Clicks354
Carlus
11

Die Päpste Johannes XXIII. und Paul VI., wie kam es zu dieser Einmaligkeit?

1. Papst Johannes XXIII: (1.) - Balthasar Cossa wurde um 1360 auf Procida bei Neapel geboren und starb zu Florenz am 27. Dezember 1419. Sein Förderer www.kathpedia.com/index.php erhob ihn mit der Titelkirche St. Eustachius 1402 zum Kardinal. Von der Pisaner Fraktion des Kardinalskollegiums am 17. Mai 1410 zum Papst gewählt, wurde er am 29. Mai 1415 abgesetzt und unterwarf sich schließlich.
Johannes XXIII. berief das Konzil von Konstanz ein, das ihn schließlich absetzte. Das Konzil, unter starker Mitwirkung des Kaisers, beendete das Große Abendländische Schisma, indem es die Wahl Martin V. zum Papst durchsetzte. Dieser Papst und seine Nachfolger haben die Konzilsbeschlüsse jedoch nur partiell bestätigt und umgesetzt.
2. Der heilige Johannes XXIII. (2.) - (* 25. November 1881 in Sotto il Monte; † 3. Juni 1963 im Vatikan) war vom 28. Oktober 1958 bis 3. Juni 1963 Papst. Sein bürgerlicher Name ist Angelo Giuseppe Roncalli.
Einige Beobachter deuten die Namenswahl Johannes XXIII. im Jahr 1958 auch als Bestätigung und zur Legitimität seines umstrittenen Namensvorgängers und mithin des von diesem favorisierten Konziliarismus in der Kirche überhaupt. Dies könnte auch der Grund sein, warum er ein Konzil einberufen hat, ohne sich mit den Häresien der damaligen Zeit kritisch zu befassen, obwohl dies eine der großen innerkirchlichen Erwartungshaltungen waren
3. Unter Konziliarismus versteht man in der Geschichte der Kirche den immer wieder aufgekommenen Gedanken, das Konzil stünde über dem Papst; ein Papst müsse sich notfalls vor dem Ökumenischen Konzil rechtfertigen. Die schwere Krise des Papsttums am Ausgang des Mittelalters begünstigte, besonders im Konzil von Konstanz, diese Idee. Faktisch begünstigt sie das www.kathpedia.com/index.php und die Aufsplitterung der Kirche in nationale, regionale oder rituelle Bruchstücke. Denn praktizierbar ist der Konziliarismus zum Heil der Kirche und zum Segen der Menschen nicht.
Das 2. Vk wird in der Folgezeit als höchste Autorität verbal in den kirchlichen Sprachgebrauch eingebunden. Heute zählt nur noch die Behauptung und Formulierung
"wie uns das zweite vatikanische Konzil sagt"
diese Formulierung ist auch in das Gottes-Lob der deutschen Bistümer übernommen worden. Was die anderen Konsilien gelehrt und verkündet haben wird nicht mehr angesprochen, uch nicht was die heilige Mutter Kirche von Beginn an lehrt und verkündet.
Es gilt zwar noch die Lehre vom sogenannten Kollegium der Bischöfe, dass mit und unter dem dem Papst (aber nie ohne oder gegen ihn) als Nachfolger Petri (stets) handelt. Seit dem Ende des 2. vatikanischen Konzil, breitet sich aber der Wunsch zu einem ausgeprägtem Konziliarismus immer mehr aus. Der Papst sollte per definitionem sein Amt immer und überall völlig frei ausüben; die "immanenten Schranken" sind und werden durch das Amt selbst gesetzt. Die höchste kirchlichen Autoritäten sind seit dem Konzil die "nationalen Bischofskonferenzen", diese nehmen den Ortsbischöfe die Zuständigkeit zur Leitung ihrer Ortkirche in Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri ab. Die Kirche wurde durch PP. Johannes XXIII. und PP. Paul VI. in eine vollständige Konziliare Form umgewandelt.
Da der Papst aber nicht "Souverän" über die Kirche ist (er ist nur der Souverän über den Staat der Vatikanstadt), sondern Diener der Diener Gottes, geistlich eingebunden in die Hierarchie, der er dient, ist die denkbare Frage nach einem "häretischen Papst" zur Zeit noch abstrakter-spekulativer Natur.
Einzelne Krisen in der Kirchengeschichte (relevante Fälle: Liberius (gest. 366; teilw. Nachgiebigkeit ggü. den Arianern), Honorius I. (gest. 638; grobe Missverständnisse um den Monotheletismus), zuletzt (!) Johannes XXII.(gest. 1334; Problematik der visio beatifica)) sind gerade durch die Weiterentwicklung des Amtsbegriff rückblickend gelöst (Lumen gentium, Kapitel III.) und sollten für die Zukunft ausgeschlossen.
Anmerkung: Bislang hat noch kein Papst (außer Johannes XXII. selbst) eine ernstlich definitive Entscheidung (auch unterhalb des Rangs der ex cathedra-Entscheidung) eines Vorgängers widerrufen.
Anpassungen und Korrekturen betreffen in aller Regel nur die Rechtsordnung der Kirche, die Disziplin in der kohärenten Lehre und die Ordnung der Liturgie.
Was in der Zukunft über den Verlauf in der Kirche, der Glaubenslehre, der Glaubensverkündigung und Mission, der Sakramentenverwaltung, der gelebten kirchlichen Dogmatik, des kirchlichen Gebetsleben in der göttlichen Liturgie und den kirchlichen Tagesgebetzeiten, u.v.a.m, wie es nach dem II. Vatikanischen Konzil sich heraus geformt hat, kirchliche und göttliche Urteile zu fällen sind, das muß abgewartet werden.
Carlus
Dieser Filmbeitrag von Papst Benedikt zeigt einen Weg gegen das Handeln von Franziskus auf

m.ardmediathek.de/Der-Herr-Profes…
Carlus
was ist Wahrheit? ~~~ wir alle kennen die Wahrheit!

1. Franziskus hat mit dem "Authentischen und Obersten Lehramt der Kirche" gebrochen, nach dem Verständnis der Heiligen Mutter Kirche kann er nicht Träger des zeitlichen Lehramtes sein!

2. Franziskus hat die auf Christus zurückgehende Liturgie am Gründonnerstag seiner Heiligkeit und Würde für das Sakramente der Priesterweihe und des Heiligst…More
was ist Wahrheit? ~~~ wir alle kennen die Wahrheit!

1. Franziskus hat mit dem "Authentischen und Obersten Lehramt der Kirche" gebrochen, nach dem Verständnis der Heiligen Mutter Kirche kann er nicht Träger des zeitlichen Lehramtes sein!

2. Franziskus hat die auf Christus zurückgehende Liturgie am Gründonnerstag seiner Heiligkeit und Würde für das Sakramente der Priesterweihe und des Heiligsten Altarssakrament verändert und den christlichen und katholischen Geist entkernt;

3. Franziskus hebt alle von Gotfg gegebenen Gebote im menschlich, freimaurischen Geiste auf und legt diese zur Abstimmung dem Pöbel vor;

4. Franziskus hat sich ausgeprägter als Johannes XXIII. (1ter) als hartnäckiger und unverbesserlicher Verbrecher am Papstamt gezeigt,

und vieles andere mehr.

Wir alle sind Opfer der Gehirnwäsche der PKK;

1.
Solange die Päpste in Einheit zum "Authentischen und Obersten Lehramt" der Kirche standen, wurde uns vorgebetet die Päpste können nicht alles wissen, wir sind eigenverantwortliche Christen und dem Gewissen verantwortlich, dier Katholiken haben dies nicht verstanden;

2. mit Franziskus wird plötzlich alles was an Verbrechen gegen das Papstamt gestartet wird vom Heiligen Geist gesteuert, ob es die angebliche Wahl ist oder eine Häresie die Franziskus als Sau durch das Dorf jagt, alles kommt vom Heiligen Geist;

3. Franziskus der Häretiker besitzt dazu noch die Unverfrorenheit, zu sagen die Katholiken müssten neben den drei Säulen ~Tradition, geoffenbarte Wahrheit (AT/NT) und der gelebten und verkündeten Dogmatik~ davon ausgehen, daß er Heilige Geist neue Wahrheiten neben dem was Gott bisher verkündet hat entwickelt da sich Christus in einer Entwicklung befindet. Das sind die unverzeihlichen Sünden fgegen den Heiligen Geist!

Uns Christen ist gegeben was uns durch die Allerheiligste Dreifaltigkeit von der Heiligen Mutter Kirche gelehrt und geschenkt wird. Diesen Schatz haben wir zu hüten, xdamit wir die Wahrheit in Christus nicht verlieren.

Lassen wir diese Gehirnwäsche über uns ergehen, dann werden wir von diesen Sturm der von Johannes XXIII. (2ter), Paul VI. über Johannes Paul II. ausgelöst und in Franziskus seinen Höhepunkt erreicht fortgerissen.

Papst Benedikt XVI wurde gegen den Wunsch der DBK, ÖBK, SBK, FBK, NLBK am heutigen Franziskus vorbei zum Papst gewählt und hat angefangen die Verzerrungen der PKK zu entkernen, dies ist der Grund warum man ihm die Möglichkeit raubte die Kirche regieren zu können.
Die letzen Wort vor seinem Eintritt in das päpstliche Exil waren;

"als Papst könne er nichts anderes mehr als für die Kirche zu beten!"

Wir haben einen Papst der auf dem Kreuzweg der Kirche zum endgültigem Ziel bereits die Station der Dornenkrönung vollzogen wurde. Als die Henker am irdischen Jesus diese Krönung vollzogen hatten konnte Christus auch nur noch leiden und beten.

Der mystische Christus die Kirche muß diesen gleichen Weg gehen um Satan und sein Gefolge zu vernichten die Lüge und den satanischen Menschenmord zu vernichten. Der irduische Jesus hat den irdischen Tot vernichtet und der mystische Christus vernichtet die Lüge und den Menschenmord, er vernichtet mit der Gottesmutter gemeinsam Satan und seine Brut.

