Santiago74
Und bitte bedenken Sie auch was Papst Benedikt (in Übereinstimmung mit Papst Paul VI.) zu dieser Frage verkündet hat:
„Man kann die Lehrautorität der Kirche nicht im Jahr 1962 einfrieren […] Aber manchen von denen, die sich als große Verteidiger des Konzils hervortun, muß auch in Erinnerung gerufen werden, daß das II. Vaticanum die ganze Lehrgeschichte der Kirche in sich trägt. Wer ihm gehorsam …More
Und bitte bedenken Sie auch was Papst Benedikt (in Übereinstimmung mit Papst Paul VI.) zu dieser Frage verkündet hat:
„Man kann die Lehrautorität der Kirche nicht im Jahr 1962 einfrieren […] Aber manchen von denen, die sich als große Verteidiger des Konzils hervortun, muß auch in Erinnerung gerufen werden, daß das II. Vaticanum die ganze Lehrgeschichte der Kirche in sich trägt. Wer ihm gehorsam sein will, muß den Glauben der Jahrhunderte annehmen und darf nicht die Wurzeln abschneiden, von denen der Baum lebt.“
Santiago74
@a.t.m
Auch wenn das hier kein Quiz ist, gehe ich mal ganz stark von J. Ratzinger aus. Aber um es ihnen noch einmal zu verdeutlichen. Weder Schumacher noch ich erklären das II. Vatikanum zum "Superdogma" (sei es als Bruch mit der Tradition bzw. als Neubeginn), insofern greift auch diese Behauptung von ihnen ins Leere. Worum es geht sagt Papst Paul VI. doch ausdrücklich:
„Die Lehraussagen des …More
@a.t.m
Auch wenn das hier kein Quiz ist, gehe ich mal ganz stark von J. Ratzinger aus. Aber um es ihnen noch einmal zu verdeutlichen. Weder Schumacher noch ich erklären das II. Vatikanum zum "Superdogma" (sei es als Bruch mit der Tradition bzw. als Neubeginn), insofern greift auch diese Behauptung von ihnen ins Leere. Worum es geht sagt Papst Paul VI. doch ausdrücklich:
„Die Lehraussagen des Zweiten Vaticanum bilden kein organisches und vollständiges System der katholischen Glaubenslehre, die bedeutend umfangreicher ist, wie alle wissen. Sie ist vom Konzil nicht in Zweifel gezogen und in ihrer Substanz nicht verändert worden. Vielmehr bestätigt das Konzil diese Glaubenslehre, erläutert sie, verteidigt und entfaltet sie … wir dürfen die Lehraussagen des Konzils nicht trennen von dem lehrmäßigen Erbe der Kirche, in das sie sich offensichtlich einfügen, mit dem sie zusam-menhängen, das sie bezeugen, das sie wachsen lassen, das sie erklären und anwenden. So er-scheint auch die ‚Neuheit’ der Lehraussagen oder der Normen des Konzils in ihren rechten Proportionen und gibt keinen Anlass zu Einwendungen gegen die Treue der Kirche zu ihrer Lehraufgabe, sondern erhält ihre wahre Bedeutung, die sie in höherem Licht erstrahlen lässt“[13
a.t.m
Santiago: Lesen sie diese Wörter, und dann sagen sie mir bitte von wem diese stammen:

Die Wahrheit ist, daß das Konzil selbst kein Dogma definiert hat und sich bewußt in einem niedrigeren Rang als reines Pastoralkonzil ausdrücken wollte; trotzdem interpretieren es viele, als wäre es fast das Superdogma, das allen anderen die Bedeutung nimmt.Dieser Eindruck wird besonders durch Ereignisse des …More
Santiago: Lesen sie diese Wörter, und dann sagen sie mir bitte von wem diese stammen:

Die Wahrheit ist, daß das Konzil selbst kein Dogma definiert hat und sich bewußt in einem niedrigeren Rang als reines Pastoralkonzil ausdrücken wollte; trotzdem interpretieren es viele, als wäre es fast das Superdogma, das allen anderen die Bedeutung nimmt.Dieser Eindruck wird besonders durch Ereignisse des täglichen Lebens verstärkt. Was früher als das Heiligste galt - die überlieferte Form der Liturgie - scheint plötzlich als das Verbotenste und das Einzige, was man mit Sicherheit ablehnen muß.

„Wenn man nach einer Gesamtdiagnose für den Text (von Gaudium et spes) sucht, könnte man sagen, dass er (in Verbindung mit den Texten über Religionsfreiheit und über die Weltreligionen) eine Revision des Syllabus Pius’ IX., eine Art Gegensyllabus, darstellt.“

Von mir: Aber wie es scheint ist auch das Lehramt der Kirche gespalten, eben in die Zeit vor VK II also im Sinne Gottes unseres Herrn und seiner Kirche und eben in der nach VK II, also im Sinne der Welt und der Konzilskirche (Konzilsreligion).

Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen
Santiago74
Werter A.t.m. gestatten Sie mir auf das von ihnen Behauptete (um nicht Unterstellung zu sagen) nochmals mit J. Schumacher zu antworten:

"In einer „unheiligen Allianz“ verbünden sich dabei jene, die mehr oder weniger dezidiert außerhalb der Kirche stehen, mit solchen, die noch drinnen sind oder bewusst drinnen sein wollen. Sie alle erheben den Anspruch, rational zu argumentieren, tun das jedoch …More
Werter A.t.m. gestatten Sie mir auf das von ihnen Behauptete (um nicht Unterstellung zu sagen) nochmals mit J. Schumacher zu antworten:

"In einer „unheiligen Allianz“ verbünden sich dabei jene, die mehr oder weniger dezidiert außerhalb der Kirche stehen, mit solchen, die noch drinnen sind oder bewusst drinnen sein wollen. Sie alle erheben den Anspruch, rational zu argumentieren, tun das jedoch extrem irrational. Unverkennbar übertreiben sie, wenn sie Empörung, Betroffenheit, Entrüstung, Bestürzung, Fassungslosig-keit, große Sorge und Unglücklichsein mit dem Papst und seinem Vorgehen artikulieren und wenn sie das, was sie kritisieren, als unsäglich, als ungeheuerlich und als erschreckend qualifizieren. Dabei reichen sich faktisch immer wieder Unterstellungen, Verleumdung und Desinformation die Hand. Was die Ehrlichkeit solcher Gefühlsausbrüche angeht, drängen sich große Bedenken auf.

