle zu befreien. Es jauchze der Heilige, weil er sich der Siegespalme naht, es frohlocke der Sünder, weil ihm Verzeihung winkt und neuer Mut belebe den Heiden, weil ihn das Leben ruft!
Denn als die Zeit erfüllt war, welche die unerforschliche Tiefe des göttlichen Ratschlusses dazu bestimmt hat, nahm der Sohn Gottes die Natur des Menschengeschlechtes an, das wieder mit seinem Schöpfer versöhnt werden sollte, damit der Teufel, der den Tod in die Welt gebracht hat, gerade durch die menschliche Natur, die er bezwungen hatte, wieder bezwungen würde. ...
So ist also das Wort Gottes, Gott, Gottes Sohn, der im Anfang bei Gott war, durch den alles gemacht worden ist, und ohne den nichts gemacht wurde, Mensch geworden, um den Menschen vom ewigen Tod zu befreien. Dabei hat er sich ohne Minderung seiner Majestät in der Weise zur Annahme unserer Niedrigkeit herabgelassen, dass er die wahre Knechtsgestalt mit jener verband, worin er Gott dem Vater gleich ist. Er blieb, was er war, und nahm an, was er nicht war. In dieser Weise hat er sich herabgelassen, dass er beide Naturen so miteinander vereinte, dass weder die Erhebung der niedrigeren Natur diese aufgehen ließ, noch ihre Annahme der höheren Abbruch tat. Indem also die Eigenart beider Wesenheiten gewahrt bleibt und sich zu ein und derselben Person verbindet, bekleidet sich die Majestät mit Niedrigkeit, die Stärke mit Schwachheit, die Ewigkeit mit Sterblichkeit. ...
Wäre er nicht wahrer Gott, so brächte er keine Erlösung, wäre er nicht wahrer Mensch, so böte er uns kein Beispiel. Darum wird auch von den jauchzenden Engeln bei der Geburt des Herrn gesungen: "Ehre sei Gott in der Höhe!" Darum wird auch „den Menschen auf Erden, die guten Willens sind“, Friede verheißen. Sehen sie doch, wie sich das himmlische Jerusalem aus allen Völkern der Erde erbaut. Wie sehr muss sich da menschliche Niedrigkeit über dieses unbeschreibliche Werk der göttlichen Liebe freuen, wenn die hehren Engel darüber in solchen Jubel ausbrechen!
Lasst uns also Gott dem Vater durch seinen Sohn im Heiligen Geist danken! Hat er doch um seiner reichen Barmherzigkeit willen, mit der er uns liebte, sich unser erbarmt, "und obgleich wir tot waren durch Sünden, uns lebendig gemacht mit Christus", auf dass wir in ihm ein neues Geschöpf, ein neues Gebilde würden. Lasst uns also ablegen den alten Menschen mit seinen Handlungen, und nachdem wir an der Menschwerdung Christi Anteil erhielten, den Werken des Fleisches entsagen!
Erkenne, o Christ, deine Würde! Kehre nicht, nachdem du der göttlichen Natur teilhaftig geworden, durch entartete Sitten zur alten Niedrigkeit zurück! Denke daran, welchen Hauptes, welchen Leibes Glied du bist! Vergegenwärtige dir, dass du der Macht der Finsternis entrissen und in Gottes lichtvolles Reich versetzt worden bist! Durch das Sakrament der Taufe wurdest du zu einem Tempel des Heiligen Geistes. Vertreibe nicht durch schlechte Handlungen einen so hohen Gast aus deinem Herzen! Unterwirf dich nicht aufs Neue der Knechtschaft des Satans! Ist doch das Blut Christi dein Kaufpreis. Wird dich doch der in Wahrheit richten, der dich in Barmherzigkeit erlöst hat, der mit dem Vater und dem Heiligen Geist waltet in Ewigkeit. Amen.


Weihnachten fällt dieses Jahr aus!

"Weihnachten fällt dieses Jahr aus!" So haben es im Sommer schon Zeitungen und Nachrichtensendungen angekündigt. Ende Oktober fangen wir an, die ersten Folgen davon zu merken, wenn die alljährlichen Lieferungen von Weihnachtsgebäck an die Supermärkte ausbleiben und die Kaufhäuser ihre Auslagen nicht umdekorieren. Die Menschen sind erleichtert. Sie sind jetzt frei von der Sorge, wie sie die zusätzlichen Pfunde von Süßigkeiten und Weihnachtsbraten wieder abgenommen bekommen. Sie brauchen sich nicht mehr wochenlang darüber Gedanken zu machen, was sie ihren mehr oder weniger geliebten Verwandten und Bekannten alles schenken. Die Menschen brauchen sich nicht mehr Samstage lang durch überfüllte Großstädte zu kämpfen. Die Fußgängerzonen bleiben wegen des Wegfalls der Weihnachtsmärkte ganzjährig begehbar. Die Menschen sind endlich die Sorge los, wie sie diesen einen Abend im Jahr, an dem alles so romantisch und liebevoll sein soll, möglichst ohne Familienstreit überstehen. Selbst das Wetter hat ein Nachsehen und liefert statt weißer Weihnacht tristes Alltags-Regen-Grau.
Wer außer den geschädigten Geschäftsleuten würde gegen die Abschaffung des Weihnachtsfestes protestieren? Brauchen wir ein Fest der Liebe und des Friedens, das vielerorts nur noch ein Fest des Konsums und der Langeweile geworden ist? Wer Weihnachten nur noch als ein romantisches Familienfest sieht, der wird vielleicht über seine Abschaffung nicht böse sein. Es gelingt eben nicht, in einen Abend das alles hineinzupacken, was man das ganze Jahr über vernachlässigt hat. Wer Weihnachten ohne den feiert, dem dieses Fest ursächlich gilt, der wird seiner Abschaffung nicht lange nachtrauern.
Doch wenn wir Weihnachten abschaffen wollten, müssten wir den abschaffen, dem dieses Fest gilt. Gott aber bleibt, auch wenn viele nicht mehr an ihn denken. Er hält seine Liebe für die Menschen bereit um alle zu beschenken, auch wenn viele sich ihm gegenüber verschließen. Selbst wenn die Gesellschaft Weihnachten abschaffen würde, so bliebe doch der Grund dieses Festes lebendig. Gott ist Mensch geworden und diese Tatsache lässt sich nicht ändern. Gott hat uns mit der Geburt seines Sohnes unendlich beschenkt. Keine Macht kann dieses Geschenk Gottes zerstören. Gott ist der Garant dafür, dass Weihnachten das Fest der Liebe bleibt, egal was Menschen daraus machen. Mit Gott ist Liebe möglich, weil er sie uns schenkt. Auch heute.

praedica.de/Weihnachtszeit/1224_Heiliger-Abend.htm
der Logos
der Logos wünscht Gloria.tv und Euch allen, fröhliche Weihnachten, Zeit zur Entspannung, Besinnung auf die wirklich wichtigen Werte sowie Gesundheit, Gottes Liebe und Segen.