sestertiarius
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Italien

Zwei Fußnoten zur Liturgiegeschichte.

Es gab - Gott sei Dank - auch außerhalb Italiens Menschen mit Sinn für Kultur, Lebensfreude und das Schöne. Zum Beispiel im fränkischen Reich.

Es gab - Gott sei's geklagt - auch Italiener ohne Sinn für Kultur, Lebensfreude und das Schöne. Zum Beispiel Montini und Bugnini.
sestertiarius

Gutmenschenland

"Wir essen nicht mit Gabel und Messer,
Mit Hammer und Sichel schmeckts viel besser."

(Aus: Drahdiwaberl, "Torte statt Worte")
sestertiarius

einig

@cantate: Zum ersten Male kann ich Ihnen beipflichten ...

@Klaus: Die einschlägige Chrysostomos-Stelle ist vermutlich Hom. in Hebr. 15, 4 (PG 63, 122), die in der lat. Übersetzung lautet: "ubi vidisti Christum hoc facientem (sc. ridentem)? nusquam; sed saepe quidem tristem". Der Kirchenvater richtet sich hier speziell gegen das Lachen der Mönche im Gottesdienst. Freilich verkennt …More
@cantate: Zum ersten Male kann ich Ihnen beipflichten ...

@Klaus: Die einschlägige Chrysostomos-Stelle ist vermutlich Hom. in Hebr. 15, 4 (PG 63, 122), die in der lat. Übersetzung lautet: "ubi vidisti Christum hoc facientem (sc. ridentem)? nusquam; sed saepe quidem tristem". Der Kirchenvater richtet sich hier speziell gegen das Lachen der Mönche im Gottesdienst. Freilich verkennt er nicht, daß das Lachen zum Menschsein gehört und nichts Schlechtes an sich hat, sofern es das Maß nicht überschreitet ("non malum est risus, sed malum est id quod est praeter modum, id quod est intempestivum"); ein Lachen bei passender Gelegenheit wirkt befreiend ("animo nostro insitus est risus, ut aliquando relaxetur animus, non ut diffundatur"). Insofern bleibt das Bild, das Sie vom hl. Johannes Chrystostomos gewonnen haben, völlig unberührt. (Falsches, weil einseitiges Zeugnis gibt der fanatische Jorge in Umberto Ecos "Der Name der Rose".) Da unser Herr Jesus Mensch war wie wir (in allem uns gleich außer der Sünde), wird er unzweifelhaft auch gelächelt und vielleicht sogar hin und wieder herzlich gelacht haben. Für seine (frohe!) Botschaft ist dies nicht wesentlich, deshalb wurde darüber nicht berichtet (wie auch nicht über Seinen, pardon, Stuhlgang am Morgen). - Was es mit der dreitägigen Exkommunikation post risum in ecclesia auf sich hat, möchte ich auch gerne wissen; bis zum Beweis des Gegenteils halte ich das für eine unfromme Mär. Allenfalls könnte ich mir vorstellen, daß ein Mönch, der beim Chorgebet oder in der Messe lachte, drei Tage lang nicht den Leib des Herrn empfangen durfte; einen Beleg dafür habe ich bislang nicht gefunden.

@ whom it may concern: Zwischen Lächeln und Lachen besteht ein himmelweiter Unterschied, auch Lächeln und Grinsen sind voneinander verschieden. Tradiwaberl propagiert nicht die Heiterkeit in der Messe, sondern stellt zur Diskussion, daß Eiferer hüben wie drüben dem Priester das Lächeln nicht gestatten wollen: "Der Priester DARF NICHT lächeln!". Warum eigentlich nicht? Wer lächelt (ohne Hintergedanken), zeigt seelische Ausgeglichenheit, geistige Souveränität, menschliche Wärme. Es kann Ausdruck stiller Freude sein - ja, es muß sich nicht einmal auf die Gesichtszüge auswirken: ein inneres Lächeln, das nur Gott sieht. Wird nicht ein Lächeln des Priesters während der Predigt - um ein Beispiel zu nennen - die Herzen der Gläubigen mehr für sein frommes Anliegen öffnen als ein ausnahmslos streng dreinblickendes Gesicht? Augustinus rät in der Schrift "De catechizandis rudibus" (13, 19), daß die Aufmerksamkeit eines vom Zuhören ermüdeten Katechumenen durch ein lustiges Wort des Katecheten wieder zurückgewonnen werden solle ("renovare oportet eius animum dicendo aliquid honesta hilaritate conditum"). Wider den tierischen Ernst!
sestertiarius

