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Maria ist in der Kirche zugegen wie am Tag der Kreuzigung, am Tag der Auferstehung und am Pfingsttag. - Brief des Papstes Johannes Paul II.

Johannes Paul II.
an Msgr. Louis Dufaux, Bischof von Grenoble
zum 150. Jahrestag
der Erscheinung Marias in La Salette


Die Diözese Grenoble, die Missionare von La Salette und viele Gläubige in der ganzen Welt feiern in diesem Jahr den 150. Jahrestag der Erscheinung der seligen Jungfrau Maria, an diesem Ort in den Alpen, von wo ihre Botschaft nicht aufhört auszustrahlen. Eine solche Gedenkfeier kann reich an Gnaden sein; darum möchte auch ich daran teilhaben in der Verbundenheit mit den Pilgern, die kommen, um die Mutter des Herrn zu verehren unter dem Titel Unsere Liebe Frau Versöhnerin der Sünder.

Als Mutter des Erlösers, Mutter der Kirche und Mutter der Menschen begleitet Maria jeden Menschen auf dem Pilgerweg des Lebens. In der Zeit, in der wir uns intensiver auf das grosse Jubiläum der Erlösung vorbereiten, stellt dieses Jahr, das dem Jahrestag der Erscheinung Marias an Maximin und Melanie gewidmet ist, eine bedeutende Etappe dar.

Maria, die Mutter voll der Liebe, hat an diesem Ort ihre Trauer über das moralische Elend der Menschen gezeigt. Durch ihre Tränen hilft sie uns besser zu verstehen den Ernst der Sünde, die Ablehnung Gottes, aber auch die leidenschaftliche Treue, die ihr Sohn gegenüber ihren Kindern behält. Er ist der Erlöser, dessen Liebe durch die Vergessenheit und die Ablehnung verletzt wird.

Die Botschaft von La Salette wurde zwei jungen Hirten anvertraut, in einer Zeit, da viele Menschen zu leiden hatten unter Hunger und infolge der Ungerechtigkeit. Mehr noch, die Gleichgültigkeit und die Feindseligkeit gegenüber dem Evangelium nahmen zu. Die Mutter Gottes denkt darüber nach und zeigt sich mit dem Bild ihres gekreuzigten Sohnes auf der Brust. Dadurch zeigt sie, dass sie am Werk der Erlösung mitbeteiligt ist, dass sie mit ihren Kindern leidet, wenn sie sieht, wie sie sich von der Kirche Christi entfernen, indem sie die Gegenwart Gottes in ihrem Leben und die Heiligkeit seines Namens vergessen oder ablehnen.

Die Ausstrahlung des Ereignisses von La Salette bestätigt uns, dass die Botschaft Marias sich nicht nur im Leid erschöpft, das die Tränen ausdrücken. Maria ruft zur Selbstbeherrschung auf: sie lädt uns ein zur Busse, zur Ausdauer im Gebet und besonders zur Treue zu den sonntäglichen Praktiken; sie bittet, dass ihre Botschaft ihremganzen Volk mitgeteilt werde, durch das Zeugnis der beiden Kinder. Und in Wirklichkeit hört man schnell auf ihre Stimme. Die Pilger kommen, es geschehen viele Bekehrungen. Maria ist in einem Licht erschienen, das an den Glanz der durch die Auferstehung Christi verwandelten Menschlichkeit erinnert: La Salette ist eine Botschaft der Hoffnung. Unsere Hoffnung wird gestärkt durch die Fürbitte jener Frau, die die Mutter der Menschen ist. Die Risse sind nicht unheilbar. Die Nacht der Sünde weicht vor dem Licht der göttlichen Barmherzigkeit.

Menschliches Leid kann, wenn es gläubig angenommen wird, zur Reinigung und zum Heil beitragen. Wer demütig die Wege des Herrn geht, auf dem wird der Arm des Sohnes Marias nicht lasten um zu verurteilen, vielmehr wird er die Hand ergreifen, die sich ihm entgegenstreckt, um die Sünder, die durch die Gnade des Kreuzes versöhnt sind, in ein neues Leben eintreten zu lassen.

Die Worte Marias in La Salette belieben durch ihre Klarheit und ihren Ernst, aktuell in einer Welt, die immer ertragen muss die Geissel des Krieges und des Hungers, und viel Unglück, die Zeichen und oft auch Folgen der Sünde der Menschen sind. Auch heute noch will jene, die alle Nationen selig preisen werden (Lk 1,48), ihr ganzes Volk führen, das von den Prüfungen dieser Zeit zur Freude übergeht, die dort entsteht, wo man in aller Stille die Sendung erfüllt, die Gott dem Menschen aufgetragen hat.

