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Elista
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Palmsonntag mit Kindern feiern

Familien feiern Kirchenjahr



Palmsonntag gemeinsam feiern

In der Reihe 'Familien feiern Kirchenjahr'

Palmsonntag feiern - Vertiefung, Lieder

In der Feier des Palmsonntags fließen vielfältige Aspekte zusammen. In der Tradition der Palmprozessionen, die schon im Jahre 400 unserer Zeitrechnung von den Jerusalemer Christen durchgeführt wurden, klingen Elemente an, die ihren Ursprung in dem dritten großen jüdischen Wallfahrtsfest haben, dem Laubhüttenfest (Sukkoth). Es ist ein Freudenfest ersten Ranges, das im Herbst sieben Tage lang gefeiert wird gemäß Leviticus 23,40 und Deuteronomium 16,14-15 und an die Zeit der Wüstenwanderung des Volkes Israels erinnert.

Wie das Volk Israel unter freiem Himmel nächtigte, errichtet heute jede jüdische Familie für die Dauer des Festes eine Hütte (Sukka) aus Baumzweigen im Freien, die den Blick zum Sternenhimmel freilässt. Zum Ausdruck der großen Freude über Gottes Rettung und Schutz und zu seinem Lobpreis wird ein Palmzweiggebinde - der Lulaw - geschwungen, wozu unablässig Hosianna gerufen wird. Gleichzeitig ziehen die Menschen in einer Prozession um die Hütte oder früher um den Jerusalemer Tempel; heute ist es eine Prozession um den Thoratisch, von dem aus die biblischen Texte vorgetragen werden. Einer dieser Texte aus dem Prophetenbuch Sacharja bezieht sich dabei auf die messianische Hoffnung des Volkes Israel und die Erlösung der ganzen Menschheit. Dort heißt es: 'Dort wird der Herr König sein über die ganze Erde.'

Die vielen Menschen, die Jesus mit ihren Palmzweigen winkend zujubeln, könnten demnach wie Jesus selbst zur Feier des Laubhüttenfestes nach Jerusalem gekommen sein. Indem die späteren Evangelientexte diese Elemente aufgreifen und versetzt mit dem Pessachfest zusammenbringen, beziehen sie die damit verbundenen Aussagen auf Jesus. Der junge Esel, auf dem Jesus reitet und von dem in Matthäus 21,2-6 die Rede ist, hat seinen Ursprung ebenfalls in der ersttestamentlichen Erwähnung bei Sacharja 9,9: 'Juble laut, Tochter Zion! ... Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel, auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin.'

Im Mittelalter führten die Prozessionen einen rollenden, geschnitzten Esel mit sitzendem Jesus mit. Solche und ähnliche Umzüge, etwa mit echten Eseln und Jesusschauspielern, finden heute noch statt, z.B. in Sizilien. Bei den in unserem Raum veranstalteten Prozessionen wird oft ein geschmücktes Kreuz vorangetragen. Die Palmzweige werden zu Buschen zusammengebunden. Mancherorts entstehen kunstvolle Palmbäume: Man bindet die Zweige zu großen Sträußen, windet Kränze, Herzen und Spiralen. Die beim Gottesdienst geweihten Palmbuschen stellt man daheim zur Zierde in eine Vase, hängt sie übers Bett, über ein Kreuz oder steckt sie auf Äcker und Wiesen. Sie sollen Segen bringen, vor Unglück bewahren. Sie bleiben dort bis zur nächstjährigen Palmprozession bzw. werden am Aschermittwoch verbrannt.

Aus dem jubelnd im Zeichen des Sieges begrüßten König wird nach den Berichten der Evangelien innerhalb einer Woche der verspottete Träger der Dornenkrone und des Kreuzes. Deshalb wurde schon früh in der Kirche des Bischofs von Rom am Palmsonntag die ganze Leidensgeschichte Jesu, die Passion (lat. passio: Leiden) vorgetragen. Der Palmsonntag ist so neben dem begeisterten Empfang Jesu in Jerusalem auch der Auftakt der Karwoche, der Heiligen Woche, die an die Leidens- und Passionszeit Jesu erinnert und in das Osterfest mündet; das Gedächtnis des Einzuges in Jerusalem und das der Passion fügen sich zu einer Feier zusammen.

Erhöhung und Erniedrigung Jesu das ist somit das Thema des Palmsonntags:
'Christus Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein.'
Mit diesen Worten beginnt eine seit dem 6. Jahrhundert als Teil der Feier überlieferte Lesung des Palmsonntaggottesdienstes aus dem Brief an die Gemeinde in Philippi (Kapitel 2, Vers 6 - 11). Und weiter heißt es dort:
'Er entäußerte sich
und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.
Sein Leben war das eines Menschen;
er erniedrigte sich
und war gehorsam bis zum Tod,
bis zum Tod am Kreuz.
Darum hat Gott ihn über alle erhöht
und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen.'


