Galahad
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Nein zu Bekehrungen, Ja zur Mission – Widerspricht sich der Papst selbst?

(Rom) Zum Atheisten Eugenio Scalfari sagte Papst Franziskus: Nein zu Bekehrungen. Bei der Generalaudienz am vergangenen Mittwoch erklärte er den missionarischen Auftrag der Kirche zur „Priorität“ …
Galahad
"Nein, das sind Protestanten, aber sie sind gut." Dies, so Bergoglio heute, "war die Weisheit der wahren Religion".

Dieser Satz reicht allein schon aus, um z.B. die Aussagen von Bischof Fellay vollständig zu bestätigen. Wenn es Protestanten sind und damit Irrgläubige, also wenn sie Gott nicht den von ihm gewünschten Kult erweisen, dann kann es nicht gut sein. Dann können sie eventuell, solange …More
"Nein, das sind Protestanten, aber sie sind gut." Dies, so Bergoglio heute, "war die Weisheit der wahren Religion".

Dieser Satz reicht allein schon aus, um z.B. die Aussagen von Bischof Fellay vollständig zu bestätigen. Wenn es Protestanten sind und damit Irrgläubige, also wenn sie Gott nicht den von ihm gewünschten Kult erweisen, dann kann es nicht gut sein. Dann können sie eventuell, solange sie im unüberwindlichen Irrtum sind (Aus denen Papst Franziskus sie ja scheinbar nicht für notwendig hält, durch Mission im eigentlich kath. Sinne zu befreien, wie ich das verstehe!!!) GUTEN WILLENS sein. Das ist etwas anderes. Aber gut kann man das auf keinen Fall nennen. Das Falsche ist nie gut. Also wie kann das das Geheimnis der wahren Religion sein? Und was versteht Papst Fanzisktus I. unter "wahrer Religion"? Ich hoffe trotz aller Besorgnis, immer noch inständig, daß es nicht dasselbe oder etwas ähnliches wie Hans Küngs "Weltethos" ist.
Gast Remo
Ja lisa,

ist schon recht. Nimm meine Worte nicht ernst.

Gehe zur Zeit durch die dunkle Nacht im geistigen Sinne.

Frei werden von allen Du weist schon ….
Aber wer redet denn von Streit, lieber Gerhard?? War doch nur eine sanfte Frage!!
Ebenfalls alles Gute!
Gast Remo
Hallo elisabet…

das kann schon mal passieren.

Aber ich kann ja auch schweigen.

Auf keinen Fall möchte ich heute Streiten.

Ich hoffe Dir geht es gut und wünsche Dir auf diesen Weg das aller Beste.

