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Die Stille Messe als liturgische Dekadenzerscheinung

Don Reto Nay bei der lockeren Fragerunde am Samstag abend, Gloria.tv-Pfingstseminar in Hohenfurth.
michael7
"Stille" ist im religiösen Sinn nicht einfach das Fehlen von Lärm oder "Informationsübertragung"  !
Es gibt auch die feierliche Stille, jene Stille, die der Mensch braucht, um sein Herz zu Gott zu erheben, die das Herz dann auch im Lärm für den Rest des Tages innerlich stärkt und friedvoll begleitet!
Ich kenne Menschen, die am Sonntag lieber die Stille Messe wählen als das Hochamt, …More
"Stille" ist im religiösen Sinn nicht einfach das Fehlen von Lärm oder "Informationsübertragung"  !
Es gibt auch die feierliche Stille, jene Stille, die der Mensch braucht, um sein Herz zu Gott zu erheben, die das Herz dann auch im Lärm für den Rest des Tages innerlich stärkt und friedvoll begleitet!
Ich kenne Menschen, die am Sonntag lieber die Stille Messe wählen als das Hochamt, weil diese Stille ihnen die Begegnung mit Gott erleichtert!
(In der "Neuen Messe" ist es ja kaum mehr still, manchmal erst, wenn das Mikrofon ausfällt, und auch dann klopft und springt man wieder herum . Hier müssen deswegen Momente der "Stille" nach der Predigt oder Kommunion eher künstlich eingeschoben werden).
Diese feierliche Stille, in der sich Gott offenbart, wird schon im Alten Testament thematisiert, wenn Elias z.B. erkennt, dass Gott nicht im Sturm, im Erdbeben oder im Feuer erscheint, sondern nur in einem leisen, zarten Säuseln (1Kön. 19,12).
Die Apokalypse des heiligen Johannes ist zwar gezeichnet vom Lärm des Kampfes zwischen Licht und Finsternis, wie auch vom Gesang der Engel und Heiligen. Doch auch sie kennt die Stille als Moment außergewöhnlicher Ereignisse, eine Stille, welche die Bedeutung des Geschehens nicht herabstuft, sondern erhöht: "Als das Lamm das siebte Siegel öffnete, entstand im Himmel eine Stille, wohl eine halbe Stunde lang" (Offb. 8,1), also in etwa so lange, als eine stille heilige Messe dauert!
Wir sollten auch daran denken, dass Maria und die Frauen und Jünger das Leiden Jesu unter dem Kreuz in Stille mitverfolgten, oder dass Gott z.B. in der Stille der heiligen Nacht hier auf Erden Mensch geworden ist.
Oder dass Gott in der feierlichen Stille der Nacht Abrahams Blick zum Sternenhimmel hinauflenkte und ihm die Menge seiner künftigen Nachkommen und damit die Erfüllung Seiner Verheißungen offenbarte (Gen. 15,5).
Die stille heilige Messe mag also ihren geschichtlichen Ursprung wohl auch darin haben, dass wegen der Menge der Priester nicht jeder sein eigenes "Hochamt" feiern, sondern nur auf einem Seitenaltar zelebrieren konnte.
Ihren geistlichen Wert besitzt sie aber auch so, gerade in unserer heutigen lärmerfüllten Zeit, in der viele Menschen auch außerhalb der Kirche "Stille" suchen, aber leider oft kaum finden, v.a. jene feierliche, heilige und friedenbringende Stille, die nur in der Begegnung mit Gott gefunden werden kann!
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sudetus
unmöglich, was er da mal wieder von sich gibt- er hat schon sehr verquere Ansichten !
Wieso denn? Die StilleMesse mag - wie alles in dieser trüben Welt - auch nicht ohne VorTeile sein, aber generell ist sie wirklich eine DePrivation.