Wehe aber den Menschen, die diesen Kreuzweg gestartet und mit satanischer Lust bis zum Erscheinen des göttlichen Richter und König des Himmels und der Erde erscheinen wir und das ist sehr bald. Jedes Falsche wir vernichtet, die Sünden gegen den Heiligen Geist aber nicht verziehen und der Fürst der Welt mit seinen Kronprinzen und seinem gesamten Volk zieht in den Großen Orient (freimaurischer Ort der Erlösung) ein, dort wird ihre Musik des ewigen heulen und Knirschen mit den ZähnEn den Raum, füllen:
Carlus
Unter einem "Gegenpapst" versteht die Kirche das zeitweilig auftretende Phänomen, dass ein weiterer Kandidat einem legitimen Papst das Amt streitig macht. Die in der Liste der Päpsteaufgeführten Gegenpäpste konnten jeweils eine relevante Anhängerschaft für sich reklamieren.
Der erste Gegenpapst, 217 n. Chr. gewählt, in der aktuellen Papstliste war Hippolyt von Rom, später heiliggesprochen, …More
Unter einem "Gegenpapst" versteht die Kirche das zeitweilig auftretende Phänomen, dass ein weiterer Kandidat einem legitimen Papst das Amt streitig macht. Die in der Liste der Päpsteaufgeführten Gegenpäpste konnten jeweils eine relevante Anhängerschaft für sich reklamieren.
Der erste Gegenpapst, 217 n. Chr. gewählt, in der aktuellen Papstliste war Hippolyt von Rom, später heiliggesprochen, auf den die Traditio apostolica zurückgeführt wird. Letzter Gegenpapst war bislang Felix V., der 1449 freiwillig abdankte. Von einigen Päpsten steht letztlich nicht fest, ob sie zur legitimen Reihe gezählt werden dürfen. Papst Johannes XXIII. wählte 1958 diesen Namen, obwohl bereits 1410 ein Papst Johannes XXIII. gewählt worden war. Dieser hatte das Konzil zu Konstanz einberufen, von dem er aber abgesetzt wurde (widerwillig gab er nach), um das große Abendländische Schisma zu beenden.
Es fällt auf, dass die meisten Gegenpäpste nur kurz amtierten (bei Amtszeiten von über zwei Jahren Fettdruck) und dass sich in ihrer Reihe kaum Namenswiederholungen finden.
Liste der Gegenpäpste
Hl. Hippolyt von Rom (217 - 235)
Novatian (251)
Felix II. (355-65)
Ursinus (366-67)
Eulalius (418-19)
Lorenz (498-99, 502-06)
Dioskur (530)
Theodor (687)
Paschalis (687)
Konstantin (767-68)
Philipp (768)
Johannes (844)
Anastasius (855)
Christophorus (903-04)
Bonifaz VII. (974,984-85)
Johannes XVI. (997-98)
Gregor (1012)
Benedikt X. (1058-59)
Honorius II. (1061-64)
Clemens III. (1080;1084-1100)
Theoderich (1100)
Albert (1101)
Silvester IV. (1105-1111)
Gregor VIII. (1118-1121)
Coelestin II. (1124)
Anaklet II. (1130-38)
Viktor IV. (1138)
Paschalis III. (1164-68)
Calixtus III. (1168-1181)
Innozenz III. (1179-80)
Nikolaus V. (1328-33)
Klemens VII. (1378-94; Robert von Genf)
Benedikt XIII. (1394-1423; Pedro de Luna)
Alexander V. (1409-10; "Pisaner")
Johannes XXIII. (Gegenpapst) (1410-15; "Pisaner")
Felix V. (1439-49, zurückgetreten)
Quelle: Die Päpste. Zwanzig Jahrhunderte Geschichte (dt.), Libreria Editrice Vaticana (Päpstl. Basilika St. Paul vor den Mauern), 2. Aufl. 2006.
8 more comments from Carlus
Carlus
Antwort von Alexius 1. Oktober 2014 um 21:12, zu Johannes XXIII., Link siehe dort
Das ist der Liberale!
Er will einerseits katholisch sein, er vermischt alles, und andererseits will er ganz weltzugewandt, ganz modernistisch sein, ja nicht als rückständig gelten. Er will etwas sein und ist doch nichts vor Gott. Er ist nicht mehr katholisch und gehört nicht der Kirche Christi an.
“Monseigneur sagt…More
Antwort von Alexius 1. Oktober 2014 um 21:12, zu Johannes XXIII., Link siehe dort
Das ist der Liberale!
Er will einerseits katholisch sein, er vermischt alles, und andererseits will er ganz weltzugewandt, ganz modernistisch sein, ja nicht als rückständig gelten. Er will etwas sein und ist doch nichts vor Gott. Er ist nicht mehr katholisch und gehört nicht der Kirche Christi an.
“Monseigneur sagte uns noch bei den Exerzitien im Februar dieses Jahres: ‘Die fundamentale Demarkationslinie, die Trennlinie zwischen Kirche und Nichtkirche ist der Glaube.’ Die fundamentale Basis für die Einheit der Kirche, für die Zugehörigkeit zur Kirche ist zunächst einmal der Glaube, und die Demarkationslinie verläuft hier; wo ich nicht mehr den Glauben habe, auch nur in einem Punkt, gehöre ich nicht mehr zur Kirche.”
Genau dieses Zitat veröffentliche die FSSPX damals noch in ihrem Mitteilungsblatt!
Und weil Rom, der Episkopat, weil die Konzilspäpste zu den Häresien, zu den Schismen schweigen, sie dulden und selbst Häresien vertreten und verbreiten, haben wir den unumstößlichen Beweis, daß sie nicht das wahre Lehramt der Kirche sind, sondern dem Schisma verfallen sind.
Weder die Liberalen hier auf dem Forum noch die FSSPX, die liberalgewordene, können sich jemals vor Gott rechtfertigen, wenn sie jene, die außerhalb der Kirche stehen als der Katholischen Kirche angehörend bezeichnen oder gar als “Heiliger Vater” betiteln. Sie werden zur Rechenschaft gezogen werden, da Sie – obgleich sie die nachdrücklichen Verurteilungen des Modernismus in »PASCENDI« kennen – nach wie vor zum modernistischen Rom halten, das zum Sammelbecken aller Häresien geworden ist.
“Mir scheint, meine lieben Brüder, daß ich die Stimme aller jener Päpste seit Gregor XVI. höre, die Stimme Pius’ IX., des hl. Pius’ X., Benedikts XV., Pius’ XI., Pius’ XII., die uns zurufen: ‘….Wir haben den Liberalismus verurteilt, wir haben den Kommunismus verurteilt, den Sozialismus, den Modernismus, den Sillonismus: Alle diese Irrtümer, die wir verurteilt haben, werden doch jetzt von den Behörden der (Konzils-)Kirche gelehrt, angenommen verfochten!…” (Lefebvre, 30. Juni 1988 in Ecône)
Am 5. Juni 1960 (erinnern wir uns wohl, daß die Allerseligste Jungfrau Maria vom Papst verlangte, im Jahre 1960 das Dritte Geheimnis von Fatima zu veröffentlichen “WEIL SEIN INHALT VON JENEM JAHRE AN KLARER SEIN WÜRDE”) schuf Johannes XXIII. das “Sekretariat für die Einheit der Christen”. Warum war das so ausschlaggebend? Dieses Sekretariat sollte die Geburt, der Ausgangspunkt der neuen “Konzilskirche” werden. Und von wem wurde es geleitet? von Kardinal Augustin Bea. In einem Brief Beas heißt es: “Der Hl. Vater weiss, daß ich mich um die ökumenische Frage kümmere, und er ist sehr zufrieden damit.”
Gleich zu Beginn der ungültigen Räubersynode, als Ottaviani, Präfekt des Heiligen Offiziums, Einspruch erhob gegen Bea, daß dieser nicht das Recht gehabt habe, diese Vorlage zu entwerfen, weil es sich um eine theologische Vorlage handele, erhob Bea sich angriffslustig und anmaßend: “Enschuldigen Sie, ich hatte als Präsident der Kommission für die Einheit der Christen sehr wohl das Recht, dies zu tun: wenn es etwas gibt, was die Einheit betrifft, dann ist es exakt die Religionsfreiheit.”
Das also war und ist der “Heilige” der Unterwelt!
Carlus
JOHANNES XXIII: ENZYKLIKA “AD PETRI CATHEDRAM” 29.6.1959
1. OKTOBER 2014 VON POSCHENKER
2
Erster Teil
ZWEITER TEIL: EINHEIT, EINTRACHT UND FRIEDE
Die Wahrheit bringt der Sache des Friedens ansehnliche Vorteile
12 Aus dieser Kenntnis der Wahrheit – die vollständig, unversehrt und aufrichtig sein soll – muss die Einheit kommen und überströmen in unseren Geist, in unser Herz und unser …More
JOHANNES XXIII: ENZYKLIKA “AD PETRI CATHEDRAM” 29.6.1959
1. OKTOBER 2014 VON POSCHENKER
2
Erster Teil
ZWEITER TEIL: EINHEIT, EINTRACHT UND FRIEDE
Die Wahrheit bringt der Sache des Friedens ansehnliche Vorteile
12 Aus dieser Kenntnis der Wahrheit – die vollständig, unversehrt und aufrichtig sein soll – muss die Einheit kommen und überströmen in unseren Geist, in unser Herz und unser Tun. Alle Zwietracht nämlich, alle Unstimmigkeiten und Uneinigkeiten haben gleichsam ihren ersten Ausgangspunkt in der Wahrheit, die entweder nicht erkannt wurde oder die, was noch schlimmer ist, zwar erforscht und durchschaut, jedoch abgelehnt wurde, sei es um des Nutzens und der Vorteile willen, die oftmals aus den falschen Ansichten erhofft werden, sei es wegen jener böswilligen Blindheit, in der die Menschen für ihre Laster und unrechten Taten gar zu leicht und zu nachsichtig eine Entschuldigung suchen.
13 Es ist daher notwendig, dass alle, die Einzelnen wie auch jene, in deren Händen das Los der Völker liegt, aufrichtig die Wahrheit lieben, wenn sie die Eintracht und den Frieden erreichen wollen, woraus die wahre, private und öffentliche Wohlfahrt kommen kann.
14 Zu dieser Eintracht und zu diesem Frieden ermahnen Wir ausdrücklich jene, die den Staat regieren. Wir, die Wir über allen Spannungen zwischen den Völkern stehen, alle Völker mit gleicher Liebe umfangen und von keinen irdischen Vorteilen, von keinen Ansprüchen politischer Macht und von keinerlei Wünschen dieses Lebens geleitet werden, Wir glauben in einer Lage zu sein, dass Wir von allen Menschen jeglichen Volkes unvoreingenommen beurteilt und unvoreingenommen gehört werden, wenn Wir über diese überaus wichtige Frage sprechen.
Gott hat die Menschen als Brüder erschaffen
15 Gott schuf die Menschen nicht als Feinde, sondern als Brüder. Die Erde gab er ihnen zum Bebauen unter Mühen und Arbeit, damit die einzelnen und die Gesamtheit die Früchte und alles das bekämen, was zum Unterhalt und zum Leben notwendig ist. Die verschiedenen Nationen aber sind nichts anderes als Gemeinschaften von Menschen, das heißt von Brüdern, Gemeinschaften, die nicht nur ihr eigenes Ziel, sondern auch in brüderlicher Einheit die gemeinsame Wohlfahrt der ganzen menschlichen Gesellschaft erstreben sollen.
16 Ferner darf der Weg dieses sterblichen Lebens nicht nur in sich selbst betrachtet und nur um des Genusses willen übernommen werden, er führt nicht bloß zum Untergang des menschlichen Leibes, sondern auch zum unsterblichen Leben, zu einer unvergänglichen Heimat.
17 Wenn diese Lehre, diese trostvolle Hoffnung aus den Herzen der Menschen gerissen wird, so schwindet jede Lebensgrundlage; Begierden, Uneinigkeiten und Zwistigkeiten, die durch keinen wirksamen Zügel zu bändigen sind, brechen notwendig aus unserem Innern hervor; nicht der Ölzweig des Friedens leuchtet dann dem Geiste, sondern die Fackeln der Zwietracht flammen auf; unser Los ist dann dem Los der vernunftlosen Tiere beinahe gleich; ja, es ist sogar schlimmer, insofern wir, mit der Fähigkeit zu denken ausgestattet, die Möglichkeit haben, diese zu missbrauchen und auf Schlimmeres zu sinnen und zu verfallen – was leider nur zu oft geschieht – und, wie einstens Kain, durch vergossenes Bruderblut und schweres Vergehen die Erde zu entstellen.
18 Es ist also vor allem notwendig, Geist und Herz an diese rechten Grundsätze zu erinnern, wenn wir, wie es sich geziemt, den Willen haben, auch unser Tun auf den Weg der Gerechtigkeit zurückzuführen.
19 Warum, wenn wir doch Brüder heißen und sind, und wenn wir eines gemeinsamen Loses in diesem und im kommenden Leben teilhaft werden, warum, so sagen Wir, können wir uns als Gegner, Feinde und Bekämpfer der übrigen aufspielen? Warum andere beneiden, warum Hass entfachen und tödliche Waffen gegen die Brüder schmieden? Ob, es ist schon genug gekämpft worden unter den Menschen, schon haben allzu gewaltige Scharen junger Leute, in der Blüte der Jahre, ihr Herzblut vergossen. Allzu viele Friedhöfe der im Krieg Gefallenen gibt es schon auf der Erde, und sie mahnen mit ihrer ernsten Stimme alle, endlich einmal zur Eintracht, zur Einigkeit und zum gerechten Frieden zurückzukehren.
20 Wir sollen deshalb alle bedacht sein nicht auf das, was die Menschen untereinander entzweit und trennt, sondern vielmehr auf das, was sie in gegenseitiger und billiger Wertschätzung ihrer selbst und ihrer Angelegenheiten verbinden kann.
Einheit und Eintracht unter den Völkern
21 Wenn man, wie es angemessen ist, auf den Frieden und nicht auf den Krieg bedacht ist, und wenn alle aufrichtigen Herzen auf die brüderliche Eintracht der Völker schauen, nur dann wird es gelingen können, dass die öffentlichen Angelegenheiten richtig erkannt und glücklich geordnet werden; ebenso wird es dann möglich sein, in gemeinsamer Verständigung das zu suchen und zu beschließen, was die gesamte Menschheitsfamilie zu jener so erwünschten Einigung führt, in deren Genuss die einzelnen Nationen die eigenen Rechte auf Freiheit im Auge behalten, nicht den anderen unterworfen, sondern ganz und gar gesichert. Jene, die andere unterdrücken und sie der gebührenden Freiheit berauben, können gewiss nicht beitragen zu dieser Einigung. Diesbezüglich gilt das Wort Leos XIII., Unseres weisen Vorgängers unsterblichen Andenkens: »Um dem Ehrgeiz, der Sucht nach fremdem Besitz, der Eifersucht – den schlimmsten Kriegsschürern – Einhalt zu gebieten, ist nichts geeigneter als die christliche Tugend und an erster Stelle die Gerechtigkeit«.(10)
22 Wenn übrigens die Völker nicht zu dieser brüderlichen Einigkeit gelangen, die sich auf die Vorschriften der Gerechtigkeit stützt und durch die Liebe genährt werden muss, so bleibt die Lage äußerst gefährlich, deshalb beklagen und bedauern es alle Einsichtigen, dass man keine Sicherheit habe, ob man auf die Sicherung eines soliden, wahren und aufrichtigen Friedens oder vielmehr auf einen neuen und ganz schrecklichen kriegerischen Zusammenstoß in höchster Blindheit hintreibe. In höchster Blindheit, sagen Wir; denn falls – was Gott verhüten möge – ein neuer Krieg ausbricht, wird infolge der schauerlichen Waffen, die unsere Zeit einführte, auf alle Völker, Besiegte oder Sieger, nur ein grausiges Morden und ein grauenhafter Zusammenbruch warten und sie heimsuchen.
23 Wir bitten daher alle, besonders die Staatslenker, dies klug und aufmerksam vor Gott dem Richter zu überdenken und willig und gern alle Mittel zu benützen, die zur notwendigen Einigung führen können. Diese einmütige Einigung, durch die gleichzeitig, wie Wir sagen, auch die gemeinsame Wohlfahrt der Völker zweifellos wachsen wird, kann nur dann wiederhergestellt werden, wenn nach Befriedung der Gemüter und Sicherstellung der Rechte aller wieder die Freiheit aufleuchtet, die überall der Kirche, den Nationen und den einzelnen Bürgern geschuldet ist. Einheit und Eintracht unter den Klassen der Gesellschaft
24 Wenn aber unter den Nationen und Völkern eine einmütige Einheit erstrebt wird, so muss diese notwendig auch unter den verschiedenen Klassen der Bürger immer mehr gefördert werden, andernfalls kann es, wie es sich schon deutlich zeigt, zu gegenseitigem Hass und Feindschaft kommen; daraus werden lärmender Aufruhr, unselige Umstürze und zuweilen auch Blutvergießen folgen zugleich mit immer größerer Schwächung und Gefährdung des öffentlichen und privaten Besitzes. Hierzu bemerkte Unser Vorgänger mit vollem Recht: »(Gott) ordnete an, dass in der Gemeinschaft des Menschengeschlechtes eine Ungleichheit der Klassen und unter diesen eine gewisse, aus freundschaftlichem Verstehen kommende Gleichheit herrsche«.(11) Es ist ja deutlich: »Wie sich im Körper die untereinander verschiedenen Glieder zusammenfinden, sodass jenes Verhältnis entsteht, das man mit Recht Symmetrie nennen könnte, so hat die Natur im Staat vorgeschrieben, dass… sich die Klassen untereinander einmütig zusammenfinden und sich gebührend zum Gleichgewicht verhelfen. Die eine bedarf unbedingt der anderen: es kann der Besitz nicht ohne die Arbeit und die .Arbeit nicht ohne den Besitz bestehen. Die Eintracht erzeugt die Schönheit und die Ordnung der Dinge«(12) Wer also die Ungleichheit der Klassen zu leugnen wagt, widerspricht den Gesetzen der Natur selbst; die Gegner dieser freundschaftlichen und notwendigen Zusammenarbeit der sozialen Klassen versuchen jedoch, die menschliche Gesellschaft in Unordnung zu bringen und zu spalten unter großer Gefährdung und Schädigung des privaten und öffentlichen Wohles. So hat übrigens Unser Vorgänger unsterblichen Andenkens, Pius XII., weise betont: »Bei einem Volke, das dieses Namens würdig ist, sind die Ungleichheiten, die nicht aus der Willkür der Menschen, sondern aus der Natur der Dinge selbst kommen – Ungleichheiten geistiger Kultur, des Besitzes, der sozialen Stellung, immer unbeschadet der Gerechtigkeit und der gegenseitigen Liebe – tatsächlich kein Hindernis für das Bestehen und Vorherrschen eines wahren Geistes gemeinsamer Brüderlichkeit«(13) Die einzelnen Klassen und die verschiedenen Schichten der Bürger können freilich auf ihren eigenen Rechte bestehen, vorausgesetzt dass dies nicht mit Gewalt, sondern auf rechtmäßigem Wege geschieht, und dass sie nicht unbefugt die Rechte der übrigen angreifen, die in gleicher Weise unangetastet bleiben müssen. Alle sind Brüder, daher ist alles in freundschaftlicher Verbundenheit und in gegenseitiger brüderlicher Liebe zu bereinigen.
Einige Zeichen der Entspannung
25 Man muss hierzu gestehen, und dies gibt Hoffnung auf Besserung der Dinge, dass in neuerer Zeit mancherorts das Verhältnis und die Beziehungen unter den Bürgerklassen weniger gespannt und schwierig sind; so hat Unser letzter Vorgänger an die Katholiken Deutschlands die Worte gerichtet: »Die furchtbare Katastrophe des letzten Krieges, die euch leidvoll erschütterte, hat wenigstens das Gute gehabt, dass in noch mehr von Vorurteilen und Gruppeneigennutz sich freimachenden Kreisen die Klassengegensätze weithin ausgeglichen und die Menschen einander näher gebracht wurden. Denn gemeinsame Not ist für alle eine herbe, aber heilsame Zuchtmeisterin«(14)
26 Tatsächlich ist der Abstand zwischen den bürgerlichen Klassen vermindert worden; da sie sich nicht mehr ausschließlich auf den Besitz und die Arbeit zurückführen, sind sie vielfältig geworden und stehen leichter allen Bürgern offen. Denen, die sich durch größeren Fleiß und Tüchtigkeit auszeichnen, ist die Möglichkeit gegeben, zu höheren sozialen Stellungen aufzusteigen, und was die betrifft, die von ihrer täglichen Arbeit leben, so ist es tröstlich zu sehen, dass all die jüngsten Maßnahmen zur Besserung der Lage der Arbeiter in den Betrieben und auf den übrigen Arbeitsgebieten die Wirkung haben, dass diese Arbeiter nicht mehr bloß nach ihrer wirtschaftlichen Bedeutung eingeschätzt werden, sondern auch nach einer höheren und würdigeren Auffassung des menschlichen Lebens.
Erwägungen über wichtige Fragen auf dem Gebiet der Arbeit
27 Es ist aber noch ein weiter Weg zurückzulegen. Noch bestehen zu viele sachliche Ungleichheiten, zu viele Ursachen der Spannung unter den verschiedenen Gruppen, zuweilen infolge der unvollkommenen oder nicht ganz gerechten Meinung über das Eigentumsrecht von seiten derer, die ungebührlich auf den eigenen Nutzen und Vorteil bedacht sind. Dazu kommt die furchtbare Arbeitslosigkeit, die viele so hart trifft und sehr quält, und die wenigstens heute auch deshalb noch größere Schwierigkeiten bereiten kann, weil die Arbeit häufig allerlei technisch vollkommeneren Maschinen übertragen wird. Diese Arbeitslosigkeit beklagte schon Unser Vorgänger seligen Andenkens Pius XI., mit den Worten: »Man muss sehen, wie beinahe unzählige ehrbare Arbeiter zusammen mit ihren Familien zur Untätigkeit und zur äußersten Not gezwungen sind, Arbeiter, die nichts sehnlicher wünschen, als sich in Ehren das Brot verdienen zu können, das sie täglich nach göttlichem Geheiß vom himmlischen Vater erflehen. Ihre Seufzer rühren Unser Herz, und sie lassen Uns, vom gleichen Mitleid ergriffen, jene Klage des liebenden Herzens unseres göttlichen Meisters wiederholen, die er angesichts der vom Hunger erschöpften Menschenmenge aussprach: »Misereor super turbam – Mich erbarmt des Volkes«(15)_(16)
28 Wenn wir also die ersehnte gegenseitige Verbundenheit unter den Klassen der Bürger wollen und suchen, – und wir alle müssen sie wirklich wollen und suchen – so ist in vereintem, privatem und öffentlichem Bemühen und in gemeinsamem mutigem Beginnen nach Kräften dahin zu streben, dass alle Menschen, auch die des Volkes in der bescheidensten Lage, sich durch ihre Arbeit und ihren Schweiß den notwendigen Lebensunterhalt erwerben und auf sichere und ehrbare Weise auch für ihre und der Ihrigen Zukunft vorsorgen können. Dazu haben unsere Zeitverhältnisse der allgemeinen Lebensführung viele Bequemlichkeiten gebracht, von deren Genuss man auch die weniger begüterten Mitbürger nicht fernhalten darf.
29 Jene, die auf den verschiedenen Gebieten der menschlichen Arbeit die Initiative oder Leitung haben, und von denen das Los und zuweilen selbst das Leben der Arbeiter abhängt, mahnen Wir dringend, nicht bloß daran zu denken, welchen Gewinn die Arbeiter durch ihr Mühen einbringen, und nicht bloß deren Rechte zu sichern, was den Arbeitslohn angeht, sondern sie auch tatsächlich als Menschen, ja als Brüder zu betrachten, sie sollen auch dahin wirken, dass die Arbeiter auf geziemende und entsprechende Weise immer mehr an den Früchten der geleisteten Arbeit teilhaben und sich gleichsam als Teile des ganzen Unternehmens fühlen können. Wir sprechen diese Mahnung aus, damit die Rechte und Pflichten der Arbeitgeber mit denen der Arbeitnehmer mehr und mehr in Übereinstimmung und in das rechte Verhältnis gebracht und die verschiedenen entsprechenden Vereinigungen aufgefasst werden »nicht als eine Waffe, ausschließlich gedacht für einen Verteidigungs- und Angriffskrieg, der Gegenwirkungen und Vergeltungsmaßnahmen hervorruft, nicht als ein Strom, der über die Ufer tritt und trennt, sondern als eine Brücke, die verbindet«(17) Vor allem ist aber dafür zu sorgen, dass dem Fortschritt auf wirtschaftlichem Gebiet, wovon Wir sprachen, ein nicht geringerer Fortschritt in sittlicher Hinsicht entspreche – wie es sich für Christen, ja schon für Menschen, unbedingt geziemt. Was wird es denn den Arbeitern nützen, wenn sie höhere Bezahlung bekommen und die Wohltaten einer gehobeneren Lebensführung genießen, wenn sie aber die höheren Güter, jene für die unsterbliche Seele, verloren oder vernachlässigt hätten? Der ausgesprochene Wunsch wird sich erfüllen, wenn die soziale Lehre der Katholischen Kirche gebührend verwirklicht wird, und wenn alle »sich bemühen, die Herrin und Königin aller Tugenden, die Liebe, in sich selbst zu pflegen und in den anderen, in den Großen wie in den Kleinen, zu wecken. Das erwünschte Heil ist hauptsächlich als Ergebnis eines großen Stromes der Liebe zu erwarten, Wir meinen damit die christliche Liebe, die das zusammenfassende Gesetz des ganzen Evangeliums ist und die, immer bereit sich für das Wohl der anderen zu opfern, für den Menschen das sicherste Gegengift ist gegen den Stolz und Egoismus der Welt. Die göttlichen Grundzüge und Auswirkungen dieser Tugend hat der Apostel Paulus mit den Worten gezeichnet: »Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig, sie sucht nicht ihren Vorteil, alles erträgt sie, alles duldet sie«(18)-(19)
Einheit und Eintracht in der Familie
30 Endlich ermahnen Wir mit väterlichem Herzen dringend auch alle Familien zur Begründung und Festigung der gleichen einträchtigen Einheit, zu der Wir die Völker, deren Lenker und alle Klassen der Bürger aufgerufen haben. Wenn nämlich Friede, Einigkeit und Eintracht nicht im häuslichen Zusammenleben herrschen, wie wird man sie dann in der bürgerlichen Gesellschaft finden können? Diese geordnete und harmonische Einheit, die jederzeit innerhalb der häuslichen Mauern herrschen muss, hat ihren Ursprung in dem unauflöslichen Band und in der Heiligkeit der Ehe selbst, und sie nährt zum großen Teil die Ordnung, den Fortschritt und das Wohl der ganzen bürgerlichen Gesellschaft. Der Familienvater nehme unter den Seinen gleichsam die Stelle Gottes ein und gehe nicht bloß durch die Autorität, sondern auch durch das Beispiel seines rechtschaffenen Lebens den anderen voran. Die Mutter der Familie aber gebiete im häuslichen Kreise mit ihrer Herzensgüte und ihrer Tugend ihren Kindern in Festigkeit und Milde, sie begegne ihrem Gatten nachsichtig und liebevoll, und zusammen mit ihm unterweise und erziehe sie die Kinder, das kostbarste, von Gott gewährte Geschenk, sorgfältig zu einem rechten und frommen Leben. Diese aber sollen, wie es sich gehört, immer den Eltern folgen, sie lieben und ihnen nicht bloß ein Trost sein, sondern ihnen, wenn nötig, auch zu Hilfe kommen. Innerhalb der häuslichen Mauern atme jene Liebe, die in der Familie von Nazareth lebendig war; es sollen dort alle christlichen Tugenden aufblühen; stark sei die Einigkeit, und ausstrahlen möge das Beispiel eines untadeligen Lebens. Niemals möge – darum bitten Wir Gott innig -, diese so schöne, so traute und so notwendige Eintracht zerrissen werden; wenn nämlich diese heilige Stiftung der christlichen Familie ins Wanken gerät, wenn die vom göttlichen Erlöser darüber gegebenen Vorschriften verworfen oder verdorben werden, dann wanken in der Tat die Grundlagen des Staates, und es wird, nicht ohne schweren Schaden und Nachteil für alle Bürger, die bürgerliche Gesellschaft selbst angesteckt und in ernste Gefahr gebracht.