einig

Die Betonung liegt jedesmal eindeutig auf FANATISCH, und derrisus lenis ist dem Fanatiker eben wesensfremd und daher suspekt.

"Lächeln ist Mimik des Geistes" (Helmuth Plessner, Philosophische Anthropologie, Ffm 1970, 184).
sestertiarius

Revoluzzer II

@Ordensmann: Tradiwaberl ist ein "Wiener Pfaffenprolet", der die Paenultima-Regel nicht einmal ignoriert. Recht so! Es geht ihm (wie übrigens fast jedem, der die tridentinische Messe liebt) nicht ums Latein an sich, sondern um die katholischen Inhalte, die in lateinischer Sprache - und in reicher Formensprache! - überliefert sind und von denen gar vieles "im Geiste des Konzils" gleich mit …More
@Ordensmann: Tradiwaberl ist ein "Wiener Pfaffenprolet", der die Paenultima-Regel nicht einmal ignoriert. Recht so! Es geht ihm (wie übrigens fast jedem, der die tridentinische Messe liebt) nicht ums Latein an sich, sondern um die katholischen Inhalte, die in lateinischer Sprache - und in reicher Formensprache! - überliefert sind und von denen gar vieles "im Geiste des Konzils" gleich mit abgeschafft, verfälscht (pro multis ...) oder auf Kosten der dogmatischen Klarheit umformuliert wurde.

Und die Inhalte betont Tradiwaberl richtig - damit steht er, wenn man so will, in der Tradition eines gewissen Jean-Baptiste Marie Vianney, der wegen notorischer Lateinschwäche fast nicht zum Priester geweiht worden wäre. Damals wie heute gilt: Wir brauchen fromme Seelsorger im Außendienst, keine Stubengelehrten, die "gelernt haben, mit Texten umzugehen".

P.S.: Süffisante Häme, halten zu Gnaden, steht dem Ordensmanne generell nicht gut zu Gesicht. Wie wär's mit einem Einkehrwochenende bei den Trappisten?
sestertiarius

charismatisch

Es gibt nicht wenige, die den eigenen Vogel für den heiligen Geist halten. Nun ja, wenn's denn die emotionale Ausgeglichenheit fördert ...

Das Heil ist immer noch im Kreuz Christi.
sestertiarius

Zukunft II

"... der Fromme von morgen wird ein 'Mystiker' sein, einer, der etwas 'erfahren' hat, oder er wird nicht mehr sein, weil ..." - so steht's bei Rahner, wenn wir genau sein wollen (Schriften zur Theologie, Bd. 7, Einsiedeln 1966, S. 22). Da der Wortlaut bei Tradiwaberl doch etwas abweicht, müssen wir dahingestellt sein lassen, ob er sich tatsächlich auf Rahner beziehen wollte. (Und selbst wenn: …More
"... der Fromme von morgen wird ein 'Mystiker' sein, einer, der etwas 'erfahren' hat, oder er wird nicht mehr sein, weil ..." - so steht's bei Rahner, wenn wir genau sein wollen (Schriften zur Theologie, Bd. 7, Einsiedeln 1966, S. 22). Da der Wortlaut bei Tradiwaberl doch etwas abweicht, müssen wir dahingestellt sein lassen, ob er sich tatsächlich auf Rahner beziehen wollte. (Und selbst wenn: Wer würde ernsthaft an ein Tradiwaberl-Video dieselben Maßstäbe anlegen wollen wie an eine wissenschaftliche Publikation?)

