Historiker Radkau zu Klimawandel und Fridays for Future
An einer Demonstration am 20. September in München steht eine Klimaaktivistin auf einem Eisblock. (Bild: Michael Dalder / Reuters)
Interview
Niemand hat sich intensiver mit der Geschichte der ökologischen Bewegung beschäftigt als der deutsche Historiker Joachim Radkau. Im Gespräch erklärt er, warum er auf Greta Thunberg hofft, wie er zum Kernkraftgegner wurde und warum es in der Klimadebatte mehr Toleranz braucht.
24.11.2019, 16:39 Uhr
Herr Radkau, in einer E-Mail haben Sie mir geschrieben, das Aufkommen der Klimaschutzbewegung «Fridays for Future» sei für Sie «eine schöne Überraschung». Was ist daran schön und was überraschend?
Seit den frühen 1970er Jahren fühle ich mich der Umweltbewegung verbunden. Damals hatte ich das Gefühl, dass es endlich eine Bewegung gab, die mein Unbehagen zum Ausdruck brachte. Vor zehn Jahren, als ich mein Buch über die «Ära der Ökologie» schrieb, fragte ich mich, ob diese Ära bereits vorüber sei. Diese …
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