Ursprünglich gab es überhaupt nur die BischofsMesse (1 Messe an 1 Altar mit 1 Bischof in 1 Stadt; in GrossStädten WortGottesDienst plus AusTeilung der Hl.Kommunion des Bischofs durch Presbyter in StadtTeilZentren), welche dann zur PriesterMesse …More
Wieso denn? Die StilleMesse mag - wie alles in dieser trüben Welt - auch nicht ohne VorTeile sein, aber generell ist sie wirklich eine DePrivation.
Ursprünglich gab es überhaupt nur die BischofsMesse (1 Messe an 1 Altar mit 1 Bischof in 1 Stadt; in GrossStädten WortGottesDienst plus AusTeilung der Hl.Kommunion des Bischofs durch Presbyter in StadtTeilZentren), welche dann zur PriesterMesse ausgeweitet ward.
sudetus
Lieber Salzburger ! sie haben die hl. Messe nicht verstanden, leider !
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martin
Don Reto hat vollkommen recht! Ich will die stille Messe nicht schlecht reden. Es gibt sie nun mal und man kann die Uhr nicht zurückdrehen. Dennoch, ich mag auch manchmal die stille Messe, aber eine richtige Sonntagsmesse/gregorianik/ etc.. Das ist die Basis !
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Wieso die Basis? Ist denn die stille Messe nicht eine wirklich tiefe innige Messe, an der alles vollkommen ist? Wäre es nicht so, dann hätten die früheren Päpste sie gar nicht erlaubt.
Ich werde einen Priester der Tradition fragen.

Wie war es denn im Abendmahlssaal am Gründonnerstag, als Jesus seinen Aposteln zum ersten Mal seinen Leib und sein Blut gab. Es war innig und trostreich, aber nicht …More
Wieso die Basis? Ist denn die stille Messe nicht eine wirklich tiefe innige Messe, an der alles vollkommen ist? Wäre es nicht so, dann hätten die früheren Päpste sie gar nicht erlaubt.
Ich werde einen Priester der Tradition fragen.

Wie war es denn im Abendmahlssaal am Gründonnerstag, als Jesus seinen Aposteln zum ersten Mal seinen Leib und sein Blut gab. Es war innig und trostreich, aber nicht hochfeierlich wie ein Sonntagshochamt.
Der Ordo servandus per sacerdotem in celebratione Missae sine cantu et ministris („Ordnung, einzuhalten vom Priester bei der Feier der heiligen Messe ohne Gesang und Diener“) Burckards wurde zur Grundlage des de.wikipedia.org/wiki/Messbuch, des im Auftrag des Konzils von Trient unter Papst Pius V. 1570 erschienenen verbindlichen Messbuchs für die ganze Kirche des römischen Ritus. Diese Miss…More
Der Ordo servandus per sacerdotem in celebratione Missae sine cantu et ministris („Ordnung, einzuhalten vom Priester bei der Feier der heiligen Messe ohne Gesang und Diener“) Burckards wurde zur Grundlage des de.wikipedia.org/wiki/Messbuch, des im Auftrag des Konzils von Trient unter Papst Pius V. 1570 erschienenen verbindlichen Messbuchs für die ganze Kirche des römischen Ritus. Diese Missa lecta (weil sine cantu, „ohne Gesang“) blieb ohne wesentliche Änderungen bestimmend bis zur 1963 beschlossenen Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils. In diesem Messordo, einer reinen „Klerusliturgie“, spielen die Mitwirkung der Gemeinde genauso wenig eine Rolle wie die Gesänge des Chores, und auch die Funktionen assistierender Kleriker erscheinen als Zutat zu einer im Grunde „stillen“ Messe des einzelnen Priesters. Die Grundform der „stillen Messe“ bekam sonntägliches „Hausrecht“ auch am Hochaltar der Pfarrkirchen, was ihr anfangs verwehrt war.de.wikipedia.org/wiki/Stille_Messe

nach Wikipedia
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Die Stille Messe ist wie ein Wunder. Auch betont sie den Opferpriester, der sachlich die heiligen Handlungen vollzieht. Der einfache Gläubige folgt andächtig und meditativ, kann seine Sorgen mit Gott verbinden, wird nicht genötigt, aufzustehen, sich wieder hinzusetzen oder Antworten zu singen - so schön das alles im Hochamt ist. Auch das persönliche stille Rosenkranzgebet, besonders des …More
Die Stille Messe ist wie ein Wunder. Auch betont sie den Opferpriester, der sachlich die heiligen Handlungen vollzieht. Der einfache Gläubige folgt andächtig und meditativ, kann seine Sorgen mit Gott verbinden, wird nicht genötigt, aufzustehen, sich wieder hinzusetzen oder Antworten zu singen - so schön das alles im Hochamt ist. Auch das persönliche stille Rosenkranzgebet, besonders des schmerzhaften, aber auch des glorreichen, würde an Werktagen gut zur hl. Messe passen. Wer öfters hintereinander eine Stille Messe besucht, legt bald den Schott beiseite und schaut!