Liebe Grüße

Gerhard
Gast Remo
Mein Freund, der Rabbi
Papst Franziskus und Rabbi Abraham Skorka aus Buenos Aires verbindet eine lange Freundschaft. Ihre zunächst privaten Unterhaltungen mündeten in ein Buch, das nun auch auf Deutsch vorliegt.
Im Anfang war der Fußball. Ein Fan des argentinischen Erstligaclubs Atletico San Lorenzo de Almagro fragte sein Gegenüber nach dessen Lieblingsverein. Es war der Lokalrivale River Plate. …More
Mein Freund, der Rabbi
Papst Franziskus und Rabbi Abraham Skorka aus Buenos Aires verbindet eine lange Freundschaft. Ihre zunächst privaten Unterhaltungen mündeten in ein Buch, das nun auch auf Deutsch vorliegt.
Im Anfang war der Fußball. Ein Fan des argentinischen Erstligaclubs Atletico San Lorenzo de Almagro fragte sein Gegenüber nach dessen Lieblingsverein. Es war der Lokalrivale River Plate. Aus der Begegnung vor über 20 Jahren erwuchs eine wunderbare Freundschaft. Der Atletico-Anhänger ist inzwischen Papst, sein Gesprächspartner Abraham Skorka noch immer Rabbi und Hochschullehrer in Buenos Aires. Ihre zunächst privaten Unterhaltungen mündeten 2010 in ein Buch, das nun auch auf Deutsch vorliegt.
Bibliografisch wohl nicht ganz korrekt weist der im Münchner Riemann Verlag erschienene Titel "Über Himmel und Erde" den Papst als Autor aus. Zum Zeitpunkt der ersten Publikation auf Spanisch war Jorge Bergoglio noch Erzbischof der argentinischen Hauptstadt. Die mal kürzeren, mal längeren Dialoge geben Einblick in seine Ansichten zu Gott und Gebet und zu Tod und Teufel, an dessen Existenz er nicht zweifelt. "Vielleicht war es sein größter Erfolg in diesen Zeiten, uns glauben zu lassen, es gäbe ihn nicht".
Erste vorab veröffentlichte Auszüge lasen sich wie aktuelle Kommentare des katholischen Kirchenoberhaupts zur Steueraffäre von Uli Hoeneß. "Auch das Geld hat ein Vaterland", heißt es da. "Wer eine Industrie im Land betreibt und das Geld mitnimmt, um es außerhalb des Landes zu horten, der sündigt." Kein Zweifel, Papst Franziskus ist nicht nur Ehrenmitglied bei den Kickern von San Lorenzo, sondern auch im Verein für deutliche Aussprache.
Kein theologisches Traktat
Das Buch ist kein theologisches Traktat. Man merkt ihm an, dass beide Männer die mündliche Rede dem gedruckten Wort vorziehen. Bei einigen Themen will indes ein echtes Gespräch nicht zustande kommen. Es bleibt bei knappen Positionsbestimmungen, die nicht weiter vertieft werden. Bergoglio: "Abtreiben heißt, jemanden zu töten, der sich nicht wehren kann." Skorka: "Grundsätzlich verurteilt das Judentum die Abtreibung, aber in manchen Situationen ist sie erlaubt, zum Beispiel, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist."
Anekdoten würzen den Text. Im Kapitel über "Fundamentalismus" erzählt Bergoglio, wie er als Kind bei seiner Großmutter war, als zwei Frauen der Heilsarmee vorbeikamen. Wegen der merkwürdigen Häubchen fragte sie der Sechsjährige, ob das Nonnen seien, und erhielt von seiner Oma zur Antwort: "Nein, das sind Protestanten, aber sie sind gut." Dies, so Bergoglio heute, "war die Weisheit der wahren Religion".
Nicht zufällig handelt eines der längsten Kapitel von der Armut. Einem Benefiz-Dinner der Caritas mit dem argentinischen Präsidenten, bei dem eine goldene Rolex versteigert wurde, blieb Bergoglio fern. "Man suchte nach jemandem, der mit dieser Uhr eitel herumprotzen wollte, um die Armen zu speisen." Mit solchen "Karikaturen der Nächstenliebe" hat Franziskus nichts am Hut.
Wille zum interreligiösen Dialog
Die Zuwendung zu den Bedürftigen lässt sich seiner Ansicht nach nicht delegieren, sie bleibt eine Herausforderung für jeden Christen. "Man muss den Kranken pflegen - selbst wenn das Widerwillen, Ekel hervorruft." Und er gesteht, dass er es persönlich "schrecklich schwer" findet, ins Gefängnis zu gehen, "denn das, was man dort sieht, ist sehr hart". Vor diesem Hintergrund gewinnt seine Praxis der Fußwaschung am Gründonnerstag noch einmal an Gewicht.
Vor allem aber gibt das Buch Zeugnis vom Willen zum interreligiösen Dialog. Skorka sagt, 50 Jahre zuvor wäre dies noch nicht möglich gewesen. Als erstem Rabbiner überhaupt verlieh ihm Bergoglio im vergangenen Herbst die Ehrendoktorwürde der Päpstlichen Universität in Buenos Aires. Genau 50 Jahre nach Beginn des Zweiten Vatikanischen Konzils.
Kritischen Fragen seines jüdischen Freundes zur Rolle von Pius XII. und der katholischen Kirche in der Nazizeit weicht Bergoglio nicht aus. Aus seinen Antworten geht hervor, dass das Seligsprechungsverfahren für den Pacelli-Papst noch länger dauern könnte. Für die Forderung seines jüdischen Freundes nach Öffnung aller Archive im Vatikan zeigt er jedenfalls vollstes Verständnis.
Gast Remo...hatten Sie heute keine inneren Eingebungen zu kürzeren Texten???
Galahad
@Nujaa

