ich habe das bei Tod meines Vaters erlebt: für die Aussegnung musste ich den Pfarrer einer anderen Pfarrei bemühen, der prompt kam und sehr schön ausgesegnet hat--der Gemeindepfarrer hatte nur seinen Anrufbeantworter an und da kam nix zurück.
Also: natürlich wird es immerGEGENBEISPIELE geben. Aber viele Priester versehen ihren Dienst mit der größten Selbstverständlichkeit - und die lobt so gut wie NIEMAND - sie tun ja nur ihren Dienst...
Bei uns ist es so, dass das Pfarrbüro zwei Wochen komplett geschlossen ist, und das bei 5 Sekretärinnen (zwei Vollzeit, drei halbtags), zwei Priestern, zwei Diakonen, drei Pastoralreferenten und Gemeinde- schwester. Es läuft nur der AB, da heißt es, man wird zurückgerufen. Die Verwaltung der Ortsgemeinde dagegen hat nur eine Woche zu bis 1. Januar. Ich finde, die Kirche bietet schlechten Service. Was ist, wenn man z.B. eine Taufurkunde braucht usw.
Wenn ich den Pfarrer sprechen will und erreiche ihn telefonisch nicht spreche ich ihn vor oder nach der Messe an (oder schicke ihm eine Mail). Aber wenn bei meinem Pfarrer mal der AB läuft ruft er zurück, sobald er wieder da ist und sieht, dass ich angerufen habe, auch wenn das Pfarrbüro geschlossen ist.
Wenn Pfarrbüro und Pfarrer über die gleiche Festnetznummer laufen und die Mobilfunknummer geheimer als der Inhalt manches Geheimarchivs ist, dann ist abgeschaltet eben abgeschaltet. Es gibt zwar eine Bandansage mit Hinweis auf den PV-Leiter, aber wozu: Der Herr Pastor ist doch vor Ort. Und der PV-Leiter hat auch mal anderes zu tun.
Nun aber mal langsam! - Da steht: "Pfarrbüro"! Da steht nicht, daß man den Pfarrer zwei Wochen nicht erreichen kann oder irgendeinen anderen Priester! Die Pfarrsekretärin hat einen Anspruch auf Urlaub. Den darf sie - wie viele andere auch - selbstverständlich auch "zwischen" den Feiertagen nehmen. - Wieso schiebt man das einfach den Priestern in die Schuhe??? Natürlich weiß ich, daß viele Priester heute nicht mehr die Ideale haben, die ein Priester früher hatte. Vielleicht liegt das auch daran, daß man seine "Dienste" gar nicht mehr schätzt? - Da mockiert man, man dürfe nicht am Montag sterben. Ja sind den die, die Montags sterben möchten, auch jeden Sonntag schön und brav in die Kirche gegangen (sofern sie es noch konnten)? Man sollte das Fragezeichen nicht nur bei den armen Priestern ansetzen, sondern auch bei uns Laien! Früher ist man jedem Priester mit Achtung und Respekt begegnet. Auch denen, die nicht so viel Seeleneifer hatten, weil sie vielleicht kränklich waren. Heute wird sofort "jeder" Priester kritisiert, obwohl man gar nicht weiß, weshalb ein Priester auch mal eine Ruhepause braucht. In vielen Diözesen hat sich die Zahl der Priester seit "dem" Konzil halbiert. Dürfen wir jetzt einfach von allen Priestern "doppelten Einsatz" fordern? Leisten den denn wir Laien???
Wir haben seit Sommer einen neuen "Pastor im Pastoralverbund", einen Herrn aus Indien. Bei dem läuft grundsätzlich der Anrufbeantworter, auch wenn er zu Hause ist. Und Montags natürlich nie, aber das macht wohl das gesamte Seelsorgeteam so.
Habe ich auch so erlebt. Angeblich läuft ein Anrufbeantworter. Tut er aber nicht. Im Originalartikel des Kreuzknappen beschweren sich noch mehr Leser. Das ist wohl der Unterschied zwischen Theorie ("muss einen Stellvertreter benennen") und der Praxis...
Das ist mir genauso auch passiert. Es klingelt, keiner geht ran. Viermal innerhalb einer Stunde probiert. Wenn da jemand im Sterben liegt, hat er Pech gehabt. Die moderne Kirche entwickelt immer mehr Beamtenmentalität!