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Irapuato

Impuls der Woche - Herr, bleibe bei uns (6. Juni 2026)
Vor kurzem erzählte mir eine Jugendliche von einem Erlebnis, das sie sehr beeindruckt hat. Wie so viele junge Leute tat sie sich schwer mit der Kirche. Nicht nur mit Glauben und Lehre der Kirche, nein, auch mit den Gottesdiensten, den Andachten, kurzum mit dem katholischen Brauchtum insgesamt. Das sind doch alles alte Zöpfe, die abgeschnitten gehören, so ihre Meinung. Sie dachte sogar an einen Austritt aus der Kirche. Mit einer Freundin kam sie dann eines Tages darüber ins Gespräch. Diese nahm zwar nicht regelmäßig, aber wohl doch öfter an der Feier der hl. Messe am Sonntag teil und war auch gerne Teil der Kirche. „Warum also bleibst Du in der Kirche?“ – war denn auch ihre Frage an ihre Freundin. „Warum trittst Du nicht ganz einfach aus?“ Die Freundin gab ihr zur Antwort: „Warum soll ich denn nicht bleiben? Jesus bleibt doch auch!“ Damit hatte die junge Frau nicht gerechnet. Jesus bleibt doch auch! Eine Tatsache, die wir ganz selbstverständlich voraussetzen, wenn es in der Kirche wieder einmal zum Davonlaufen ist. Sicher: Jesus heißt auch nicht alles gut, was wir da so manchmal alles in der Kirche veranstalten. Aber er bleibt! Und dieses Bleiben Jesu in seiner Kirche ermöglicht es auch uns zu bleiben. Denn es ist seine Gegenwart, die uns hilft, auf mehr zu schauen als auf das, was uns gefällt oder missfällt. Jedenfalls fiel mir in diesem Zusammenhang wieder ein kleines Stoßgebet aus früheren Zeiten ein: Herr bleibe bei uns!, so lautet es. Und ich hab mir vorgenommen, es umzuwandeln in: Danke, Herr, dass Du bei uns bleibst! Ihr Rainer Woelki, Erzbischof von Köln

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