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simeon f.

Eine (nicht ganz so) kurze Begründung des Sedisvakantismus. (entnommen aus einem Diskussionsstrang an anderm Ort)

USER X: Wir müssen die Gemeinschaft mit dem Apostolischen Stuhl tief empfinden (sentire cum Ecclesia), sonst geraten wir schnell auf Abwege. Wenn Ihnen die Sache mit den Amazonas-Figuren nicht gefällt, muss (!) es immer noch so viele Gemeinsamkeiten mit den Heiligen Vater geben, ihm nicht das Katholischsein abzusprechen. Es ist noch nicht so lange her, da war es das reine Markenzeichen eines guten Katholiken, auf Rom und den Heiligen Vater stolz zu sein!

MEINE ENTGEGNUNG: Die Gemeinschaft mit dem Heiligen Stuhl hat ihre Grundlage in der Einheit. Es ist die Einheit in der Wahrheit, die Christus selber ist. Eine partielle Einheit ist keine Einheit. Da nun die Wahrheit eine Absolute ist, kann die Einheit in der Wahrheit auch nur eine Absolute sein. Auch das geringste Abweichen von dieser Wahrheit zerstört die Einheit. Auch kann der Wahrheit kein Irrtum beigesellt werden, ohne sie zu zerstören.

Daher genügt eine einzige Abweichung von der Wahrheit um die Einheit zu zerstören und damit die Katholizität zu verlassen. Die arianische Lehre wurde wegen eines Punktes verworfen und somit war die Einheit der Arianer mit der katholischen Kirche zerbrochen.
Wenn man sich diese Prinzip zu Herzen nimmt, wird klar, dass man nur in der Einheit mit dem immerwährenden Lehramt, seine Katholizität bewahren kann. Da ich nun aber klar und deutlich erkennen kann, dass im sogenannten zweiten Vatikanum einige immerwährenden und dogmatisch festgestellten Lehren der Kirche über Bord geworfen wurden, ist die Einheit der Konzilskirche mit der katholischen Kirche zu diesem Zeitpunkt auseinander gebrochen. Das Oberhaupt dieser schismatischen "Kirche" nennt sich daher zu Unrecht "Papst" während der Heilige Stuhl unbesetzt ist.

Selbstverständlich gebührt es sich für einen Katholiken, auf Rom und den Heiligen Vater stolz zu sein, nicht aber auf diejenigen, die sich zu Unrecht dieses Amt anmaßen.

USERIN Y: Jeder und jede Gemeinschaft, die die katholische Kirche, welche auf den Felsen Petri gegründet ist, bisher verlassen hat, war der Überzeugung, für sich die Wahrheit gerettet zu haben. Da sind Sie immerhin in guter Gesellschaft mit allen, mit denen sie jede Art von Ökumene aus voller Brust ablehnen würden. Naja, in der verherrlichten Kirche wird Gott alles wieder so vereinen, wie er will 😉...

MEINE ENTGEGNUNG: Jede dieser Gemeinschaften, >"die die katholische Kirche, welche auf den Felsen Petri gegründet ist, bisher verlassen hat"< hat sich gegen die Lehre der Kirche gestellt. Sie hat geglaubt es besser zu wissen, als die (vermeindlich) "fehlgeleitete und korrupte" Kirche.

Genau das aber war eben auch die Situation des "zweiten Vatikanums" Auch diese Versammlung hat sich gegen die Lehre der Kirche gestellt. Sie hat geglaubt es besser zu wissen, als die (vermeindlich) "fehlgeleitete und korrupte" Kirche. Sie hat die Religionsfreiheit proklamiert, die von den Päpsten stets verurteilt worden war. Sie hat den Ökumenismus proklamiert, der von den Päpsten stets verurteilt worden war. Und Anderes mehr.

Damit hat die "Konzilsgemeinschaft" die katholische Kirche, welche auf den Felsen Petri gegründet ist verlassen, da sie nicht mehr in Einheit mit dieser ist. Sie gab vor, die Wahrheit retten zu wollen, doch hat sie genau diese Wahrheit damit mit Füssen getreten. Allein die Lehre der Religionsfreiheit verstößt eklatant gegen das erste Gebot des Dekalogs. Damit ist die "Konzilskirche" nicht mehr in der Gemeinschaft der immerwährenden, einzigen, wahren Braut Christi, welches die Kirche ist.

USERIN Y: Soso, der Papst hat sich selbst verlassen. Ich bin fasziniert, auf welche spitzfindigen Verdehungen der Vater der Lüge kommt.... 😉

MEINE ENTGEGNUNG: Ihr etwas zynisch formulierter Kommentar, geht am Eigentlichen total vorbei. Ich gebe zu, dass es für konservativ, katholische Ohren nicht einfach ist zu verstehen, weil man uns mittels der alten Lehren dazu gebracht hat, auch neue und wiedersprüchliche Lehren im Gehorsam annehmen zu müssen.
Dazu wird das (erste) Vatikanische Konzil mit der Unfehlbarkeit des Papstes herangezogen. Der Papst irrt nie in wesentlichen dogmatischen Dingen, ja er kann gar nicht irren, weil ihm diese Unfehlbarkeit von Christus selbst verheißen wurde und durch die Leitung des Heiligen Geistes garantiert ist.