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Ganz genau: Schauen!
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Sie ist sowieso ein grosses Wunder. Und man erlebt es eben ganz besonders in der stillen Messe, in der es keine Ablenkungen gibt.
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Waagerl
Die stille Messe und die byzantinische Messe stehen sich nicht entgegen, Denn nicht alle Gehirne sind gleichgeschaltet. Während der eine in der Stille in sich gehen kann, spürt der andere mehr, in der aktiven Messse, wenn er nicht so konzentrationsfähig ist! Weil, wenn, aber, oder..!
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Ein kurzes Gebet kann sehr tief und feurig sein, ein langes Gebet kann oberflächlich und zerstreut sein. Ich würde hier nicht vergleichen.
Ob objektiv die stille Messe wirklich weniger Qualität hat als ein feierliches Hochamt, das würde ich gern wissen.
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Waagerl
Sie sagen, es @Eugenia-Sarto, Kann! Aber muss nicht!

Kennen Sie die Befindlichkeiten der Menschen? Wir klopfen auf unsere Traditionen. Die Byzantiner auf ihre.

Wenn mir der Sinn steht nach Stille, gehe ich in die Stille! Habe aber auch gregorianische, lateinische Messen, Rosenkränze auf Cd oder byzantinische Lieder. Weihnachtschöre z. Bsp.
Waagerl
Ich habe keine Bruderschafften in meiner Nähe und muss es deshalb nehmen wie es kommt!
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kathvideo
Don Reto zeigt liturgiegeschichtliche Zusammenhänge auf, welche den Wert der "stillen Messe" nicht reduzieren können! Das Wort "Dekadenz" hätte er besser vermieden.
sudetus
die stille Messe ist etwas ganz herrliches, ich bevorzuge sie, auf jeden Fall. Wer sie "minderwertig" findet, hat absolut nichts verstanden und irrt ganz gewaltig !
Ich bevorzuge sie auch. Ob wir damit aber Recht haben in unserem Urteil, weiss ich nicht.
Ottaviani
der hw Herr spinnt sich die Welt zusammen
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Gerontius
In einem Gespräch mit Professor Walter Hoeres eröffnete dieser mir, daß er die stille heilige Messe in besnoderem Maße schätze weil sie ihm erlaube, sich geistig ungesört in das Geschehen zu vertiefen. Dieser Mann hatte wohl ein tieferes Verständnis als der Priester Don Reto Nay.
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Mir geht es auch so, dass ich in der stillen Messe viel besser innerlich beten kann, mich vertiefen kann in die Geheimnisse oder aber vertraulich dem Heiland mein Herz öffnen kann.
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Ich liebe die stille Messe besonders. Bin ich deshalb dekadent?