DRITTER TEIL: EINHEIT DER KIRCHE
Beweggründe der Hoffnung, gegründet auf das Gebet Jesu
31 Und nun kommen Wir dazu, von jener Einheit zu reden, die Uns in ganz besonderer Weise am Herzen liegt, und die in innerster Beziehung steht zum Hirtenamt, das Uns von Gott anvertraut ist, nämlich von der Einheit der Kirche.
32 Alle wissen, dass der göttliche Erlöser eine Gemeinschaft gegründet hat, die ihre Einheit bis an das Ende der Zeiten bewahren muss gemäß dem Worte: »Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt«,(20) und dass er dafür an den himmlischen Vater glühende Gebete gerichtet hat. Dieses Gebet Jesu Christi, das ohne Zweifel angenommen und erhört wurde wegen seiner Gottesfurcht,(21) nämlich: »Dass alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir, damit sie so alle in uns eins seien«,(22) dieses Gebet flößt Uns ein und befestigt in Uns die süße Hoffnung, dass alle Schafe, die nicht in dieser Hürde sind, schließlich einmal die Sehnsucht spüren, zurückzukehren, und dass deshalb nach dem Wort des göttlichen Erlösers »ein Schafstall und ein Hirte werde«.(23)
33 Lebhaft angeregt von dieser trauten Hoffnung haben Wir öffentlich die Absicht ausgesprochen, ein Ökumenisches Konzil einzuberufen, an dem die Bischöfe des ganzen katholischen Erdkreises teilnehmen werden, um die schwierigen Probleme der Religion zu behandeln. Hauptziel dieses Konzils wird sein, das Wachstum des katholischen Glaubens und die heilsame Erneuerung der Sitten des christlichen Volkes zu fördern, sowie die kirchliche Disziplin den Notwendigkeiten unserer Zeit anzupassen. Das wird ohne Zweifel ein wunderbares Schauspiel der Wahrheit der Einheit, der Wahrheit und der Liebe sein, ein Schauspiel, das auch in der Sicht jener, die von diesem Apostolischen Stuhl getrennt sind, eine sanfte Einladung sein wird, wie Wir hoffen, jene Einheit zu suchen und zu erlangen, die Jesus Christus in solch glühenden Gebeten vom Himmlischen Vater erflehte. Einheitsbestrebungen bei den verschiedenen getrennten Gemeinschaften
34 Es ist Uns ein Trost, genau zu wissen, dass in letzter Zeit sich bei nicht wenigen von der Cathedra des heiligen Petrus getrennten Gemeinschaften eine gewisse Sympathiebewegung gegenüber dem Glauben und den Einrichtungen der Katholischen Kirche und eine steigende Hochachtung gegenüber diesem Apostolischen Stuhle abgezeichnet hat, wobei die Liebe zur Wahrheit manche vorgefasste Meinung beseitigt. Wir wissen ebenfalls, dass fast alle, die sich, obwohl von Uns und unter sich getrennt, Christen nennen, mehrere Male Kongresse abgehalten und besondere Organisationen geschaffen haben mit dem Ziel, Verbindungen unter sich anzuknüpfen. Das zeigt, dass sie von dem großen Verlangen beseelt sind, wenigstens zu irgend einer Form der Einheit zu gelangen.
Einheit der Kirche von ihrem göttlichen Stifter gewollt
35 Es steht außer Zweifel, dass der göttliche Erlöser seine Kirche gründete, indem er sie mit einer unverbrüchlichen Einheit beschenkte und kraftvoll ausrüstete. Wenn er dies – widersinniger weise – nicht so eingerichtet hätte, so hätte er ein wenigstens in der Zukunft sich selbst widersprechendes Gebilde geschaffen nach Art fast aller philosophischen Systeme, die willkürlich durch verschiedene menschliche Meinungen zustande kommen, und von denen im Laufe der Zeit eines aus dem andern entspringt: sie wandeln sich und verschwinden wieder. Es kann jedoch niemanden geben, der nicht sähe, wie sehr all dies der göttlichen Lehre Jesu Christi entgegengesetzt ist, der da ist »der Weg, die Wahrheit und das Leben«.(24)
36 Eine derartige Einheit, Ehrwürdige Brüder und geliebte Söhne, die, wie Wir gesagt haben, kein vergängliches, unsicheres und hinfälliges Gebilde sein darf, sondern fest, dauerhaft und sicher sein muss,(25) – wenn sie den andern christlichen Gemeinschaften fehlt, so fehlt sie doch sicher nicht der Katholischen Kirche. Das können alle sehr leicht sehen, die sie aufmerksam betrachten. Tatsächlich ist diese Einheit mit drei Kennzeichen geschmückt: mit der Einheit der Lehre, der Leitung und des Kultes. Sie ist so beschaffen, dass sie allen sichtbar werden kann, sodass alle sie erkennen und ihr folgen können. Außerdem ist sie gemäß dem Willen ihres göttlichen Stifters selbst so, dass tatsächlich alle Schafe sich dort in einer einzigen Hürde vereinigen können unter der Führung eines einzigen Hirten. Und so sind alle Söhne zum einzigen Vaterhaus gerufen, das auf dem Fundament Petri aufruht; und in ihm als dem einzigen Reiche Gottes müssen alle Völker brüderlich zusammengeführt werden: in einem Reich, dessen Bewohner unter sich auf Erden in der Einheit des Geistes und des Herzens verbunden sind, damit sie einst die ewige Seligkeit im Himmel genießen können.
Einheit des Glaubens
37 Die Katholische Kirche befiehlt, an das treu und fest zu glauben, was von Gott geoffenbart ist, d. h. alles, was in der Heiligen Schrift und in der mündlichen oder schriftlichen Überlieferung enthalten ist, und was im Laufe der Jahrhunderte, von den apostolischen Zeiten angefangen, von den Päpsten und den rechtmäßigen Ökumenischen Konzilien bekräftigt und definiert worden ist. Nie hat die Kirche, sooft sich jemand von diesem Pfad entfernte, aufgehört, ihn durch ihre mütterliche Autorität immer wieder auf den rechten Weg zurückzurufen. Sie weiß in der Tat gut und sie hält fest, dass es nur eine einzige Wahrheit gibt, und dass es keine »Wahrheiten« geben kann, die unter sich im Widerspruch stehen. Sie macht sich deshalb die Versicherung des Völkerapostels zu eigen: »Wir vermögen nichts gegen die Wahrheit, sondern nur für die Wahrheit«.(26)
38 Es gibt jedoch nicht wenige Punkte, in denen die Katholische Kirche den Theologen freie Meinung lässt, insofern es sich um Dinge handelt, die nicht völlig sicher sind, und insofern auch, wie der berühmte englische Schriftsteller John Henry Kardinal Newman bemerkte, solche Auseinandersetzungen die Einheit der Kirche nicht zerschneiden. Sie dienen vielmehr einem tieferen und besseren Verständnis der Glaubenssätze, weil sie den Weg zu dieser Erkenntnis bereiten und sicherstellen, da aus dem Gegensatz der verschiedenen Meinungen neues Licht kommt.(27) Jedenfalls muss man sich immer jenes allgemein bekannte Wort vor Augen halten, das in verschiedenen Formen verschiedenen Autoren zugeschrieben wird: In den notwendigen Dingen herrsche Einheit, in zweifelhaften Freiheit, in allen die Liebe.
Einheit der Leitung
39 Dass sich weiterhin in der Katholischen Kirche die Einheit der Leitung vorfindet, sieht jeder. Wie in der Tat die Gläubigen den Priestern unterstehen und die Priester den Bischöfen, die »der Heilige Geist aufgestellt hat …, die Kirche Gottes zu regieren«,(28) so sind alle Bischöfe und jeder einzelne von ihnen dem römischen Papst unterstellt. Dieser aber muss als der rechtmäßige Nachfolger jenes Petrus gelten, den Christus der Herr als Fels und als Fundament seiner Kirche gesetzt hat,(29) und dem allein er in besonderer Weise die Vollmacht gab, auf Erden zu binden und zu lösen,(30= seine Brüder zu stärken(31) und die ganze Herde zu weiden.(32)
Einheit des Kultes
40 Was aber die Einheit des Kultes angeht, wer wüsste nicht, dass die Katholische Kirche seit ihrer Entstehungszeit immer sieben Sakramente, nicht mehr und nicht weniger, gehabt hat, die sie als heiliges Erbe von Jesus Christus empfing, und dass sie nie davon abließ, sie auf dem ganzen katholischen Erdkreis als Nahrung des geistlichen Lebens der Gläubigen zu spenden? Und ebenso wenig ist unbekannt, dass in ihr nur ein einziges Opfer gefeiert wird, das der heiligen Eucharistie, in dem Christus, unser Heil und unser Erlöser, sich jeden Tag für uns alle in unblutiger, aber wirklicher Weise opfert, wie er es einst auf Golgotha am Kreuze tat, und voll Barmherzigkeit die unermesslichen Schätze seiner Gnade auf uns alle ausgießt. Deshalb bemerkt der heilige Cyprian mit vollem Recht: »Es kann kein anderer Altar oder ein neues Priestertum eingesetzt werden außer dem einen Altar und dem einen Priestertum«.(33) Das hebt jedoch bekanntlich nicht auf, dass in der Katholischen Kirche verschiedene Riten existieren und approbiert sind, durch die sie umso schöner erstrahlt und gleichsam als Tochter des höchsten Königs erscheint, angetan mit mannigfaltigem Schmuck.(34)
41 Dass alle zu dieser wahren und vollständigen Einheit gelangen, dafür, bringt der katholische Priester, während er das eucharistische Opfer feiert, der unendlichen Milde Gottes die unbefleckte Hostie dar, indem er vor allem fleht »für ,deine heilige Katholische Kirche, der du den Frieden schenken, die du behüten, einigen und leiten mögest auf dem ganzen Erdkreis, zusammen mit deinem Diener, unserem Papst, und allen, welche der wahren Lehre getreu den katholischen und apostolischen Glauben fördern«.(35)
Väterliche Einladung zur Einheit
42 Dieses wunderbare Schauspiel der Einheit, das die Katholische Kirche unterscheidend auszeichnet und das für alle ein leuchtendes Beispiel ist, diese Wünsche, diese Gebete, durch die sie von Gott für alle dieselbe Einheit erfleht, möge euer Gemüt rühren und heilsam anregen, euer Gemüt, sagen Wir, die ihr von diesem Apostolischen Stuhle getrennt seid.
43 Gestattet, dass Wir euch mit innigem Verlangen Brüder und Söhne nennen. Lasst Uns die Hoffnung auf eure Rückkehr nähren, die Wir in väterlichem Empfinden hegen. Wir möchten Uns an euch in der gleichen Hirtensorge und mit denselben Worten wenden, mit denen Theophilus, der Bischof von Alexandrien, sich an seine Brüder und Söhne wandte, während ein unheilvolles Schisma das nahtlose Gewand der Kirche zerriss: »Ahmen wir, Geliebteste, die wir der himm1ischen Berufung teilhaftig sind, jeder gemäss den eigenen Möglichkeiten, ahmen wir Jesus nach, dem Führer und Vollender unseres Heiles. Umfangen wir jene Herzensdemut, die nach oben führt, und jene Liebe, die uns mit Gott verbindet, sowie den lauteren Glauben an die göttlichen Geheimnisse! Fliehet alle Spaltung, meidet die Zwietracht… Unterstützt euch in gegenseitiger Liebe. Höret das Wort Christi: Daran sollen alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, dass ihr einander liebet«.(36)
44 Beachtet, Wir bitten euch, dass Wir, während Wir euch voll Liebe zur Einheit der Kirche rufen, euch nicht in ein fremdes Haus einladen, sondern in das eigene und gemeinsame Vaterhaus. Erlaubt deshalb die Mahnung, da Wir nach allen Verlangen tragen »mit der Zärtlichkeit Jesu Christi«,(37) dass ihr euch an eure Väter erinnert, »die euch das Wort Gottes verkündet haben; und auf den Ausgang ihres Wandels achtend, folgt ihrem Glauben nach«.(38) Die glorreiche Schar der Heiligen, die jedes eurer Völker schon zum Himmel geschickt hat, und besonders jene, die mit ihren Schriften die Lehre Jesu Christi leuchtend überliefert und erklärt haben, auch sie scheinen euch durch das Beispiel ihres Lebens zur Einheit mit diesem Apostolischen Stuhle einzuladen, mit dem auch eure christliche Gemeinschaft durch so viele Jahrhunderte heilsam verbunden war.
45 Wir wenden Uns deshalb an alle jene, die von Uns getrennt sind, wie an Brüder mit den Worten des heiligen Augustinus, der sagt: »Ob sie wollen oder nicht, sie sind unsere Brüder. Nur dann werden sie aufhören, unsere Brüder zu sein, wenn sie aufgehört haben, zu sprechen: ‘Vater Unser’«.(39) »Lieben wir also Gott unseren Herrn, lieben wir seine Kirche: jenen wie einen Vater, diese wie eine Mutter; jenen als Herrn, diese als seine Dienerin; sind wir doch selbst ihre Kinder. Diese Vereinigung aber kommt durch eine große Liebe zustande; niemand kann daher den einen beleidigen, ohne den andern zu kränken. Was nützt es dir, wenn du den Vater nicht beleidigst, dieser jedoch die beleidigte Mutter rächt?.. Betrachtet also, meine Teuersten, alle einheitlich Gott als euren Vater und die Kirche als eine Mutter«.(40)
Notwendigkeit besonderer Gebete
46 Deshalb senden wir zu Gott, dem allgemeinen, dem Spender der himmlischen Erleuchtungen und aller Güter, flehentlich Gebete empor um Bewahrung der kirchlichen Einheit und um das Wachstum der Hürde Christi und seines Reiches, und ermahnen auch alle geliebten Brüder und Söhne, soviel Wir ihrer in Christus haben, in Beharrlichkeit zu beten. Der gute Ausgang des künftigen Ökumenischen Konzils hängt tatsächlich mehr als von der menschlichen Mühe und sorgfältigem Fleiß von den glühenden Gebeten ab, die gewissermaßen in heiligem Wettstreit gemeinsam empor gesandt werden. Zur Verrichtung dieser Gebete an Gott laden Wir liebevoll auch diejenigen ein, welche, auch wenn sie nicht aus dieser Hürde stammen, bestrebt sind, Gott die schuldige Ehre zu geben und seinen Geboten mit gutem Willen zu gehorchen.
47 Diese Hoffnung, diese Unsere Wünsche vermehre und vollende das unvergleichliche Gebet Christi: »Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien wie auch wir … Heilige sie in der Wahrheit, dein Wort ist Wahrheit … Aber nicht nur für sie bitte ich, sondern auch für jene, die durch ihr Wort an mich glauben werden, … damit sie vollendet seien in der Wahrheit …«.(41) Aus der einträchtigen Einheit der Geister entspringen Friede und Freude
48 Diese Bitte erneuern Wir zusammen mit dem katholisch, Erdkreis, der mit Uns verbunden ist, und Wir tun das nicht nur unter dem Antrieb einer lebendig flammenden Liebe zu an Völkern, sondern auch im Geiste echter evangelischer Bescheidenheit. Wir wissen nämlich um die Geringfügigkeit Unserer Person, die Gott nicht um Unserer Verdienste, sondern um seines geheimen Ratschlüssen willen zum Gipfel des höchsten Priestertums zu erheben sich gewürdigt hat. Deshalb wiederholen Wir allen Unseren von diesem Stuhle Petri getrennten Brüdern und Söhnen die Worte: »Ich bin …Joseph, euer Bruder. «(42) Kommt! »Verstehet Uns«;(43) Wir wünschen nichts anderes, Wir wollen nichts anderes, Wir bitten Gott um nichts anderes als um euer Heil, um euere ewige Seligkeit. Kommt! Von dieser ersehnten Einheit und Eintracht, die von Bruderliebe genährt sein muss, wird ein großer Friede entspringen, jener Friede Christi, »der alles Erkennen übersteigt«,(44) denn er steigt vom Himmel hernieder; jener Friede, den Christus durch den Gesang der Engel über seiner Krippe den Menschen guten Willens verkündigt hat (45) und den er nach Einsetzung des eucharistischen Sakramentes und Opfers mit den Worten geschenkt .hat: »Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch, nicht wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch«,(46) Friede und Freude: Ja, auch die Freude; denn diejenigen, die tatsächlich und wirksam zum Mystischen Leib Christi, welcher die Katholische Kirche ist, gehören, haben Anteil an jenem Leben, das vom göttlichen Haupt auf die einzelnen Glieder überströmt, und um dessentwillen die, welche alle Vorschriften und Gebote unseres Erlösers treu beobachten, auch in diesem sterblichen Leben jene Freude genießen können, die ein Unterpfand und eine Vorankündigung der himmlischen und ewigen Seligkeit sein soll.
Friede der alle Zwietracht vermeidet
49 Aber dieser Friede, diese Seligkeit ist, während wir den ermüdenden Weg in diesem Lande der Verbannung zurücklegen, noch unvollkommen. Es ist kein Friede in völliger Ruhe, in völliger Heiterkeit. Es ist ein tätiger Friede, nicht müßig und schlaff. Vor allem ist es ein Friede, der gegen alle Irrtümer ankämpft, auch wenn sie unter dem falschen und trügenden Schein des Wahren versteckt sind, der ankämpft gegen die Lockungen und Annehmlichkeiten des Lasters, schließlich gegen jede Art von Feinden der Seele, welche die Unschuld und unseren katholischen Glauben zu schwächen, zu beflecken und zu zerstören suchen.
50 Es ist ein Friede, der gegen den Hass, gegen die Streitigkeiten, gegen die Spaltungen ankämpft, welche diesen Glauben zerbrechen oder verletzen können. Deshalb hat der göttliche Erlöser uns seinen Frieden gegeben und empfohlen. Der Friede, den wir suchen und unter Einsatz unserer Kräfte erreichen müssen, ist also, wie Wir gesagt haben, ein Friede, der keinem Irrtum zustimmt und es nicht mit dessen Beförderern hält, der sich nicht an die Laster hingibt und der alle Zwietracht vermeidet. Derart ist dieser Friede, dass er von denen, die seine Anhänger sein wollen, den bereitwilligen Verzicht auf den eigenen Nutzen und den eigenen Vorteil verlangt um der Wahrheit und der Gerechtigkeit willen nach dem Wort des Evangeliums: »Suchet … zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit …«.(47)
51 Die Allerseligste Jungfrau Maria, die Königin des Friedens, deren unbeflecktem Herz Unser Vorgänger seIigen Angedenkens, Pius XII., das ganze Menschengeschlecht geweiht hat, erlange uns von Gott, Wir bitten inständig darum, die einträchtige Einheit und den wahren, wirksamen und streitbaren Frieden, und zwar sowohl Unseren Söhnen in Christus, als auch allen, die, obwohl von Uns getrennt, doch nicht umhin können, die Wahrheit, Einheit und Eintracht zu lieben.