Genau das "Dialogbuch".
Gast Remo
Die Kirche wachse nicht durch Proselytismus, sondern durch die Predigt und das Zeugnis. Ein Christ errichte keine Mauern, sondern schlage Brücken. Die Verkündigung des Evangeliums sei ein Dialog und keine Verurteilung. Die Betrachtung von Papst Franziskus während der gestern mit Kardinal Francesco Coccopalmerico und Msgr. Oscar Messe im Gästehaus konzelebrierten Messe, an der unter anderem …More
Die Kirche wachse nicht durch Proselytismus, sondern durch die Predigt und das Zeugnis. Ein Christ errichte keine Mauern, sondern schlage Brücken. Die Verkündigung des Evangeliums sei ein Dialog und keine Verurteilung. Die Betrachtung von Papst Franziskus während der gestern mit Kardinal Francesco Coccopalmerico und Msgr. Oscar Messe im Gästehaus konzelebrierten Messe, an der unter anderem Angestellte der Direktion der allgemeinen Dienste des Governatorats, der Kanzlei des Gerichts des Staates der Vatikanstadt und der Floreria1 beiwohntenteilnahmen, enthielt Gedanken großer Klarheit.

Mit diesen Überlegungen erinnerte er an die wahre Bedeutung zahlreicher Begriffe, die uns Christen oft selbstverständlich erscheinen; beginnend mit dem Sinn der Evangelisierung, bei der es sich laut dem Papst eine „Verkündigung“ handelt und nicht um einen Weg der zahlenmäßigen Vergrößerung der Kirche durch Anwerben großer Scharen von Gläubigen. Diese Verkündigung impliziere ein „Gespräch mit allen“, um jene Wahrheit zu verkünden, die wir durch „keine Enzyklopädie“ erlernen können, sondern in der Begegnung mit Christus empfangen.
Diesem Geist entspringe laut dem Heiligen Vater die Haltung des Apostel Paulus, der in seiner Rede an die Griechen in Areopag versucht hatte, sich seinen Zuhörern „mehr mit dem Herzen zu nähern“ und in einen „Dialog“ mit ihnen zu treten, anstatt ihnen Ansichten aufzudrängen. Aus diesem Grund ist er in der Geschichte als Völkerapostel eingeschrieben. Laut dem Papst sei er darüber hinaus ein wahrer „Pontifex“, ein „Brückenbauer“ gewesen, anstatt Mauern zu errichten.
Die „mutige“ Haltung des Apostels liefere jedem Christen der heutigen Zeit gleichsam einen Ansporn dazu, seine eigene Haltung zu überdenken. Franziskus richtete in diesem Zusammenhang folgende Worte an die Gläubigen: „Ein Christ muss Jesus Christus in einer Weise verkünden, dass dieser akzeptiert und empfangen und nicht abgelehnt wird. Und Paulus weiß, dass er die Saat dieser Botschaft des Evangeliums ausstreuen muss.“ Es sei ihm bewusst, dass die Verkündigung Jesu Christi nicht einfach sei, aber nicht von ihm abhänge. Zwar müsse er sein Möglichstes tun, doch die Verkündigung Jesu Christi hänge vom Heiligen Geist ab.
Im Evangelium der Tagesliturgie führe Jesus dies in einleuchtender Weise vor Augen: „Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen“ (Joh 16,13). Der Heilige Vater rief an dieser Stelle die Worte des hl. Paulus an die Athener in Erinnerung. Paulus habe zu ihnen nicht gesagt: ‚Das ist eine Enzyklopädie der Wahrheit. Lernt das und ihr werdet die Wahrheit besitzen!‘ Nein! Die Wahrheit gelangt in keine Enzyklopädie. Die Wahrheit ist eine Begegnung. Sie ist eine Begegnung mit der höchsten Wahrheit: Jesus, der großen Wahrheit. Niemand ist Herr der Wahrheit. Die Wahrheit wird in der Begegnung empfangen“.
