Wenn die Seele den Körper verlässt - Teil 3

Der Kreis der Irrungen

Die erste und schrecklichste Fegefeuerstufe ist der Kreis der Irrungen. In dieser Zeit kreist die Seele in der Nähe der Erde umher, hat aber keinerlei Berührungspunkte mehr mit ihr.

Sie weiß weder, was in der Vergangenheit mit ihr los war, noch was in Zukunft mit ihr geschehen wird, sie kennt nur so etwas wie eine geisterhafte, quälende Gegenwart. Ein Ende ihrer gegenwärtigen Qualen sieht sie absolut nicht. Sie versteht überhaupt nichts. Sie weiß nicht, was mit ihr geschieht, wofür, wo, und für wie lange ...

Manchmal trifft sie auf ganze Scharen von anderen, ihr feindlich gesinnten, ebenfalls umherirrenden Seelen, mit denen sie sich nicht verständigen kann, vor denen sie sich fürchtet, denen sie jedoch nicht ausweichen kann. Es gibt für sie weder Rast noch Linderung. Nur die ständige Bewegung - ziellos, rastlos - eine unaufhörliche Suche, ohne zu wissen, wonach, und der Gedanke, daß das, was ist oder vielmehr das, was nicht ist, immer so weitergehen kann.

Das einzige, was für sie existiert, ist das in völliger Einsamkeit gemarterte, verschreckte, verirrte Bewußtsein der eigenen Persönlichkeit, das kein Gefühl für Zeit und Raum hat und weder einen Sinn noch ein Ziel sieht. Es ist die ununterbrochene Suche nach einem entsprechenden Ort und gleichzeitig die ständige Unmöglichkeit, einen solchen Ort zu finden.

In diesem Kreis befinden sich noch einige der Häscher Christi, die nicht für ewig verdammt sind.

Aus: ath-zdw.ch/maria/besuche.html#4._Kapitel