Man weiß nun nicht genau, ob die Pius-Bruderschaft die Meinung vertritt, das Zweite Vati-kanische Konzil habe falsche Lehren verkündet und es stelle einen Bruch dar hinsichtlich des Glaubens der Kirche, oder ob sie meint, das Konzil habe nicht deutlich genug die falschen Lehren beim Namen genannt und angeprangert oder sich in den Texten nicht deutlich genug ausgedrückt. Wahrscheinlich gehen die Meinungen dort auch in dieser Frage auseinander. Und es ist die Frage, wer hier das letzte Wort hat. Sicher ist, dass die Vertreter der Bruderschaft nicht immer unterscheiden zwischen dem Konzil und der nachkonziliaren Entwicklung in der Kirche."
a.t.m
Sehr geehrter Josef Clemens: Möchte mich bei ihnen als erstes dafür Entschuldigen das ich ihre Frage nicht mitbekommen habe und werde ihnen diese nun sehr gern, wenn auch verspätet beantworten: In meinen Fall wahren es nicht nur Glaubenszweifel, geistig habe ich die Kirche Gottes unseres Herrn über einen sehr langen Zeitraum verlassen und nur durch die Liebe und Gnade Gottes unseres Herrn und …More
Sehr geehrter Josef Clemens: Möchte mich bei ihnen als erstes dafür Entschuldigen das ich ihre Frage nicht mitbekommen habe und werde ihnen diese nun sehr gern, wenn auch verspätet beantworten: In meinen Fall wahren es nicht nur Glaubenszweifel, geistig habe ich die Kirche Gottes unseres Herrn über einen sehr langen Zeitraum verlassen und nur durch die Liebe und Gnade Gottes unseres Herrn und sicher auf Fürbitte des Heiligen Pater Pio bei Gott den Herrn, bin ich noch am Leben und konnte so mein Leben Radikal ändern. Ich musste wieder lernen zu beten, und dann bin ich in den NOM gegangen, und je öfter ich in diesen gegangen bin, desto mehr ist mir aufgefallen "Das ist einfach nicht mehr der Glaube, die Kirche und die Heilige Messe wie früher" und dann habe ich einfach begonnen mich auf der Internetseite des Vatikans genauer zu informieren und siehe da, das was ich alles in der "Kirche" erleben musste, war ja eigentlich von der Kirche verboten, und so habe ich eben Priester gefragt, warum macht ihr das es ist doch Verboten, und immer habe ich als Antwort erhalten "Das VK II wünscht" "In den Texten des Konzils steht" und kurz bevor ich so weit war die Kirche sprich den Ungehorsamen Klerus neuerlich zu verlassen, bin ich über das "Heilige Messopfer aller Zeiten" so zusagen gestolpert, und habe diese dann auch einmal "Versuchshalber" besucht, und siehe da ich fühlte mich sofort "heimisch" und seit dem gehe ich eben immer wann es mir möglich ist in das "Heilige Messopfer aller Zeiten" und nur mehr bei sehr seltenen Ausnahmen in den NOM, Beerdigungen, Hochzeiten aber es ist einfach immer zum Grausen, daher UNGEHORSAM = KONZILSKIRCHE ;
Josef Clemens
Bester Galahad,
Sie wissen, dass ich eine große Achtung vor Ihrem Glauben habe, dennoch frage mich stets, wenn ich Ihre pointierten Einlassungen lese, woher weis er das? Mir ist in meinen 63 Lebensjahren noch nie, ich betone nie, ein Christgläubiger begegnet, der zu keinem Zeitpunkt seines Lebens nicht einmal Glaubenszweifel gehabt hätte. Alle, mit denen ich ins Gespräch kam, einschließlich …More
Bester Galahad,
Sie wissen, dass ich eine große Achtung vor Ihrem Glauben habe, dennoch frage mich stets, wenn ich Ihre pointierten Einlassungen lese, woher weis er das? Mir ist in meinen 63 Lebensjahren noch nie, ich betone nie, ein Christgläubiger begegnet, der zu keinem Zeitpunkt seines Lebens nicht einmal Glaubenszweifel gehabt hätte. Alle, mit denen ich ins Gespräch kam, einschließlich Priestern und Bischöfen, haben mir das bestätigt. Um so verwunderter bin ich über Ihr Privileg.
1 Milliarde Katholiken (die Zahl ist unwichtig, ich meine es plakativ) einschließlich nahezu des gesamten Klerus, aller Bischöfe und Kardinäle und selbstverständlich des Hl. Vaters kommen zu anderen Folgerungen als Sie und die Freunde der FSSPX. Ich habe die gleiche Frage vorgestern @a.t.m. gestellt, nach ähnlich apodiktischen Aussagen wie Ihren heutigen. Leider scheint er keine Zeit zu haben darauf einzugehen, schade!
Ich wünschte mir schon auch, dass der Herr mir gegenüber einmal so deutlich wäre wie offenbar zu Ihnen, allein er lässt mich zappeln. (ich meine das nicht unehrerbietig, sondern so sind meine Gefühle)
Allerdings frage ich mich auch, warum der Herrgott (Ihrer Meinung nach) so viele gutwillige Menschen in die "Irre" gehen lässt, denn ich behaupte jetzt einmal, ohne im geringsten anmaßend sein zu wollen, dass noch viele andere Katholiken, auch außerhalb der Denkrichtung der Konzilsablehner, mit gutem Willen und ernstem Bemühen versuchen dem Herrn nachzufolgen. Und dies in voller Gemeinschaft mit dem Lehramt guten Gewissens auch dürfen. Und ich habe noch nie, und das meine ich nun aus tiefstem Herzen, dabei das Gefühl gehabt unserem Heiland ungehorsam zu sein.
Und nun kommt der "casus knaktus", trotzdem vermag ich nicht auszuschließen, dass meine Auffassung die falsche ist. Ich bitte unseren Herrn bei jeder Beichte mich davor zu bewahren, aber er hat noch nicht zu mir gesprochen. Und solange werde ich dem Lehramt treu sein. Uneingeschränkt, und sollte es falsch gewesen sein, so werde ich das Fegefeuer annehmen, denn eines vermag ich überhaupt nicht zu glauben, wirklich nicht, dass alle, die nicht der Glaubensauffassung von Galahad, a.t.m., und der FSSPX (wie viele das sind ist mir nicht bekannt) zu folgen vermögen, der Hölle verfallen sind.
Ich hoffe, zumindest darüber sollten wir uns einigen können!
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jonatan
williamson spricht ein echtes grundproblem an, unter dem bei weitem nicht nur die piusleute oder der "rechte rand" leidet: autorität kann nur aus rom kommen; wenn gerade der hl. vater es ablehnt, klare autoritaetspositionen einzunehmen und etwa solche texte wie die scalfari-interviews unwidersprochen stehen laesst (worin ihm wiederum voellig inakzeptable aussagen wie die leugnung objektiver …More
williamson spricht ein echtes grundproblem an, unter dem bei weitem nicht nur die piusleute oder der "rechte rand" leidet: autorität kann nur aus rom kommen; wenn gerade der hl. vater es ablehnt, klare autoritaetspositionen einzunehmen und etwa solche texte wie die scalfari-interviews unwidersprochen stehen laesst (worin ihm wiederum voellig inakzeptable aussagen wie die leugnung objektiver wahrheit in den mund gelegt werden), oder wenn von roemischer seite so skandaloese gesten wie ein moslemisches gebet im vatikan nicht nur geduldet, sondern auch gewuenscht werden - welche autoritaet soll dann noch darin liegen?

