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hl. Petrus Damiani - Gedenktag katholisch: 21. Februar

Bischof von Ostia, Kardinal, Kirchenlehrer * 20. Februar 1007 (?) in Ravenna in Italien † 22. oder 23. Februar 1072 in Faenza in Italien Petrus Damiani studierte die freien Künste, wurde zum Priester…More
Bischof von Ostia, Kardinal, Kirchenlehrer
* 20. Februar 1007 (?) in Ravenna in Italien
† 22. oder 23. Februar 1072 in Faenza in Italien


Petrus Damiani studierte die freien Künste, wurde zum Priester geweiht und trat 1035/36 ins Benediktinerkloster Fonte Avellana bei Gubbio ein, einer Einsiedelei mit außerordentlicher Strenge im Geiste des Romuald; erstmals wurde in den angeschlossenen Klöstern nun die Geißelung praktiziert. Petrus verfasste 1041/42 eine Biografie Romualds, dessen Denken und Frömmigkeit für ihn zum Programm wurde. 1043 wurde er Prior in diesem Kloster, 1045 bis 1050 und 1057 bis 1065 verfasste er Lebensregeln, die auch das Leben im Kloster Camáldoli und die Regel des daraus hervorgegangenen Kamaldulenserorden beeinflussten. Petrus kritisierte in seiner Korrespondenz mit dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Heinrich III., und den Päpsten scharf die Ausschweifungen des Klerus sowie die Nichteinhaltung des Zölibats; 1045 bat er Papst Gregor VI., für ein neues goldenes Zeitalter der Apostel einzutreten, 1049 Papst Leo IX., gegen Homosexualität im Klerus vorzugehen, 1052 wandte er sich gegen die Simonie.

1057 wurde Petrus gegen seinen Willen durch Papst Stephan IX. zum Kardinal und Bischof von Ostia erhoben; mehrfach bat er die Päpste um seine Amtsenthebung weil er glaubte, in der Stille seiner Einsiedelei der Kirche besser dienen zu können, doch der Rückzug wurde ihm verweigert; erst 1067 durfte er zurück nach Fonte Avellana. 1059 machte er seinen Einfluss geltend auf der Synode im Lateran und erreichte neue Regeln für die Wahl des Papstes, für Chorherren und für Priester. Er war Vertrauter der Päpste, die ihn als Legaten einsetzten, so im Konflikt mit dem Erzbischof von Mailand, wo er die Vorrangstellung der Päpste unterstrich, in Alexander II.' Auseinandersetzungen mit Parma, 1063 mit einer Mission im Kloster in Cluny, um dieses vor Einmischung des Ortsbischofs zu schützen. 1064 und 1069 war er auf dem Montecassino, 1066/67 in Vallombrosa zur Vermittlung mit dem Bischof von Florenz, 1069 in Mainz, um König Heinrich IV. an der Auflösung seiner Ehe zu hindern, 1072 in Ravenna zur Wiedereinsetzung von Erzbischof Heinrich und Versöhnung mit Rom. Ein besonders enges Verhältnis hatte Petrus zu dem Reformer Hildebrand, der 1073 als Gregor VII. Papst wurde.

Das Einsiedlerkloster Fonte Avellana, gegründet 979, erlebte seine Blüte durch Petrus Damiani
Petrus lebte praktisch in zwei Welten. Er tat für die Kontemplation ebenso viel wie für die große Politik, die Einsiedler lagen ihm ebenso am Herzen wie Kaiser und Könige. Damiani war einer der produktivsten Schriftsteller des Mittelalters mit einem sehr gepflegten lateinischen Stil und hinterließ ein äußerst umfangreiches Werk theologischer Schriften mit 180 Briefen, 54 Predigten, fünf Lebensgeschichten von Heiligen und rund 240 Gedichten und Hymnen. In ihnen zeigt sich Petrus' asketische Strenge und sein Streben nach Reform der Kirche durch Disziplin, Selbstheiligung und Erneuerung im Geist der Urkirche. Bei ihm mischen sich mystische Elemente mit der Betonung der Autorität der Kirche und der Päpste. Als Kenner des römischen Rechts war er einer der großen Rechtsgelehrten seiner Zeit und setzte neue Maßstäbe in der Anwendung des Kirchenrechts. Umstritten ist seine Verfasserschaft der Rechtssammlung für den späteren Papst Gregor VII., die dann dessen Dictatus Papae mit der Proklamation des Herrschaftsanspruchs der Päpste auch über die Kaiser beeinflusste. 1062 verfasste Petrus eine Streitschrift zur Eigenständigkeit des kirchlichen Rechts.
Petrus starb auf der Rückreise von Ravenna im Kloster S. Maria foris portam in Faënza, wo er auch beigesetzt wurde; das Grab wurde später in den Dom verlegt.
Schon in der 1076 bis 1080 durch Johannes von Lodi verfassten Lebensgeschichte wurde Petrus Damiani als Heiliger bezeichnet. Dante Alighieri rühmte ihn in der Göttlichen Komödie, Giovanni Boccaccio verehrte ihn.
Kanonisation: Ein formelles Kanonisationsverfahren hat nie stattgefunden. Papst Leo XII. ernannte Petrus Damiani 1828 zum Kirchenlehrer und dehnte seine Verehrung auf die ganze katholische Kirche aus, was einer Heiligsprechung gleichkommt.
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