M.RAPHAEL

Die zisterziensische Form ist weitgehend bildlos, nüchtern und einfach. Dennoch hat sie nichts mit der heutigen Abstraktion zu tun. In gewisser Weise ist sie das genaue Gegenteil. Sie ist ein Zeugnis für die faktische Existenz des unsichtbaren Übernatürlichen.
Warum Heiligen- und Engelfiguren aus Holz oder Plaster, wenn die Zisterzienser die realen Personen im Reich Gottes direkt sehen? Natürlich entspricht dieses Schauen in keiner Weise dem instrumentellen Blick machthungriger Weltmenschen. Man kann es deshalb auch nicht beweisorientiert erklären, aber es ist viel realer als die äußerst fragwürdige, selbst nicht beweisbare Existenz (Skeptizismus und Solipsismus sind nicht widerlegbar) der vernünftigen, hochgebildeten und niemals Fehler machenden Schlauberger des Herrn der Welt. Die sind viel zu hochmütig, um sich jemals auf das notwendige „sacrificium intellectus“, das Opfer ihres Intellekts und ihrer aufgeklärten Vernunft, einzulassen.
Darauf aber kommt es genau an. Nur ein …Mehr

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michael7

Manchmal fragt man sich, warum sich die Klöster nicht mehr gegen die Angriffe auf das Heilige und gegen den Einzug des Unheiligen gewehrt haben?
Stand da ein zu weltlich verstandener "Gehorsam" im Wege, bei dem es mehr um menschliche Loyalitäten und weniger um Treue und Liebe zu Gott ging?

tarcis

Chor in der Kirche der ehem. Zisterzienserabtei Himmerod in der Eifel.