bleibt nur die dogmatische autorität des unveränderlichen depositum fidei - nur leider funktioniert die konkret nur im zusammenspiel mit der praktischen autorität der hierarchie. und dieses zusammenspiel ist derzeit nicht erkennbar.
eiss
@Galahad

Die Fragen sind ernst und die Antworten rar.
Unser Tonfall wird entsprechend aggressiver, je mehr Ängste und Sorgen um sich greifen.

Zuerst. Die Transformation unserer Kirche hat ein Ausmaß erreicht, dass manche von uns kein Zuhause mehr finden. Ich selbst habe vor einigen Wochen einen Gottesdienst mit dem Schlusssegen zitternd verlassen und einen ganzen Tag gebraucht, wieder zu mir …More
@Galahad

Die Fragen sind ernst und die Antworten rar.
Unser Tonfall wird entsprechend aggressiver, je mehr Ängste und Sorgen um sich greifen.

Zuerst. Die Transformation unserer Kirche hat ein Ausmaß erreicht, dass manche von uns kein Zuhause mehr finden. Ich selbst habe vor einigen Wochen einen Gottesdienst mit dem Schlusssegen zitternd verlassen und einen ganzen Tag gebraucht, wieder zu mir zu finden, dabei war mir die Heilige Messe so lange ein Ort des inneren Friedens, ein Zuhause, und dann kommt der Angriff auf meine spirituelle Mitte genau aus diesem Gottesdienst. „Wohin sollen wir gehen...“, ist eine hier im Forum immer wieder gestellte Frage. Und noch liegt der Höhepunkt der Veränderung vor uns, denn 2017 steht die 500-Jahrfeier der Reformation an und unsere heilige, katholische und apostolische Kirche wird alles daransetzen, die Einheit der Christen dadurch zu wahren, dass sie sich wie ein Stier am Nasenring durch die Arena der Dekonstruktion führen lässt.

Der nächste Punkt betrifft das kulturelle Selbstverständnis unserer Gesellschaft. Das Bündnis von Unzucht und Emanzipation ist nun selbst zur herrschenden Kultur geworden und macht sich auf den Weg, „das Ende der Geschichte“ zu erreichen. Pussy Riots und Choncita Würste sind die Ikonen einer neuen Kultur, die auf die direkte Verspottung und Verhöhnung des uns Heiligen zielen. Madonna ist ein globales Pop-Idol und „hätte Maria abgetrieben, wäret ihr uns erspart geblieben“ ein politischer Slogan. Toleranz war gestern, heute ist Verhöhnung – Verhöhnung im Namen der Toleranz.

Eine politische Analyse der Veränderung der globalen Ordnung lassen wir mal beiseite, obwohl es unsere Aufgabe ist, die Zeichen der Zeit sorgfältig zu erforschen, denn der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott des Mose, der Ihn von Angesicht sehen durfte, ohne zu vergehen, und der Gott all der Propheten Israels, der schließlich als sein eigener Sohn in unsere Welt kam, den wir nicht erkannten und getötet haben, dieser Gott ist ein in der Geschichte handelnder. Aber ist dieser Gott nur Geschichte, ist Er wir und sind wir Er oder ist Er gar Ich? Für die Donnervögel Jakobus und Johannes gewiss nicht, aber bei Augustinus tritt uns schon ein gewaltiges Ich entgegen und spätestens bei Luthers Freiheit des Christenmenschen sind wir in einer Welt angekommen, in der der Mensch durch sein "allgemeines" Priestertum „Gottes mächtig“ wird, sich erhebt und auch überhebt. Aber ein Gott, dessen der Mensch mächtig ist, kann keiner mehr sein, sondern darf gemäß der Sicht des Mose nur als Götze betrachtet werden, eben als ein gemachter Gott. Und damit sind wir bei unserer grundlegendsten Verunsicherung angekommen. Wie wollen sich denn die unter uns verhalten, die an Gott als den Schöpfer des Himmels und der Erde glauben und festhalten, wie einst Abraham, wie wollen diese unter uns sich verhalten gegenüber einem gemachten Gott, einem „gemalten Männlein“, wie Thomas Müntzer es 1524 dem Luther vorhielt?

Wenn der Gott unserer Zeit ein gemachter Gott ist, müssen wir dann Atheisten werden? Müssen wir Ungläubige werden gegen den gemachten Gott, den inneren Gott, den projizierten Gott?

Abrahams Wort vom Schöpfer des Himmels und der Erde, übernommen von Melchisedek, dem König von (Jeru-)Salem ist ja nicht ohne in seiner Zeit. Im Grunde ist die Formel Abrahams für seine Zeitgenossen, die sich an Sonne, Mond und die Planeten als natürliche Gottheiten klammern, atheistisch, ungläubig, jedenfalls ihre Götter missachtend und genau da liegt das Problem. „Du sollst Vater und Mutter ehren“, ist ein zentrales Gebot, so zentral, dass es in Leviticus 19,3 sogar an zweiter Stelle steht. Aber Abrahams Vater ist Götzendiener, kann es nur sein, denn sonst würden wir ja heute noch von Terach sprechen. Wir sprechen aber von Abraham! Wie will Abraham denn mit der Konfliktsituation fertig werden? Seinen Vater ehren, für ihn beten, und doch wissend, dass sein Vater ein Götzendiener ist? Achior vor dem Kriegsrat des Holofernes erzählt von diesen Konflikten in Ur in Chaldäa und Haran, auch der Koran berichtet uns davon und die mündliche Überlieferung des Judentums auch. Nun aber stehen wir selbst in diesem Konflikt, dass unser Vater, den wir ehren sollen, ein Götzendiener sein könnte. Verehrt unser Vater (gemachte) Götter, dann werden wir durch unsere Kritik wie einst Abraham zu Rebellen, zu Gottlosen – Gottlose um der Treue zu Ihm willen.

