CollarUri
7506

Besser alles ungültig?

Liebe Dogmatiker unter uns, Euer Rat ist gefragt. Die Begebenheit, um die es hier geht, ist wirklich geschehen. Ein einfacher Priester, der sah, dass eine unreuige Sünderin zu ihm zur Kommunion kam, …
CollarUri
Vor Jahren kam der Film einmal, kann mich aber nicht mehr erinnern, wie ich zu meiner Schande gestehen muss.
Eugenia-Sarto
Das glaube ich sofort. Die eigenen Leute sind am gefährlichsten für unsere Seelen , weil sie noch mehr Druck ausüben. Kennen Sie den Film "Der Kardinal"?
onda and one more user like this.
onda likes this.
CollarUri likes this.
CollarUri
@Eugenia-Sarto Etwas pikanter wird es noch, wenn es Personen aus eigener Familie/engstem Freundeskreis sind und ihre Ketzerei mit berechtigten Anliegen vermischen. Sie versuchen, ihre Sünden zu rechtfertigen, indem sie andere und womöglich Autoritäten des Glaubens zu den selben Sünden anstiften oder wenigstens zu deren Gutheissung drängen. Da könnte ich Ihnen ein Liedchen singen.
Eugenia-Sarto
Es ist furchtbar, unter welchen Konflikten die Priester zu leiden haben.
onda likes this.
CollarUri
Bei der "seelischen Notlage" war vor allem an die Todesgefahr gedacht, aus der eine Notlage resultiert. Es ist anzunehmen, dass ein Todeskandidat auch zum Empfang der Hl. Beicht bereit ist. -
Vielen Dank für die Klärung.
CSc
@CollarUri

In der Tat ist es unter allen Umständen verboten eine hl. Messe zu simulieren.

Zur Frage, ob die Kommunion zu verweigern ist, muss man c. 855 § 1 und 2 des CIC/1917 berücksichtigen. Man muss demnach unterscheiden zwischen geheimen und öffentlichen Sündern. Bei öffentlichen Sündern handelt es sich im Unterschied zu geheimen Sündern um Exkommunizierte, Interdizierte und offenbar …More
@CollarUri

In der Tat ist es unter allen Umständen verboten eine hl. Messe zu simulieren.

Zur Frage, ob die Kommunion zu verweigern ist, muss man c. 855 § 1 und 2 des CIC/1917 berücksichtigen. Man muss demnach unterscheiden zwischen geheimen und öffentlichen Sündern. Bei öffentlichen Sündern handelt es sich im Unterschied zu geheimen Sündern um Exkommunizierte, Interdizierte und offenbar Infame, bei denen keine Besserung feststeht und die das öffentliche Ärgernis noch nicht gut gemacht haben. Beiden muss die Kommunion verweigert werden, wenn sie diese geheim fordern, d.h. wenn nur der Sakramentenspender und allenfalls noch solche, die nichts von dem Vorgang verstehen (Geistesgestörte oder Kinder), anwesend sind. Sie darf ihnen allerdings nie verweigert werden, wenn der Priester nur aus der Beichte weiß, dass der Gläubige sich noch im Stand der Todsünde befindet. Geheimen Sündern darf die Kommunion nicht verweigert werden, wenn sie diese öffentlich fordern und sie nicht ohne Ärgernis übergangen werden können. Öffentlichen Sündern muss die hl. Kommunion auch verweigert werden, wenn sie diese öffentlich fordern.

Die Berufung auf eine irgendwie geartete seelische Notlage ist unsinnig. Wer sich in einer seelischen Notlage befindet, verschlimmert diese durch sakrilegische Kommunionen nur noch mehr.
Mk 16,16 and one more user like this.
Mk 16,16 likes this.
CollarUri likes this.
CollarUri
Sehr geehrte(-r) Tradition und Glauben,
danke vielmals für Ihre Antwort, die im allgemeinen auch stimmt. Nun hat aber 1. der Generalvikar dem Priester geboten, in solchen Fällen die Kommunion trotzdem zu spenden, und zwar aus dem Grund, dass 2. die betreffende Dame in einer seelischen Notlage und also berechtigt sein könnte, die Heilige Kommunion zu empfangen. Es wird immerhin der Gehorsam …More
Sehr geehrte(-r) Tradition und Glauben,
danke vielmals für Ihre Antwort, die im allgemeinen auch stimmt. Nun hat aber 1. der Generalvikar dem Priester geboten, in solchen Fällen die Kommunion trotzdem zu spenden, und zwar aus dem Grund, dass 2. die betreffende Dame in einer seelischen Notlage und also berechtigt sein könnte, die Heilige Kommunion zu empfangen. Es wird immerhin der Gehorsam gegenüber dem Vorgesetzten verletzt.

Anders wäre es nur, wenn der Priester zweifelsfrei wüsste, dass keine solche Notlage besteht. Je häufiger die Frau zum Kommunionempfang kommt, desto eher wird seiner Ansicht nach der Empfang demnächst zu verweigern sein. Die kirchlich eingestellte Schwiegermutter und die Frau selbst haben Gespräche mit dem Priester geführt, es stellte sich heraus, dass die Frau von zwei Männern Kinder hat und mit dem zweiten zusammenlebt. Daher gelten Ihre Argumente schon, und der Priester will auch nicht der Menschenfurcht mehr gehorchen als Gott. Der Priester hat wegen eines ähnlichen Falles übrigens bereits den Stellenverlust in Aussicht.

Die Abwägung betrifft nun aber die ewige Verdammnis. Wenn der Priester das nötige Wissen nicht hat, um der Frau die Kommunion an Ort und Stelle zu verweigern, so stellt sich die Frage, was schwerer wiegt, die Spendung der gültigen Kommunion - wobei wahrscheinlich die Frau sündigt, aber nur wahrscheinlich, weil sie evtl. auch eine seelische Notlage geltend machen kann, und dazu mit Sicherheit der Priester, der die Sünde wenigstens in Kauf nimmt -; oder aber sündigt der Priester allein, eben wegen der absichtlichen Ungültigkeit der Hl. Messe; ist demgegenüber die öffentliche Verweigerung, welche die Frau in ihrem Umfeld mit grosser Sicherheit demütigt, nicht überrissen? In diese Abwägung hinein kommt nun das Problem der Todsünde, das ist nun (meines Wissens) immer eine absichtliche, nicht bloss in Kauf genommene Sünde. Sehr zurecht sprechen Sie diese Problematik an. Wenn eine Todsünde droht, aber eben nur droht, kann er diese Unsicherheit der Drohung einer einfachen Gläubigen aufbürden?
onda likes this.