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"Ich bin von einem gerechten Gericht angeklagt, gerichtet, verdammt."

Predigt von P. Michael Wildfeuer vom dritten Sonntag nach Ostern (12.5.19)
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@Tradition und Kontinuität
Versetzen wir uns gedanklich einmal in das 30. Jh. (falls die Welt dann noch existieren sollte) und blicken wir zurück auf unser 21. Jh.! Wird man dann vielleicht nicht sagen: Ach, was war das damals vor 900 Jahren für eine finstere Zeit? Die glaubten damals tatsächlich, die Abtreibung sei ein Menschenrecht, es gebe drei oder mehr Geschlechter und man könne die Kinder …More
@Tradition und Kontinuität
Versetzen wir uns gedanklich einmal in das 30. Jh. (falls die Welt dann noch existieren sollte) und blicken wir zurück auf unser 21. Jh.! Wird man dann vielleicht nicht sagen: Ach, was war das damals vor 900 Jahren für eine finstere Zeit? Die glaubten damals tatsächlich, die Abtreibung sei ein Menschenrecht, es gebe drei oder mehr Geschlechter und man könne die Kinder durch Verhätschelung und Unkeuschheit zu tüchtigen Menschen erziehen. Hallo, wir sind doch jetzt im 30. Jh. und haben diese alten Zöpfe überwunden! Das nur mal so als Gedankenexperiment.

Aber zur Sache selbst: Gesetzt, die Geschichte von dem sich drei Mal aufrichtenden Toten ist eine Legende. Folgt daraus zwingend, dass sich dies oder etwas Ähnliches tatsächlich nicht ereignet hat? Haben nicht viele Legenden einen Kern von Wahrheit? Und der hl. Bruno, der große Ordensgründer, soll sich daraufhin bekehrt haben? Kann es nicht wirklich so oder ähnlich gewesen sein? Und wenn ja, wäre es dann nicht eine große Gnade des Herrgotts gewesen, die Menschen auf den absoluten Ernst des Gerichts aufmerksam gemacht und dadurch vielleicht viele vor dem ewigen Tod bewahrt zu haben? Wenn ein Papst dies aus dem Brevier streicht, folgt daraus zwingend, dass es nicht stattgefunden hat oder vielleicht nur, dass die Geschichte eben nicht sicher belegt ist? O, wenn am Jüngsten Tag die gesamte Menschheitsgeschichte aufgedeckt wird, werden dann all unsere Geschichtsbücher bestehen können???
@archangelus
O ja, auch unsere Zeit hat finstere Gesichter. Nur liegen sie auf anderen Gebieten, nämlich auf denen, die Sie dargelegt haben. Global gesehen, sind wir nicht besser und nicht schlechter als die Generationen vor uns. Wir sind zu allen Zeiten vom Sündenfall betroffen.
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@Tradition und Kontinuität : Nein, unsere Generation ist durch und durch verdorben. Wir haben nur das Gespür dafür verloren.

Früher waren die Menschen vielleicht oftmals zu streng. Aber diese Strenge schützte auch vor der ewigen Verdammnis.
Wenn ich nur daran denke, was ich alles gesündigt habe, nur weil es alle machten und weil ich keine irdische Strafe zu befürchten hatte!

Wenn mich der …More
@Tradition und Kontinuität : Nein, unsere Generation ist durch und durch verdorben. Wir haben nur das Gespür dafür verloren.

Früher waren die Menschen vielleicht oftmals zu streng. Aber diese Strenge schützte auch vor der ewigen Verdammnis.
Wenn ich nur daran denke, was ich alles gesündigt habe, nur weil es alle machten und weil ich keine irdische Strafe zu befürchten hatte!

Wenn mich der Barmherzige Gott nicht so unzählige Male beschützt hätte - in die tiefste Hölle wäre ich gekommen, wäre ich vor meiner Bekehrung gestorben.
Daran habe ich nicht den geringsten Zweifel.
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@Tradition und Glauben : Oh! Entschuldigen Sie bitte diese Verwechslung! Da hab ich ja den ganz Falschen erwischt!
Werde das sofort korrigieren!
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@matermisericordia Herzliches Vergelt's Gott für diesen höchst passenden Beitrag. Ich kann mich nun erinnern, dass ich von dieser Begebenheit schon einmal gehört habe.
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@matermisericordia Danke für diese furchtbare Begebenheit. Sie ist wichtig für jene, die sich alles so einfach vorstellen, ohne Gewissenserfoschung, Reue und Beichte gerettet zu werden.
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@archangelus : diesmal ein wahrer Bericht und keine Mär - wobei ich bei Mär nicht Märchen meine.

Erschütternd folgende Begebenheit,


die der heilige Antonin, der gelehrte Erzbischof von Florenz in seinen Schriften berichtet. Sie hatte gegen Ende des 15. Jahrhunderts ganz Norditalien aufgewühlt. Ein junger Mann aus gutem Haus hatte bei der Beichte eine schwere Sünde verschwiegen und in diesem …More
@archangelus : diesmal ein wahrer Bericht und keine Mär - wobei ich bei Mär nicht Märchen meine.