Es gibt in EVANGELII GAUDIUM eine Stelle, die ich in diesem Zusammenhang heranziehen möchte. Es ist eine Art Fürbitte, die man zweimal lesen sollte: „Gott befreie uns von einer weltlichen Kirche unter spirituellen oder pastoralen Drapierungen! Diese erstickende Weltlichkeit erfährt Heilung, wenn man die reine Luft des Heiligen Geistes kostet, der uns davon befreit, um uns selbst zu kreisen, verborgen in einem religiösen Anschein über gottloser Leere.“ (97) Es gibt aber nun im wirklichen Leben nur eine Kirche, eine schwache, eine weltliche und eine immer wieder versagende und fehlerhafte Kirche. Und von dieser Kirche soll Gott uns befreien? Nein, es geht um drapierte Kirche? Gäbe es mehrere Kirchen, dann könnte die Befreiung von der einen Kirche einer anderen zum Sieg geleiten. Aber gäbe es mehrere Kirchen, dann gäbe es ja keine Kirche und wir hätten uns genau da eingeordnet, wo die ökologisch angehauchte Kultur der neuen polytheistischen Toleranz uns hin haben will. Nachdem die Reformation Christus Jesus, den Sohn Gottes, in eine Jedermann-Gottessohnschaft aufgelöst hat, ein Angriff, dem wir noch heute sprachlos gegenüberstehen oder den wir jubelnd begleiten, geht es jetzt in unserer Zeit darum, Gott selbst in eine Kultur der polytheistischen Öko-Toleranz zurückzustufen. An dieser Stelle müssen wir wie Abraham in der Werkstatt seines Vater, so die mündlichen Legenden, die Götter-Standbilder zerschlagen und zugleich unseren Vater achten und ehren. Das aber geschieht in der einen und einzigen Kirche die wir haben.

Es bleibt nur der Weg des Gebetes,

und die Zeichen der Zeit und des Himmels zu lesen und zu verstehen versuchen

und der Mut zur Wahrheit

im Vertrauen auf Ihm.
carlosmiguel
An Eva: Es wäre schön gewesen, das komplette Video einzustellen und nicht nur diesen Ausschnitt.

An Galahad: Ich weiß, ehrlich gesagt, nicht, woher Sie Triumph und Ironie holen – es sei denn, Sie hätten lediglich selektiv oder nicht richtig zugehört. Unter rhetorischer Zuhilfenahme seines typisch britischen Humors sagt S.E. Williamson nichts weniger als die Wahrheit: Die FSSPX wurde ja, Deo …More
An Eva: Es wäre schön gewesen, das komplette Video einzustellen und nicht nur diesen Ausschnitt.

An Galahad: Ich weiß, ehrlich gesagt, nicht, woher Sie Triumph und Ironie holen – es sei denn, Sie hätten lediglich selektiv oder nicht richtig zugehört. Unter rhetorischer Zuhilfenahme seines typisch britischen Humors sagt S.E. Williamson nichts weniger als die Wahrheit: Die FSSPX wurde ja, Deo gratias, vor über 40 Jahren kanonisch errichtet – allein die entsprechende Vorstellung, man könnte derlei heutzutage erneut bewerkstelligen, ist komplett absurd. Bei allem, was S.E. Williamson tut, versucht er natürlich, so synchron wie möglich kanonisch bleiben, freilich im Wissen, daß dies immer weniger möglich sein wird, je mehr die irdische Außenstelle Unseres Herrn Jesu im Vatikan antikatholisch wird.

An Galahad und Dogmatiker: Zwei Tatsachen entbehren nicht einer gewissen Ironie: Ausgerechnet die Neo-FSSPX hatte im April letzten Jahres in einem Artikel auf der eigenen Netzseite lang und breit über das Recht auf Ungehorsam und Widerstand gegen die gesetzte Autorität geschrieben:

www.pius.info/lehramt/7858-rechtmaess…

Und: Anfang 2010 (glaube ich) produzierte der Kanal „Erster Deutscher Staatsfunk“ (ARD) jene Mischung aus Doku über, sowie gegen Hetze die FSSPX – Hetze deswegen, weil zwar laufend Vorwürfe und Lügen verbreitet wurden, wie z.B. jene, die „Piusbrüder hätten mit Rom gebrochen und eine eigene Bruderschaft“ im „Gegenvatikan in Menzingen“ in der Schweiz „gegründet“; in Wahrheit verhielt es sich nämlich exakt 180° umgekehrt: Ohne jegliche kanonisch-rechtliche Grundlage wurde die FSSPX zunächst wie der letzte Paria behandelt und schließlich exkommuniziert. Und: Die Sendungsmacher hatten den FSSPX-Oberen kaum Gelegenheit zur Erwiderung eingeräumt.
Interessant: In jener Doku predigte S.E. Fellay eingangs - so etwa ab der zweiten Minute – anläßlich der Bischofsweihen in Zaitzkofen...

Rebellen gegen Rom – die Piusbrüder

… sehr ausführlich über Autorität und Gehorsam, und ich kann mich seinen damaligen Ausführungen nur anschließen. Nach dem Ruchbarwerden jener „Doktrinellen Präambel“ im Sommer 2012 aus der Feder Bischof Fellays,...

mitderimmaculata.blogspot.de/p/doktrinelle-pra…

… sowie dem Erwachsen traditionstreuen Widerstands deswegen, vermute ich allerdings sicher nicht ganz falsch, daß S.E. Fellay seine damaligen Worte ganz gerne wieder weglöschen, oder zum mindesten umdrechseln würde, wenn das nur irgendwie möglich wäre... Im übrigen wäre ich keinesfalls erstaunt, sollte die Neo-FSSPX mit jenem Artikel analog verfahren, wie mit so unglaublich vielen anderen in der Vergangenheit: Ihn schlichtweg zu löschen.
Kein geringerer als Sankt Thomas von Aquin hat so treffend über Ungehorsam gelehrt: Gehorsam ist zwar eine Tugend, aber keine Kardinalstugend. Ungehorsam gegen Lügen und Häresien sind nicht nur erlaubt, sondern geboten. Einem Vater, der säuft, darf man ungehorsam werden, sobald er Böses zu tun verlangt, aber als Kind wird man ihn dennoch auch immer noch ein bißchen lieben, und der Vater wird immer eins bleiben: Nämlich der Vater.

Nochmals an Galahad: Unter Bezugnahme auf den letzten Absatz füge ich noch etwas hinzu:

- Wir werden auch keine Sedisvakantisten.