Tatsache ist, daß Rahners Satz oft und gerne falsch zitiert oder auch variiert wird; daraus kann man wohl schließen, daß die Prägnanz der Aussage weniger im Inhalt als vielmehr in der Formulierung begründet liegt. Auf die Formulierung wiederum hat Rahner kein Patent - einige Jahrzehnte vor ihm war zu lesen: "Der Sozialismus wird frei sein, oder er wird nicht sein" (Rudolf Rocker). Die Reihe der Beispiele ließe sich fortsetzen oder schöpferisch erweitern. Etwa so:

Missa erit Latina, aut non erit.
sestertiarius

Pfarre

Das Wort "Pfarre" ist (wohl noch in der Spätantike) von Germanischsprachigen aus lat. parrochia entlehnt worden. Die ältere Form dieses Wortes ist paroecia, das wiederum ist ein Fremdwort aus dem Griech.:paroikía meint u.a. im Neuen Testament "das Wohnen an einem Ort als Fremder (pároikos, Beisasse)", d.h. den Aufenthalt ohne Bürgerrecht in einer Stadt.

Allerdings hat das griech.paroikía, bevo…More
Das Wort "Pfarre" ist (wohl noch in der Spätantike) von Germanischsprachigen aus lat. parrochia entlehnt worden. Die ältere Form dieses Wortes ist paroecia, das wiederum ist ein Fremdwort aus dem Griech.:paroikía meint u.a. im Neuen Testament "das Wohnen an einem Ort als Fremder (pároikos, Beisasse)", d.h. den Aufenthalt ohne Bürgerrecht in einer Stadt.

Allerdings hat das griech.paroikía, bevor es ins Lat. übernommen wurde, auch schon einen Kirchensprengel bezeichnen können; der erste Beleg findet sich bei Origenes (1. H. des 3. Jh.), wo es um den Amtsbezirk eines Bischofs (also seine Diözese) geht.
sestertiarius

Umkehr

Gras wächst nicht allein deshalb, weil es irgendjemand wachsen hört. Ich für meinen Teil verwende die sehr treffende Vokabel "Gutmensch" so lange, wie sich meine Kirche darum bemüht, "volksnah" zu sein.

Die Herkunft DIESES Wortes ist übrigens belegt. "Volk wird jetzt beim Reden und Schreiben so oft verwandt wie Salz beim Essen, an alles gibt man eine Prise Volk: ... volksnah ..." notierte …More
Gras wächst nicht allein deshalb, weil es irgendjemand wachsen hört. Ich für meinen Teil verwende die sehr treffende Vokabel "Gutmensch" so lange, wie sich meine Kirche darum bemüht, "volksnah" zu sein.

Die Herkunft DIESES Wortes ist übrigens belegt. "Volk wird jetzt beim Reden und Schreiben so oft verwandt wie Salz beim Essen, an alles gibt man eine Prise Volk: ... volksnah ..." notierte Victor Klemperer (LTI - Notizbuch eines Philologen, 22. Aufl., Stuttgart 2007, S. 45); sein Eintrag ist datiert, haltet euch fest, mit "20. April" (1933)!
sestertiarius

ceterum

Liebe Lateinfreunde,

Tradiwaberls Sentenz - die natürlich Catos berühmtes Diktum variiert - ist nicht zu tadeln ("ceterum censeo usu antiquorum esse celebrandum").

"usum", wie gefordert wird, ergäbe wenig oder einen falschen Sinn, denn der "usus" (Gebrauch) an sich wird nicht gefeiert/zelebriert (eine solche Auffassung würde ja denjenigen in die Hände spielen, die in der Zelebration der …More
Liebe Lateinfreunde,

Tradiwaberls Sentenz - die natürlich Catos berühmtes Diktum variiert - ist nicht zu tadeln ("ceterum censeo usu antiquorum esse celebrandum").

