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Die Zeichen der Zeit erkennen

Pater Hans Buob über die Wiederkunft Christi.: "Wenn ihr das sehr, erhebt eure Häupter."
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Verehrter Mitbruder im Bischofsamt,

es gibt wahrhaft viele Dinge, die für das authentische Wohl des Klerus und zugunsten eines pastoralen Dienstes, der sich unter den heutigen Gegebenheiten als fruchtbar erweisen soll, in Angriff genommen werden müssen. Ohne Scheu vor Schwierigkeiten und Mühen wollen wir uns dieser Herausforderung stellen. Da nun aber das Handeln seine Bestimmung vom Sein …More
Verehrter Mitbruder im Bischofsamt,

es gibt wahrhaft viele Dinge, die für das authentische Wohl des Klerus und zugunsten eines pastoralen Dienstes, der sich unter den heutigen Gegebenheiten als fruchtbar erweisen soll, in Angriff genommen werden müssen. Ohne Scheu vor Schwierigkeiten und Mühen wollen wir uns dieser Herausforderung stellen. Da nun aber das Handeln seine Bestimmung vom Sein empfängt und die Seele jeden Apostolates die Vertrautheit mit Gott ist, beabsichtigen wir, einen geistigen Impuls zu setzen, der das Bewusstsein hinsichtlich des ontologischen Bandes zwischen Eucharistie und Priestertum und hinsichtlich der speziellen Mutterschaft, die Maria gegenüber den Priestern ausübt, vertieft. Wir wollen mithilfe der ewigen Anbetung eine ununterbrochene Gebetskette schaffen und auf diese Weise zur Heiligung des Klerus beitragen. So wollen wir gottgeweihte Frauen ermutigen - nach dem Vorbild der Allerseligsten Jungfrau, der Mutter des Ewigen Hohenpriesters und Mitarbeiterin an Seinem Erlösungswerk - geistlicherweise Priester zu „adoptieren“, um ihnen durch Selbstaufopferung, Gebet und Buße beizustehen. Wer anbetet, leistet auch stets einen Sühneakt für die eigenen Fehler. Unter den gegenwärtigen Umständen schlagen wir vor, eine besondere Meinung in diesem Sinne einzuschließen.

Immer wieder ruft uns die Tradition in Erinnerung, dass sich das Geheimnis und das Dasein der Kirche weder in ihren hierarchischen Strukturen, noch in der Liturgie, den Sakramenten oder gesetzlichen Bestimmungen erschöpft. Das innerste Wesen der Kirche und die ursprüngliche Quelle ihrer heiligenden Kraft sind vielmehr in der mystischen Einheit mit Christus zu suchen.

Die Lehre und selbst die Struktur der dogmatischen Konstitution über die Kirche (Lumen Gentium) bestätigen, dass man sich diese Einheit nicht losgelöst von jener Person vorstellen kann, die die Mutter des menschgewordenen Wortes ist und die Jesus für das Heil des ganzen Menschengeschlechtes innig mit sich vereint haben wollte.

Es ist kein Zufall, dass am gleichen Tag, an dem die dogmatische Konstitution über die Kirche verkündet wurde - am 21. November 1964 -, Papst Paul VI. Maria zur „Mutter der Kirche“ erklärte, das heißt zur Mutter aller Gläubigen und aller ihrer Hirten.

Das Zweite Vatikanum drückt sich in Bezug auf die Allerseligste Jungfrau folgendermaßen aus: „Indem sie Christus empfing, gebar und nährte, im Tempel dem Vater darstellte und mit ihrem am Kreuz sterbenden Sohn litt, hat sie beim Werk des Erlösers in durchaus einzigartiger Weise in Gehorsam, Glaube, Hoffnung und brennender Liebe mitgewirkt zur Wiederherstellung des übernatürlichen Lebens der Seelen. Deshalb ist sie uns in der Ordnung der Gnade Mutter“ (LG 61).

Ohne der einzigartigen Mittlerfunktion Christi etwas hinzuzufügen oder wegzunehmen, wird die selige Jungfrau Maria in der Kirche als Anwältin, Helferin, Beistand und Mittlerin anerkannt und angerufen; sie ist das Vorbild mütterlicher Liebe, die all diejenigen beseelen muss, die in der apostolischen Sendung der Kirche zur Wiedergeburt der Menschen mitwirken (vgl. LG 65).