Hartgesottene Sedisvakantisten nehmen das Recht in die eigene Hand; sie erklären sich zum Maß der Dinge, zu Pharisäern, die darüber befinden, ohne auch nur den Hauch von Zweifeln oder Selbstzweifeln. Angenommen, die Sedis hätten recht: Wer sollte nun entscheiden, was zu tun sei? Immerhin: Die letzten Kardinäle, die noch Papst Pius XII. ernannt hatte, sind längst schon alle tot. Sollte man nun eine Gegen-Konklave einberufen? Wer sollte das tun? Warum und wer und mit welchem Recht? Warum ausgerechnet der eine, nicht aber jener andere? Nein, nichts dergleichen: Sedisvakantismus löst kein einziges Problem, sondern schafft ganz im Gegenteil unzählige neue.
Als traditionstreuer Katholik, der sich nunmehr im Widerstand gegen die Neo-FSSPX wiederfindet, soll man eins tun, was man immer tun kann und auch sollte: Beten. Beharrlich („perseverantia versus obstinatio“ - Aurelius Augustinus) und voller Gottvertrauen beten. DIE größte Waffe schlechthin. Den Rosenkranz beten und alles weitere Unserem Herrgott Jesus Christus überlassen. Wenn Er es will, wird er Seiner Kirche wieder die Einheit schenken, und wenn nicht, dann halt nicht, denn allein Sein Wille geschehe. Und ohne jegliche Kaffeesatzleserei, die uns ohnehin nicht zusteht, weil wir weder Tag noch Stunde wissen: Ich erwäge durchaus die Möglichkeit, daß das Ende Seines irdischen Ablegers im Vatikan nahe sein könnte; die Apokalypse und das Dritte Geheimnis von Fátima gemahnen mich. In diesem Sinne: Laudetur Iesus Cristus per ómnia sáecula saeculorum.

carlosmiguel
Galahad
Werter Santiago74

Was kann man denn als Christ tun? Entweder ich kann das Vat. II. in seiner Ganzheit anerkennen, dann aber auch vollständig, dann mit allen schlechten Konsequenzen und Folgen.

Denn: Wenn ich die Idee vom Gehorsam, wie sie zuweilen z.B. im 19. Jhdt. gängig war und wie sie auch sehr edel ist (normal SOLLTE das auch so möglich sein), dann darf ich nicht nur das Konzil und den …More
Werter Santiago74

Was kann man denn als Christ tun? Entweder ich kann das Vat. II. in seiner Ganzheit anerkennen, dann aber auch vollständig, dann mit allen schlechten Konsequenzen und Folgen.

Denn: Wenn ich die Idee vom Gehorsam, wie sie zuweilen z.B. im 19. Jhdt. gängig war und wie sie auch sehr edel ist (normal SOLLTE das auch so möglich sein), dann darf ich nicht nur das Konzil und den Papst nicht kritisieren, oder muß ihm zumindest in ALLEM im Zweifelsfalle nachfolgen, sondern AUCH dem Diözesanbischof.

Wenn dieser dann zum Beispiel sagt, wir können das Lehramt bez. "Homosexualität", wie Bischof Ackermann, oder wenn er die Pille danach erlaubt oder anderes, dann muß ich das annehmen, denn nach diesem Gehorsamideal steht es mir ähnlich wenig zu über den Bischof und seine Einheit mit dem Papst zu urteilen, wie es mir nicht zustünde über den Papst zu urteilen, inwieweit seine "Interviews" in Einheit mit der Tradition stünde.

Oder ein PASTOALkonzil (wenn es sowas überhaupt gegeben hätte, meines Wissens ist das eine absolute Neuheit) ob es in Einheit mit der Tradition steht. Ein Beispiel: Man wirft Kardinal Marx und Erzbischof Zollitsch z.B. zuweilen auch berechtigt vor, die katholische Lehre in gewissen Punkten zu vernachlässigen und vor allem unter dem Pontifikat Se. Hl. Papst Benedikt XVI. (jetzt wohl aktuell nicht mehr so stark) nicht in Einheit mit dem "Kurs des Papstes zu sein". Können Sie sich vorstellen, daß es einfachen Laien zu anderen Zeiten, z.B. offiziell erlaubt gewesen wäre, einem Kardinal oder Bischof gleiches vorzuwerfen?

Oder: Wenn ein Priester halt keine Messen für die armen Seelen aufopfert und bez. regelmäßiger Anbetung erst die Gremien fragen muß ob es noch (wahrscheinlich nach Sinusstudie?!) in das pastorale Umfeld paßt Gott den rechtmäßigen Kult zu erweisen, oder wenn er zu Fronleichnam keine Monstranz vorherträgt, weil ihm das Bekenntnis zum Christkönig in der hl. Hostie aus irgendwelchen Gründen unangenehm ist, dann muß man da halt gehorchen und mitgehen. Über die Predigt spricht man ohnehin überdies nicht und in andere Pfarreien geht man nicht, das wäre ungehörig. Dann muß man sich also die geistliche Nahrung, in einem Milleu das das geistliche Leben UNMÖGLICH macht sozuagen etappenweise seelisch aushungern oder gar vergiften lassen. Und wenn es dann halt mal zu Faschings- und Westernmessen oder ähnlichem bei einem anderen Priester kommt, dann wird nach diesem Gehorsamsverständnis schon wissen was gut für seine Herde und zur Ehre Gottes ist. Oder kennen wir als Laien vllt. die Liturgie besser, als der Herr Pfarrer.

Und wenn der Pfarrer die Mohammedaner zum Bau einer Moschee ermutigt und beglückwünscht, dann muß man das halt auch tun. Denn man wenn er Dialog befiehlt wäre das ja demanch unumstößliches Gesetz.

Oder man kann sich Verhalten wie ein hl. Athanasius oder ein Erzbischof Lefebvre und das Heil der Seelen durch den unversehrten Glauben bewahren. Ich verstehe schon, daß das eine Gradwanderung ist, was er tat. Gott schützte ihn und schützt auch jetzt die FSSPX und deren Führungsspitze. Darauf vertraue ich fest.

Ich glaube aus den obigen Gründen mittlerweile, Erzbischof Lefebvre wählte die beste Lösung. Die Sedisvakantisten gehen meiner Meinung nach zu weit. Ab da wirds wirklich gefährlich für die unsterblichen Seelen (auch wenns sicher aus großer Sorge um die wahre Religion geschieht). Die Ecclesia Dei-Gemeinschaften nicht weit genug um die Tradition wirklich zu bewahren und den wahren katholischen Glauben durchgängig unverkürzt verkünden zu können. Auch das kann gefährlich für die Seelen werden, denke ich.

