Copertino

NIKOLAUS JOSEPH ALBERT VON DIESSBACH, SCHWEIZER OFFIZIER, KONVERTIT UND JESUIT


Derzeit bin ich am Sichten meiner Hausbibliothek. In meiner Sammlung befinden sich auch etliche Bücher, die ich erworben hatte, weil mich ihr handwerklich gut gemachter Einband beeindruckte. So bin ich heute auf ein kleinformatiges Buch mit Ganzledereinband und Rückenprägung gestossen, im Vorsatz ein hübsches Marmorpapier: "Le Solitaire Chrétien et Catholique", erschienen in Fribourg im Jahre 1778, also noch vor der Französischen Revolution. Als Verfasser wird "Nic. Jos. Albert de Diessbach" genannt.

Durch etwas Internet-Recherche habe ich mittlerweile in Erfahrung gebracht, dass jener de Diessbach eine aussergewöhnliche Persönlichkeit am Puls ihrer Zeit war; deshalb hier eine Kurzbiographie.

Diessbach, Nikolaus Joseph Albert von
(*15.02.1732 Bern; † 22.12.1798 Wien), Offizier, später Jesuit.
D. trat früh in den Dienst des Königs von Sardinien. Nach seiner Konversion zum Katholizismus bei den Jesuiten in Turin 1754 trat er nach dem Tod seiner Frau 1759 in Genua in den Jesuitenorden ein. 1764 wurde er zum Priester geweiht und wirkte in Italien und in der Schweiz als Volksmissionar, Prediger und Seelenführer.

Nach der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 war er wiederholt und ab 1790 bis zu seinem Tod in Wien. Hier wirkte er zunächst als Erzieher im Kaiserhaus und wurde bald Mittelpunkt eines kleinen Kreises glaubenseifriger Katholiken, zu denen Heinrich Freiherr von Penckler und Klemens Maria Hofbauer gehörten.

1778 gründete er zur Verbreitung des katholischen Schrifttums den Geheimbund „L’Amitié chretienne“ (Christliche Freundschaft). Im Kampf gegen den Josephinismus förderte er die katholische Restauration und durch seinen Schüler Klemens Maria Hofbauer wirkte er nachhaltig auf das katholische Leben Österreichs.

Schriften.: Le chrétien catholique inviolablement, attaché à sa religion, 3 Bde., Turin 1771; La voix du zèle, ebd. 1774; La piété forte, Freiburg/Schweiz 1777 (vielleicht mit s. Schüler D.G. Giulio); La solitaire chrétienne et catholique, ebd. 1778; Réflexions sur les ordres religieux, Paris 1789.

Mehr als durch die obige Kurzbiographie über diesen katholischen Konvertiten aus dem Calvinismus ist allerdings in diesem verlinkten Lebensbild zu erfahren. So liest man, dass er als zur katholischen Kirche konvertierter Schweizer Armeeoffizier nicht mehr in die Schweiz zurückkehren konnte, ohne seine Militärkarriere aufs Spiel zu setzen. 1755 entliess ihn das Schweizer Kriegsministerium. Allerdings ernannte ihn dann der König von Sardinien zum Kommandeur einer sardischen Kompanie und vertraute ihm seinen Sohn zur militärischen Ausbildung an.

Nach dem frühen Tod seiner Frau wurde er Jesuit und wirkte höchst erfolgreich als Missionar im Piemont und in der Schweiz. Er verstand es, die Herzen aller zu gewinnen, ohne Geld, ganz auf die Vorsehung Gottes vertrauend. In Wien inspirierte er Klemens Maria Hofbauer, der zum Apostel seiner Stadt wurde.

Diesbach starb im Alter von 66 Jahren in Wien aus ungeklärten Gründen, möglicherweise als Opfer eines Attentats. Feinde hatte er trotz seiner Bescheidenheit und Liebenswürdigkeit unter den radikalen Säkularisten des Josephinismus mehr als genug. Der Hl. Klemens Maria Hofbauer bezeichnete seinen Schweizer Freund als ausserordentlich gelehrt und von grosser Heiligkeit. Er galt in Wien als Heldengestalt des Priestertums und überragende Persönlichkeit.

Zurück zum Buch von Nikolaus Josef von Diessbach: Eine gute Gelegenheit, durch die Lektüre mal wieder mein Französisch aufzufrischen, und dabei dem ewigen Ziel einige Schritte näher zu kommen. Möge mir dabei der Autor bei GOTT ein guter Fürsprecher sein!

Nikolaus Joseph Albert von Diesbach – Wikipedia

Ausführliche Biographie:
From Swiss Army Officer to Jesuit Priest—The …
1881
pacem

Worum geht es genau in dem Buch?

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