VIERTER TEIL: VÄTERLICHE ERMAHNUNGEN
An die Bischöfe
52 Wir wollen Uns nun mit väterlichem Herzen einzeln an die verschiedenen Stände der Katholischen Kirche wenden. An erster Stelle »ist Unser Wort an euch gerichtet«,(48) Ehrwürdige Brüder im Bischofsamt, sowohl der östlichen als der westlichen Kirche; an euch, die ihr Führer des christlichen Volkes seid und die ihr zusammen mit Uns die Last und Hitze des Tages traget.(49) Wir kennen eure Sorgfalt; Wir kennen den apostolischen Eifer, durch den ihr das Reich Gottes voranbringen, befestigen und auf alle ausbreiten wollt, ein jeder in seinem Sprengel. Wir kennen gleichfalls eure Bedrängnisse, eure Schmerzen um so viele Söhne, die sich unglücklicherweise entfernen, getäuscht vom trügerischen Irrtum. Wir wissen um die Knappheit der äußeren Mittel, durch die mitunter ein größerer Aufschwung der katholischen Belange verhindert wird; und vor allem um die geringe Zahl der Priester, die an vielen Orten in keinem Verhältnis steht zu den wachsenden Bedürfnissen. Setzt jedoch euer Vertrauen auf denjenigen, von dem »jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk«(50) herstammt. Wendet euch mit inständigen Gebeten an Jesus Christus und vertraut auf ihn, ohne den »ihr nichts vermögt«,(51) durch dessen Gnade aber jeder von euch das Wort des Völkerapostels wiederholen darf: »Ich vermag alles in dem, der mich stärkt«.(52)
»Gott aber … erfülle all euer Verlangen nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit in Christus Jesus«,(53) auf dass ihr reiche Ernte einbringen und reiche Früchte einsammeln könnt von dem Ackerfeld, das ihr mit eurer Mühe und euerem Schweiß bebaut habt.
An den Klerus
53 Einen anderen väterlichen Aufruf richten Wir auch an jene, die als Welt- und Ordenspriester sich abmühen; an sie, die in eurer Nähe, Ehrwürdige Brüder, euch in der Regierungsarbeit unterstützen; an jene, welche die wichtige Aufgabe haben, in den Seminarien ausgewählte junge Menschen zu unterrichten und zu erziehen, die zum Dienst des Herrn berufen sind; an jene schließlich, die in den Großstädten, Städten oder abgelegenen Dörfern die Pfarrseelsorge ausüben, die heute so schwierig und so sehr wichtig ist. Mögen sie dafür Sorge tragen, – sie mögen es Uns nachsehen, wenn Wir ihnen dies ins Gedächtnis rufen, wobei Wir vertrauen, dass es nicht nötig ist – sich immer ehrfurchtsvoll und gehorsam gegen ihren Bischof zu zeigen gemäß der Mahnung des heiligen Ignatius von Antiochien: »Seid dem Bischof unterworfen wie Jesus Christus … Es ist deshalb nötig, dass ihr, wie ihr es schon übt, nichts ohne den Bischof tut«;(54) »alle nämlich, die Gott und Jesus Christus angehören, sind mit ihrem Bischof«.(55) Und sie mögen sich auch erinnern, dass sie nicht nur öffentliche Beamte sind, sondern vor allem Diener der heiligen Geheimnisse. Deshalb sollen sie nicht glauben, je genügend getan zu haben, wenn sie Mühen auf sich nehmen, Zeit und Kosten aufwenden sowie Beschwerden ertragen, um die Seelen mit der göttlichen Wahrheit zu erleuchten und ihren verkehrten Willen mit göttlicher Hilfe und brüderlicher Liebe zu beugen, und so schließlich den Triumph des Friedensreiches Jesu Christi zu befördern. Mehr jedoch als auf die eigene Anstrengung sollen sie auf die Macht der Gnade vertrauen, die sie jeden Tag in inständigem und beharrlichem Gebet erflehen sollen.