Vorbereitung

Sie benötigen
Ihre Jahreskerze,
einen Korb mit Buchszweigen,
pro Familie oder pro Kind ein Holzstab ca. 2-3 cm Durchmesser und etwa 60 - 70 cm lang (wahlweise auch stabile Äste dieser Größe),
bunte Kreppbänder, ggf. Perlen (aus dem Bastelladen), ausgeblasene Eier, Blumendraht, Kreppklebeband.
Hinweis
Sie können den Vorschlag für den Palmsonntag auch schon am Palmsamstagnachmittag umsetzen. Dann haben Sie die Möglichkeit, die gebastelten Palmbuschen zum Gottesdienst am Palmsonntag mitzunehmen.
In den verschiedenen Regionen Deutschlands, aber auch in den verschiedenen Ländern der Erde haben sich unterschiedliche Bräuche zum Basteln von 'Palmbuschen' entwickelt. Vielleicht gibt es auch in Ihrer Gemeinde eine 'gängige' Art, die Palmzweige zu gestalten. Oft bieten auch Kindergärten eigens einen Nachmittag zum gemeinsamen Binden der Zweige an; hier könnten Sie sich Informationen zur örtlichen Tradition einholen.
Unsere Anregungen bieten einen kleinen Ausschnitt, die abgebildeten Skizzen zeigen Ihnen einige gebräuchliche Formen. Sie können aber auch neue Zusammenstellungen finden!

Ablauf der gemeinsamen Feier

Beginnen
Nachdem alle Familien zusammengekommen sind, bilden sie einen Kreis um die grünen Buchsbaumzweige, die auf einem Tuch ausgebreitet sind. Dann singen sie gemeinsam das Lied 'Vom Aufgang der Sonne' .
grüne Zweige
Die Jahreskerze wird angezündet und inmitten der Buchsbaumzweige gestellt. Ein Erwachsener bittet die teilnehmenden Kinder und Erwachsenen, zu sagen, woran sie die grünen Zweige erinnern. Es werden einige Antworten gesammelt.
Palmzweige in Jerusalem
Dann fährt er fort:
'Wir wollen heute von einer Geschichte hören, in der grüne Zweige eine große Rolle spielen.'
Erzählen Sie nun die Geschichte von Jesu Einzug in Jerusalem anhand des Textes aus dem (Kapitel 11, Vers 1-10).
Palm'zweige' bei uns
Danach sagt ein Erwachsener:
'Die Menschen in Jerusalem haben für Jesus mit den Palmzweigen und ihren Kleidern einen schönen Weg gelegt. Wir hier in unserem Land haben nicht so schöne und große Palmzweige, wie sie in Jerusalem wachsen. Wir haben Buchsbaumzweige, und die wollen wir heute besonders schön zusammenbinden und schmücken. Mit unseren Zweigen wollen wir dann in der Kirche feiern.'
'Wir wollen uns jetzt anschauen, womit wir schmücken. Jedes Teil, das wir dazu gebrauchen, kann uns an einen bestimmtes Ereignis der Leidensgeschichte, des Kreuzweges Jesu erinnern, aber auch an seine Auferstehung.'
Leid und Freude zusammenbinden
Sie können nun die einzelnen Teile, die Sie vorbereitet haben, erklären; etwa mit folgenden Sätzen:
'Der Holzstab, am dem wir die Zweige befestigen, kann an ein Zepter erinnern als Zeichen für die Königswürde Jesu, oder an die Lanze, mit der die Soldaten am Karfreitag Jesus in die Seite gestochen haben.'
'Die Zweige selbst sind Erinnerung an die Palmwedel, mit denen Jesus in Jerusalem begrüßt wurde. Außerdem sind sie Zeichen für das 'ewige Leben' nach der Auferstehung, denn sie sind immer grün.'
'Die kleinen Holzperlchen könnten Tränen sein, denn damals wie heute waren viele Menschen traurig über das Leid, das Jesus erduldet hat
'Die Eier gehören zu Ostern, weil sie ein Symbol des Lebens sind, das aus ihnen hervorkommt. Und deshalb drücken sie gut die Freude und Hoffnung der Auferstehung aus.'
'Die Bänder aus Krepp-Papier haben eine Bedeutung durch ihre Farben: Lila und Schwarz z.B. drücken Trauer aus, Gelb und Orange Auferstehungsfreude.'
'So wie die Farben der Bänder Freude und Trauer zeigen, so gibt es in den Palmbuschen insgesamt Zeichen von Jubel, Freude und Traurigkeit. Deshalb passen sie so gut zum Palmsonntag, wo wir uns an den Einzug Jesu in Jerusalem erinnern: Denn auch damals lagen der Jubel und das Leid und die Trauer ganz dicht beieinander.'
Aus den Buchsbaumzweigen, aus Perlen und Krepp-Papier basteln Sie nun sogenannte Palmbuschen: die Zweige werden mit Draht und Kreppkleber an einem Stockende befestigt. Ein ausgeblasenes Ei, auf einen Blumendraht gezogen, wird dazwischen gesteckt. Darumwinden können sie Perlenketten und bunte Kreppbänder.
Abschluss
singen - loben - tanzen
Zum Schluss singen Sie gemeinsam das Lied 'Lobet und preiset ihr Völker den Herrn' ('Sonntag in der Fastenzeit'). Dabei halten Kinder und Erwachsene die Palmbuschen in der Hand. Wenn Sie wollen, können Sie das Lied mit den vorgeschlagenen Bewegungen verbinden.
Zur Kirche
segnen und feiern
Zum Abschluss können Sie sich verabreden: Treffen Sie sich zum Gottesdienst am Palmsonntag. Zu Beginn dieser Feier können Sie Ihre Palmbuschen vor der Kirche mitsegnen lassen.
Elista
Für alle Eltern und Großeltern, die mit Ihren Kinder oder Enkeln sich auf Palmsonntag vorbereiten wollen!
Elista
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Am Sonntag ist es wieder soweit!
One more comment from Elista
Elista
Dies kann eine Vorbereitung in der Familie sein auf den Palmsonntag nächste Woche 🤗
Mit Kindern durch das (Kirchen)-Jahr