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Heilige Messe in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus missa cantata - Amt Pfarrkirche Penzing St. Jakob Sonntag, 18 Uhr 30 Einwanggasse 30a 1140 Wien missa lecta - stille Messe Rochuskap…More
Heilige Messe in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus

missa cantata - Amt
Pfarrkirche Penzing St. Jakob
Sonntag, 18 Uhr 30
Einwanggasse 30a
1140 Wien

missa lecta - stille Messe
Rochuskapelle Pfarre Penzing St. Jakob
Dienstag und Donnerstag, 18 Uhr 30
Penzingerstraße 70
1140 Wien

www.tradiwaberl.com
maranatha
Zu "Mitte", Maßhalten usw.

All das gehört ja in den Bereich "Askese", vereinfacht gesagt, den Teil/ Abschnitt des Weges der Läuterung, wo der Mensch selber, "aktiv", an seiner Läuterung "arbeitet" (auch wenn das selbstverständlich auch schon "Mitarbeiten mit der Gnade Gottes ist"; aber das ist ja logisch).

Und das (das "Aktive") ist der Anfang des geistlichen Reifungsweges, im Bereich …More
Zu "Mitte", Maßhalten usw.

All das gehört ja in den Bereich "Askese", vereinfacht gesagt, den Teil/ Abschnitt des Weges der Läuterung, wo der Mensch selber, "aktiv", an seiner Läuterung "arbeitet" (auch wenn das selbstverständlich auch schon "Mitarbeiten mit der Gnade Gottes ist"; aber das ist ja logisch).

Und das (das "Aktive") ist der Anfang des geistlichen Reifungsweges, im Bereich des Gebetes und ebenso bzgl. der Läuterung.
Wie im Gebetsleben, so ist es auch mit der Läuterung: Am Anfang überwiegt deutlich das, was der Mensch selber, "aktiv", machen kann (und auch soll).
Im Gebetsleben: Die ersten Gebetsstufen: Mündliches Gebet, Betrachtung, Affektives Gebet, ja, das "macht" der Mensch selber, da betet der Mensch selber, "aktiv". Während die höheren Gebetsstufen, die Beschauung, die Mystische Vereinigung usw. der Mensch "passiv" erlebt, von Gott gewirkt.
Und so ist es auch mit der Läuterung. Am Anfang (des geistlichen Reifungsweges) steht die "Askese" im Vordergrund, also das, was der Mensch selber tun kann (und auch soll) im Blick auf seine Läuterung.

Aber - wie beim Gebetsleben, so auch beim Läuterungsprozess - das, was der Mensch selber, was er aktiv tun kann (und soll), ist im Blick auf den GANZEN Weg/ Prozess "wenig".
Auf die Läuterung bezogen: Der "aktive Part" (Askese) ist im Grunde nur a bissl Putzen der Schale, a bissl "Vorbereitung des Eigentlichen"...
Die eigentliche und tiefgreifende Läuterung und schlussendlich die "Umgestaltung in Christus" (die im Bild der "Inneren Burg" von Teresa v. Avila in der 5. Wohnung beginnt, eben mit dem Beginn des mystischen Lebens), wirkt Gott, geschieht also vom Menschen aus gesehen "passiv".

Wieder aus dem Stichwortregister zur "Lebendigen Liebesflamme":

"Läuterung(sprozeß) meint den inneren Befreiungsprozeß, der den Menschen nach und nach in allen Bereichen seines Wesens für die Gotteinung bereitet, ihn für die Liebe Gottes öffnet und von allem heilt, was der Entfaltung seiner Liebesfähigkeit im Wege steht.

Der ungeläuterte Mensch ist unfähig, absichtslos (= rein) zu lieben; er sucht nicht nur das Du Gottes oder des geliebten Menschen, sondern unbewußt auch immer sich selbst.

Der Läuterungsprozeß hat eine aktive und eine passive Seite:
Der entscheidende Teil der Läuterung geschieht passiv, d.h. ohne das Zutun des Menschen, denn letztlich ist es die bereits im Menschen wirkende Liebe Gottes, die ihn läutert und nach und nach zur selbstlosen Liebe befähigt; allerdings hat der Mensch die Aufgabe, diesen Prozeß bewusst zuzulassen und aktiv mitzuvollziehen, d.h. alles loszulassen und zurückzustellen, was ihn nicht zu Gott führt.

