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Romano Guardini (München 1961)

Santiago74
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Film von Harald Witthöft, IWF (Göttingen) av.tib.eu/media/10579 Im Sommer 1960 erlangte das Institut für den Wissenschaftlichen Film die grundsätzliche Billigung des Aufnahmevorhabens durch Professo…More
Film von Harald Witthöft, IWF (Göttingen) av.tib.eu/media/10579 Im Sommer 1960 erlangte das Institut für den Wissenschaftlichen Film die grundsätzliche Billigung des Aufnahmevorhabens durch Professor GUARDINI. Mitte November empfing er den Sachbearbeiter zu einem vorbereitenden Gespräch in seiner Wohnung in München. Professor GUARDINI ließ sich ausführlich berichten, was die Filmdokumente bezweckten und wie sie angelegt seien. Als mögliche Äußerung vor der Kamera schlug er vor, über ein Thema zu sprechen, das sich ihm immer stärker als Kernproblem aufdränge: die Divergenz der technisch-wissenschaftlichen Entwicklung und der menschlichen Wohlfahrt. Er wolle ein Manuskript verlesen, das er für einen Rundfunkvortrag bereits vorbereitet habe. Die Aufnahme wurde für den 11. Januar 1961 vorgesehen. Die Aufnahme fand in der Wohnung Professor GUARDINIS statt. Es war das Arbeitszimmer gewählt worden, weil Professor GUARDINI diese Umgebung als die für ihn typischste empfand. Obwohl in einer — äußerst gemütlichen — Dachwohnung, waren die Räumlichkeiten für eine Aufnahme geeignet. Der Aufbau der Apparaturen vollzog sich zwischen 15:00 und 16:30 Uhr. Umstellungen im Zimmer nahmen wir nicht vor. Lediglich vom Schreibtisch wurden einige Bücherstapel herabgenommen, die das Blickfeld beherrscht und die Person verdeckt hätten. In den Bücherregalen im Hintergrund stellten wir einige Bände um, deren Rücken zu sehr reflektierten. Professor GUARDINI kam nur für kurze Zeit herein, um die Aufnahmegruppe zu begrüßen und einen Blick auf die Vorbereitungen zu werfen. Er zog sich dann wieder zurück, um bei der Arbeit nicht zu stören. Schriftwechsel, Protokolle usw., die diese Ausführungen belegen, sind im Institut für den Wissenschaftlichen Film vorhanden. Nach dem Abschluß der Vorbereitungen nahm Professor GUARDINI im Sessel hinter seinem Schreibtisch Platz und legte sich das Manuskript zurecht. Das Einschalten der Scheinwerfer rief bei ihm einen momentanen Schreck hervor: ob denn dieses Licht nötig sei, er komme sich vor „wie eine Ameise". Nach sehr kurzer Zeit jedoch hatte er sich an die Helligkeit gewöhnt und fühlte sich nicht mehr behindert. Unseren wenigen Wünschen entsprach Professor GUARDINI in jeder Weise: Sprechbeginn erst nach einem Kameraanlauf von ca. 3 Sekunden, Wiederholung des zuletzt geäußerten Gedankens nach jedem Emstellungswechsel, Blick in die Kamera. Über diese filmtechnisch erforderlichen Bitten hinaus wurden von Professor GUARDINI keine Rücksichtnahme oder besonderes Verhalten verlangt. Professor GUARDINI gab sich vor der Kamera in der gleichen Weise wie zuvor in den Gesprächen mit der Aufnahmegruppe. Nach der Formulierung des ersten Gedankens löste er sich vom Text, ohne jedoch zu improvisieren, und wurde in der Mimik lebhafter; unaufffällig markierte er für sich die Zeilen im Manuskript. Die Emstellungswechsel machten sich insofern störend bemerkbar, als Professor GUARDINI jeweils wieder einen kurzen Augenblick benötigte, um zu der alten Lebendigkeit zurückzufinden. Die Äußerungen Professor GUARDINIS wurden in drei Einstellungen aufgenommen. Die Arbeit beanspruchte ihn nicht über Gebühr; er schien in keiner Weise ermüdet. Während des beginnenden Abbaues der Geräte schaute sich Professor GUARDINI sehr interessiert die technischen Einrichtungen an und unterhielt sich mit dem Sachbearbeiter noch längere Zeit. Die Aufnahme dauerte von 16:30 bis 17:20 Uhr; der Abbau war um 18:30 Uhr beendet. Anwesend waren lediglich der Sachbearbeiter und das Kamerateam (Kameramann, Kameraassistent, Tontechniker). Vorliegende Fassung Für die Herrichtung der vorliegenden Fassung wurde das Ausgangsmaterial in seiner ganzen Länge verwendet. Nach dem Schnitt der Bildarbeitskopie und des synchron aufgenommenen Tones (perforiertes Magnetband) wurde der Ton auf ein Lichttonnegativ überspielt, das Bildnegativ gerichtet und von beiden eine kombinierte Normalfilmkopie (35 mm) ineiner Länge von 315 m und mehrere vorführfertige Schmalfilmpositive (16 mm) hergestellt. Restmaterial ist nicht vorhanden. Duplütate des Bild- und Tonnegativs sowie Photokopien der Aufnahmeberichte wurden dem Bundesarchiv in Koblenz übergeben. Wortlaut der Ausführungen von Professor Guardini: tib.flowcenter.de/…/G71.pdf
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