Laut Papst Franziskus hätten sich die Zeiten verändert und mit ihnen die Gesellschaft und einige Sichtweisen der Kirche. Diese stehe nun einer ausgeprägten Säkularisierung und einer vollkommen von Gott entfernten Menschheit gegenüber und wolle niemanden ausschließen. Er führte aus: „Diese letzten 50, 60 Jahre sind eine schöne Zeit gewesen. Ich erinnere mich daran, dass wir als Kinder in den katholischen Familien, in der meinen, gehört haben: ‚Nein, zu denen nach Hause können wir nicht gehen, weil sie nicht kirchlich verheiratet sind.‘ Es war wie ein Ausschließen. Nein, du konntest da nicht hingehen! Oder weil sie Sozialisten oder Atheisten sind, können wir nicht zu ihnen gehen. Es war wie eine Verteidigung mit Mauern.“ Jetzt spreche man „Gott sei Dank“ nicht mehr so. Man sage das nicht, denn „der Herr hat Brücken geschlagen!“
Anschließend erinnerte der Papst an die Worte Benedikts XVI., wonach die Kirche nicht durch Proselytismus wachse, sondern durch Anziehung, durch das Zeugnis, durch die Predigt. Genau diese Haltung habe der hl. Paulus eingenommen. Da er nicht am Herrn zweifelte, habe er keinen Proselytismus betrieben, sondern sich der Evangelisierung angenommen.
Vor diesem Hintergrund erteilte der Papst folgende eindringliche Mahnung: „Christen, die Angst davor haben, Brücken zu schlagen, und es vorziehen, Mauern zu errichten, sind Christen, die sich ihres Glaubens nicht sicher sind, die sich Jesu Christi nicht sicher sind.“ Vielmehr sei es die Aufgabe jedes Christen, wie Paulus zu handeln und zu beginnen, Brücken zu bauen und voran zu gehen.
„Wenn der Kirche dieser apostolische Mut abhandenkommt, wird sie zu einer stillstehenden Kirche, zu einer ordentlichen, schönen, bildschönen Kirche, die allerdings keine Fruchtbarkeit besitzt, weil sie den Mut verloren hat, an die Peripherien zu gehen, wo viele Menschen dem Götzendienst, der Weltlichkeit, des schwachen Denkens … zum Opfer gefallen sind.“
Papst Franziskus wählte ein ganz spezielles Gebet an den hl. Paulus: „Möge er uns diesen apostolischen Mut geben, diesen geistlichen Eifer, die Sicherheit.“ Der Papst räumte ein, dass uns dabei Zweifel und Ängste begegnen könnten: „Aber Heiliger Vater, wir können doch auch Fehler begehen!“ Franziskus spricht jedoch Mut zu und sagt: „Vorwärts, wenn du einen Fehler machst, stehe wieder auf, und gehe weiter. Das ist der Weg. Jene, die nicht gehen, um keine Fehler zu machen, begehen einen noch größeren Fehler. Amen.“
Galahad
@Nujaa

Der hl. Vater hat aber auch schon in seinem Buch "Himmel und Erde", heißt es glaube ich im Volltitel, gesagt er wolle nicht bekehren, soweit ich mich erinnere. Ich habe das Buch. Ich könnte Ihnen die Stelle auch heraussuchen. Ist wirklich die Wahrheit. Keine Übertreibung.

Meine Frage wäre jetzt noch, was er mit Proselytismus dann meint. Lehnt er die Volksmission ab? Das wäre schade, da …More
@Nujaa

Der hl. Vater hat aber auch schon in seinem Buch "Himmel und Erde", heißt es glaube ich im Volltitel, gesagt er wolle nicht bekehren, soweit ich mich erinnere. Ich habe das Buch. Ich könnte Ihnen die Stelle auch heraussuchen. Ist wirklich die Wahrheit. Keine Übertreibung.

Meine Frage wäre jetzt noch, was er mit Proselytismus dann meint. Lehnt er die Volksmission ab? Das wäre schade, da sie eine gute Tradition in der Kirche hat. Wissen Sie etwas darüber?

Liebe Grüße und einen gesegneten Sonntag Abend,

Galahad