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Den katholischen Glauben verletzt man nicht nur durch Häresie – Katholisches

von Roberto de Mattei*
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Im Lexikon der Dogmatik von Kardinal Pietro Parente und Msgr. Antonio Piolanti heißt es:

„Die Formeln der Beanstandung sind zahlreich mit einer Gradualität, die vom Minimum zum Maximum reicht. Sie lassen sich in drei Kategorien gruppieren.

Erste Kategorie: in Bezug auf den doktrinellen Inhalt kann eine theologische Angelegenheit beanstandet werden: a) als häretisch, wenn sie offen einer …More
Im Lexikon der Dogmatik von Kardinal Pietro Parente und Msgr. Antonio Piolanti heißt es:

„Die Formeln der Beanstandung sind zahlreich mit einer Gradualität, die vom Minimum zum Maximum reicht. Sie lassen sich in drei Kategorien gruppieren.

Erste Kategorie: in Bezug auf den doktrinellen Inhalt kann eine theologische Angelegenheit beanstandet werden: a) als häretisch, wenn sie offen einer von der Kirche definierten Glaubenswahrheit widerspricht; bei geringerer Ausprägung des Widerspruchs kann je nach Intensität von der These gesagt werden, daß sie nahe der Häresie ist, oder einen häretischen Beigeschmack hat; b) als irrig, wenn sie einer theologischen Schlußfolgerung widerspricht, die sich von einer offenbarten Wahrheit und einem Prinzip der Vernunft herleitet; wenn sie sich einem einfachen Urteil widersetzt, das von Theologen allgemein geteilt wird, wird die Angelegenheit als temeraria [tollkühn] beanstandet. Zweite Kategorie: in Bezug auf die mangelhafte Form kann die These als mißverständlich, zweifelhaft, spitzfindig, verdächtig, schlecht klingend usw. beanstandet werden auch wenn sie keiner Glaubenswahrheit in doktrineller Hinsicht widerspricht. Dritte Kategorie: in Bezug auf die Wirkung, die sie wegen der besonderen Umstände der Zeit und des Ortes entfalten kann, auch wenn sie weder dem Inhalt oder der Form nach irrig ist. In diesem Fall wird die These als verkehrt, lasterhaft, skandalös, gefährlich, verführerisch beanstandet.“ ((Dizionario di teologia dogmatica, Studium, Roma 1943, S. 45-46)).

In allen diesen Fällen fehlt der katholischen Wahrheit die doktrinelle Vollständigkeit oder sie wird auf mangelhafte und unangemessene Weise ausgedrückt.
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"Die Worte von Kardinal Müller erinnern uns daran, daß es zwischen weiß (die vollständige Orthodoxie) und schwarz (die offene Häresie) ein Grauzone gibt, die von den Theologen mit Präzision erkundet wurde. Es gibt doktrinelle Thesen, die, obwohl nicht ausdrücklich häretisch, von der Kirche je nach Schwere und Widerspruch zur katholischen Lehre mit theologischen Qualifikationen mißbilligt …More
"Die Worte von Kardinal Müller erinnern uns daran, daß es zwischen weiß (die vollständige Orthodoxie) und schwarz (die offene Häresie) ein Grauzone gibt, die von den Theologen mit Präzision erkundet wurde. Es gibt doktrinelle Thesen, die, obwohl nicht ausdrücklich häretisch, von der Kirche je nach Schwere und Widerspruch zur katholischen Lehre mit theologischen Qualifikationen mißbilligt wurden. Der Widerspruch gegen die Wahrheit artikuliert sich in unterschiedlichem Grad je nachdem ob direkt oder indirekt, unmittelbar oder fern, offen oder versteckt und so weiter. Die „theologischen Zensuren“ (nicht zu verwechseln mit den kirchlichen Zensuren oder Strafen) bringen, wie Pater Sisto Cartechini in seinem Standardwerk ((Sisto Cartechini, Dall’opinione al dogma. Valore delle note teologiche, Edizioni “La Civiltà Cattolica“, Rom 1953)) erklärt, das negative Urteil der Kirche über einen Begriff, eine Meinung oder eine ganze theologische Lehre zum Ausdruck.

Dieses Urteil kann privat sein, wenn es von einem oder mehreren Theologen aus eigener Initiative abgegeben wird, oder öffentlich und offiziell, wenn es von der kirchlichen Autorität verkündet wird."
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