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Frage II

tradiwaberl
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Heilige Messe in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus missa cantata - Amt Pfarrkirche Penzing St. Jakob Sonntag, 18 Uhr 30 Einwanggasse 30a 1140 Wien missa lecta - stille Messe Rochuskap…More
Heilige Messe in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus

missa cantata - Amt
Pfarrkirche Penzing St. Jakob
Sonntag, 18 Uhr 30
Einwanggasse 30a
1140 Wien

missa lecta - stille Messe
Rochuskapelle Pfarre Penzing St. Jakob
Dienstag und Donnerstag, 18 Uhr 30
Penzinger Straße 70
1140 Wien

www.tradiwaberl.com
Iosephus Venator
Care Sestertiari,
vielen Dank für Ihre bedenkenswerten und kenntnisreichen Ausführungen. Sicher haben Sie Recht, was die Rolle der Priester betrifft. Auf einer Diskussion über die Folgen des Priestermangels in unser Diozöse, bei der ich auch zugegen war, war mit Ausnahme des Bischofs keiner der anwesenden fünf Priester als solcher zu erkennen; allesamt trugen sie "Zivilkleidung". Wie sollen aber …More
Care Sestertiari,
vielen Dank für Ihre bedenkenswerten und kenntnisreichen Ausführungen. Sicher haben Sie Recht, was die Rolle der Priester betrifft. Auf einer Diskussion über die Folgen des Priestermangels in unser Diozöse, bei der ich auch zugegen war, war mit Ausnahme des Bischofs keiner der anwesenden fünf Priester als solcher zu erkennen; allesamt trugen sie "Zivilkleidung". Wie sollen aber Leute das Problem lösen, von dem sie selbst ein Teil sind?
In seinem bekannten Buch "Gott existiert" schreibt André Frossard über gewisse ältere Frauen, die immer in den Kirchen anzutreffen waren:
"Da knieten sie, an ihre Betstühle geklammert wie an kleine Jakobsleitern, und ich sagte mir, daß ich es vielleicht der von solchen Frauen von Generation zu Generation aufrechterhaltenen Treue verdankte, zur gegebenen Stunde eine unversehrte Religion vorgefunden zu haben. Mich ergriff ein mächtiges Gefühl der Dankbarkeit ihnen und all jenen gegenüber, die den Glauben bewahrt hatten..."
Wie Frossard stamme auch ich aus einer atheistischen Familie mit entsprechender Erziehung und kam erst spät zum Glauben. Ich wünschte nur, ich könnte über die von mir vorgefundene Kirche dasselbe sagen wie Frossard.


Non praevalebunt...
Feanor
@Josephus Venator
Solange man im ordentlichen Ritus nicht einmal die Wandlungsworte korrekt hinbekommt (auch und gerade in den nichtexistierenden "ordentlich gefeierten"), bleibt da vieles im Argen.
Yohanan
Ich sage Ihnen, was so schlimm ist an der ordentlichen Messe!

Es ist gut und recht, dass der ordentliche Ritus die Leseordnung sehr ausgeweitet hat, insbesondere auf das Alte Testament.

ABER dieser Erweiterung, diesem Zuwachs an Bibel ist das Gravitationszentrum, das dieser Erweiterung ihren liturgischen Sinn geben würde: DIE EHRFÜRCHTIGE OPFERUNG, nicht nur des heilligen Kreuzesopfers, …More
Ich sage Ihnen, was so schlimm ist an der ordentlichen Messe!

Es ist gut und recht, dass der ordentliche Ritus die Leseordnung sehr ausgeweitet hat, insbesondere auf das Alte Testament.

ABER dieser Erweiterung, diesem Zuwachs an Bibel ist das Gravitationszentrum, das dieser Erweiterung ihren liturgischen Sinn geben würde: DIE EHRFÜRCHTIGE OPFERUNG, nicht nur des heilligen Kreuzesopfers, sondern in ihm die Selbstaufopferung jedes Getauften selbst.