Im engeren Sinn wird die Phase der Läuterung gegen die späteren Phasen der Erleuchtung und Gotteinung abgehoben, doch ist es zutreffender, zu sagen, dass der ganze Weg des Menschen ein Läuterungsprozeß bzw. ein Weg der Erleuchtung und progressiven Gotteinung ist, in dessen späteren Phasen immer mehr die Früchte dieses Weges zum Tragen kommen.
"
Heine
Raphael
@Yohanan,Monika Elisabeth
Andererseits (wenn schon griechische Philosophen bemüht werden)sagt Aristoteles :"Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile!"
Monika Elisabeth
Also zum Beispiel ein Glas Wein am Sonntag zu trinken und nicht gleich eine ganze Flasche.

das Beispiel finde ich köstlich ... aber ist es dann extrem, wenn man statt der Flasche und dem Glas Wein gar keinen Wein trinkt?

Ich denke wenn man von dieser Mitte ausgeht, gehört da sehr sehr viel Unterscheidungsvermögen hinzu. Man muss stets differenzieren, abwägen ect.
Yohanan
In der Tradition der grieschischen Philosophie ist die Mitte der Ausgleich von Extremen, das Meiden der Extreme. Also zum Beispiel ein Glas Wein am Sonntag zu trinken und nicht gleich eine ganze Flasche.

Der heilige Benedikt hat mit den Ausführungen seiner Regel die römisch-kath. Auffassung vom Maßhalten im Besonderen geprägt.
Monika Elisabeth
Zuerst muss der Mensch sich selber annehmen und zwar als von Gott gewollt und geliebt und als das, was er in Wirklichkeit ist.

Man muss aufpassen, dass man nicht zu den Leuten gehört, die das Himmelreich mit Gewalt an sich reißen möchten.

Was ist denn die Mitte?
Yohanan
@maranatha
vielen Dank für die Nachweise aus der Schrift und der Tradition, unserer heiligen Kirchenlehrer. Sehr wertvoll!

Übrigens ist für den heiligen Apostel Paulus das Heiligkeitsgebot aus Levitikus immer der Subtext seiner Ausführungen über die Heiligung des christlichen Lebens. Nach seinem Glauben verkündeten Moses und die Propheten ja schon die Frohe Botschaft, das Evangelium. Diese …More
@maranatha
vielen Dank für die Nachweise aus der Schrift und der Tradition, unserer heiligen Kirchenlehrer. Sehr wertvoll!

Übrigens ist für den heiligen Apostel Paulus das Heiligkeitsgebot aus Levitikus immer der Subtext seiner Ausführungen über die Heiligung des christlichen Lebens. Nach seinem Glauben verkündeten Moses und die Propheten ja schon die Frohe Botschaft, das Evangelium. Diese Auffassung ist ein wichtiges Fundament, auf dem wir die Einheit des Alten mit dem Neuen Testament ermessen können. Die christliche Botschaft erhält dadurch ihre außerordentliche Tiefe und Weite. Die Wortmächtigkeit unseres heiligen Lehrers Paulus ist daher ein besonderes Geschenk des Herrn aus der allerersten Frühzeit unserer heiligen Religion.
maranatha
Lev 11,44:
"...seid heilig, denn Ich bin heilig"

Wenn Gott "heilig" ist, dann hat Heiligkeit (alias "Vollkommenheit") also zu tun mit Gott-ähnlichkeit, meint also die sog."Gleichgestaltung mit Gott".

Eph 4,13:
"...damit wir zum vollkommenen Menschen werden und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen".

Aus dem Anhang zu Johannes v. Kreuz: Lebendige Liebesflamme (Herder spectr…More
Lev 11,44:
"...seid heilig, denn Ich bin heilig"

Wenn Gott "heilig" ist, dann hat Heiligkeit (alias "Vollkommenheit") also zu tun mit Gott-ähnlichkeit, meint also die sog."Gleichgestaltung mit Gott".

Eph 4,13:
"...damit wir zum vollkommenen Menschen werden und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen".

Aus dem Anhang zu Johannes v. Kreuz: Lebendige Liebesflamme (Herder spectrum, Band 5049):

"Vollkommenheit als Ziel des spirituellen Weges ist gleichbedeutend mit der tiefsten Gotteinung bzw. Gleichgestaltung mit Gott, die in diesem Leben möglich ist; der Mensch wird 'Gott durch Teilhabe'. Dieses Stadium bezeichnet Johannes vom Kreuz auch als geistliche Vermählung. Seine letzte Vollendung findet dieser Prozess allerdings erst nach dem Tod.
Die fortschreitende Gotteinung wirkt sich zwar auch auf der moralischen Ebene, d.h. im konkreten Verhalten des Menschen aus, doch ist mit Vollkommenheit primär nicht die moralische, sondern die existentiell-geistige Ebene gemeint.
"

...aber letzteres ist eben nicht allen klar. Und so sagt Johannes Tauler zu Recht:
"Viele Menschen wissen nichts vom inneren Menschen und legen ihre ganze Frömmigkeit in äußere Werke."