"usum", wie gefordert wird, ergäbe wenig oder einen falschen Sinn, denn der "usus" (Gebrauch) an sich wird nicht gefeiert/zelebriert (eine solche Auffassung würde ja denjenigen in die Hände spielen, die in der Zelebration der tridentinischen Messe nur einen wie immer gearteten Selbstzweck sehen wollen). Gemeint ist vielmehr: nach dem Usus der Alten zelebrieren, und dieses wird durch den modalen Ablativ ("usu") ausgedrückt, wie wir ihn aus Formeln wie "modo antiquorum" oder "more antiquorum" gut kennen. Das Gerundiv "celebrandum" ist hier absolut gesetzt, hat also (und braucht auch) kein Objekt.

Näher am antiken Vorbild wäre allerdings folgende Variation gewesen: "ceterum censeo novam missam esse delendam".
sestertiarius

Häresie

"Denn es muß ja IRRLEHREN geben, damit die, welche bewährt sind, offenbar werden unter euch" (Vulgata-Übersetzung von Augustin Arndt SJ, 1914). In Vers 18 lesen wir "scissuras" (was Arndt mit "Spaltungen" wiedergibt, griech. "schísmata"); das Verständnis von "haereses" (im Griechischen dasselbe Wort) hängt nun davon ab, ob man sie eher als Folge - womöglich gar an die Fundamente rührende …More
"Denn es muß ja IRRLEHREN geben, damit die, welche bewährt sind, offenbar werden unter euch" (Vulgata-Übersetzung von Augustin Arndt SJ, 1914). In Vers 18 lesen wir "scissuras" (was Arndt mit "Spaltungen" wiedergibt, griech. "schísmata"); das Verständnis von "haereses" (im Griechischen dasselbe Wort) hängt nun davon ab, ob man sie eher als Folge - womöglich gar an die Fundamente rührende Steigerung - der Spaltungen (d.h. im Sinne von "Parteiungen" wie in der Einheitsübersetzung) oder eher als deren Ursache (eben als Häresien im Gegensatz zur rechtgläubigen Lehre) auffaßt. Beides ist prinzipiell möglich, doch der Thesaurus s.v. "haeresis" tendiert zur erstgenannten Interpretation (die Stelle ist unter der Überschrift "praevalet notio sectae" eingeordnet; gleichzeitig gesteht er im Kapitel "praevalet notio doctrinae", daß man nicht immer klar entscheiden könne, welcher Aspekt überwiegt); für "Parteiungen" u.ä. plädieren auch die Wörterbücher zum griechischen Neuen Testament.

Das Pauluszitat habe ich im übrigen deshalb gewählt, weil es darin um die Einheit beim eucharistischen Mahl geht. Alles schon dagewesen ...
sestertiarius

Häresie

oportet et haereses esse, ut et qui probati sunt, manifesti fiant in vobis (I Cor. 11, 19).
sestertiarius

geeignet

@cantate: Wenn "fast alle" solches sagen, sind offenbar nur sehr wenige bei klarem Verstand. Dem Argument jener hoi polloi folgend, müßten alle orthodoxen Priester und Gläubigen glühende Liebhaber der Altphilologie sein, die ihre Göttliche Liturgie privat auf Altgriechisch oder Altkirchenslawisch feiern. Auch die ersten Christen in Rom wären sämtlich Philologen gewesen, denn der Gottesdienst …More
@cantate: Wenn "fast alle" solches sagen, sind offenbar nur sehr wenige bei klarem Verstand. Dem Argument jener hoi polloi folgend, müßten alle orthodoxen Priester und Gläubigen glühende Liebhaber der Altphilologie sein, die ihre Göttliche Liturgie privat auf Altgriechisch oder Altkirchenslawisch feiern. Auch die ersten Christen in Rom wären sämtlich Philologen gewesen, denn der Gottesdienst wurde häufig in griechischer Sprache abgehalten (unser Kyrie eleison ist ein Relikt aus dieser Zeit). Die ältesten Sakramentare, auf die das Missale Romanum zurückgeht, stammen aus dem ausgehenden sechsten und dem siebten Jahrhundert - einer Epoche, in der Latein als Muttersprache zu existieren aufhört und die Geschichte der romanischen Sprachen beginnt. Die Kultsprache also nichts weiter als ein Diktat philologisch gebildeter Päpste?