An die Ordensmänner
54 Unser väterlicher Gruß gilt auch den Ordensmännern, welche die verschiedenen Stände evangelischer Vollkommenheit erwählt haben, die gemäß den besonderen Gesetzen ihres Institutes leben und ihren Oberen Gehorsam entgegenbringen. Wir ermahnen sie, sich hochherzig und mit allen Kräften jenen Aufgaben zu widmen, die ihre Gründer durch besondere Richtlinien ihnen als Ziel gesteckt haben. Sie mögen sich vor allem auf den Eifer im Gebetsleben und in den Werken der Buße verlegen, auf die rechte Bildung und Erziehung der Jugend und auf jede ihnen mögliche Hilfe für alle irgendwie Bedürftigen und Bedrängten.
55 Wir wissen wohl, dass viele dieser Unserer geliebten Söhne wegen der gegenwärtigen Umstände sehr oft auch zur Seelsorge an den Gläubigen herangezogen werden, zum großen Vorteil der christlichen Religion und des christlichen Lebens. Wir ermahnen sie deshalb inständig, – wenngleich vertrauend, dass sie Unserer Mahnung nicht bedürfen, – zu den herrlichen Verdiensten, welche ihre Orden und Institute in der Vergangenheit erworben haben, auch noch dies hinzuzufügen, sich willig zur Verfügung zu stellen, um den augenblicklichen Bedürfnissen des gläubigen Volkes zu begegnen, in brüderlicher Zusammenarbeit mit den anderen Priestern, gemäß ihren eigenen Möglichkeiten.
An die eifrigen und verdienten Missionare
56 Unser Herz eilt nun zu jenen, die nach Verlassen des Vaterhauses und des Vaterlandes unter Ertragung großer Mühen und Überwindung großer Schwierigkeiten sich in die auswärtigen Missionen begeben haben, wo sie auf fernen Arbeitsgebieten ihren Schweiß vergießen, um die Ungläubigen in der Wahrheit des Evangeliums zu unterrichten und in der christlichen Lebensführung zu bilden, damit überall »das Wort Gottes sich verbreite verherrlicht werde«.(56) Wahrhaft groß ist die ihnen anvertraute Aufgabe, damit sie aber mit Erfolg durchgeführt werden könne, müssen alle, die sich des christlichen Namens rühmen, nach Kräften, sei es durch Gebet, sei es durch ihre Gaben, dazu beisteuern. Vielleicht ist kein anderes Werk Gott so angenehm wie dieses, das eng verbunden ist mit der allgemeinen Pflicht, das Reich Gottes auszubreiten. Diese Herolde des Evangeliums weihen tatsächlich ihr ganzes Leben dem Ziel, dass das Licht Jesu Christi jeden Menschen erleuchte, der in diese Welt kommt,(57) damit seine göttliche Gnade alle Herzen durchdringe und erwärme und alle zu einem tugendhaften und gebildeten Christenleben ermuntert werden. Sie suchen nicht ihre eigenen Interessen, sondern diejenigen Jesu Christi.(58) Mit großmütiger Seele gehen sie auf den Anruf des göttlichen Erlösers ein und können das Wort des Völkerapostels auf sich anwenden: »An Christi statt … sind wir gesandt«,(59) sowie »Im Fleische … wandelnd, kämpfen wir doch nicht nach dem Fleische«.(60) Als ihr zweites Vaterland betrachten sie jene Länder, in die sie gekommen sind., um ihnen das Licht des Evangeliums zu bringen, und die sie in tätiger Liebe umfangen. Und wenn sie auch immer eine lebhafte Zuneigung zu ihrer schönen Heimat und Heimatdiözese oder zu ihrer Ordensgemeinschaft bewahren, so sind sie doch davon überzeugt, dass man das allgemeine Wohl der Kirche über all dies setzen und ihr vor allem mit ganzem Einsatz dienen muss.
57 Wir wünschen deshalb, dass diese geliebten Söhne – und all jene, die als Katechisten oder sonst wie in den Missionsländern großmütigen Hilfsdienst leisten, – Wir wünschen, dass diese geliebten Söhne wissen, wie sie Unserem Herzen in besonderer Weise nahe stehen, besonders im Gebete, das Wir jeden Tag für sie und ihre Werke zu Gott empor senden. Auch bestätigen Wir mit Unserer Autorität und mit gleicher Liebe all das, was Unsere Vorgänger seligen Angedenkens, besonders Pius XI.(61) und Pius XII.(62) durch eigene Enzykliken über die Missionsarbeiten festgesetzt haben.
An die Ordensfrauen
58 Hier wollen Wir auch die Ordensfrauen nicht mit Stillschweigen übergehen, die sich durch die Ablegung der heiligen Gelübde Gott geweiht haben, um ihm allein zu dienen und um mit dem göttlichen Bräutigam durch eine mystische Vermählung, die sie eingegangen sind, möglichst eng verbunden zu werden. Ob sie nun in der Klausur des Klosters ein verborgenes, dem Gebet und der Buße geweihtes Leben führen, oder ob sie sich den äußeren Werken des Apostolates widmen, – sie können nicht bloß leichter und besser für ihr eigenes Heil Sorge tragen, sondern auch der Kirche große Hilfe bringen, sowohl in den christlichen Ländern, als besonders in den entlegenen Gebieten, wo das Licht des Evangeliums noch nicht aufstrahlte. Wie viel leisten doch diese Ordensfrauen! Welch große und herrliche Werke vollbringen sie, die niemand sonst mit derselben Jungfraulichen und mütterlichen Hingebung durchführen kann! Und das nicht nur auf einem einzigen Arbeitsgebiet, sondern auf vielen: in der gediegenen Unterweisung und Erziehung der Jugend, in der Katechese, die sie in den Pfarreien Knaben und Mädchen erteilen, in den Krankenhäusern, wo sie die Kranken liebevoll pflegen und zu Gedanken an himmlische Dinge aufrichten können; in den Altersheimen, wo sie den Greisen mit liebevoller Geduld, in Heiterkeit und Barmherzigkeit beistehen und sie wunderbar sanft zum Verlangen nach dem ewigen Leben hinwenden können; in den Heimen für Findelkinder und uneheliche Kinder, wo sie voll Feingefühl mit mütterlicher Liebe diejenigen umgeben, die als Waisen oder von ihren Eltern im Stich Gelassene nicht Vater noch Mutter haben, die sie ernähren und zärtlich umfangen. All diese Ordensfrauen sind ohne Zweifel nicht nur um die katholische Kirche, um die christliche Erziehung und die sogenannten Werke der Barmherzigkeit, sondern auch um die bürgerliche Gemeinschaft hochverdient, und sie bereiten sich eine unvergängliche Krone, die sie einst im Himmel erlangen.
An die Katholische Aktion und alle, die im Apostolat mitarbeiten
59 Nun sind heute, wie ihr, Ehrwürdige Brüder und geliebte Söhne, genau wisst, die Bedürfnisse der Menschen auch hinsichtlich der christlichen Belange so groß und vielfältig, dass der Klerus, die Ordensleute und die Schwestern ihnen nicht mehr ganz gewachsen sind. Dazu kommt, dass die Priester und die Ordensleute nicht zu allen sozialen Schichten Zutritt haben; nicht alle Wege stehen ihnen offen; denn viele kümmern sich nicht um sie oder fliehen sie; und leider fehlt es auch nicht an solchen, die sie verachten und verabscheuen.
60 Aus diesem schwerwiegenden und überaus schmerzlichen Grunde haben schon Unsere Vorgänger auch die Laien in das friedliche Heer, d. h. in die Katholische Aktion, berufen in der weisen Absicht, dass sie im Apostolat der kirchlichen Hierarchie Mitarbeiterdienste leisten. Dadurch sollte alles, was in den gegenwärtigen Umständen von der Hierarchie selbst nicht durchgeführt werden könnte, von diesen katholischen Männern und Frauen hochherzig übernommen werden in Zusammenarbeit mit den Seelsorgern und immer im Gehorsam gegen sie. Es ist Uns nun ein großer Trost, zu überdenken, wie viel in der Vergangenheit von diesen Mitarbeitern der Bischöfe und der Priester auch in den Missionsländern geleistet wurde. Jedem Alter und jedem Stand gehören sie an, und mit Eifer und tatkräftigem Willen haben sie Mühen ertragen und Werke weitergeführt, damit allen die christliche Wahrheit erstrahle und die christlichen Tugenden alle Seelen anspornen und anlocken.
61 Ein sehr großes Tätigkeitsgebiet steht ihnen augenblicklich offen: noch zu viele sind es, die ihr leuchtendes Beispiel und ihre apostolische Arbeit nötig haben. Auf diesen Gegenstand, den Wir für sehr schwerwiegend und äußerst bedeutsam halten, wollen Wir später nochmals in größerer Ausführlichkeit zurückkommen. Einstweilen hegen Wir die sichere Hoffnung, dass alle, die in der Katholischen Aktion oder in den vielfältigen und blühenden frommen Vereinigungen kämpfen, in einem solch notwendigen Werke mit aller Sorgfalt fortfahren; je größer die Bedürfnisse unserer Zeit sind, desto größer müssen auch ihre Anstrengungen, ihre Besorgtheit, ihre Arbeitsamkeit sein. Alle sollen durchaus einig sein; denn, wie sie genau wissen, macht die geeinte Kraft stärker. Sie sollen alle persönlichen Meinungen ausschalten, wo es sich um die Belange der Katholischen Kirche handelt, die über jeder anderem Belang stehen muss, und das nicht nur in Bezug auf die heilige Lehre, sondern auch in Bezug auf die kirchlich-christliche Zucht, die immer von allen beobachtet werden muss. In geschlossener Linie, immer einig mit der katholischen Hierarchie und immer gehorsam, sollen sie neuen Eroberungen entgegengehen. Sie sollen keine Mühe scheuen, keiner Beschwerde ausweichen, damit die Belange der Kirche triumphieren.
62 Damit dies aber in der nötigen Weise erreicht werden kann, sollen sie vor allem dafür sorgen, – davon sind sie zweifellos überzeugt, – sich sorgfältig in christlicher Lehre und Haltung auszubilden. Denn nur dann werden sie an andere weitergeben können, was sie selbst mit Hilfe der göttlichen Gnade erworben haben. Wir richten diese Empfehlung hauptsächlich an die jungen Menschen, deren Eifer sich für jedes Ideal leicht entflammt, für die aber Klugheit, Mäßigung und der schuldige Gehorsam gegenüber ihren Vorgesetzten unbedingt notwendig sind. An diese jungen Menschen, die Uns so teuer sind, die als Hoffnung der Kirche heranwachsen, und auf deren heilbringendes und mutiges Werk Wir so großes Vertrauen setzen, soll der lebhafte Ausdruck Unserer Dankbarkeit und Unserer väterlichen Liebe gelangen. An die Betrübten und Bedrängten
63 Und nun scheint Uns, als hörten Wir, wie sich die Seufzer derer zu Uns erheben, die an Leib oder Seele krank sind und große Schmerzen leiden, oder die sich in solch beengter wirtschaftlicher Lage befinden, dass sie weder ein menschenwürdiges Heim noch Arbeit haben, um die Mittel zum Unterhalt für sich und ihre Kinder sich zu verschaffen. Diese Klagen rühren und bewegen lebhaft Unser Herz. Besonders den Kranken, den Schwachen und Greisen wünschen Wir jenen Trost zu bringen, der vom Himmel stammt. Mögen sie sich daran erinnern, dass wir hier keine bleibende Stätte haben, sondern dass wir auf der Suche nach der zukünftigen sind;(63) sie mögen sich erinnern, dass wir durch die Schmerzen dieses sterblichen Lebens, die die Seele läutern, erheben und adeln, eine ewige Freude im Himmel erlangen können. Sie mögen sich erinnern, dass der göttliche Erlöser selbst, um die Makel unserer Sünden wegzuwaschen und zu reinigen, das Kreuzesholz auf sich nahm und dafür freiwillig Schmach, Schmerzen und grausamste Ängste getragen hat. Wie er, so werden auch wir alle vom Kreuze zum Licht gerufen gemäß seinem Wort: »Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach«,(64) und er wird einen unvergänglichen Schatz im Himmel haben.(65)
64 Im Vertrauen darauf, dass diese Unsere Mahnung bereitwillig aufgenommen werde, haben Wir ferner den Wunsch, dass die leiblichen oder seelischen Bedrängnisse nicht nur wie Stufen seien, auf denen sie zum Himmel emporsteigen können, sondern dass sie auch viel zur Sühne für andere beitragen, zur Rückkehr der unglücklich Irrenden in den Schoß der Kirche und zum ersehnten Triumph des christlichen Namens. An die Stände der Minderbemittelten
65 So dann sollen vor allem jene aus den Ständen der Minderbemittelten, die über eine allzu dürftige Lebensweise zu klagen haben, wissen, dass Wir ebenso großen Schmerz über ihr Geschick empfinden. Und das nicht nur deshalb, weil Wir aus väterlichem Herzen wünschen, dass auch in der sozialen Frage die Gerechtigkeit, die eine christliche Tugend ist, die Lebensnotwendigkeiten unter den verschiedenen sozialen Standen ordne, lenke und gestalte, sondern auch deswegen, weil Uns hauptsächlich leid tut, dass die Feinde der Kirche die ungerechten Lebensbedingungen der untersten Volksschicht ausnützen, um sie durch trügerische Versprechungen und täuschende Irrtümer auf ihre Seite zu ziehen.
66 Diese Unsere geliebten Söhne sollen sich gegenwärtig halten, dass die Kirche nicht ihre oder ihrer Rechte Feindin ist, sondern vielmehr als liebevolle Mutter sie beschützt und auf sozialem Gebiet eine Lehre und Normen verkündet und betont, durch deren entsprechende Durchführung jegliche Ungerechtigkeit aufgehoben und eine bessere und gerechtere Verteilung der Güter erreicht würde.(66) Gleichzeitig würde eine freundschaftliche und hilfsbereite Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen sozialen Schichten angeregt werden, so dass alle sich nicht nur als freie Glieder derselben Gemeinschaft, sondern auch als Brüder derselben Familie betrachten und es tatsächlich sein könnten. Wenn man übrigens die verbesserten Lebensbedingungen ruhig überdenkt, zu welchen die Schicht des arbeitenden Volkes in letzter Zeit gelangt ist, so muss man sagen, dass sie besonders durch den Einsatz zustande kamen, den Katholiken auf sozialem Gebiet tatkräftig geleistet haben, indem sie die weisen Richtlinien und wiederholten Ermahnungen Unserer Vorgänger befolgten. Diejenigen also, die es sich zur Aufgabe machen, die wirtschaftlichen Rechte des niederen Volkes zu schützen, besitzen bereits in der Soziallehre der Kirche sichere und genau festgelegte Normen. Wenn diese nur entsprechend zur Ausführung gebracht werden, sind jene Rechte auch genügend gewahrt. Deshalb brauchen sie sich niemals an diejenigen zu wenden, welche für die von der Kirche verurteilten Lehren eintreten. Mit falschen Versprechungen locken diese sie an; in Wirklichkeit aber versuchen sie dann überall, wo immer sie die Regierungsgewalt in Händen haben, aus den Seelen der Menschen in unbesonnener Verwegenheit die höchsten geistigen Güter auszureißen, – den Glauben nämlich, die christliche Hoffnung und die Gebote Gottes. Außerdem suchen sie alles zu schwächen oder ganz zu vernichten, was die Menschen der heutigen Zeit und Bildung als großen Gewinn schätzen, nämlich die gerechte Freiheit und die wahre Würde der menschlichen Person, und dadurch versuchen sie, die Fundamente und die Grundlagen der bürgerlichen und christlichen Kultur zu untergraben. Wer aber Christus treu bleiben will, hat die schwere Gewissenspflicht, sich von diesen Irrtümern vollständig fernzuhalten, die schon von Unseren Vorgängern verurteilt. worden sind, besonders von Pius XI. und Pius XII. seligen Angedenkens, wie auch Wir sie aufs neue verurteilen.
67 Nicht wenige Unserer Söhne, die sich in mehr oder weniger schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen befinden, beklagen sich oft darüber, dass bisher noch nicht alle Gebote der christlichen Soziallehre in die Praxis umgesetzt seien. Man muss also alle Sorge und alle Anstrengung darauf verwenden, – nicht nur von Seite der Privatleute, sondern vor allem der Regierenden, – dass die christliche Soziallehre, die Unsere Vorgänger des öfteren lichtvoll, weise und verbindlich dargelegt haben, und die auch Wir bestätigen, möglichst bald in die Praxis umgesetzt werde; und wenn auch nur stufenweise, so doch tatsächlich und vollständig.(67)
An die Flüchtlinge und Auswanderer
68 Nicht geringer ist Unsere Sorge um das Los derer, die aus Notwendigkeit, sich den Lebensunterhalt zu suchen, oder wegen der traurigen politischen und religiösen Verhältnisse in ihrer Heimat ihr Vaterland verlassen mussten. Wie viele Beschwerden, wie viele Sorgen haben sie deswegen zu ertragen, weil sie, vertrieben vom Heimatboden und Vaterhaus, sehr oft gezwungen sind, im Lärm der Großstädte und der Industriezentren, weit entfernt von den angestammten Lebensgewohnheiten und, was noch schlimmer ist, nicht selten in Verhältnissen zu weilen, die dem christlichen Leben schaden und feindlich sind. Leider wird diese Lage der Dinge für viele oft Anlass zu gefährlichen Krisen und zum fortschreitenden Verlust der gesunden religiösen und sittlichen Traditionen ihrer Vorfahren. Dazu kommt, dass die Bande häuslicher Lebensgemeinschaft geschwächt werden und auch der Zusammenhalt der Familien leidet, wenn die Ehegatten oft von einander getrennt sind und die Eltern von den Kindern.
69 Deshalb begleiten Wir mit väterlichem Herzen das unternehmende Werk jener Priester, die von der Liebe Jesu Christi getrieben, unter Beobachtung der vom Apostolischen Stuhl gegebenen Richtlinien, sich selbst freiwillig zu Auswanderern machen und keine Mühe scheuen, um sich der geistlichen und sozialen Betreuung dieser Unserer Söhne nach Kräften zu widmen. Sie erreichen dadurch, dass diese die Liebe der Kirche überall spüren, die ihnen umso näher und für sie umso wirkungsvoller ist, je mehr sie ihre Sorge und Unterstützung brauchen.
70 In gleicher Weise beachten und schätzen Wir mit lebhafter Freude die von verschiedenen Nationen gemachten Anstrengungen, wie auch die neuestens von ihnen gemeinsam gefassten Entschlüsse und Maßnahmen, um dieses sehr schwierige Problem möglichst schnell der gewünschten Lösung zuzuführen. Dies alles wird, wie Wir hoffen, nicht nur zur Eröffnung neuer Möglichkeiten für die Auswanderung führen, sondern auch zur glücklichen Wiederherstellung der Familiengemeinschaft von Eltern und Kindern; diese kann, wenn sie in rechter Weise wiederhergestellt ist, das religiöse, sittliche und wirtschaftliche Wohl der Auswanderer wirksam schützen und auch zum Nutzen der Länder selbst beitragen, die sie aufnehmen. An die verfolgte Kirche
71 Und nun, während Wir es für Unsere Pflicht halten, alle Unsere Söhne in Christus zu ermahnen, dass sie mit aller Sorgfalt die Irrtümer meiden, die nicht nur die Religion, sondern auch das menschliche Zusammenleben untergraben können, sind Unserem Geiste so viele Unserer Ehrwürdigen. Brüder im Bischofsamt und so viele Uns teuere Priester und Gläubige gegenwärtig, die sich in Verbannung befinden, in Konzentrationslagern oder im Gefängnis, weil sie ihr bischöfliches oder priesterliches Amt nicht verraten und nicht vom Glauben abfallen wollten.
72 Wir wollen niemanden beleidigen, im Gegenteil, Wir wünschen, allen von Herzen zu verzeihen und die Verzeihung Gottes zu erflehen. Aber das Bewusstsein Unserer heiligen Pflicht erheischt, dass Wir die Rechte dieser Brüder und Söhne schützen, soweit Wir können, und dass Wir auch nachdrücklich verlangen, dass ihnen und der Kirche Gottes die geschuldete rechtmäßige Freiheit gewährt wird. Jene, die die Grundsätze der Wahrheit und der Gerechtigkeit befolgen, und denen die Interessen der einzelnen und der Nationen am Herzen liegen, verneinen nicht die Freiheit, schränken sie nicht ein und unterdrücken sie nicht; sie haben es nicht nötig, zu diesen Mitteln zu greifen. Aus diesem Grunde kann man durch Gewalt und Unterdrückung niemals zu einem gerechten Wohlstand der Menschen kommen.
73 Überdies muss man für sicher halten, dass früher oder später die Fundamente des menschlichen Zusammenlebens schwanken und zusammenstürzen, wenn die heiligen Rechte Gottes und der Religion vernachlässigt oder mit Füßen getreten werden. Weise bemerkte dies schon Unser Vorgänger unsterblichen Angedenkens, Leo XIII.: »Als Folge davon … wird die Verbindlichkeit der Gesetze entkräftet und jede Autorität geschwächt, wenn die höchste und ewige Vernunft Gottes abgelehnt wird, der das Gute befiehlt und das Böse verbietet«.(68) Damit stimmt auch der Ausspruch Ciceros überein: »Ihr Priester, … wirksamer …gürtet ihr die Stadt mit der Religion als selbst mit Mauern«.(69)
74 Diese Überlegungen lassen Uns in großer Betrübnis all jene einzeln umfangen, deren Religionsübung eingeschränkt und behindert wird, und die oft auch »Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit«(70) und des Reiches Gottes willen. Wir nehmen teil an ihren Leiden, an ihren Ängsten und Bedrängnissen; und Wir schicken flehentliche Gebete zum Himmel, dass ihnen doch endlich einmal die Morgenröte besserer Zeiten leuchte. Auch wünschen Wir sehr, dass all Unsere Brüder oder Söhne in Christus auf der ganzen Welt mit Uns zusammen das gleiche tun. So steige also zum allbarmherzigen Gott aus jeder Gegend der Erde gleichsam ein Chor heiliger Flehrufe empor, die jenen unglücklich leidenden Gliedern des Mystischen Leibes Jesu Christi einen reichen Gnadenregen vermitteln mögen. Schlussermahnungen
75 Aber nicht nur Gebete wünschen Wir von Unseren Söhnen, sondern auch jene Erneuerung des christlichen Lebens, die mehr als selbst Flehrufe es zu erreichen vermag, dass Gott Uns und Unseren Brüdern gnädig sei. Gerne wiederholen Wir euch allen die erhebenden und herrlichen Worte des Völkerapostels: »Was immer wahr ist, was immer ehrbar, was gerecht, was heilig, was immer liebenswürdig ist, was dem guten Rufe dient, was es überhaupt an Tugend und zuchtvoll Lobenswertem gibt, darauf richtet euer Sinnen«(71) »Ziehet an den Herrn Jesus Christus«.(72) Oder auch: »So ziehet also an, wie es sich für Auserwählte Gottes, für Heilige und Geliebte, geziemt, herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Bescheidenheit, Geduld … Über alles hinaus aber habet die Liebe, die das Band der Vollkommenheit ist, und der Friede Christi frohlocke in eueren Herzen, in dem ihr auch berufen seid in einem Leibe«.(73)
76 Wenn deshalb jemand wegen seiner Vergehen und Sünden unglücklicherweise weit vom göttlichen Erlöser abgeirrt ist, so kehre er – Wir bitten inständig – zurück zu ihm, der da ist »der Weg, die Wahrheit und das Leben«.(74) Wenn jemand in religiöser Hinsicht lau ist, schlaff und nachlässig in der Erfüllung seiner Pflichten, dann erwecke er seinen Glauben und nähre, erwärme und festige die Tugend durch die göttliche Gnade. Schließlich, wenn jemand durch Gottes Freigebigkeit »gerecht ist, so werde er noch gerechter; wenn er heilig ist, werde er noch heiliger«.(75)
77 Und weil es deren heute so viele sind, die unseren Rat, unser leuchtendes Beispiel und auch unsere Unterstützung brauchen, wenn sie sich in unglücklichen und traurigen Lebensbedingungen befinden, übt euch alle, jeder nach seinen Kräften und den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, in den sogenannten Werken der Barmherzigkeit, die Gott so wohlgefällig sind.
78 Wenn jeder versucht, all dies auszuführen, wird in der Kirche in neuem Glanz das sichtbar werden, was über die Christen im Brief an Diognet so herrlich geschrieben ist: »Sie sind im Fleische, aber sie leben nicht nach dem Fleische. Sie weilen auf Erden, aber sie haben ihre Heimat im Himmel. Sie gehorchen den aufgestellten Gesetzen, aber durch ihre Lebensweise reichen sie über die Gesetze hinaus … Sie werden verachtet und verurteilt; sie werden dem Tod überliefert und gelangen doch zum Leben. Sie sind arm und machen doch viele reich; sie entbehren alles und haben doch alles in Fülle. Sie werden entehrt, aber in der Entehrung erlangen sie Ruhm; ihr guter Ruf wird preisgegeben, und doch gibt man ihrer Gerechtigkeit Zeugnis. Sie werden gescholten, und doch segnen sie; sie werden schmählich behandelt, und doch erlangen sie Ehre. Wenn sie Gutes tun, werden sie wie Übeltäter bestraft, während sie aber bestraft werden, freuen sie sich darüber und fühlen sich gleichsam verlebendigt … In einem Wort: Das, was die Seele im Leibe ist, das sind die Christen in der Welt«.(76) Manches von dem, was hier so herrlich gesagt ist, lässt sich in besonderer Weise von den Gliedern der sogenannten »schweigenden Kirche« sagen. Für sie müssen wir alle in ganz besonderer Weise Gebete zu Gott richten, wie Wir es auch neulich erst allen Gläubigen in den Ansprachen inständig empfohlen haben, die Wir in der Basilika des heiligen Petrus am Pfingstfest und am Fest des Heiligsten Herzens Jesu hielten.(77)
79 Diese Erneuerung des christlichen Lebens, voll Tugend und Heiligkeit wünschen Wir euch allen und erflehen sie von Gott .in ununterbrochenem Gebet; und zwar nicht nur denen, die fest in der Einheit der Kirche verharren, sondern auch jenen, die in Liebe zur Wahrheit und in Lauterkeit des Willens danach streben.
80 Vermittlung und Unterpfand der himmlischen Gnaden sei der Apostolische Segen, den Wir, Ehrwürdige Brüder und geliebte Söhne, allen einzelnen von euch in lebhafter väterlicher Liebe erteilen.
Gegeben zu Rom, bei St. Peter, am 29. Juni 1959
am Feste der Apostelfürsten Peter und Paul, im Jahr 1959,
dem ersten Unseres Pontifikates.
Johannes XXIII. PP.