...und das auch noch in frommer Eigen-regie, statt im Horchen und Ge-horchen auf Gott hin...
Wo doch der Gehorsam ein "Wesensmerkmal" Jesu Christi (...in den der Mensch sich ja "umgestalten lassen soll") gewesen ist...

"Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat",
"Er war gehorsam, gehorsam bis zum Tod am Kreuz. DARUM hat Gott ihn über alle erhöht..."

Und so werden die Lehrer des geistlichen Lebens auch nicht müde, vor der Gefahr des frommen Aktivismus (im Beten wie im Sprechen u. Handeln), des frommen "Rumfuhrwerkens" (P. Buob) in Eigenregie, zu warnen.

"Eindringlich warnt er (Johannes v. Kreuz) vor der Gefahr des Aktivismus, der dem Tun die Priorität vor dem Sein einräumt und oft genug eine Flucht ist vor der eigentlichen Lebensaufgabe, der Umgestaltung in Christus."

...so G. Benker OCarm. in seiner Beschreibung des Geistlichen Reifungsweges.
Der ganze Text findet sich hier: Der geistliche Reifungs- und Umgestaltungsprozess
DoctorAngelicus
Der Hl. Josemaría Escrivá nannte es "Heiligung des Alltags", Teresa von Avila sprach von der Gottesbegegnung "zwischen den Kochtöpfen".
pina
pater kentenich nannte das werktagsheiligkeit--
Yohanan
Der Weg zur Heiligkeit, ist der Weg den wir gehen sollen, das ist der Weg des Christseins. Alle christlichen Lehrer, voran der Heilige Paulus weisen uns immer darauf hin. Aber es ist die Frage, was Heiligkeit wirklich ist. Es ist nicht einfach so, dass wir es nur härter versuchen müssen, geistlicher und besser zu sein, asketisch und entbehrungsreich zu leben.

Nein, auf diese Weise, indem wir …More
Der Weg zur Heiligkeit, ist der Weg den wir gehen sollen, das ist der Weg des Christseins. Alle christlichen Lehrer, voran der Heilige Paulus weisen uns immer darauf hin. Aber es ist die Frage, was Heiligkeit wirklich ist. Es ist nicht einfach so, dass wir es nur härter versuchen müssen, geistlicher und besser zu sein, asketisch und entbehrungsreich zu leben.

Nein, auf diese Weise, indem wir uns besonders kasteien, wird nur der Satan größere Angriffspunkte haben, und es wird wahr, dass ein solcher Weg zur Heiligkeit äußerst gefährlich wird und das Abstürzen wahrscheinlich macht.

Heiligkeit ist die Teilhabe an der Heiligkeit Gottes. Und wie haben wir an ihr Teil? Indem wir unser Tun, unsere Wege in Frage stellen und sie von Gottes Gnade und Gebot beleuchten lassen. Seinen Wegen und Geboten zu folgen, das ist der Weg der Heiligkeit. In erster Linie also die Nächstenliebe, denn das ist es auch, was wir täglich an Gott beobachten: Er läßt die Sonne über alle, gerechte und ungerechte Menschen scheinen.
Claudine
nun, das mit der Mitte kann ich nicht vollinhaltlich unterschreiben. Das kann auch schnell zur Lauheit führen.

Aber freilic, wirklich "extreme" Heilige sind wohl tatsächlich eher zu bewundern als nachzuahmen. Ich kann zB auch nicht wie der Hl. Pfarrer von Ars mit ein paar schimmligen Kartoffeln in der Woche auskommen...

Und, ehrlich gesagt, ist man heute sicher auch nicht in der Mitte, wenn …More
nun, das mit der Mitte kann ich nicht vollinhaltlich unterschreiben. Das kann auch schnell zur Lauheit führen.

Aber freilic, wirklich "extreme" Heilige sind wohl tatsächlich eher zu bewundern als nachzuahmen. Ich kann zB auch nicht wie der Hl. Pfarrer von Ars mit ein paar schimmligen Kartoffeln in der Woche auskommen...

Und, ehrlich gesagt, ist man heute sicher auch nicht in der Mitte, wenn man etwa in der Öffentlichkeit ohne Umschweife seinen Glauben bekennt.