Wir sind es nun gewohnt, dies dahingehend zu interpretieren, dass der Papst immer Recht hat, wie in dem alten Witz, in dem es heißt:

§1 Der Chef hat immer Recht!
§2 Sollte der Chef einmal irren, tritt automatisch §1 in Kraft.

Nun gibt es im katholischen Denken aber auch die Regel, dass die Wahrheit von der Vernunft zwar nicht vollkommen erfasst werden kann, aber die Wahrheit kann trotzdem niemals der Vernunft wiedersprechen. Diese Denkweise führt zu der logischen Konsequenz, dass eine Aussage niemals wahr und zugleich irrig sein kann. Entweder sie ist wahr, oder sie ist irrig. Tertium non datur! (Etwas Drittes gibt es nicht!)

Jetzt gibt es aber drei dogmatische Lehrsätze der Kirche, die folgendermaßen lauten:

1."Der Papst (Konzil) ist in Fragen der Dogmatik unfehlbar!"
2."Die Lehre der Kirche ist unveränderlich!" und
3."Die Lehre von der Religionsfreiheit ist von der Kirche verurteilt!"

Betrachten wir nun die "konzilare" Lehre von der Religionsfreiheit, so steht diese im Wiederspruch zur dritten Aussage. Da aber in der zweiten Aussage klar eine Veränderung der kirchlichen Lehre verurteilt wird, kann die "konzilare" Lehre von der Religionsfreiheit nur einen Irrtum darstellen. Ein Irrtum ist aber durch die erste Aussage ausgeschlossen. Wir stecken hier in einer logischen Zwickmühle.

Dieses Dilemma wird im allgemeinen dadurch behoben, indem man die Wiedersprüchlichkeit zwischen der neuen und der alten Lehre über die Religionsfreiheit aufweicht, indem man eine Veränderlichkeit der Lehre postuliert. Damit steht man allerdings im Wiederspruch zu Satz zwei, der Unveränderlichkeit der Lehre. Auch hier relativiert man die Dinge wiederum, indem man die Unfelhbarkeit des Papstes auf ganz wenige Lehraussagen beschränkt, die quasi nur alle paar Jahrhunderte vorkommen. Das ist aber ganz im Wiederspruch zu der klaren Formulierung des Vatikanischen Konzils (des ersten und einzigen")

Diese relativistische Herumgeeiere soll letztlich die Unvereinbarkeit der "vorkonzilaren" Lehre mit der "nachkonzilaren" verschleiern. Indem man aber die Lehre der Kirche und somit die Lehre Jesu Christi relativiert und dem Zeitgeist gefällig macht, hat man die Grundfeste des Glaubens bis ins Innerste hinein erschüttert. Dadurch hat nichts mehr wirkliche Gültigkeit, sondern ist der jeweilig, zeitgemäßen Interprätation unterworfen. Wahrheit ist nun nicht mehr das, was Jesus Christus gebracht hat, weil Er selbst die Wahrheit ist, sondern nur noch das, was wir für wahr halten wollen, weil es uns halt so in den Kram passt.

Die Wahrheit ist in diesem "Konzil" somit auf der Strecke geblieben. Das heißt aber nichts Anderes, als dass die Pforten der Hölle (nämlich der Irrtum, bzw die Häresien) die Kirche überwältigt haben. Kann das sein? Wir wissen, dass dies nicht sein kann. Wie aber entkommen wir dieser Zwickmühle, ohne in einen Wiederspruch zur unfehlbaren Lehre der Kirche zu geraten und uns somit selbst in die Häresie oder das Schisma zu begeben?

Kehren wir zurück zum vatikanischen Konzil. Dort wurde unfehlbar gelehrt, dass der Papst in dogmatischen Lehräußerungen unfehlbar ist. Nicht etwa nur ab der Verabschiedung des Dogmas, sondern das galt schon immer. Das bedeutet, dass der Heilige Geist den Papst immer daran hindert, Irrtümer zu lehren. Diese Lehre veranlasste Papst Leo XIII zu der Aussage: "Wer die Kirche des Irrtums bezichtigt, beschuldigt den Heiligen Geist als Lügner!"

Da nun aber im sogenannten zweiten Vatikanum andere Lehren verkündet wurden, als dies in der vorangegangenen Zeit der Fall war, würde das darauf hinauslaufen, dass entweder die Kirche sich vorher geirrt haben muss, oder dass sie sich eben neuerdings irrt. So oder so zeigt das Geschehen einen Irrtum auf, der den Heiligen Geist beleidigt und Christus als unfähigen Hirten darstellt, dem es nicht gelingt, Seine Kirche vor der Überwältigung seitens der Hölle zu bewahren.

Diese blasphemische Häresie kann nur dadurch vermieden werden, indem man klar erkennt, dass die Lehren des "zweiten Vatikanums" nicht Lehren der Kirche sind, und dass derjenige, welcher sie promulgierte somit nicht Papst sein kann. Das gilt selbstverständlich genauso für dessen Nachfolger, die stets Verteidiger des "Menschenmachwerkskonzils" waren und sind.