M.RAPHAEL
420

Die furchtbare Verachtung

Später werden viele behaupten, dass sie nicht mehr an den wahren Gott glauben konnten, weil ihnen die moderne Weltanschauung das nicht mehr erlaubt hat. Aber sie irren sich. Diese Argumentation wird nicht toleriert werden. Die Moderne mit ihrer wissenschaftlichen Weltbegründung, die ohne Wahrheit und entsprechende physikalische Theorien niemals solche metaphysische Positionen wie selbst den Agnostizismus beanspruchen konnte, war nur ein Vorwand für die Selbstvergötzung. Sie wollten unzüchtig sein. Sie wollten machen, was sie wollten. Und das mit Panache. Der Grund, warum sie nicht mehr glauben konnten, war, dass sie selber Gott sein wollten. Der Mentalismus, die Aufklärung und die Moderne waren nur die kollektive Erfindung von Geisteskranken. Aber James Bonderle im Kampf mit Blofeld.ru macht einen schönen Fernsehabend. Sind wir nicht alle John Wick?

Später werde ich vor dem Thron Gottes stehen. Der Herr wird mich fragen, warum ich, der ich auch in dieser Zeit gelebt habe, trotz der wissenschaftlichen Weltanschauung weiterhin an Ihn glauben und damit Tag und Nacht in Seiner Anwesenheit leben konnte (gestern Nacht in einem Traum von vielen sind wir zusammen mit dem Radel über die Felder gefahren. Es war lustig. Wir sind immer zusammen. Wo sind wir denn hier?)? „Ich war immer ein Versager, ein Schwächling“, werde ich antworten, „niemals wollte ich ein Chef oder ein Schlauberger sein!“

Als der Heilige Geist in Langen über mich gekommen ist, hat er das nur gemacht, weil ich immer schon jenseits von Zeit und Raum Ihm demütigst ergeben war. Die Wahrheit ist gleichursprünglich. Ein Kontakt mit dem Heiligen Geist realisiert die vollkommene Demut. Stark im Sinne eines Mercedes wird man nicht. Ein Siegertyp wird man nicht. Im Gegenteil.

Die Gleichursprünglichkeit bedeutet aber nicht, dass man schon verdammt ist. Nein. Es gibt keine Prädestination. Obwohl alles schon passiert ist, muss jeder Mensch, solange er lebt, seine von Gott gewollte Rolle spielen oder nicht. Jeder kann und muss umkehren, sich bekehren, wenn er die Notwendigkeit dazu erkennt. Das Gemälde ist fertig. Das Buch des Lebens ist überzeitlich geschrieben. Aber der Mensch in Raum und Zeit schreibt es in der Zeit. Das ist einfach. Das können wir heute verstehen.

Gott mag keine Siegertypen, keine humanistischen Weltverbesserer. Wie gut sind solche vernünftigen Humanisten, wenn sie sich einer geheimen Eliteorganisation anschließen, wenn sie nicht wahrhaftig sind? Geht es ihnen nicht nur um Macht?

Wenn sie dann als rücksichtslose Siegertypen einen großen Mercedes fahren und nur deshalb alten Opelfahrern die geliebte Frau ausspannen, sind sie dann noch gute und liebe Humanisten? Sie wollen doch besser sein als die Kinder des wahren Gottes, den sie für einen bösen Gott halten, der die Menschen unterdrücken und quälen will. Aber auch die ungeborenen Kinder haben keinen humanistischen Fürsprecher. Das gilt auch für die schwachen und uncoolen Briefmarkensammler unter den Ehemännern, die ihre Frau an die „humanistischen“ elitären Schlauberger verlieren. Sollen die Schwachen doch weinen. Sollen doch die Kinder weinen. Nur wir, die humanistische Elite zählen, die die Unzucht für göttlich erklären. Nur unser Gott, der Herr der Macht, der Herr der Welt, der uns den Mercedes schenkt, ist wahrhaft Gott. Dafür beuten wir aus. Dafür zerquetschen wir an der Wand. Dafür rauben wir den Frommen ihr Grundvertrauen in die Liebe. Der Gott der Schwäche am Kreuz ist der wahre Lügner, der die Menschen zu Schwächlingen macht.

Es stimmt. Ich bin ein Schwächling. Ich bin ein Versager. Gott mag nur Schwache. Siehe Psalm 22, 69 und fast alle anderen Psalmen auch. Das Volk Gottes, Israel, ist ein kleines verfolgtes Volk. Auf der Erde hat es keinen Platz zum Schlafen. Immer ist es in der Diaspora. Die ganze Heilige Schrift offenbart Seine Liebe für die Trottel (Abel, Ijob, usw.). Er selbst wird am Kreuz ausgelacht und verachtet.

Was für ein Lügner und mieser Kerl, sagt der Mercedesfahrer aus dem elitären Geheimbund. Jetzt gewinnen wir. Jetzt treiben wir ab. Jetzt benützen wir moderne Managementmethoden. Jetzt ist Schluss mit dem Kleinsein. Jetzt werden wir groß. Jetzt wird die Erde zum Paradies der Macht. Einwand: aber ihr nimmt mir meine Frau weg. Ich lerne sie gar nicht mehr kennen. Das ist dann nicht lieb, besonders wenn egoistische Bischöfe, die ihre eigene abnormale Anmutung abgesegnet haben wollen, diese Unzucht dann auch noch rechtfertigen.

Es ist grauenhaft, verachtet zu werden. Man trifft eine interessante Frau. Irgendwann bemerkt sie, dass man kein Siegertyp, dass man nicht an Geld interessiert ist, dass man demnächst ein Schmetterlingssammler wird. Sie wendet sich ab. Nicht direkt. Sie spielt noch ein gewisses Interesse vor. Aber das ist nur noch gelogen. Das ist eine furchtbare Erfahrung. Aber warum ist man ein Verlierer? Nun, weil man Gott liebt. Gott will keine Playboys. Er liebt nur den Versager. Wenn man ein starker Mann ist, ist Gott weg. Dann gibt es keine Beziehung mehr mit Ihm. Das ist das Problem der Konzilskirche. Die ganzen Konzilsbischöfe sind alle viel zu „stark und selbstbewusst“, um gerettet zu werden.

JA, HERR, ICH WILL EIN VERSAGER SEIN, UM DIR ZU GEFALLEN, FÜR IMMER UND IMMER!

Da bin ich stark. Da bin ich entschieden. In Deiner göttlichen Liebe sehe ich den Himmel offen. Ich sehe das Ganze. Ich bin nicht mehr ein dummer und fixierter Geldfuzzi, der siegen muss. Ich bin frei für die Wahrheit der ewigen Liebe. Aber selbst das ist nicht wichtig. Nur eins: ICH LIEBE DICH! NUR DU, NUR DU!!!

Die humanistische Elite unterstellt mir, dass ich all das nur behaupte, um meine Schwäche zu ertragen. Der Mercedesfahrer hat immer Recht. Eh klar. Nein, ich wähle die Schwäche, um in einer Liebesbeziehung mit dem wahren Gott zu leben, weil ich Ihn durch eine vermeintlich persönliche „Stärke“ nicht verlieren möchte. Wer das über Jahrzehnte lang tut, wird irgendwann wirklich nicht mehr fähig sein, dem Siegertypen Paroli zu bieten. Bald ist man am Kreuz. Also Krieg. Diskutieren kann man das nicht. Wir müssen alle sterben. Gott sei Dank.