Anmerkungen
(1) Vgl. Is 11, 12.
(2) 1 Tim 6, 16.
(3) Joh 1,14.
(4) Joh 1,9.
(5) 2 Tim 3, 7.
(6) Eph 4, 13-16.
(7) Epist. Saepenumero considerantes; A. L., vol. III, 1883, p. 262.
(8) Epist. Exeunte iam anno; A. L., vol. VIII, 1888, p. 398.
(9) Litt. Enc. Humanum genus; A. L., vol. IV, 1884, p. 53.
(10) Epist. Praeclara gratulationis; A. L., vol. XIV, 1894, p. 210.
(11) Epist. Permoti Nos; A. L., vol. XV, 1800, p. 259.
(12) Litt. Enc. Rerum novarum; A. L., vol. XI, 1891, p. 109.
(13) «Radioansprache Weihnachten 1944». Discorsi e radiomessaggi di S. S. Pius XII., vol. VI, pag. 239.
(14) «Radioansprache al 73° Congresso dei cattolici Tedeschi»: ebd., vol. XI, p. 189.
(15) Mk 8, 2.
(16) A.A.S., vol. XXIII, 1931, pp. 393-394.
(17) «Per un solido ordine sociale»: Discorsi e radiomessaggi di S. S. Pio XII, vol. VII, p. 350.
(18) 1 Kor 13, 4-7.
(19) Epist. Inter graves; A. L., vol. XI, p. 143-144.
(20) Mt. 28, 20.
(21) Vgl. Hebr 5, 7.
(22) Joh 17, 21.
(23) Joh 10, 16.
(24) Joh 14, 6.
(25) Vgl. Litt. Enc. Pius XI.: Mortalium animos, de vera religionis unitate fovenda; A. A. S., vol. XX, 1928, p. 5 f.
(26) 2 Kor 13, 8.
(27) Vgl. John Henry Newman, Difficulties of Anglicans, vol. I, lect. X, p. 261 f.
(28) Apg 20, 28.
(29) Vgl. Mt 16, 18.
(30) Vgl. Mt 16, 19.
(31) Vgl. Lk 22, 32.
(32) Vgl. Joh 21, 15-17.
(33) Epist. XLIII, 5; Corp. Vind. III, 2, 594; vgl. Epist. XL, apud MIGNE, PL, IV, 345.
(34) Vgl. Ps 44, 15.
(35) Canon Missae.
(36) Vgl. Hom. in mysticam caenam; PG, LXXVII, 1027.
(37) Phil 1, 8.
(38) Hebr 13, 7.
(39) S. Augustinus, In Ps. 32, Enarr. II, 29; MIGNE, PL, XXXVI, 299.
(40) Ebd., In Ps. 82, Enarr. II, 14; MIGNE, PL, XXXVII, 1140.
(41) Joh 17, 11.17.20.21.23.
(42) Gen 45, 4.
(43) 2 Kor 7, 2.
(44) Phil 4, 7.
(45) Vgl. Lk 2, 14.
(46) Joh 14, 27.
(47) Mt 6, 33.
(48) 2 Kor 6, 11.
(49) Vgl. Mt 20, 12.
(50) Jak 1, 17.
(51) Joh 15, 5.
(52) Phil 4, 18.
(53) Phil 4, 19.
(54) FUNK, Patres Apostalici I, 243-245; vgl. MIGNE, PG, V. 675.
(55) Ebd. I, 267; vgl. MIGNE, PG, V, 699.
(56) 2 Thess 3, 1.
(57) Vgl. Joh 1,9.
(58) Vgl. Phil 2, 21.
(59) 2 Kor 5, 20.
(60) 2 Kor 10, 3.
(61) Litt. Enc. Rerum ecclesiae; A.A.S., vol. XVIII, 1926, p. 65 f.
(62) Litt. Enc. Evangelii praecones; A.A.S., vol. XLIII. 1951, p. 497; et Litt. Enc. Fidei donum; A.A.S., vol. XLIX, 1957, p. 225 f.
(63) Vgl. Hebr 13, 14.
(64) Lk 9, 23.
(65) Vgl. Lk 12, 33.
(66) Vgl. Litt. Enc. Quadragesimo anno; A.A.S., vol. XXIII, 1931, pp. 196-198.
(67) Vgl. Allocutio Pii XII ad adscriptos societatibus christianis operariorum Italicorum; die XI mensis Martii habita, anno 1945; A.A.S., vol. XXXVII, 1945, pp. 71-72.
(68) Epist. Exeunte iam anno; A. L., vol. VIII, 1888, p. 398.
(69) De N. D. III, 40.
(70) Mt 5, 10.
(71) Phil 4, 8
(72) Röm 13, 14.
(73) Kol 3, 12-15.
(74) Joh 14, 6.
(75) Off 22, 11.
(76) FUNK; Patres Apostolici, I, 399-401; vgl. MIGNE, PG, II, 1174-1175.
(77) Vgl. L’Osservatore Romano 18-19 maggio 1959; 7 giugno 1959.

Quelle: Ad Petri Cathedram (c) kathepedia.com
Deutsche Version als PDF-Datei [PDF] Ad Petri Cathedram
Englische Version: Ad Petri Cathedram
Dieser Beitrag wurde unter Enzykliken - Päpstliche Dokumente, Johannes XXIII., Johannes XXIII. - Ad Petri Cathedram, Konzil - II. Vatikanisches, Papst veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.Quelle;
poschenker.wordpress.com/…/johannes-xxiii-…
Carlus
SCHLAGWORT-ARCHIVE: CHIESA VIVA
DAS PONTIFIKAT PAULS VI.
4. SEPTEMBER 2013

2
Vom Priester Dr. Luigi Villa (“Chiesa Viva”)
Es gibt keinerlei Zweifel mehr, dass auf den Tod von Papst Johannes XXIII. der Erzbischof von Milano, G. B. Montini, folgte. Heute, wenn man jene Wahl von Montini überdenkt, kann man den Ruin nicht außer Acht lassen, den dieses Ereignis der Kirche zugefügt hat mit …More
SCHLAGWORT-ARCHIVE: CHIESA VIVA
DAS PONTIFIKAT PAULS VI.
4. SEPTEMBER 2013

