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Defizite der neuen Messe

Gloria.tv
Interview mit dem emeritierten Mainzer Kirchenrechtler, Prof. Georg May, über Probleme mit dem neuen Meßbuch.

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schreiberling
@Picard:
Zur Leseordnung:
Ich denke jedenfalls, dass Defizite in der Leseordnung von zweitrangiger Bedeutung sind und man sehr wohl in erster Linie auf das Messordinarium schauen sollte.

Zum Karfreitag: Ich habe das Gebet jetzt noch einmal genauer unter die Lupe genommen: Es ist wahrsceinlich hart an der Grenze oder auch häretisch - ganz wie man es versteht.

Zu den Wandlungsworten:
Als man die falsche Formulierung wählte, dachte man, die Formulierung "für alle" brächte die Intention Christi … [More]
Sevoschu
Vielen Dank, Picard! Sehr aufschlussreich!
Picard
genaues Zitat Spaemann (zur Karfreitagsbitte f. d. Juden):

"...hinter diesem Text steht eine häretische Sicht"

(vgl. auch Diskusision hier: Pfarrer Buschor über Linzer Fronleichnam)

Wenn dem so ist, dann ist der Text als GOTT beleidigend abzulehnen - und die FSSPX hat dann damit völlig recht.
Picard
@schreiberling

zu "Opferungsgebeten" (heute "gabenbereitungs"-Gebete genannt):
Da wird der Sühnepfercharkater gar nicht mehr genannt - während er vorher absolut klar ausgedrückt wurde. Wie auch ander kath. Wahrheiten. Deshalb war Luther so gegen diese Offertoriumsgebete - und ganau deshalb sind sie abgeschafft worden.

zu Karfreitag: selbst wenn nur "grenzwertig" und "aus häretischem Geist" -- dann haben wir doch hier ein Problem der neuen Liturgie als solche (und nicht nur von Mißbräuchen)… [More]
schreiberling
@Picard: Die "gefälschten Wandlungsworte" würde ich nicht ausdrücklich als solche bezeichnen: Sie sind wohl aus dem Gedanken heraus entstanden, zu betonen, dass der Erlösungswille des Herrn alle Menschen umfasst. Dabei wurde leider die Betonung der freien Antwort des Menschen auf den Erlösungswillen Christi vernachlässigt.
Doch ich glaube nicht, dass das "für alle" einer häretischen Vorstellung (Allerlösungs-Irrlehre) entstammt.
Das "für alle" kann aber leicht auch im "häretischen Sinne" miss… [More]
pedro-y-pablo
Und noch einmal Georg May:

"Die Piusbruderschaft muss jetzt aus ihrer starren Haltung heraustreten und sich der Autorität des Papstes und der kirchlichen Rechtsordnung unterwerfen."
pedro-y-pablo
Nachfolgend ein Interviewauszug mit Professor May aus der "Mainzer Zeitung"...

"Ich bin ein Anhänger des recht verstandenen Zweiten Vatikanischen Konzils. Ich bin kein Lefebvrianer, kann die radikale Ablehnung der neuen Messe nicht akzeptieren, auch nicht die falschen Vorstellungen von Religionsfreiheit. Für mich ist der alte Ritus vielmehr eine wohltuende Ergänzung und eine gewisse Korrektur. Ich nehme auch an der neuen Messe teil."
pedro-y-pablo
Wer "bestimmt" eigentlich, was ein Defizit ist? Eine unübersehbare Anzahl von Gläubigen wird eine Vielzahl von "Defiziten" auch in der außerordentlichen Messe sehen...
Picard
@schreiberling:

Genau das ist ja das Problem: sie kann ordentlich gefeiert werden...

[wobei selbst das streng genommen nicht so stimmt - denn selbst wenn streng nach den Rubriken gefeiert, dann bleiben immer noch

- die gefälschten Wandlungsworte, die außer falsch [und lügenhaft, da sie etwas behaupten, was nicht wahr ist, nämlich der HERR habe gesagt: "...."] auch klar eine Irrlehre befördern, wie Prof May richtig darlegt,

oder - die Auslassung am Gründonnerstag und Fronleichnam aus dem … [More]
Yohanan
Die Messe von Maria Vesperbild ist offenbar eine Neue Messe, ganz von der Seite des außerordentlichen Ritus her aufgezogen. Damit ist doch deutlich, welch eine äußerst flexible Ordnung die neue Liturgie besitzt. Repräsentativ allerdings ist das nicht.

Die Neue Messe, die allenthalben bekannt ist, ist also die Form des liberalen Katholizismus hierzulande, der auch in seiner Heiligen Messe pastorale Versuche akzeptiert, die persönlichen Geschmack berühren, eklektisch mit der Tradition umgeht … [More]
pedro-y-pablo
Ich finde es schon interessant, wie die Community, die immer den Gehorsam gegenüber dem Hl. Vater und der Hl. Kirche einfordert, sich explizit gegen von diesen approbierte Texte ausspricht...
catharina
Nun ja, mit den dogmatischen Wahrheiten ist das so eine Sache. Prof. May hat gewiß recht, doch das Minimum ist vorhanden. Man müßte der Neuliturgi wohl mehr vom Liturgischen und Phänomenologischen, von der Ausdrucksgestalt her zu Leibe rücken. Also nicht nur Ottaviani und Bacci, sondern auch Gamber, Hildebrand, Spaemann, Ratzinger, Conrad.
schreiberling
Hoffentlich kommt es bald zur Reform der Reform!"Summorum Pontificum" war ein Schritt in diese Richtung.
Jedoch muss ganz klar gesagt werden: Die ordentliche Form der Hl. Messe kannGANZ GEWISSordentlich gefeiert werden! Dies geschieht auch in äußerst vielen Fällen - in vielen Pfarrkirchen!!!

Sehr traditionelle neue Messen gibt's in Maria Vesperbild.
Ich kann nur jedem grundsätzlich "NOM"-feindlichen Tradi empfehlen einmal dorthinzufahren:

Versus orientem, 1. Hochgebet in lateinischer Sprache (auch sonst viel Latein), nur knieende Mundkommunion, keine außerordentlichen Kommunionspender, Predigt von der Kanzel, usw....
Yohanan
Ich bin 45 Jahre und damit ein volles Kind der katholischen Reform nach VatII. Ich frage mich, mit welchem Recht hält man uns Kinder die volle katholische und apostolische Tradition vor. Eine Reform, die nicht apostolisch und katholisch zugleich ist, hat keine dauernde Legitimation. Nur in der Treue zum Überlieferten bewahren wir die Gemeinschaft der Kirche in der Katholizität (=Allumfassend), andernfalls zerfallen wir noch weiter in sich anfeindende Gruppen.

Ich appelliere an alle Gläubigen, … [More]