Erschütternd folgende Begebenheit,


die der heilige Antonin, der gelehrte Erzbischof von Florenz in seinen Schriften berichtet. Sie hatte gegen Ende des 15. Jahrhunderts ganz Norditalien aufgewühlt. Ein junger Mann aus gutem Haus hatte bei der Beichte eine schwere Sünde verschwiegen und in diesem Zustand kommuniziert.

Von Woche zu Woche, von Monat zu Monat, verschob er aus elender Menschenfurcht das dringende Geständnis seiner Sakrilegien und fuhr sogar fort, weiter zu beichten und zu kommunizieren. Peinigende Gewissensbisse suchte er durch grosse Busswerke zum Schweigen zu bringen, so dass er als Heiliger galt.
Da er es nicht mehr aushielt, trat er in ein Kloster ein. ,,Dort wenigstens werde ich alles bekennen und meine schrecklichen Sünden ernsthaft büssen", sagte er sich. Unglücklicherweise wurde er von seinen Oberen, die ihn von seinem Ruf her kannten, wie ein kleiner Heiliger empfangen; so verschob er sein Geständnis auf später und verdoppelte seine Busse.

Zwei Jahre vergingen in diesem bedauernswerten Zustand. Er wagte es nie, die furchtbare Sündenschuld, die ihn niederdrückte, zu bekennen. Endlich schien eine tödliche Krankheit ihm die Last zu erleichtern. ,,Jetzt werde ich alles auf einen Schlag zugeben", nahm er sich vor. ,

,Ich werde eine Generalbeichte ablegen, bevor ich sterbe." Aber weil die Eigenliebe die Reue überwog, bekannte er seine Verfehlungen so undeutlich, dass der Beichtvater nichts verstehen konnte. Zwar hatte er ein unbestimmtes Verlangen, anderntags nochmals darauf zu rückzukommen, aber da überkam ihn ein Anfall geistiger Umnachtung — und er starb.

In der Klostergemeinschaft, wo man von seinem schaudervollen Seelenzustand nichts wusste, sagte man sich:
,,Wenn der nicht im Himmel ist, wer kommt dann hinein!“

Kreuzchen, Rosenkränze und Medaillen wurden an seinen Händen angerührt. Mit Ehrfurcht wurde sein Körper in die Klosterkirche getragen und blieb dort im Chor aufgebahrt bis am anderen Morgen, wo das Begräbnis stattfinden sollte.

Einige Zeit vor Beginn der Zeremonie begab sich ein Bruder in die Kirche, um die Glocke zu läuten. Plötzlich sah er beim Altar den Toten in rotglühenden Ketten; der ganze Körper war wie in Weissglut. Der arme Bruder fiel erschrocken auf die Knie, die Augen starr auf die furchtbare Erscheinung gerichtet.
Da sagte der Verworfene: ,,Betet nicht für mich, ich bin für die ganze Ewigkeit in der Hölle!“ Und er erzählte die beklagenswerte Geschichte seiner Schande und Sakrilegien; danach verschwand er und hinterliess in der Kirche einen unerträglichen Gestank, der sich im ganzen Kloster ausbreitete, wie um die Wahrheit zu bekräftigen über das, was der Bruder gerade gesehen und gehört hatte.