2
Vom Priester Dr. Luigi Villa (“Chiesa Viva”)
Es gibt keinerlei Zweifel mehr, dass auf den Tod von Papst Johannes XXIII. der Erzbischof von Milano, G. B. Montini, folgte. Heute, wenn man jene Wahl von Montini überdenkt, kann man den Ruin nicht außer Acht lassen, den dieses Ereignis der Kirche zugefügt hat mit einem langen und verhängnisvollen Pontifikat, das gut 15 Jahre gedauert hat und gezeichnet war von bestürzenden, ungewöhnlichen und beunruhigenden Taten.
Leider wurden diese verworrenen Akte mit Sachkenntnis gesetzt. Will sagen, Paul VI. hat mit vollkommenem Bewusstsein Seinen Plan eines „neuen humanistischen universalen Christentums verwirklicht“, und seine seltsamen Entscheidungen schienen erfolgt zu sein, um zu beweisen, dass der Papst frei sei, auch die Institutionen zu ändern, welche das christliche Volk für unantastbar gehalten hatte.
Die erste dieser Taten geschah am 13. November 1964, als er die „Tiara“ auf den Altar deponierte, ein Ziel der „Französischen Revolution“, das uns an das Wort von Albert Pikeerinnert: „Die Inspiratoren, die Philosophen und die geschichtlichen Ereignisse derFranzösischen Revolution haben über dem Grab von Jacques de Molay geschworen, die „Krone“ und die „Tiara“ zu stürzen“.
Also war jene Niederlegung der „Tiara“, ausgeführt durch die Hand Jenes, der auf derKathedra Petri saß, eine schlimmere Tat als die Abdankung Ludwigs XVI. und die Breccia der „Porta Pia“.
Eine Tat demnach, die keine romantische Inszenierung war, ein Geschenk an die Armen zu machen, sondern um die „Souveränitat des Pontifex“ aufzugeben!
Diesem päpstlichen Zug folgte sofort der gesamte Episkopat, der sich der bischöflichen Insignien entledigte, der Zeichen ihres geistlichen Amtes, und den Schatz des kirchlichen Erbes verkaufte, aber das Konto in der Bank der Bischöfe bestehen ließ.
Aber auch Paul VI. ließ seine Gemächer renovieren und hängende Garten [Dachgärten] auf dem Dach des Vatikanischen Palastes konstruieren mit enormen Ausgaben und schwerwiegendem Risiko durch das Fabrikat.
Nach der „Tiara“ entledigte sich Paul VI. seiner „Mitra“ und darnach schuf er das „Pastorale“ (den Bischofsstab) ab, um an dessen Stelle das Kruzifix [den Hirtenstab mit Kruzifix] zu setzen, um sozusagen zu verstehen zu geben dass er darauf verzichte, seine Untergebenen zu führen und zu leiten. Während einiger Zeit dann trug er anstelle des „Brustkreuzes“, oder zusammen mit ihm , das Ephod des Hohenpriesters in der Brosche seines päpstlichenPluviales/Cappa. [Siehe u.a. hier)
In der Folge schenkte Paul VI. Seinen Bischofsstab und Seinen Ring dem burmesischen Buddhisten U’Thant, immer (angeblich) um den Armen zu helfen (!), in Wirklichkeit jedoch hatte er die Absicht, allen Bischöfen der ganzen Welt einen anderen Ring aus Gold zu geben, welches der Ring des Konzils war.
Am Ende des Konzils entschied Paul VI., dass die „Demission“ der Bischöfe im Alter von 75 Jahren zu erfolgen habe. Ein Entschluss von ihm, und sie sollte demnach von seiner Entscheidung abhängen.
Dann kam, ohne vorausgehende Inkenntnissetzung die Verordnung, dass die Kardinäle ihre Würde als Mitglieder des Konklaves mit 80 Jahren verlieren. Dies ist eine Ausschließung aufgrund eines willkürlichen Prinzips, das rechtlich dem Kardinalskollegium die richterliche Fähigkeit nicht entzieht.
Mit kleinen Schritten, jedenfalls trieb Paul VI. Seine Revolution in der Römischen Kirche voran. Es ist eine Tatsache, zum Beispiel, dass fast sämtliche Formen der öffentlichen Andachten und der Gebete unter Seinem Pontifikat zum Verschwinden gebracht wurden. Aber auch Ihn hat man sozusagen nie beten gesehen. Sogar in Fatima hat ihn niemand ein einziges Ave Maria beten gesehen noch gehört!
Auch in seinen Mittwochsansprachen gab es immer viel Raum für den Zweifel, für Einwände, für Hypothesen gegen die göttliche Offenbarung. Und so schwand der Glaube dahin oder zerbrach in der ganzen katholischen Welt.
Dasselbe kann gesagt werden von den „Gebräuchen“. Unter Seinem Pontifikat haben sie ein generelles Nachlassen erfahren, als ob es einen Befehl gegeben hätte, die Gläubigen jeden Weg gehen zu lassen.
In der Tat, Paul VI. hat jegliche Irregularität entschuldigt, noch gebrauchte er je kanonische Akte und Sanktionen gegen jede Art von Sündern, wie es seine Vorgänger taten. Paul VI. hingegen wollte seiner Zeit gemäß leben und die Kirche jedem modernen Fortschritt öffnen. Man hat zum Beispiel von Fotos gesehen, wie er Claudia Cardinale und die Lollobrigida in mehr als kurzen, skandalösen Kleidern, in Mini-Mini-Röcken empfangen hat. Und so auch verbot der Klerus die Unanständigkeit der Mode nicht mehr, welche Paul VI. akzeptiert hatte.
Sogar die Eheschließung der Priester entwickelte sich mit seinem Konsens, seiner Komplizenschaft und sogar seiner Mitwirkung. Auch in Seiner Enzyklika „Sacerdotalis Caelibatus“ vom 24. Mai 1967 im Paragraph 81 schrieb Paul VI. „die wahre Verantwortung nicht den aus dem Priesterstand Ausgetretenen zu, sondern der Kirche vor Ihm, ihren fälschlichen Bewertungen und dem Leben, das sie ihren Priestern aufbürdete“.
Am 2. Februar 1964 bildete er eine „Kommission“ ad hoc, von der man las, dass der Papst die Annullierung der „Gelübde“ guthieß und dass er die Eheschließung in der Kirche autorisierte für jene, die es wünschten. Ein Priester, welcher das Gesucht gestellt hatte, das jedoch von Pius XII. und von Johannes XXIII. zurückgewiesen worden war, konnte es nun erneuern, weil Paul VI., mit seiner erweiterten Sicht, sie annehmen würde.
Von da an begann eine Flut von Gesuchen des Aufgebens der Priesterstandes zu fließen. Im Jahre 1977 gab die „Heilige Kongregation für die Glaubenslehre“ 4.000 offizielle Dispensationen, während im gleichen Jahr nur 2.800 Priesterweihen erteilt wurden.
Paul VI. führte hernach auch die Scheidung mit gegenseitigem Beistand ein. Also konnte die Liebe zu einem Geschöpf nicht mehr überwunden werden mit der Liebe zu Gott!
Aber der Skandal, unter Paul VI., existierte nicht mehr!
Am 29. Januar 1965 gab Paul VI. den Türken die Standarte von Lepanto zurück, jene ausgezeichnete Trophäe, die seit mehr als 400 Jahren im Heiligtum Santa Maria Maggiore als Ex-Voto an die Heiligste Jungfrau, der Beschützerin und Schutzherrin der Christenheit aufbewahrt wurde, welche den Westen von der muselmanischen Invasion bewahrt hatte. Der heilige Papst Pius V. setzte das Fest „Unserer Lieben Frau vom Heiligen Rosenkranz“ ein, um das Andenken an jenes von der Mutter Gottes gewirkte Wunder zu verewigen. Aber Paul VI. begleitete jene Rückgabe mit einem „Breve“ an die türkischen Autoritäten, womit er zu bedeuten gab, dass mit jener seiner schändlichen Geste „die Religionskriege für immer vorüber seien“.
Jedoch jene Tat bedeutete, dass Paul VI. die Verfolger nicht mehr verurteilte. Es war auch ein Aspekt seiner Diplomatie, die an Moskau und Peking gerichtet war in Gutheißung an die Kämpfer und Terroristen eines jeden Landes der Welt.
In der Tat, Paul VI. intervenierte nie noch verurteilte er ebensowenig die Kampagnen zu Gunsten des Kommunismus und zur Lobpreisung des schwarzen Rassismus, während er kalt blieb angesichts des Unglücks der ungerechterweise in Skalverei gehaltenen Christen. Und dank Ihm, seiner scheinbaren Neutralität, seines scheinbaren Pazifismus, blieb stets die Subversion, die Gewalt, die Aggression Sieger!
Gewiss, wir unterschätzen nicht die Ungerechtigkeiten, die Korruption, die religiösen Spaltungen und die Apostasie der Freien Welt, die dennoch eine christliche Welt blieb, in der die Kirche noch frei war. Was skadalös war, hingegen, waren seine Schmeicheleien gegenüber dieser Freien Welt in ihrer Ungläubigkeit, religiösen Gleichgültigkeit, Verachtung der Gesetze und der Rechte Gottes, indem er nichts tat, um sie aus ihrem Stolz, ihrem sexuellen Egoismus, aus ihrem Materialismus, aus ihrem Laizismus wieder zu erwecken.
Überdies: Paul VI. stachelte die Völker gegen die Freie Welt auf, im Namen der Gerechtigkeit, wie er es in Uganda, am 29. Juli 1969 tat, indem er Respekt zeigte für Obote, den räuberischen und blutrünstigen „Premier-Minister“.
Des weiteren erließ er aus jenem Zentrum Afrikas eine Botschaft der Befreiung und der rassischen Gleichheit ergehen, die ein klarer Appell an den allgemeinen Aufstand Afrikas gegen den weißen Menschen war, in Rhodesien, in der nord-afrikanischen Republik [?], inMozambik… Paul VI. war also ein wahrer provokatorischer Agent, was ihn zu einem Kooperator des Babarentums machte!
Er empfing im Vatikan Terroristen und die Schlächter von Frauen und Kindern. Tatsächlich empfing er am 1. Juli 1970 die drei Häupter des Terrorismus in Angola, Mozambik, Guinea-Bissau und Kap Verde; sie wurden zugelassen zum Handküssen. Es ist signifikant dann, dass er ihnen ein Exemplar seiner Enzyklika „Populorum Progressio“ gegeben hat.
Und was soll man nun sagen von einem Paul VI., der hätte uneingeschränkter Anti-Kommunist sein sollen, hingegen Kommunisten-Freund oder Krypto-Kommunist war?
Man denke an seine Hinwendung von Westen nach Osten mit einer langsamen, vorsichtigen subtilen Diplomatie, die den Ausgangspunkt von der Unterscheidung genommen hat, welche in „Pacem in Terris“ zwischen der geschichtlichen Bewegung und der Ideologie gemacht wurde, dass man zusammenarbeiten könne „für die Gerechtigkeit und den Frieden der Welt“.
Von jenen Worten des Verrates entsprangen alle Skandale des kommunistischen Geistes vonCasaroli und seiner Komplizen wie z.B. Pater Alghiero Tondi, verjagt aus Rom, weil er dabei erwischt wurde wie er Dokumente fotografierte, die er Mons. Montini aushändigte und nachher dem Kommunismus weitergereicht wurden.
Ein weiterer Skandal war die betrügerische Entziehung/Unterschlagung der „Petition von 450 Bischöfen“, welche im September 1965 , im Konzil, die Verurteilung des Kommunismus verlangten, aber Paul VI. wollte nicht, dass das Konzil ihn verurteile.
Ein wahrer Verrat!
In seiner ersten Enzyklika hatte es Paul VI. wohl ausgedacht, um die Kirche dem „Dialog“, der Versöhnung, der Zusammenarbeit mit den Kommunisten zu öffnen. Sein Verrat zeigte sich 1971 mit der erzwungenen Beseitigung des großen Kardinals Mindszenty, welchem Paul VI. verboten hatte, seine „Memoiren“ zu veröffentlichen.
Der erschütternde Schrei des Kardinals Slipyi, vor einer erschütterten Synode, war, seine Entrüstung zu schreien an die Verräter, welche Frieden machten mit den Verfolgern, jedoch schwiegen zu den Katholiken, die der sowjetische Kommunismus zu deportieren, zu verfolgen und martern fortfuhr.
Jedoch jene Öffnung zum Kommunismus öffnete die Straße zu Ereignissen, Erklärungen, Intrigen ohne Ende.
Ich zitieren die Begegnungen Pauls VI. von Gromyko, mit Podgorny, seine langen geheimen Sitzungen mit Monsignor Nicodemo, dem Erzbischof von Leningrad und Geheimagent hohen Grades. Und man entdeckte, dass der damalige Sekretär der Kommunistischen Partei,Berlinguer, der geheime diplomatische Agent Pauls VI. bei der kommunistischen Regierung von Hanoi war, (vgl. Erklärung des Vatikans vom 21. Februar 1973), noch kann man den Appell Pauls VI. an China und seine Freude bei der Ankündigung der Kultur-Revolution vergessen.
Wie wir gesehen haben war Sein Pontifikat markiert von einer Serie von Krisen, die niemals vorher geschehen sind, und von Verraten wie sie niemals gesehen wurden in der Römischen Katholischen Kirche.
Wir rapportieren die hauptsächlichen:
1. Die Schändung der Heiligen Liturgie
Alles wurde orchestriert von Paul VI. und vor alle Gläubigen gebracht. Kein einziges Desaster war mörderischer als die Vernichtung der Messe des Römischen Ritus, die direkt zu Uns kam von den Aposteln. Der zentrale Akt des Heiligen Opfers der Messe ist die Transsubstantiation, die das Brot und den Wein in den Leib, das Blut, die Seele und die Gottheit Christi verwandelt. Es war ein Akt unerklärlicher Verrücktheit Pauls VI dieses Ersetzenwollen der Messe des Römischen Ritus mit dem protestantisierten „Novus Ordo Missae“, der hernach den Priestern und den Gläubigen aufgezwungen wurde.
Die „Liturgie-Reform“ Pauls VI. traf auch jeden Aspekt des liturgischen Lebens, wie die „Allerheiligenlitanei“, die „Sakramente“ (Taufe, Heilige Kommunion, Firmung, Beichte, Trauung, Ordensleben, Letzte Ölung), und ferner: die Segnungen, die Pontifikalen Riten, den Kalender der Messe, die sakrale Musik.
2. Der Angriff auf die Thomistische Philosophie
Unter Paul VI. wurde die „Thomistische Scholastik“ und die „Tradition“ des „Naturrechts“ verworfen und ersetzt durch die theologischen Methoden des wissenschaftlichen Denkens, wie die Phänomenologie und der Existenzialismus.
3. Die Verwerfung des Priestertums und des Ordenslebens
Im Kontrast zum vor-konziliaren Priester wurden die „neuen Priester“, unter dem Pontifikat von Paul VI. verweiblichte Gestalten, oft wenig keusch, eher von Schlappheit und Sentimentalismus. Diese „neuen Priester“ sind anpasserisch, ökumenisch; sie verurteilen die Irrtümer nicht mehr und jene, die sie lehren und verbreiten; sie sind unfähig, eine Schlacht zu führen gegen das Böse zugunsten des Suchens des Guten.
Und dies tat Paul VI., um das obligatorisch zölibatäre Priestertum zu schwächen, indem er den Weg öffnete zum permanenten Diakonat von Nicht-Zölibatären und zur Akzeptanz von „Laien-Dienern“, um die Rollen von „Lektoren“ zu übernehmen und um den Weg zu öffnen zum „Laienritus der Kommunion“. Paul VI. selber hatte den Vorsitz über die vollständige Laisierung (Herabsetzung in den Laienstand) von Tausenden von Priestern, die gültig geweiht worden waren, indem er ihnen die Dispens „pro-gratia“ gewährte.
4. Die Abschaffung des Antimodernisteneids
Es war Paul VI., der den „Antimodernisteneid“ abschaffte, welchen Pius X. im Jahre 1907 veröffentlichte, nach seinen Enzykliken „Lamentabili Sane“ und „Pascendi Dominici Gregis“. Dies war eine irrsinnige Tat Pauls VI., deren katstrophale Resultate wir noch heute sehen.
5. Das Niederreißen der Römischen Kurie
Gleich von den ersten Jahren im Staatssekretariat an verachtete Mons. Montini die Römische Kurie. Als Pontifex, wie wir schon gesagt haben, erzwang Paul VI. die vorzeitige Pensionierung und den Rücktritt der Bischöfe im Alter von 75 Jahren und nahm ihnen das Stimmrecht, in einem Konklave, nach dem Alter von 80 Jahren. So tat er es auch mit derCongregatio Sancti Officii (neu benannt mit „Heilige Kongregation für die Glaubenslehre“) indem er jene Prälaten eliminierte, die echtgläubig, ehrenhaft, von weisem Charakter waren und sie ersetzte durch andere, die mehr übereinstimmten mit seinen Ansichten und Neigungen.
Paul VI. ließ das Latein außer Gebrauch geraten, welches Erklärungen ermöglicht mit Adel, Klarheit und Präzision, und dies auch, weil er besessen war von seinem Mangel an Studien.
6. Die Vermehrung der ökumenischen Missgeschicke
Besonders unglücklich waren die andauernde Unterstützung und die Kontakte welche Paul VI. mit dem „Weltrat der Kirchen“ unterhielt, der dominiert war von den Sowjets und bekannt war durch sein Finanzierungen von Terroristen und den „Befreiungskriegen“ in Lateinamerika und in Afrika. Demnach könnte man diese interreligiöse Aktivität Pauls VI. öffentliche Blasphemien nennen!
7. Die Verbrüderung Pauls VI. mit den Häretikern
Paul VI. verbrüderte sich mit den Häretikern, Schismatikern und sämtlichen anderen herkömmlichen Feinden der Kirche. Dies war der Geist des II. Vatikanums, der selbe Geist, welcher die „Französische Revolution“ inspirierte.
8. Die Verrate Pauls VI.
Unter dem Pontifikat von Paul VI. wurden vollzogen die Verrate des Kardinals Mindszenty, des Kardinals Slipyi, und so vieler weiterer Millionen von Opfern des Kommunismus, besonders in Ungarn, Tschechoslovakei, Süd-Vietnam, Angola, Mozambik, Uganda…
„Humanae vitae“: eine Lektion, wie man die katholische Lehre unterminiert, und dabei weder Lehre noch Moral zu ändern braucht.
Papst Johannes XXIII, bildete, auf Empfehlung von Montini, eine „spezielle Vatikanische Kommission“, um die Geburtenregulierung zu studieren, aber diese „Kommission“ überging die Glaubensgewohnheiten.
Als er Papst geworden war, gründete Paul VI. eine neue Kommission auf drei Stufen, um Informationen zu geben über Fragen der „Pille“. Aber es vergingen mehr als 6 Jahre ehe die „Humanae vitae“ im Jahre 1966 herauskam, die jedoch sogleich „toter Buchstabe“ wurde, auch wegen des Widerwillens Pauls VI., den Bann zu sprechen über die Verhütungsmittel, aber weil die öffentliche Meinung, organisiert von Priestern, Ordensleuten, katholischen Professoren der katholischen Universität, eine öffentliche Opposition gemacht hatten gegen „Humanae vitae“. Die Auswirkung des Verzugs bezüglich der Bestätigung des Banns gegen die Verhütungsmittel ließ erkennen, wie man es erreicht hatte, zu widerstehen und sich dem unfehlbaren Lehre der Kirche in Fragen des Glaubens und der Moral widersetzen konnte.
***
Wir könnten noch lange fortfahren und zeigen wie sämtliche Aktionen des Pontifikats Pauls VI. enorme katastrophale Auswirkungen hatten in der Kirche.
Kardinal Joseph Slipyi, Primas der Ukraine
Nach Jahrzehnten im Lagergefängnis und Zwangsarbeit, vertraute der Kardinal Freunden an: „In jedem Augenblick ist in meinem Gedächtnis die vergangene Odyssee in den sowjetischen Lagern fixiert und meine Verurteilung zum Tode; jedoch in Rom, hinter den Mauern des Vatikans, habe ich schlimmere Momente erlebt!“
Vor der Synode, bestürzt und erschüttert, bestätigte der Kardinal: „Von 54 Millionen Ukrainern sind 10 Millionen in Folge von Verfolgungen gestorben! Das sowjetische Regime hat sämtliche Diözesen aufgehoben! Es gibt einen Berg von Kadavern und es gibt niemand mehr, nicht einmal in der Kirche, der ihr Andenken verteidigt. (…) Wir sind zurückgekehrt in die Zeit der Katakomben! Tausende und Abertausende von Gläubigen der Ukrainischen Kirche werden deportiert nach Sibirien und bis zum Polarkreis. ABER DER VATIKAN IGNORIERT DIESE TRAGÖDIE! Sind die Märtyrer vielleicht lästige Zeugen geworden? Wären wir ein Ball zu Füßen der Kirche?…“
Paul VI. ließ daraufhin Kardinal Slipyi in den Turm (Gefängnis) einsperren, der jedoch die Gelegenheit fand, mit Don Luigi Villa zu fliehen, der allein mit Wagemut ihm einen willkommenen Besuch im Gefängnis abstattete!
Kardinal Joseph Mindszenty, Primas von Ungarn
Die Politik des „Dialogs“ Pauls VI. mit der kriminellen kommunistischen Macht Ungarns hatte als Hindernis die Präsenz des Kardinals Mindszenty. Nach verschiedenen Angeboten, Ablehnungen, damit er sich in den Westen begebe, wandten sich Paul VI. und Casaroli, um ihn gefügig zu machen, an Präsident Nixon, dass er ihn zwinge, die amerikanische Botschaft in Budapest zu verlassen. Und so kam es! Am 28. September 1971 kam Mindszenty in Rom an.
Dieser Kardinal, in den sich die „Gottlosen“ mit den grausamen Eisen der Tortur verbissen, musste die subtile moralische Gewalt von Paul VI. erleiden, die vorsorgliche vatikanische Zensurierung einer jeden seiner Predigten und Reden, die er in der Öffentlichkeit halten wollte. Dann, am 5. Januar 1974 enthob ihn Paul VI. seines Amtes als Primat von Ungarn und verbot ihm, seine Memoiren zu veröffentlichen! Dies ist eine Seiner schrecklichen Sätze: „Glauben Sie mir… PAUL VI. HAT GANZE CHRISTLICHE LÄNDER IN DIE HÄNDE DES KOMMUNISMUS AUSGELIEFERT!… jedoch die wahre Kirche ist noch die unsrige, gezwungen in die Katakomben!“
Die Cappella Paolina, Herzstück der Christenheit
Im Konklave von 1963 wurde Kardinal Giuseppe Siri zum Papst gewählt, jedoch einige Mitglieder der Hohen hebräischen Freimaurerei der B’nai B’rith drohten mit der Verfolgung von Katholiken in der ganzen Welt. Und so wurde Paul VI. gewählt.
Nach nur 8 Tagen wurde eine doppelte schwarze Messe in Rom und in Charleston (USA) zelebriert, um Luzifer in der Kapelle Paolina zu inthronisieren.
Dies war der Beginn, indes Paul VI. während allen 15 Jahren Seines Ponfikats unermüdlich daran arbeitete, den satanischen Plan zu realisieren, die Universale Kirche des Menschen zu errichten. Genau zum Ende der schwarzen Messe in Rom war es, dass die anwesenden Prälaten mit dem/ihrem Blut schworen, absichtlich und vorsätzlich das Sakrament der Priesterweihe zu entweihen, ihre Seelen Luzifer zu übergeben und ihr Leben Luzifer zu weihen, um die Universalkirche des Menschen zu errichten.