Was meinst Du werter Santiago74, wäre da die zweite Version nicht doch die bessere? Du siehst ja. Es ist selbst von Heiligen auch in der Tradition legitimiert, so zu handeln. Es ist sogesehen dann keine Sünde. Was würdest Du sagen?

Herzlichen Gruß, alle guten Wünsche und Gottes Segen,

Galahad

a.t.m
Sehr geehrter Santiago74, Wer auch JA zu den Irrtümern die in Texten des VK II zu finden sind, sagt, der sagt auch JA zu den Früchten des VK II siehe
www.facebook.com/media/set usw. usw. und auch zu den Forderungen der antikatholischen, häretisch- schismatischen Vereinen wie WiSiKi, ZdK, POA, KFB, Laien- Pfarrerinitiative. Und genau hier wäre der Hebel anzusetzen, es gehörten so schnell als …More
Sehr geehrter Santiago74, Wer auch JA zu den Irrtümern die in Texten des VK II zu finden sind, sagt, der sagt auch JA zu den Früchten des VK II siehe
www.facebook.com/media/set usw. usw. und auch zu den Forderungen der antikatholischen, häretisch- schismatischen Vereinen wie WiSiKi, ZdK, POA, KFB, Laien- Pfarrerinitiative. Und genau hier wäre der Hebel anzusetzen, es gehörten so schnell als möglich diese Irrtümer aus den Texten des VK II entfernt und durch wahrlich katholische Texte ersetzt, aber leider wird eben genau dieser nötige Schritt nicht gemacht um das VK II doch noch zu retten und solange dies eben nicht geschieht kann man auch nicht Vorbehaltlos Ja zum VK II.

Leider ist es aber auch Tatsache das durch die VK II bedingte Glaubens- Gotteskrise der Heilige Wille Gottes unseres Herrn heutzutage teilweise so ausgelegt wird, das aus Gut = Böse und aus Böse = Gut wird. Siehe die Stichwörter, Feindes- Nächstenliebe, Barmherzigkeit, den es ist alles andere als im Sinne dieser Sünden zu fördern.

Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen
Galahad
Werter Santiago74

"Es ist absurd für einen Katholiken, sich gegen ein allgemeines Konzil zu stellen oder die Rechtmäßigkeit eines solchen Konzils zu leugnen.

Ich verstehe, was Du meinst und mit dem Schumachertext sagen möchtest. Ich selbst habe diese These sehr lange vertreten. Allerdings muß ich mittlerweile eingestehen, daß ich das nicht mehr kann. Vor allem vor dem Hintergrund, daß dieses …More
Werter Santiago74

"Es ist absurd für einen Katholiken, sich gegen ein allgemeines Konzil zu stellen oder die Rechtmäßigkeit eines solchen Konzils zu leugnen.

Ich verstehe, was Du meinst und mit dem Schumachertext sagen möchtest. Ich selbst habe diese These sehr lange vertreten. Allerdings muß ich mittlerweile eingestehen, daß ich das nicht mehr kann. Vor allem vor dem Hintergrund, daß dieses Konzil, ein sog. Pastoralkonzil wahr. Es ist korrekt, das ist kein Grund es einfach zu ignorieren, als wäre es nicht da. Dennoch ist es nicht unfehlbar. Manche sagen sogar, man WOLLE IM KONTEXT DIESES KONZIL GAR NICHT DIE UNFEHLBARKEIT DER KIRCHE GELTEND MACHEN. Also, wenn es gegebenfalls Fehler geben kann, warum soll man dann auf diese nicht hinweisen dürfen, vor allem wenn sie definitiv nachweisbar sind? Warum muß man diese Fehler, die de facto den Glauben zerstören, weil sie in einem gewissen Geist geschrieben sind nämlich in einem theilhardistischen, modernistischen und liberalen Geist? Darauf geht Erzbischof Lefebvre im Buch: "Ich klage das Konzil an" ein. Hier findet man auch noch gute Sachen über den Ökumenismus. Vor allem auch über den sog. "Strahl der Wahrheit" in den anderen Religionen:

www.dici.org/…/brief-an-die-fr…

Herzlichen Gruß und Gottes Segen,

Galahad
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Santiago74
@Ahawim

"Demgegenüber ist festzuhalten, dass sich alle Konzilien mit den Glauben beschäftigen. Konzilien treten nicht zusammen, um disziplinäre Fragen zu lösen oder um praktische Fragen der Glaubensverkündigung zu erörtern, jedenfalls nicht primär, immer geht es den Konzilien in erster Linie um den Glauben der Kirche, dann allerdings auch um seine Aktualisierung(...)

Papst Paul VI erklärt …More
@Ahawim

"Demgegenüber ist festzuhalten, dass sich alle Konzilien mit den Glauben beschäftigen. Konzilien treten nicht zusammen, um disziplinäre Fragen zu lösen oder um praktische Fragen der Glaubensverkündigung zu erörtern, jedenfalls nicht primär, immer geht es den Konzilien in erster Linie um den Glauben der Kirche, dann allerdings auch um seine Aktualisierung(...)

Papst Paul VI erklärt am 13. Januar 1966: „Die Lehraussagen des Zweiten Vaticanum bilden kein organisches und vollständiges System der katholischen Glaubenslehre, die bedeutend umfangreicher ist, wie alle wissen. Sie ist vom Konzil nicht in Zweifel gezogen und in ihrer Substanz nicht verändert worden. Vielmehr bestätigt das Konzil diese Glaubenslehre, erläutert sie, verteidigt und entfaltet sie … wir dürfen die Lehraussagen des Konzils nicht trennen von dem lehrmäßigen Erbe der Kirche, in das sie sich offensichtlich einfügen, mit dem sie zusam-menhängen, das sie bezeugen, das sie wachsen lassen, das sie erklären und anwenden. So er-scheint auch die ‚Neuheit’ der Lehraussagen oder der Normen des Konzils in ihren rechten Proportionen und gibt keinen Anlass zu Einwendungen gegen die Treue der Kirche zu ihrer Lehraufgabe, sondern erhält ihre wahre Bedeutung, die sie in höherem Licht erstrahlen lässt“
Ahawim
Santiago74
Zitat Schuhmacher: "Wer behauptet, authentische Lehren des II. Vatikanischen Konzils stünden im Widerspruch mit der Tradition der Kirche schwingt sich zu einem Super-Lehramt auf und mogelt ein subjektives und damit protestantisches Prinzip in das katholische Glaubensverständnis hinein."


Die Priesterbruderschaft hält an der überlieferten Lehre vor dem VII fest!
Wenn die "Lehren" (ich …More
Santiago74
Zitat Schuhmacher: "Wer behauptet, authentische Lehren des II. Vatikanischen Konzils stünden im Widerspruch mit der Tradition der Kirche schwingt sich zu einem Super-Lehramt auf und mogelt ein subjektives und damit protestantisches Prinzip in das katholische Glaubensverständnis hinein."


