Anmaßung?

@nujaas Nachschlag hat dankenswerter Weise einen wichtigen Kommentar zu meinem Artikel Wie ein altes Ehepaar hinterlassen. Es wäre natürlich furchtbar und unerträglich anmaßend, wenn ich die Wir …
M.RAPHAEL
Natürlich gilt immer die Lehre der vorkonziliaren Heiligen Katholischen Kirche. Wenn ich das Wir benutze, ist das zuerst meine Perspektive auf meine spezifische Einbettung/Rolle in die unsichtbare Gemeinschaft (z.B. Ein Soldat spricht von seiner Armee). Wichtig ist, dass meine Perspektive nichts mit einem Produkt meiner Psyche zu tun hat. Religion ist niemals Privatsache, in der jeder sein Ding …More
Natürlich gilt immer die Lehre der vorkonziliaren Heiligen Katholischen Kirche. Wenn ich das Wir benutze, ist das zuerst meine Perspektive auf meine spezifische Einbettung/Rolle in die unsichtbare Gemeinschaft (z.B. Ein Soldat spricht von seiner Armee). Wichtig ist, dass meine Perspektive nichts mit einem Produkt meiner Psyche zu tun hat. Religion ist niemals Privatsache, in der jeder sein Ding machen kann, weil er sie als seine Projektion überhaupt erst erschafft. Nein, wir erschaffen nicht Gott. Gott erschafft uns. Wenn ich den unsichtbaren Himmel sehe, dann sehe ich eine Realität, die faktische Objektivität hat. Wir haben den Hl. Thomas vergessen:
„Menschliche Erkenntnis ist nicht aus sich selbst wahr, sondern weil und insofern sie mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Der erkennende Geist empfängt sein Maß von den Dingen. Die geschaffenen Dinge aber haben ihr Maß vom erkennenden Geiste Gottes empfangen; er ist maßgebend und nicht maßempfangend. Alles, was ist, ist zwischen den göttlichen und den menschlichen Intellekt gestellt. Von Gott ist es – und das heißt Schöpfung – actu, wirklich erkannt, und darin gründet die prinzipielle Erkennbarkeit (STh I 78,1). Dieser Erkennbarkeit korrespondiert die Geistseele, die von ihrem Ursprung her solcher Art ist, daß sie mit allem Seienden übereinstimmen kann. Wegen dieser Fähigkeit sagt Thomas von der Seele, sie sei gewissermaßen alles, quodammodo omnia; sie ist nicht nur das, was sie selbst ist, sondern in gewisser Weise auch das andere: »Non solum est id quod est, sed etiam est quodammodo alia« (In De anima, lib, II lect. 5 nr. 383)”. Heinzmann, Richard, Philosophie des Mittelalters, Stuttgart, Berlin, Köln, 1992, S.217.
Tradycja i Wiara
LeoStratz
Ich finde das ganz interessant was hier geschrieben steht. Ich kann es aber nicht ganz richtig einordnen.

Meine Frau und ich feiern zwar auch bald das Goldene Ehejubiläum, aber deswegen reden wir in der Regel nicht in der wir Form, sondern lassen jeden für sich selbst reden.

Es kann ja sein, dass man als Eremit näher mit dem Himmel verbunden ist und von daher sich als Gemeinschaft fühlt. Aber …More
Ich finde das ganz interessant was hier geschrieben steht. Ich kann es aber nicht ganz richtig einordnen.

Meine Frau und ich feiern zwar auch bald das Goldene Ehejubiläum, aber deswegen reden wir in der Regel nicht in der wir Form, sondern lassen jeden für sich selbst reden.

Es kann ja sein, dass man als Eremit näher mit dem Himmel verbunden ist und von daher sich als Gemeinschaft fühlt. Aber dann müßte man ja fast schon Ex Cathedra sprechen, wenn man in der wir Form spricht.

Es gibt natürlich eine übernatürliche Realität, die ein begrenzter Mensch erfahren kann. Kann er aber die Gesamtheit dieser Übernatürlichkeit in sich aufnehmen?

Ich bin skeptisch. Aber ganz interessant diese Anmerkungen.
M.RAPHAEL
Wir leben in der Welt des Ichs. Wer sich der Liebe unbedingt hingibt, erfährt das Wir. Aber er wird zu einem Narren in dieser Welt. Natürlich. Das wirklich Großartige ist, dass jeder von uns ganz er selbst bleibt. Wir verschmelzen nicht. Diese unglaubliche Liebe gibt es. Sie ist Faktenrealität. Niemand von uns ist Gott, außer Gott. Nur Gott ist Gott. Wir wollen und brauchen nicht in Seinen …More
Wir leben in der Welt des Ichs. Wer sich der Liebe unbedingt hingibt, erfährt das Wir. Aber er wird zu einem Narren in dieser Welt. Natürlich. Das wirklich Großartige ist, dass jeder von uns ganz er selbst bleibt. Wir verschmelzen nicht. Diese unglaubliche Liebe gibt es. Sie ist Faktenrealität. Niemand von uns ist Gott, außer Gott. Nur Gott ist Gott. Wir wollen und brauchen nicht in Seinen Schrank zu schauen. Die Liebe versteht das. Es ist eigentlich ganz einfach. Vielen Dank, @LeoStratz.