Mit dem Ende der Christenverfolgungen war die Kirche in der Lage, sich zu organisieren und gemeindeübergreifende Strukturen aufzubauen. Man wußte genau: Die Einheit der Christen steht auf dem Spiel, wenn es kein gemeinsames Glaubensbekenntnis, keine einheitliche Bibel(übersetzung), keine gemeinsame(n) Liturgiesprache(n) gibt. Jedes dieser Kriterien wird heute massiv in Frage gestellt - und wie steht es um die Einheit der Christen? Eben.
sestertiarius

et

... verzieht sich wieder einmal auf sein Landgut neben der Kapelle, in der er den Herrn um Regen und Kälte bittet. Fast noch lieber allerdings würde er an einer der zahlreichen ÖKToberfest-Stammtischrunden zum Thema "Fundamentalismus und so" teilnehmen und folgende Meinung vertreten:

"Wir verbrennen Hexen, aber keine Räucherstäbchen."
sestertiarius

erlaubt

Die "Orgelei beim Kommunionempfang" - die keine Neuerung im Gefolge der Liturgiereform ist - wirkt ganz gewiß störend und dem andächtigen Empfang des Herrenleibes abträglich, "wenn der Organist dann alles rausholt, was er kann und die Orgel draufhat". Tut er dieses gleichwohl, ist seine Berufung zum Kirchenmusiker in Zweifel zu ziehen.

Eine "Kommunionstille" jedoch kann es insofern nicht geben, …More
Die "Orgelei beim Kommunionempfang" - die keine Neuerung im Gefolge der Liturgiereform ist - wirkt ganz gewiß störend und dem andächtigen Empfang des Herrenleibes abträglich, "wenn der Organist dann alles rausholt, was er kann und die Orgel draufhat". Tut er dieses gleichwohl, ist seine Berufung zum Kirchenmusiker in Zweifel zu ziehen.

Eine "Kommunionstille" jedoch kann es insofern nicht geben, als das Raus-aus-der-Bank, knarz, trippel, trappel, knarz, Rein-in-die-Bank der (vielen) Kommunikanten stets für eine Geräuschkulisse sorgt, welche die Andacht derer, die bereits kommuniziert haben, für die Dauer der Kommunionspendung kaum zu fördern geeignet ist. (Die Zeit für stille Danksagung bricht dann eigentlich erst an, wenn der Priester zum Altar zurückkehrt und mit der Purifikation beginnt.) Dieses "Lärmproblems" war man sich schon früher bewußt, und mindestens seit Mitte des 16. Jahrhunderts ist es üblich, geeignete Motetten oder Stücke für Orgel bzw. Orchester während der Kommunionspendung zu Gehör zu bringen; in einer Jesuitenverordnung aus der Zeit heißt es: "quod si sacra communio duret, motetum aliquid pium ad festum accomodatum, vel de Sanctissimo Sacramento recitari solet." Meine persönliche Meinung: Kann es etwas Ergreiferendes geben, als beim Empfang des heiligsten Sakramentes Mozarts "Ave verum corpus" zu hören?
sestertiarius

außer-ordentlich

a.t.m.: Sie haben völlig Recht, Land ist nicht gleich Land, zumal die Landbevölkerung häufig "fortschrittlicher" handelt (sich "moderner" kleidet usw.), um ja nicht in den Ruch der Rückständigkeit zu kommen. Man muß halt manchmal weite oder schlecht ausgeschilderte Wege nehmen, um auf eine der sogenannten Glaubensinseln zu gelangen. Aber es gibt sie immerhin - überwiegend in Süddeutschland -, …More
a.t.m.: Sie haben völlig Recht, Land ist nicht gleich Land, zumal die Landbevölkerung häufig "fortschrittlicher" handelt (sich "moderner" kleidet usw.), um ja nicht in den Ruch der Rückständigkeit zu kommen. Man muß halt manchmal weite oder schlecht ausgeschilderte Wege nehmen, um auf eine der sogenannten Glaubensinseln zu gelangen. Aber es gibt sie immerhin - überwiegend in Süddeutschland -, und es werden von Jahr zu Jahr mehr (besonders nach dem Motu Proprio). Erfahrungen wie die von Ihnen beschriebene habe ich für mein Leben genug gemacht; wenn ich daher ausnahmsweise an einem Ort sein muß, der fernab einer Glaubensinsel liegt, gehe ich von vornherein nicht zum Gottes(?)dienst, sondern bete einen Rosenkranz und lese den Schott (oder das Brevier) zum Tag. Das hat mir ein Beichtvater empfohlen, der meinte: Der Ärger über das Ärgernis schade meiner Seele mehr als das Versäumnis der Sonntagspflicht.
sestertiarius