Die Priesterbruderschaft hält an der überlieferten Lehre vor dem VII fest!
Wenn die "Lehren" (ich dachte es gab keine Lehren) des VII nicht im Widerspruch zur Tradition stehen sollen - weshalb ist das Problem bezüglich der Piusbruderschaft ein Problem der Doktrin?

Weshalb sagte Kard. Ratzinger, dass aus dem Syllabus durch das VII ein ein Gegensyllabus geworden ist? (!)
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Santiago74
Schumacher weiter:

"Es ist absurd für einen Katholiken, sich gegen ein allgemeines Konzil zu stellen oder die Rechtmäßigkeit eines solchen Konzils zu leugnen. Die Konzilien sind die höchste Instanz der Kirche in Glaubens- und Sittenfragen, die Konzilien sind es einerseits und der Träger des Petrusamtes ist es andererseits. Und die Konstatierung der Rechtmäßigkeit eines Konzils durch den Papst …More
Schumacher weiter:

"Es ist absurd für einen Katholiken, sich gegen ein allgemeines Konzil zu stellen oder die Rechtmäßigkeit eines solchen Konzils zu leugnen. Die Konzilien sind die höchste Instanz der Kirche in Glaubens- und Sittenfragen, die Konzilien sind es einerseits und der Träger des Petrusamtes ist es andererseits. Und die Konstatierung der Rechtmäßigkeit eines Konzils durch den Papst fällt unter das Charisma der Unfehlbarkeit. Martin Luther (+ 1546) und die Reformatoren haben seinerzeit ihr subjektives Urteil über die Lehre der Kirche gestellt. Luther sagte einst in der äußersten intellektuellen Bedrängnis in der berühmten Leipziger Disputation im Jahre 1519: Konzilien können irren, und zerstörte damit das letzte Fundament der Kirche, damit aber auch sein eigenes. Damals verteidigte Johannes Eck (+ 1543) vehement die Lehrautorität des Papstes und der Konzilien gegen ihn."
Santiago74
"Das ist die Folge, daß ein gewisses (Pastoral!- und daher fehlbares) Konzil nicht einmal mehr in allen Punkten Gott gehorchen wollte"

Werter Galahad, dazu noch einmal Joseph Schumacher, was theologisch "Pastoralkonzil" meint:

"Immer wieder rechtfertigen die Anhänger Lefebvres ihre Nichtanerkennung des II. Vatika-nischen Konzils mit der Behauptung, dieses sei nur ein Pastoralkonzil gewesen, es …More
"Das ist die Folge, daß ein gewisses (Pastoral!- und daher fehlbares) Konzil nicht einmal mehr in allen Punkten Gott gehorchen wollte"

Werter Galahad, dazu noch einmal Joseph Schumacher, was theologisch "Pastoralkonzil" meint:

"Immer wieder rechtfertigen die Anhänger Lefebvres ihre Nichtanerkennung des II. Vatika-nischen Konzils mit der Behauptung, dieses sei nur ein Pastoralkonzil gewesen, es habe daher keine Relevanz für den Glauben. Demgegenüber ist festzuhalten, dass sich alle Konzilien mit den Glauben beschäftigen. Konzilien treten nicht zusammen, um disziplinäre Fragen zu lösen oder um praktische Fragen der Glaubensverkündigung zu erörtern, jedenfalls nicht primär, immer geht es den Konzilien in erster Linie um den Glauben der Kirche, dann allerdings auch um seine Aktualisierung. Wenn man das II. Vatikanische Konzil als Pastoralkonzil anspricht, kann das nur besagen, dass es in besonderer Weise die Vermittlung des Glaubens im Blick hatte und dass es keine Verurteilungen ausgesprochen hat, dass es irenisch war und positiv in seiner Grundhaltung. Allein, bei vielen Konzilien war es so, dass sie primär die Vermittlung des Glaubens im Blick hatten. Idealerweise sollte es bei allen Konzilien so sein. Denn der Glaube der Kirche ist seinem Wesen gemäß auf die Verkündigung ausgerichtet. Die Offen-barung wurde der Kirche von Gott anvertraut, damit sie sie der Menschheit mitteile. Die Kirche versteht sich seit eh und je als die Sachwalterin der göttlichen Offenbarung.Die Annahme aller Konzilien ist selbstverständlich für einen Katholiken, erst recht für die Amtsträger der Kirche und für die Theologen, die eine wichtige Funktion innehaben, sofern sie den Glauben wissenschaftlich reflektieren und darüber Auskunft geben sollen, was zum Glauben der Kirche gehört und was nicht, welche Gewissheitsqualität diese oder jene Glau-benswahrheit hat und wie diese oder jene Glaubenswahrheit zu verstehen ist. Aber das Selbst-verständliche ist heute nicht mehr selbstverständlich. Im Zweifelsfall schaut der Katholik auf den Papst, in dem das Lehramt der Kirche, wie gesagt, seine höchste Aufgipfelung erfährt. Das verbietet dem Einzelnen allerdings nicht jede Kritik am Konzil, vorausgesetzt, dass er die nötigen Kenntnisse hat und dass er seine Kritik mit dem „sentire cum Ecclesia“, mit einer kindlichen Liebe zur Kirche, verbindet. Die Kirche ist unsere Mutter. Das haben viele heute vergessen. Aus der Kirche, die unsere Mutter ist, ist im Jargon „unsere Kirche“ geworden. De facto ist auch das ein Anzeichen für den Indifferentismus, der in die Kirche eingedrungen ist. Für die Heilige Schrift gibt es nur die Kirche Gottes oder die Kirche Christi, die selbstverständlich nur eine ist und schon deshalb nicht mit dem Possessivpronomen verbunden werden kann.

Papst Paul VI erklärt am 13. Januar 1966: „Die Lehraussagen des Zweiten Vaticanum bilden kein organisches und vollständiges System der katholischen Glaubenslehre, die bedeutend umfangreicher ist, wie alle wissen. Sie ist vom Konzil nicht in Zweifel gezogen und in ihrer Substanz nicht verändert worden. Vielmehr bestätigt das Konzil diese Glaubenslehre, erläutert sie, verteidigt und entfaltet sie … wir dürfen die Lehraussagen des Konzils nicht trennen von dem lehrmäßigen Erbe der Kirche, in das sie sich offensichtlich einfügen, mit dem sie zusam-menhängen, das sie bezeugen, das sie wachsen lassen, das sie erklären und anwenden. So er-scheint auch die ‚Neuheit’ der Lehraussagen oder der Normen des Konzils in ihren rechten Proportionen und gibt keinen Anlass zu Einwendungen gegen die Treue der Kirche zu ihrer Lehraufgabe, sondern erhält ihre wahre Bedeutung, die sie in höherem Licht erstrahlen lässt“[13].

