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Evangelium Tag für Tag
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Evangelium Tag für Tag
Psalm und Lesungen des TagesHeilige des TagesGebete
22 Dezember
Texte vom 22. Dezember in der Adventszeit
Psalm und Lesungen des Tages
Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 1,46-56.
In jener Zeit sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehn.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen,
das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
Und Maria blieb etwa drei Monate bei Elisabet; dann kehrte sie nach Hause zurück.
Lektionar. Rechte: staeko.net
Ludolf von Sachsen (um 1300-1378)
Dominikaner, später Kartäusermönch in Straßburg
Das Leben Jesu Christi (ins Dt. übers. © evangelizo)
„Auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut“ (Lk 1,48)
Die Empfängnis unseres Herrn wurde vorabgebildet im brennenden Dornbusch, der brannte, ohne zu verbrennen (vgl. Ex 3,2). Denn Maria empfing ihren göttlichen Sohn, ohne ihre Jungfräulichkeit zu verlieren. Der Herr, der im brennenden Dornbusch gegenwärtig war, wohnte auch im Schoß Mariens. So wie er in den Dornbusch hinabgestiegen war, um sein Volk zu befreien und aus Ägypten herauszuführen, so ist er auch in Maria hinabgestiegen, um die Menschen zu erlösen und sie der Hölle zu entreißen. Gott hat, um unser Fleisch anzunehmen, unter allen Frauen einzig Maria auserwählt. Dies fand in Gideons Vlies (vgl. Ri 6,36f) sein Vorausbild. Denn so wie jenes Vlies als einziges vom himmlischen Tau getränkt wurde, während alle umliegenden Felder trocken blieben, so wurde auch Maria als einzige mit jenem göttlichen Tau erfüllt, dessen kein anderes Geschöpf auf der ganzen Welt für würdig befunden wurde. [...] Die Jungfrau Maria ist dieses Vlies, aus dem sich Jesus Christus eine Tunika geschaffen hat. Gideons Vlies empfing den Tau des Himmels, ohne beschädigt zu werden, und Maria empfing den Gottmenschen, ohne dass ihre Jungfräulichkeit beeinträchtig worden wäre. [...] O Jesus, Sohn des lebendigen Gottes, nach dem Willen des himmlischen Vaters bist du unter Mitwirkung des Heiligen Geistes aus dem Schoß des Vaters hervorgegangen, wie der verborgene Fluss aus dem Paradies der Wonnen hervorquillt. Du hast die Tiefen unserer Täler besucht und auf die Niedrigkeit deiner Magd geschaut. Du bist hinabgestiegen in den Schoß einer Jungfrau, wo du durch unaussprechliche Empfängnis dein sterbliches Fleisch angenommen hast. Ich flehe dich an, barmherziger Jesus: Gieße, um der Verdienste dieser Jungfrau, deiner Mutter, willen deine Gnade aus über mich, deinen unwürdigen Diener, damit ich dich innig ersehne, dich in dieser Liebe in mein Herz aufnehme und mit Hilfe dieser Gnade in guten Werken Früchte des Heils hervorbringe. Amen.
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