Die Missionare von La Salette haben nicht aufgehört, das Studium der Botschaft von La Salette zu vertiefen. Sie bemühen sich, dem kommenden dritten Jahrtausend den universellen Wert dieser Botschaft aufzuzeigen. Sie sind in besonderer Weise verantwortlich, den Aufruf zur Erneuerung des christlichen Lebens dem Volk zu überbringen, der am Anfang ihrer Gründung in der Diözese Grenoble steht. In diesem Jubiläumsjahr lade ich sie ein, mit Eifer ihre Sendung fortzusetzen, in den verschiedenen Gegenden der Welt, wo sie tätig sind. Ebenso richte ich Worte der Ermutigung an die Schwestern von La Salette und an die andern Stiftungen und Institute, deren Gründung und Spiritualität mit dem Ereignis in La Salette in Verbindung stehen. Ich bete, dass die Mutter Christi in diesem besonderen Jahr ihnen beistehe in der geistlichen Erneuerung, die sie sich wünschen, und ihnen helfe, sich ihren Evangelisationsaufgaben mit jenem missionarischen Schwung zu widmen, den die Kirche von ihnen erwartet.

Aus der Region Savoyen und der Dauphiné, wo Maria ihre Botschaft vor anderthalb Jahrhunderten verkündet hat, ertönt auch heute derselbe Anruf an die vielen Pilger, die zu diesem Heiligtum aufsteigen, wie auch an jene, die andere salettinische Heiligtümer besuchen.

Ich ermutige sie alle, der Unbefleckten Jungfrau die Nöte und die Hoffnungen dieser Welt anzuvertrauen, wenige Jahre vor dem grossen Jubiläum.

Mögen sie alle Zeugen der Versöhnung sein, dieser Gabe Gottes und der Frucht der Erlösung für die einzelnen Menschen, für die Familien und für alle Völker! Möge die Wallfahrt ihnen helfen, ihr christliches Leben in Lauheit oder in Gleichgültigkeit fallen zu lassen und nie zu vergessen, dem auferstandenen Christus den ersten Platz in ihrem Leben einzuräumen! Mögen sie in der Welt Erbauer dieses Friedens sein, den der Herr versprochen hat (Joh 14,27), und immer überzeugt sein vom unveräusserlichen Wert der einfachsten aller menschlichen Personen.

Maria ist in der Kirche zugegen wie am Tag der Kreuzigung, am Tag der Auferstehung und am Pfingsttag.

In La Salette hat sie ganz deutlich die Beständigkeit ihres Gebetes für die Welt offenbart. Sie wird die Menschen nie aufgeben, die nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen sind und denen es gegeben ist, Kinder Gottes zu werden (Joh 1,12). Möge sie alle Völker der Erde zu ihrem Sohn führen!

Ich vertraue das Bistum Grenoble, die Missionare von La Salette und alle Ordensleute, welche die gleiche Spiritualität teilen, Unserer Lieben Frau, der Mutter der Versöhnung an und gewähre allen von Herzen den Apostolischen Segen.

Vatikan, 6. Mai 1996 Johannes Paul II.
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Welch schöne, ermutigende Worte !
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"In La Salette hat sie ganz deutlich die Beständigkeit ihres Gebetes für die Welt offenbart."
Ein Papst spricht von Offenbarung. Offenbarung auch heute noch
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„Maria, die Mutter voll der Liebe, hat an diesem Ort ihre Trauer über das moralische Elend der Menschen gezeigt. Durch ihre Tränen hilft sie uns besser zu verstehen den Ernst der Sünde, die Ablehnung Gottes, aber auch die leidenschaftliche Treue, die ihr Sohn gegenüber ihren Kindern behält. Er ist der Erlöser, dessen Liebe durch die Vergessenheit und die Ablehnung verletzt wird.“
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"Menschliches Leid kann, wenn es gläubig angenommen wird, zur Reinigung und zum Heil beitragen. Wer demütig die Wege des Herrn geht, auf dem wird der Arm des Sohnes Marias nicht lasten um zu verurteilen, vielmehr wird er die Hand ergreifen, die sich ihm entgegenstreckt, um die Sünder, die durch die Gnade des Kreuzes versöhnt sind, in ein neues Leben eintreten zu lassen."
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Tina 13
"In La Salette hat sie ganz deutlich die Beständigkeit ihres Gebetes für die Welt offenbart. Sie wird die Menschen nie aufgeben, die nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen sind und denen es gegeben ist, Kinder Gottes zu werden (Joh 1,12). Möge sie alle Völker der Erde zu ihrem Sohn führen!"
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