Ansonsten ziemt es sich natürlich für einen Laien, ganz normal sein Familienleben zu leben und sich dort zu heiligen.
HerzMariae
Die Tradiwaberl-Impulse regen wirklich zum Nachdenken an. Jeden Tag ein Gewinn.
pina
auch mein weg,auch wenn ich keine familie habe.lieben gruß
Yohanan
Liebe Pina, mir scheint, dass einen das geistliche Leben flieht, wenn man sich ihm radikal verschreibt. Mein Ideal ist der Weg der Mitte, den schon die Alten priesen, das sowohl als auch, gewissermaßen das Leben des bewußt Getauften in der Welt, mit Arbeit und Familie, eben ganz normal, mittig. Für mich ist das in erster Linie der Weg der Bibel, der Weg der Weisheit, des Alltags.
Herzliche Grüße …More
Liebe Pina, mir scheint, dass einen das geistliche Leben flieht, wenn man sich ihm radikal verschreibt. Mein Ideal ist der Weg der Mitte, den schon die Alten priesen, das sowohl als auch, gewissermaßen das Leben des bewußt Getauften in der Welt, mit Arbeit und Familie, eben ganz normal, mittig. Für mich ist das in erster Linie der Weg der Bibel, der Weg der Weisheit, des Alltags.
Herzliche Grüße zum dritten Fastensonntag, nahe der Mitte der 40 Tage!
pina
ja,yohanan,das innerliche leben im kloster.....wenn es säkularisiert wird,dann schleichen sich auch säkulares verhalten ein,das man aber nicht kennt und dann falsch auslebt...aber kann der abt in das herz seiner mönche blicken??? aber mich wundert nichts mehr,wenn ich an das buch von veronika peters...was in zwei koffer passt...denke...da lebte eine junge frau 10 jahre im kloster,ohne den …More
ja,yohanan,das innerliche leben im kloster.....wenn es säkularisiert wird,dann schleichen sich auch säkulares verhalten ein,das man aber nicht kennt und dann falsch auslebt...aber kann der abt in das herz seiner mönche blicken??? aber mich wundert nichts mehr,wenn ich an das buch von veronika peters...was in zwei koffer passt...denke...da lebte eine junge frau 10 jahre im kloster,ohne den geringsten geistlichen gewinn ,immer nur auf der suche....die letztendlich aus dem kloster führte..........hier sind fragen offen,wie: wie soll das geistliche leben aussehen?? es muss sich in den geistlichen menschen integrieren---ansonsten bleibt alles außen vor und dem tor der sünde ist weit geöffnet----so geschehen nicht nur in ettal--viele geistliche gemeinschaften bedürfen einer neuorientierung,einer geistlichen verfestigung-----nicht einer weiteren modernisierung.
Yohanan
Lasst uns doch die profetische Kritik am Gottesdienst bemühen. In dieser Richtung muss man auch den Klerikern sagen, dass sie selbstkritisch sein sollten und sich immer die Frage vorlegen sollten, ob sie auch ehrlich und wirklich das sind als was sie erscheinen. Auch in der richtigen Zeremonie schleicht sich nämlich gerne Heuchelei ein. Daher ist es entscheidend wichtig für das geistliche Leben, …More
Lasst uns doch die profetische Kritik am Gottesdienst bemühen. In dieser Richtung muss man auch den Klerikern sagen, dass sie selbstkritisch sein sollten und sich immer die Frage vorlegen sollten, ob sie auch ehrlich und wirklich das sind als was sie erscheinen. Auch in der richtigen Zeremonie schleicht sich nämlich gerne Heuchelei ein. Daher ist es entscheidend wichtig für das geistliche Leben, immer sich als lernend und dabei selbstkritisch vor Gott zu verhalten.

Gefährlich ist es, nur die Traditionstexte vorzutragen und zu rezitieren ohne sich lernend zu bemühen, sie ständig innerlich und in gemeinschaft kommentierend zu verarbeiten, damit diese heiligen Texte wirklich in dein Herz hier und jetzt hinabsinken und Platz nehmen.

Was wir gegenwärtig in Ettal mitbekommen ist aus meiner Sicht auch ein tiefes Versagen der Seelsorge und der geistlichen Führung der Mönche durch den Abt. Wurden hier die Gebete nur noch heruntergeleiert und nicht mehr ins Leben hinein geführt?
a.t.m
Alfons maria stickerl: wie die meisten Beiträge von Tradiwaberl auch seine Videos nicht nur die Beiträge über die außerordentliche Messe. Denn die Beiträge von Tradiwaberl laden zum Nachdenken ein.
Möchte mich Raphael anschliessen:

Wir wollen eine schriftliche Sammlung der Tradiwaberl Aphorismen!

Der heutige Beitrag ist wieder grenzgenial (Grüße an Jonatan)