Ungültige Frauenordination: Bambergs neuer Erzbischof Gössl änderte Meinung innerhalb eines Tages
Er galt als schwach, wenig zielstrebig und sehr autoritätshörig. Erzbischof Schick von Bamberg förderte seine Karriere.
Als Weihbischof präsidierte Gössl die Eucharistie sehr ordentlich. Ansonsten befolgte er loyal die Anweisungen seines Chefs.
Menschlich ist Gössl beliebt, zuvorkommend und freundlich. Er gilt nicht als „Bätzing-Mann“.
Während der deutschen Synode äußerte sich Gössl gegenüber dem Fränkischen Tag zunächst ablehnend gegenüber der ungültigen Ordination von Frauen. Doch schon einen Tag später stimmte er wie Schick für „Frauen in sakramentalen Ämtern“.
Seine weiteren Voten auf dem Synodalen Weg waren „Ja“ zu mehr Synodalität und „Ja“ zur „lehramtlichen Neubewertung von Homosexualität“. Enthalten hat er sich zur „Grundordnung des kirchlichen Dienstes“, zu „Segensfeiern für Paare, die sich lieben“ sowie zum „Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt“.
Warum der allseits unbeliebte Erzbischof Schick bereits im November 2022 mit nur 73 Jahren vorzeitig zurücktrat, ist unklar, auch wenn es Gerüchte über angebliche Leichen im Keller gibt.
Ein zentraler Skandal in der Ära Schick (2002-2022) war der 2010 hochgekochte Fall des Domkapitulars Otto Münkemer. Münkemer, der ehemalige Personalchef des Erzbistums Bamberg, soll als Leiter des Internats Ottonianum Burschen missbraucht haben.
Schick will von den mutmaßlichen Straftaten „nichts gewusst“ haben. Doch Gloria.tv kennt einen ehemaligen Zögling, der nicht missbraucht wurde und lange vor dem Bekanntwerden des Skandals persönlich mit Schick über die Vorgänge gesprochen hat.
Bild: Herwig Gössl, Pressestelle Erzbistum Bamberg