et

@Monika Elisabeth: Keine Sorge, das Wetter bessert sich schlagartig, sobald der ÖKT vorüber ist.
sestertiarius

et

@Elisabeth: "Wollknäuelspiritualitätsveranstaltungen" - ein herrlicher Neologismus für meine Sammlung, dessen ich mich bei der nächsten Diskussion mit kritischen Getauften gern bedienen werde (natürlich mit Angabe der Quelle). Wollknäuel und Hirngespinste auf dem ÖKT:
rudem ... lanam glomerabat in orbes, sc. Arachne (Ovid, met. 6,19). In sehr freier Interpretation: Pfui Spinne!
sestertiarius

außer-ordentlich

... verläßt die Stadt und flüchtet aufs Land, wo es eine Kirche gibt, aber keinen Kirchentag.

Den Organisatoren hat es nämlich gefallen, die Grillwurstversorgung für das (eigentlich geistlich) ausgehungerte Publikum ausgerechnet unter unseren Bürofenstern abzuwickeln (und die Entsorgung nach dem Verzehr ebenfalls - man fühlt sich wie im Dixieland). Die rotblühenden Kastanien im Hofgarten …More
... verläßt die Stadt und flüchtet aufs Land, wo es eine Kirche gibt, aber keinen Kirchentag.

Den Organisatoren hat es nämlich gefallen, die Grillwurstversorgung für das (eigentlich geistlich) ausgehungerte Publikum ausgerechnet unter unseren Bürofenstern abzuwickeln (und die Entsorgung nach dem Verzehr ebenfalls - man fühlt sich wie im Dixieland). Die rotblühenden Kastanien im Hofgarten verschwinden hinter den beißenden Rauchschwaden, und der schwarze Rauch dringt zu uns herein (ein Schelm, wer jetzt an Paul VI. denkt ...).

Eure Brandopfer sind mir nicht angenehm, und eure Schlachtopfer gefallen mir nicht (Jer 6,20).

Und tschüs.
sestertiarius

erlaubt

ERLAUBT ist in diesen unruhigen Zeiten leider auch, was nicht gefällt. Der sogenannte Ökumenische Kirchentag, der ab heute meine geliebte Wahlheimatstadt heimsucht und mit Zirkuszelten verschandelt, um brisante theologische Probleme wie "Welche sozialen Anliegen verfolgt der Fußball?" (unter der thematischen Überschrift "Die Hoffnung ist rund") geschwisterlich zu erörtern, lädt den nach …More
ERLAUBT ist in diesen unruhigen Zeiten leider auch, was nicht gefällt. Der sogenannte Ökumenische Kirchentag, der ab heute meine geliebte Wahlheimatstadt heimsucht und mit Zirkuszelten verschandelt, um brisante theologische Probleme wie "Welche sozialen Anliegen verfolgt der Fußball?" (unter der thematischen Überschrift "Die Hoffnung ist rund") geschwisterlich zu erörtern, lädt den nach Kirchensteuerabzug an der Armutsgrenze vegetierenden Poeten förmlich zu literarischer Aufarbeitung ein.

Armer Odeonsplatz

Wo einstmals die Musen uns boten
Gesänge und Tänze und Lust,
Da lästern jetzt Gott die Chaoten -
Ein Schauspiel des Lärms, voller Frust.

Gottes Segen?
EinPlatzregen!