Aus dem Italienischen übersetzt von Paul O. Schenker
Weitere sachdienliche Informationen:
Wer ist Don Luigi Villa?
Letter Written by Fr.Luigi Villa to all Cardinals regarding Pope Paul VI and who was appointed to uncover Freemasonry
Padre Pio and Fr. Villa
Paul VI – The Pope Who Changed the Church
Wikipedia: Paul VI.
Die Cappella Paolina
Video: Abandonment of the Tiara
The Heresies of Paul VI.
Veröffentlicht unter Papst, Paul VI.. Getaggt mit Chiesa Viva, Sac. Dr. Luigi Villa.Quelle;
poschenker.wordpress.com/tag/chiesa-viva/
MTA and one more user like this.
MTA likes this.
Hyla likes this.
Carlus
Pfarrer Hans Milch - Wir und Rom: Ist die Kirche an ihrem Hauptsitz noch vorhanden?

Pfarrer Hans Milch - Wir und Rom: Ist die Kirche an ihrem Hauptsitz noch vorhanden?
Carlus
Gegenüberstellung;

1. alle vorherigen XX. Konzilien verfolgten den Zweck, Irrlehren zu verurteilen, Glaubenslehren zu festigen und einheitliche Normen für die Kirchenleitung festzulegen.

2. das XXI. Konzil dagegen verfolgte das Ziel, Gemeinsamkeiten mit den Irrlehren zu finden, siehe Kommunismus, Freimaurerei und Glaubensinhalte einer angestrebten größeren Gemeinschaft gegenüber zu opfern. …More
Gegenüberstellung;

1. alle vorherigen XX. Konzilien verfolgten den Zweck, Irrlehren zu verurteilen, Glaubenslehren zu festigen und einheitliche Normen für die Kirchenleitung festzulegen.

2. das XXI. Konzil dagegen verfolgte das Ziel, Gemeinsamkeiten mit den Irrlehren zu finden, siehe Kommunismus, Freimaurerei und Glaubensinhalte einer angestrebten größeren Gemeinschaft gegenüber zu opfern. Somit den Hauptauftrag Christi, den "Missionsauftrag" ein zu stellen.

Wir können erkennen, wohin das gemeinsame und gleichlautende Streben der beiden Päpste Johannes XXIII. (1. und 2.) geführt hat.

a.)Der Erste konnte gebremst werden und wurde am 29. Mai 115 als "Simonist und unverbesserlicher Verbrecher gegen das Papsttum" vom Konzil in Konstanz verurteilt und in die Verbannung geschickt.

b.) Der Zweite wurde durch Franziskus den Bischof von Rom angeblich in den "Himmel geschickt und Heilig gesprochen",

Die Werte in der Heiligen Katholischen Kirche stimmen mit denen von der Konzilskirche nicht überein, das ist der Grund aller abweichenden Beurteilungen.
Carlus
Ein Konzil (lat. concilium = Zusammenkunft, Versammlung) ist im weiteren Sinn eine Versammlung von Bischöfen und anderen hohen Klerikern zum Zwecke der Erörterung und Entscheidung theologischer und kirchlicher Fragen. Es kann in Teilen der Kirche oder für die ganze katholische Kirche stattfinden. Wenn es das gesamte Bischofskollegium zusammenruft, nennt man das Konzil ökumenisch. Ein ökum…More
Ein Konzil (lat. concilium = Zusammenkunft, Versammlung) ist im weiteren Sinn eine Versammlung von Bischöfen und anderen hohen Klerikern zum Zwecke der Erörterung und Entscheidung theologischer und kirchlicher Fragen. Es kann in Teilen der Kirche oder für die ganze katholische Kirche stattfinden. Wenn es das gesamte Bischofskollegium zusammenruft, nennt man das Konzil ökumenisch. Ein ökumenisches Konzil wird vom Papst einberufen und erhält durch seine Zustimmung die Bestätigung der Beschlüsse.
Das Konzil ist zusammen mit dem Papst die höchste Autorität in der Kirche. Seine Entscheidungen sind in dem Maße verbindlich wie es selbst das zum Ausdruck bringt. Die letzte Entscheidung über die verbindliche Anwendung der erarbeiteten Dokumente liegt, wie es sich nach dem Konzil von Konstanz herausgebildet hat, uneingeschränkt beim Papst.
Das schließt aus, dass er für seine Gesetzgebung je zuerst die Erlaubnis eines Konzils einzuholen hätte. Denn ein Konzil ist keine dem Papst übergeordnete Behörde, es "funktioniert" nur mit und unter dem Haupt des Bischofskollegiums (vgl. I. Vatikanisches Konzil, Pastor aeternus, 14). Das einzelne Konzilsglied ist nicht "Teilhaber" von parlamentarischen Rechten, sondern Mitwirkender an der Wahrheitsfindung, die ohne das Amt Petri nicht glücken kann. Der abweichende Standpunkt, wonach ein Konzil über dem Papst steht, heißt Konziliarismus. Er wurde auch vom letzten, bekannten Konzil, dem II. Vaticanum wieder verworfen.
Allerdings werden die Bischöfe seit 1967 an der Ausübung der päpstlichen Aufgaben durch dieBischofssynode beteiligt, die kein kleines Konzil, jedoch ein Organ des Papstes ist, das seinem Amt innerhalb des Kollegium der Bischöfe dient. Je nach Meinung des gegenwärtigen Papstes, kann die Bischofssynode ein Konzil (nur teilweise) "ersetzen", da der Papst sie turnusmäßig einberuft und die aktuell kirchlichen Fragen behandelt.
siehe auch;
Giovanni Domenico Mansi OMD (*16. Februar 1692 in Lucca † 27. September 1769 in Lucca) war Erzbischof von Lucca und prominenter Vertreter des gelehrten Italiens des 18. Jahrhunderts.
Biografie
Giovanni Domenico Mansi war zunächst Moraltheologe in Neapel, dann Theologe des Erzbischofs von Lucca. Er publizierte etwa 90 Bände neben wenigen selbst verfassten Schriften und Übersetzte Neueditionen wichtiger älterer theologischer Werke und Quellen-Sammlungen, v. a. die auch heute trotz großer Mängel unentbehrlich Sammlungen von Konzilsquellentexten. Letztere enthält neben einigen auf Biblischen-Reisen (u.a. Florenz, Mai!land, Wien, Rom) entdeckten Inedita im wesentlichen leider oft sehr nachlässige Wiederabdrucke besserer älterer Quellen-Publikationen. Seine Mitarbeit an der von Ottaviano Diodati hg. it. Ausgabe der "Encyclopedie" (16 Bände., Lucca 1758-68) brach Mansi nach dem 1. Bd. auf päpstliche Intervention hin ab. Er beschäftigte sich mit Hildegard von Bingen und brachter 1761 die liber divinorumoperum erstmals Druck heraus. Diese Schrift Hildegards wurde in Lucca gedruckt.
Werke
(u.a.): Tractatus de casibus et excommunicationibus episcopis reservatis, Lucca 1724
Sacrorum conciliorum nova et amplissima collectio, 31 Bände, Florenz-Venedig 1759-98 (bis 1440).
Carlus
Die ökumenischen Konzilien,
der einen, heiligen, katholischen und
apostolischen Kirche

I. Konzil von Nizäa (325)
I. Konzil von Konstantinopel (381)
Konzil von Ephesos (431)
Konzil von Chalcedon (451)
II. Konzil von Konstantinopel (553)
III. Konzil von Konstantinopel (680-681)
II. Konzil von Nizäa (787)
IV. Konzil von Konstantinopel (869-870)
I. Laterankonzil (1123)
II. Laterankonzil (1139)
III. …More
Die ökumenischen Konzilien,
der einen, heiligen, katholischen und
apostolischen Kirche

I. Konzil von Nizäa (325)
I. Konzil von Konstantinopel (381)
Konzil von Ephesos (431)
Konzil von Chalcedon (451)
II. Konzil von Konstantinopel (553)
III. Konzil von Konstantinopel (680-681)
II. Konzil von Nizäa (787)
IV. Konzil von Konstantinopel (869-870)
I. Laterankonzil (1123)
II. Laterankonzil (1139)
III. Laterankonzil (1179)
IV. Laterankonzil (1215)
I. Konzil von Lyon (1245)
II. Konzil von Lyon (1274)
Konzil von Vienne (1311-1312)
Konzil von Konstanz (1414-1418)
Konzil von Basel-Ferrara-Florenz (1431-1449)
V. Laterankonzil (1512-1517)
Konzil von Trient (1545-1563)
I. Vatikanisches Konzil (1869-1870)
II. Vatikanisches Konzil (1962-1965) ~ Bewertung, zeigt die Zukunft der Kirche
Carlus
Papst Martin V. (*1368 in Gennazano; † 20. Februar 1431 in Rom) wurde unter seinem Geburtsnamen Oddone Colonna, aus berühmter römischer Aristokratie stammend, zum Kirchenjuristen (wobei der Universitätsabschluss unbekannt ist), Apostolischer Protonotar und Kardinaldiakon. Als legitimer Vorgänger gilt heute Gregor XII., der 1415 abdankte, jedenfalls nicht Gegenpapst Benedikt XIII.
Pontif…More
Papst Martin V. (*1368 in Gennazano; † 20. Februar 1431 in Rom) wurde unter seinem Geburtsnamen Oddone Colonna, aus berühmter römischer Aristokratie stammend, zum Kirchenjuristen (wobei der Universitätsabschluss unbekannt ist), Apostolischer Protonotar und Kardinaldiakon. Als legitimer Vorgänger gilt heute Gregor XII., der 1415 abdankte, jedenfalls nicht Gegenpapst Benedikt XIII.
Pontifikat
Beim von (Neben-Gegenpapst) Johannes XXIII. einberufenen Konzil von Konstanz, das sich u.a. die Aufgabe gestellt hatte, das Große Abendländische Schisma zu überwinden, wurde Martin V. 1417 (am Martinstag, dem 11. November, daher die Namenswahl) zum Papst gewählt. Ausnahmsweise wurde der Papst vom Kardinalskollegium zuzügliche eines Votums von Nationaldelegierten bestimmt, um die bis dahin größte Krise der lateinischen Kirche zu überwinden.
Der Papst setzte den Großteil der Beschlüsse des Konzils um, sagte sich aber vom Gedanken des Konziliarismus los, wohl wissend, das damit eine indirekte Unterwerfung der Kirche unter die Staatspolitik verbunden wäre. Er berief 1423 ein Folgekonzil nach Pavia ein; er starb bevor das Konzil zusammentraf und wurde in Rom in der Lateransbasilika beigesetzt.