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Nicolaus
Aber so hat er es doch nicht gemeint. Ich stelle es mir auch vor wie eine Speise fuer die Seele, das kann nun ein grosses Mahl mit mehreren Gängen sein oder eher eine kürzere Mahlzeit.
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Der wichtigste Teil der HL. Messe ist die Wandlung, also die Gegenwärtigsetzung des Kreuzesopfers Jesu und die ist in der
Stillen Hl. Messe genauso enthalten und gültig wie in einem
feierlichen Hochamt. Außerdem ist ein Priester verpflichtet, (möglichst) täglich zu zelebrieren.
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Ottaviani
@RupertvonSalzburg das stimmt so nicht wird nur vom CIC von 1917 empfohlen täglich zu zelebrieren der CIC von 1983 empfiehlt noch deutlicher
aber es besteht keine Verpflichtung
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Nicolaus
Ohne Volk, also wenigstens ein Ministranten, dürfte der Priester manchmal gar nicht, Charles de Fauculd, Weiss nicht, wie man ihn richtig schreibt, hat sehr darunter gelitten.
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..., möglichst täglich als Pflicht, das ist schwer umzusetzen.
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Lutrina
@Nicolaus: nach dem neuen Kirchenrecht darf der Priester sehr wohl alleine die Hl. Messe feiern.
Der Priester bringt so oder so das Hl. Meßopfer ganz alleine dar.
Es braucht keine Laien dazu!
michael7
@Lutrina: Nach den überlieferten Vorschriften der Kirche durfte der Priester nicht für sich ganz allein zelebrieren, wie oben am Beispiel von Charles de Foucauld dargestellt wurde. Die hl. Messe ist nämlich nicht eine Privatsache des Priesters, sondern eine Handlung, in der sich die Kirche in Christi Namen unter Seinem Kreuz versammelt und so auch in Gemeinschaft an Seinem Opfer teilhaben soll.
michael7
@RupertvonSalzburg:
In früheren Zeiten gab es an vielen Kirchen sehr viele Priester. Vorgeschrieben war deshalb nur, dass ein Priester zumindest vier Mal im Jahr selbst zelebrieren muss, wenn auch die tägliche Zelebration als wünschenswert galt!
Die Stille Messe ist keine Dekadenzerscheinung, sondern eine wunderbare Form der täglichen Zelebration, welche die Ehre Gottes, die Frömmigkeit des Priesters und die Erbauung der Gläubigen fördert! Das ist ja gerade der "Vorteil" der röm. Liturgie, daß sie Abstufungen der Feierlichkeit kennt, vom päpstlichen Hochamt (seit Paul dem Schlechten verschwunden) bis über das Pontifikalamt, levitierte …More
Die Stille Messe ist keine Dekadenzerscheinung, sondern eine wunderbare Form der täglichen Zelebration, welche die Ehre Gottes, die Frömmigkeit des Priesters und die Erbauung der Gläubigen fördert! Das ist ja gerade der "Vorteil" der röm. Liturgie, daß sie Abstufungen der Feierlichkeit kennt, vom päpstlichen Hochamt (seit Paul dem Schlechten verschwunden) bis über das Pontifikalamt, levitierte Hochamt, Amt, Betsingmesse und eben stille Messe des Priesters. So kann das hl. Opfer anlaßgemäß überall gefeiert werden, vom Petersdom bis zum einfachen Feldaltar in der Mission. Die Rechnerei Don Retos ist absurd: 5 hll. Messen à halbe Stunde haben natürlich einen unendlich höheren Wert als eine feierliche Liturgie, die 3 1/2 Stunden dauert. Jede gültige hll. Messe hat einen unendlichen Wert!
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Moselanus
Die stille Messe ist praktisch die Grundform, die der Zelebrant beherrschen muss, um auch alle feierlichen Formen praktizieren zu können. In diesem Sinne ist sie rituell grundlegend und zugleich zeremoniell am stärksten reduziert. So würde ich das formulieren.
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