Eingedenk dieser Lehren, die zur Ekklesiologie des Zweiten Vatikanums gehören, richten die Gläubigen ihren Blick auf Maria, das leuchtende Beispiel aller Tugenden, dem zu folgen sie aufgerufen sind. Sie sollen sie, die erste Jüngerin Christi, nachahmen, sie, die Mutter, der in der Person des Johannes am Fuß des Kreuzes (vgl. Joh 19,25-27) alle Jünger anvertraut worden sind. Indem sie ihre Söhne und Töchter werden, führt sie sie in den wahren Sinn eines Lebens in Christus ein.

Gerade aufgrund der Stellung und Rolle, welche der Allerseligsten Jungfrau in der Heilsgeschichte zukommt, ist es unsere Absicht, alle Priester in ganz besonderer Weise Maria, der Mutter des Ewigen Hohenpriesters, anzuvertrauen, indem wir in der Kirche eine Gebetsinitiative ins Leben rufen, in deren Zentrum die ewige eucharistische Anbetung steht, so dass fortlaufend aus jedem Teil der Erde die Stimme der anbetenden Kirche zu Gott aufsteigt, Dankgebete, Lobpreis und Sühneopfer mit dem spezifischen Anliegen dargebracht werden, eine ausreichende Anzahl von Priesterberufungen zu erwecken. Gleichzeitig sollen auf diese Weise in Form einer vom Mystischen Leib getragenen geistlichen Mutterschaft all jene begleitet werden, die bereits zum priesterlichen Amt berufen sind und als solche dem einzigen Hohenpriester wesensmäßig gleich gestaltet wurden. So sollen sie dem Herrn und den Brüdern immer mehr dienen, als jene, die einerseits „in“ der Kirche, andererseits aber auch der Kirche „gegenüber“ stehen, indem sie an die Stelle Christi treten und ihn als Haupt, Hirten und Bräutigam der Kirche repräsentieren (vgl. PdV 16).

Daher bitten wir alle Ortsordinarien, die in besonderer Weise den für die Kirche spezifischen und unersetzbaren Charakter des geweihten Priestertums schätzen und sich der Dringlichkeit einer diesbezüglichen gemeinsamen Aktion bewusst sind, sich aktiv einzusetzen und dort, wo immer ihnen ein Teil des Gottesvolkes anvertraut ist, die Bildung regelrechter Zönakel zu fördern, in denen Kleriker, Ordensleute und Laien sich im Geiste wahrer Gemeinschaft, aufrichtiger Wiedergutmachung und Läuterung, miteinander vereint dem Gebet in Form einer kontinuierlichen eucharistischen Anbetung widmen. In der Beilage befindet sich eine Schrift, die die Aktion näher erläutert, was Ihnen ermöglicht, sich im Geiste des Glaubens an diesem Projekt zu beteiligen.

Möge Maria, die Mutter des einzigen, Ewigen Hohenpriesters, diese Initiative segnen und bei Gott Fürsprache einlegen, damit sich daraus eine authentische Erneuerung der priesterlichen Lebensvollzüge im Sinne des einzig möglichen Vorbildes: Jesus Christus, dem Guten Hirten, ergibt.

In Gemeinschaft mit der Kirche grüße ich Sie herzlich in tief empfundener kollegialer Verbundenheit

Cláudio Kardinal Hummes

Präfekt

Mauro Piacenza

Sekretär

Aus dem Vatikan, 8. Dezember 2007

Am Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariens
@Alle...
Das wäre z. B. so eine Möglichkeit eine geistige Mutterschaft für einen Priester zu übernehmen...
Ich möchte aber anmerken, dass ich weit davon entfernt bin, eine gottgeweihte Dame zu sein...ich denke aber, dass der HERR das Gebet und die Bitte ehrlich zu ihm rufender Menschen jeden Standes erhört!
Schönen Tag noch und nur Mut und Gottvertrauen....gerade wegen der klaren Erläuterungen von P. Hans Buob!
Mordechai
Ein wunderbarer Vortrag, mit so positiver Einstellung zum kommen des Herrn.