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Not pride: Von der Falschheit der Sünde des Stolzes

Der Herz Jesu-Monat geht heute zu Ende und in aller Regel bekommt der vielfältig bemühte normale Bürger davon gar nichts mehr mit. Der wurde stattdessen - bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit - auf den "Pride-Monat" aufmerksam gemacht, der mehr als nur quer verdrehten Bewegung "Love Is No Sin". Sie ist Teil der mehr oder weniger bewussten Auflehnung gegen die Schöpfungsordnung, die die moderne Non-Stop-Revolution inzwischen erfasst hat. Sie kennt tatsächlich keinen Halt mehr und reißt sturmflutartig alles nieder und errichtet nahezu überall Denkmäler ihrer Verirrung.

Natürlich ist der schwule Mann und die lesbische Frau, der Transgender-Mensch und, um nicht zu diskriminieren mache ich die Matrix gerne voll, auch der lesbische Mann und die schwule Frau, nicht stolz. Sondern, die Ordnung des Geschlechtlichen offen vor sich, unsicher und irritiert, was nun mit ihm, mit ihr los ist. Man kann nicht einfach Mensch*in sein. Also muss man wohl, das ist nun politisches Denken, etwas aus seiner Sorge machen und große Rede schwingen und unübersehbare Symbole tragen - der Leugnung der tief empfundenen Fehlbarkeit. „Mit Stolz verdeckt man die eigenen Fehler.“ So sagt es Peter Tremayne.

Wir kennen diese Haltung, dieses Tun und Streben, welches oft sogar Suchtcharakter angenommen haben mag, als Hochmut als superbia. Und die kluge Kirche hat eine Lehre dazu, die wir hier und jetzt einmal betrachten wollen:

"Hochmut oder Stolz (superbia) ist der Gegensatz zur Demut, wie es schon der Evangelist Jakobus weiß. Hochmut ist das ungeordnete Begehren, mehr zu sein oder sich höher zu stellen, als man ist. Hochmut ist eine ungerechte Selbsteinschätzung und Selbstüberhebung, die äußerlich zu Rechthaberei, Herabsetzung und Verachtung anderer, ja zur Auflehnung gegen Gott selbst und zum vollen Abfall von Ihm führen kann. Hochmut ist nicht nur geschichtlich die Ursünde der Engel und der ersten Menschen, sondern auch für alle Zeiten die Grundsünde, der Anfang aller Sünde." Grund genug, in uns zu gehen und uns gründlich zu prüfen. Und vergessen wir nicht, es gibt auch einen Hochmut der Selbstgerechtigkeit derer, die anders als die Anderen sind. Der Fromme aber sei gerecht und demütig.

Schauen wir weiter: "Der Stolz wird in 1 Jo 2,16 als ein Grundübel der widerchristlichen Welt gebrandmarkt: >Alles, was in der Welt ist, ist Fleischeslust, Augenlust und Hoffart des Lebens. Der Katechismus führt ihn als erste Hauptsünde an." Doch die gut entwickelte Lehre der Kirche weiß auch: "Doch ist bloß jener Hochmut schwere Sünde, der sich bewusst gegen Gott auflehnt und ihm grundsätzlich Ehre und Gehorsam verweigert." Im besten Fall sind also solche Initiativen kirchlicher Einladung an die "Pride-Community", der Versuch wenigstens ein wenig die schwere Sünde zu heilen - und dem die Ehre zu geben, dem sie gebührt. Doch die Ehre gebührt auch Gottes Willen, in Seiner Schöpfungsordnung zu bleiben. Und dies, das als Hinweis keineswegs nur am Rande, nicht nur bei diesem Thema.

Wie immer schüttet die Kirche nicht das Kind mit dem Bade aus und lehrt: "Dagegen ist der Stolz, der nur Werte der Geschöpfe selbst angelegentlich überhöht, an sich lässliche Sünde. Maßvolles Streben nach Ehre und Lob (mancher würde wohl eher Respekt sagen) sowie die Freude daran sind ebensowenig Sünde wie ein geordnetes Interesse an anderen irdischen Gütern. Sie können sogar zur sittlichen Pflicht werden, da wo die Ehrerbietung Gottes, der Erfolg im Beruf oder die Verteidigung des Standes davon abhängen."

Und abschließend dazu sei ergänzt: "Hochmut allein hinsichtlich des äußeren Ansehens wird auch als Hoffart oder Eitelkeit (vanitas, inanis gloria) und als Ehrsucht (ambitio) bezeichnet."

Denken wir an die Barmherzigkeit Jesu gerade jetzt und daran, dass selbst die Soldaten barmherzig gegen den Gekreuzigten waren, als sie seine Gebeine verschonten. Wir können jederzeit umkehren und heim zum Vater kommen. Das ist die christliche Verheißung einer wunderbaren Wahrheit. Zum Schluss noch einmal ein Wort von Peter Tremayne; vielleicht verstehen wir das Zeitgeschehen so besser: „Wer zugrunde gehen soll, der wird zuvor stolz.“
Sin Is No Love
Bildquelle: gutezitate.com/…chmut-kommt-vor-den-fall-peter-tremayne-281556.jpg
Textquelle: Lehre der Kirche gemäß Lexikon für Theologie und Kirche