Die lateinische Messe zelebriert diese OPFERUNG und bietet auch die Stille für die SELBSTAUFOPFERUNG. Ihre Lesungen reichen aus und sind ja essentiell im Heiligtum Israels verwurzelt. Jede Schriftbetrachtung wird das offenlegen.
sestertiarius
@josef Jäger: Zur ersten Frage: nichts. Die zweite Frage bedarf wohl einer gewissen Differenzierung: Außer ein paar verirrten Sedisvakantisten wird niemand ernsthaft behaupten, daß ein Ritus, der vom Heiligen Vater selbst zelebriert wird, ungültig sei. Wahr ist aber auch, daß der NOM teils gravierende Defizite im lehramtlichen Bereich transportiert (lex orandi = lex credendi), die nicht …More
@josef Jäger: Zur ersten Frage: nichts. Die zweite Frage bedarf wohl einer gewissen Differenzierung: Außer ein paar verirrten Sedisvakantisten wird niemand ernsthaft behaupten, daß ein Ritus, der vom Heiligen Vater selbst zelebriert wird, ungültig sei. Wahr ist aber auch, daß der NOM teils gravierende Defizite im lehramtlichen Bereich transportiert (lex orandi = lex credendi), die nicht unmaßgeblichen Anteil daran haben, daß es zur heutigen Kirchenkrise gekommen ist. Selbst wenn man davon absehen wollte, ist der NOM ein Elaborat von Schreibtischtätern, die diese Meßform einzig zu dem Zwecke schufen, daß Protestanten ohne Schwierigkeit daran teilnehmen können. Nun, dieses Ziel ist grandios verfehlt worden - ganz analog zu einem anderen Fall: Die "Einheitsübersetzung" der Hl. Schrift haben allein wir Katholiken an der Backe, kennen Sie eine protestantische Gemeinde, die sie benutzt? Hinzu kommt ein weiteres: Das Tridentinische Konzil hat jeden Ritus, der damals älter als 200 Jahre war, weiterhin erlaubt (dazu gehören etwa der dominikanische und der Mailänder Ritus). Diese Großzügigkeit und Achtung vor der Tradition haben die "Macher" des NOM wahrlich nicht bewiesen, im Gegenteil, sie haben darauf hingewirkt, daß mit teilweise brachialen Methoden - "Geschwisterlichkeit" im postkonziliaren Zeitalter - alles Alte ausgerottet wird (und glaubten, das Problem mit störrischen Ewiggestrigen werde sich alsbald auf biologische Art lösen - nächster Irrtum); es wird zwar heute bestritten, daß die tridentinische Messe je verboten wurde (einerseits eine dreiste Lüge, andererseits insofern korrekt, als ein solches Verbot nicht durch das Kirchenrecht gedeckt ist), DE FACTO jedoch war sie sehr wohl verboten, wenigstens bis zum Motu Proprio "Ecclesia Dei", das sich freilich in der Praxis als recht zahnlos herausgestellt hat (so daß "Summorum pontificum" notwendig wurde). Die Väter des Tridentinums hatten das Bestreben, gewisse Auswüchse, Uneinheitlichkeiten, Unklarheiten, die damals in der üblichen Liturgie bestanden, zu bereinigen, und haben eine universale - katholische - Form geschaffen, die trotz ihrer Knappheit (verglichen mit den orthodoxen Riten) ein Höchstmaß an dogmatischer Klarheit, Schönheit und Ehrfurcht vor dem Sakrament garantiert. Demgegenüber ist der NOM kein Fort-, sondern ein deutlicher Rückschritt in der liturgischen Entwicklung, es ist - auch wenn Papst Benedikt das so deutlich nie zugeben wird - schlichtweg ein Traditionsbruch geschehen (manche Tradis sprechen von Deform statt Reform). Die Mißbräuche, die wir zu beklagen haben, sind nichts weiter als eine logische Folge.

Eine mir reell erscheinende Antwort auf die Frage von Hochwürden Tradiwaberl (Erzbischof Haas - zum Beispiel - hat er anscheinend noch nicht fragen können) wäre diese: ANGST. Warum Angst? Das für die Mehrzahl der Geistlichkeit "Problematische" der tridentinischen Messe erschöpft sich ja nicht im liturgischen Bereich, es hängt noch viel mehr daran: die fleißige Spendung der Sakramente (Bußsakrament! Versehgänge!), die (auch mon)tägliche Zelebration der hl. Messe, das tägliche Breviergebet in der unverkürzten, lateinischen Fassung, regelmäßige Teilnahme an Exerzitien, das Tragen priesterlicher Kleidung und noch vieles andere. Mit anderen Worten: Die tridentinische Messe verlangt den ganzen Priester, der sich um ein demütiges, heiligmäßiges Leben bemüht. Ein solches Priesterbild ist vielen verhaßt. Es ist doch der wesentlich bequemere Weg, von den Gläubigen nichts zu fordern, damit sie vom Priester auch nichts fordern. Oder um mit einer Zote zu schließen: Der moderne Priester hat's gut - den ganzen Spaß und ohne Verpflichtung (Ehe).
a.t.m
@Iosephus Venator:Genau das ist es, denn besonders die Priester die nicht einmal mehr eine ordentliche "ordentliche Messe" feiern können oder wollen, sind am meisten gegen die "Heilige Opfermesse im außerordentlichen römischen Ritus.
Iosephus Venator
Was ist so schlimm an der Messe im außerordentlichen Ritus?
Nichts!
Was ist so schlimm an der Messe im ordentlichen Ritus?
Nichts, ...wenn sie denn ordentlich gefeiert wird.


Non praevalebunt...