Die herbeigerufenen Oberen liessen den Leichnam entfernen, weil sie ihn eines kirchlichen Begräbnisses unwürdig hielten. — Welche Tragik für den Verlorenen; es wäre so leicht gewesen, sich mit Demut und mehr Gottesliebe aus den Klauen Satans zu befreien. Aber zu spät!
Entsetzlich, wenn eine Seele dieses kurze und doch so schwerwiegende Wort ewig anklagend vor Augen haben muss! (Abschied vom Unglauben, Msgr. de Ségur)
Wer solchen Horror-Märchen auch nur einen Funken Glauben schenkt, ist selber schuld. Kein Wunder, dass dem Mittelalter, bei allen positiven Aspekten, auch der Geruch des Finsteren anhängt. Aber hallo, wir leben im 21. Jahrhundert!
@TraditionundKontinuität : tut mir Leid - aber bei Ihnen scheint wirklich Hopfen und Malz verloren zu sein!
Sie sind doch längst nicht mehr katholisch, oder waren es nie!
@matermisericordiae
Ich bin einfach normal katholisch. Ewas konservativ vielleicht, aber dies nur weil auch der kirchliche Mainstream nach links gerückt ist, und die Modernisten das Sagen haben. Ich weiß aber auch, dass die Grusel-Fantasie-Produkte, wie es sie früher leider gab, und die oft die Folge krankhafter Ängste oder gar Wahnvorstellungen waren, in den Seelen der Menschen unendlich viel …More
@matermisericordiae
Ich bin einfach normal katholisch. Ewas konservativ vielleicht, aber dies nur weil auch der kirchliche Mainstream nach links gerückt ist, und die Modernisten das Sagen haben. Ich weiß aber auch, dass die Grusel-Fantasie-Produkte, wie es sie früher leider gab, und die oft die Folge krankhafter Ängste oder gar Wahnvorstellungen waren, in den Seelen der Menschen unendlich viel Unheil angerichtet haben.
unkownzh
@Tradition und Kontinuität So jetzt zählen Sie mal Fakten in der Geschichte auf, welche Unheil anrichten für das Seelenheil. Ich sehe nur, dass mir sehr bewusst wird, dass wir KEINE Sakrilegien begehen dürfen. Die Geschichte ist sehr gut für das Seelenheil. Wenn Sie Angst als Unheil meinen, Jesus warnte vor der Hölle sehr oft sollte das auch aus der Hl. Schrift raus?
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unkownzh
@matermisericordia Danke fürs Reinstellen. Die Geschichte kannte ich von irgendwo anders, aber nicht so genau. Vielen Dank! Die Geschichte werde ich sehr gerne weitererzählen bei Gelegenheit.
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Für den "Normal Katholischen" gilt: Wirke Dein Heil mit Furcht und Zittern.
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@Eugenia-Sarto : Leider werden die "Normal"- Katholiken diese Aussage nie verstehen und entrüstet laut oder leise von sich weisen. Das passt doch nicht zu dem barmherzigen Gott!
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Pazzo
Min 5:15 Der Priester trägt permanent das Todeskleid, den schwarzen Talar. Er ist gestorben für diese Welt... Der weiße Kragen bedeutet, er lebt für den Himmel, er lebt schon für die andere Welt.
Sehr bedeutsam, wenn man diese Worte auf die heutigen modernistischen Priester anwendet!
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Lieber Pater Michael!
Die Geschichte um die "sprechende Leiche" dürfte wohl eindeutig der Legendensammlung eingereiht werden.
Meistens wird die "Bekehrung des Hl. Bruno" einem solchen Vorkommen zugeschrieben.
Aber die Geschichte taucht erst 150 Jahre nach dessen Tod auf - weshalb Papst Urban VIII. (1623-1644) sie aus dem Brevier entfernen ließ.
Es wäre übrigens auch Unsinn, für einen Verdammt…More
Lieber Pater Michael!
Die Geschichte um die "sprechende Leiche" dürfte wohl eindeutig der Legendensammlung eingereiht werden.
Meistens wird die "Bekehrung des Hl. Bruno" einem solchen Vorkommen zugeschrieben.
Aber die Geschichte taucht erst 150 Jahre nach dessen Tod auf - weshalb Papst Urban VIII. (1623-1644) sie aus dem Brevier entfernen ließ.
Es wäre übrigens auch Unsinn, für einen Verdammten Exequien abzuhalten.
Strenggenommen ist das sogar wider den Glauben!
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Aber: nix für ungut - ich bin für Ihre Predigten stets dankbar!!!
@Bethlehem 2014 Lieber Bethlehem 2014, danke für den Hinweis. Das mit den Exequien ist mir bei der Predigt so rausgerutscht, habe mir hinterher auch gedacht, dass es eigentlich nicht geht, die Beerdigungsgebete für einen Verdammten zu halten. Da gebe ich Ihnen Recht. Ich selbst kenne die Begebenheit nicht aus der Geschichte, sondern von dem berühmten Theaterstück Cenodoxus des Jesuiten Jakob …More
@Bethlehem 2014 Lieber Bethlehem 2014, danke für den Hinweis. Das mit den Exequien ist mir bei der Predigt so rausgerutscht, habe mir hinterher auch gedacht, dass es eigentlich nicht geht, die Beerdigungsgebete für einen Verdammten zu halten. Da gebe ich Ihnen Recht. Ich selbst kenne die Begebenheit nicht aus der Geschichte, sondern von dem berühmten Theaterstück Cenodoxus des Jesuiten Jakob Biedermann. Die Jesuiten haben mit ihren Theatern in der Barockzeit großartige Apostolatsarbeit geleistet. Manchmal gingen nach den Aufführungen nicht wenige Hofleute in jesuitische Exerzitien. Darf die Begebenheit auf Grund des großartigen Dichters P. Jakob Biedermann so stehen lassen? Nochmals herzlichen Dank!
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Lieber Pater Michael!
Wenn es nicht "Geschichte" ist im Sinne von "geschehen" - ich hab nichts gegen künstlerische Freiheit! Vor allem nicht, wenn sie zum Ziele führen: zu Gott!!!
Zu ihm führt doch letztlich alle Kunst: zum wahren und einzigen wirklichen Künstler!
Daß die "Exequien" ein "Versehen" waren, dachte ich mir schon...
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