Wie der neue Präfekt der Glaubenkongregation Erzbischof Müller sogleich am Beginn seiner Tätigkeit im Juli des vergangene Jahres in der Glaubenskongregation betonte, geht es in dem Dialog mit der Pius-Bruderschaft und überhaupt in der Glaubensverkündigung der Kirche um die Überwindung der Interpretationsschwierigkeiten des II. Vatikanischen Konzils. Die Entfaltung des Glaubens und seine Interpretation in der Kontinuität sind grundlegende Elemente der Kirche. Wer behauptet, authentische Lehren des II. Vatikanischen Konzils stünden im Widerspruch mit der Tradition der Kirche schwingt sich zu einem Super-Lehramt auf und mogelt ein subjektives und damit protestantisches Prinzip in das katholische Glaubensverständnis hinein.

Ein Ökumenisches Konzil - das heißt: ein allgemeines Konzil, nicht ein Partikularkonzil - ist immer als Handeln des höchsten Lehramtes der Kirche zu verstehen. Wenn der Katholik ein allgemeines Konzil als solches und in seinem „testimonium fidei“ nicht in Frage stellen kann, heißt das nicht, dass er nicht Kritik üben kann an einem Konzil, auch an einem allgemeinen Konzil kann er unter Umständen Kritik üben, es muss sich dann allerdings um sachliche Kritik handeln. Nicht kann man dabei über die Texte und Aussagen, die den geoffenbarten Glauben betreffen, diskutieren[14]."
Galahad
Tja werter Dogmatiker. Was ist sagen ist gibt sehr zu denken. Das ist sogar so schlimm, daß wir momentan einen Papst haben (der am linken Rand steht) und scheinbar nicht mal mehr Gott gehorchen möchte, bzw. dessen Geboten. Man bedenke nur, wie er vor allem auch zum ersten Gebot steht. Das übertrumpft ja womöglich noch die Apostasie von Assisi. Aber was will man erwarten? Das ist die Folge, daß …More
Tja werter Dogmatiker. Was ist sagen ist gibt sehr zu denken. Das ist sogar so schlimm, daß wir momentan einen Papst haben (der am linken Rand steht) und scheinbar nicht mal mehr Gott gehorchen möchte, bzw. dessen Geboten. Man bedenke nur, wie er vor allem auch zum ersten Gebot steht. Das übertrumpft ja womöglich noch die Apostasie von Assisi. Aber was will man erwarten? Das ist die Folge, daß ein gewisses (Pastoral!- und daher fehlbares) Konzil nicht einmal mehr in allen Punkten Gott gehorchen wollte. Man muß pragmatischer zugeben, daß da die Taten eines Franziskus nur die logisch auftretenden Langzeitfolgen sind. Er hat sich nicht allein vor Gott schuldig gemacht, wenn er auch seine Teil dazutut. Das sind schon schlimme Zustände. Daraus resultiert ja auch gerade diese heutige Verwirrung. Ich finde, wir sollten viel zu Unserer Lieben Frau von Fatima beten, was meinen Sie?

In einem muß ich sie allerdings korrigieren: Falls sie mit jenen "die keiner konkreten Hierarchie nachfolgen" die Befürworter der FSSPX hier bei G.TV meinen, dann haben Sie diese mißverstanden. Sie erkennen Papst Franz I. an und folgen ihm nach, in allem was er KAHTOLISCHES sagt und befiehlt. Sie beten auch z.B. in jeder Hl. Messe für ihn (tut das jeder Modernist auch?), ebenso für den jeweiligen Diözsanbischof (tut das jeder Modernist auch?).

Nur sie lassen sich durch den Gehorsam gegenüber Menschen nicht zum Ungehorsam gegenüber Gott zwingen. Da muß man im Zweifelsfalle, in einer Notsituation wie sie heute ist, Gott mehr gehorchen, als den Menschen. Eine besonders schöne Situation ist das für uns alle nicht. Das ist eine ganz klare Tatsache. Aber um es einmal frei nach Erzbischof Lefebvre auszudrücken, der wohl durch Eingebung des Hl. Geistes die bestmögliche Vorgehensweise (damals wie heute!) für die FSSPX wählte:

- Wir werden keine Protestanten

- Wir werden keine Freidenker

- Wir werden keine Atheisten


Befehle die das vorschreiben oder nachweislich und eindeutig dahinführen können keine legitimen Befehle sein und müssen, ja dürfen daher auch nicht befolgt werden.

Der Papst ist zwar der Vertreter Gottes, die Bischöfe sind zwar die Nachfolger der hl. Apostel, aber alle die Genannten sind nicht Gott selber und sie stehen schon gar nicht über ihm. Daher können sie auch sein Wort und sein Gesetz nicht ändern.

Herzlichen Gruß und Gottes Segen,

Galahad

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Dogmatiker
PS: gilt nicht nur für Priester sondern auch für bestimmte unserer gloria.tv-Laien....
Dogmatiker
Tja, die logische Folge:

Gewisse Priester etc. können KEINER KONKRETEN Hierarchie gehorchen.

Und solche Priester gibt es eben und gerade auch am rechten Rand....

Sie "gehorchen" nur sich selber und einer abstrakten katholischen Lehre - vermeintlich!

Zum Wesen des Katholischen gehört aber immer, dass man sich KONKRETEN Oberen unterwirft.

Sehr schön, dass auch Bischof Williamson mittler…More
Tja, die logische Folge:

Gewisse Priester etc. können KEINER KONKRETEN Hierarchie gehorchen.

Und solche Priester gibt es eben und gerade auch am rechten Rand....

Sie "gehorchen" nur sich selber und einer abstrakten katholischen Lehre - vermeintlich!

Zum Wesen des Katholischen gehört aber immer, dass man sich KONKRETEN Oberen unterwirft.

Sehr schön, dass auch Bischof Williamson mittlerweile zugibt, dass man gewisse Priester nicht führen kann, weil sie niemandem und keiner konkreten Person gehorchen können(und wollen)...
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Galahad
So leicht kommt man in falschen Verdacht kommen, nicht wahr? Na endlich hat Se. Ex. Bischof Willamson mal seit langem mit Bischof Fellay etwas gemeinsam. Sehr schön pointiert, liebe Eva.

Herzlichen Gruß und Gottes Segen,

Galahad