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Kardinal Lehmann kritisiert Benedikt XVI.

(goria.tv/ KNA) Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann hat den Appell des Papstes für eine «Entweltlichung» der katholischen Kirche verteidigt, aber auch zur Behutsamkeit gemahnt. Die Aufforderung von Benedikt XVI. während seiner Deutschlandreise in Freiburg sei auf «blankes Unverständnis» gestoßen, schreibt der Bischof von Mainz in einem Beitrag für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Dienstag).

Allerdings stehe hinter dessen Worten die Überzeugung, dass die Kirche zu weltlichen «verführerischen Mächten» Distanz wahren müsse, ohne sich aus der Verantwortung zu ziehen. «Man kann angesichts mancher Einwände gegen die Rede nur staunen, wie fremd und unbekannt dieses Verständnis der Kirche offenbar vielen geworden ist», so Lehmann.

Mit Blick auf die Debatte um die Kirchensteuer erinnerte der Kardinal an die historischen Wurzeln der Abgabe. Sie sei im 19. Jahrhundert nicht von der Kirche, sondern von den Herrschenden eingeführt worden, damit die Kirche den Staat mit karitativer Arbeit unterstützen könne. Zuvor sei sie wegen der Säkularisierung «bettelarm» gewesen. Indes hatte Benedikt XVI. in seiner Freiburger Rede erklärt, die Enteignung von Besitz der Kirche habe zu deren «Läuterung und inneren Reform wesentlich beigetragen». Lehmann gab zu bedenken, dass hieraus auch Anweisungen abgeleitet werden könnten «für jene, die die Kirche nicht wohlwollend erneuern, sondern kleinkriegen und in ihren Möglichkeiten grundlegend schwächen wollen».

Lehmann betonte, dass der Papst in seiner Rede den karitativen Helfern in der Kirche ausdrücklich gedankt habe. Er kritisierte aber, dass Benedikt XVI. unmittelbar danach erklärte, Agnostiker, die aufrichtig Gott suchten, seien näher an dessen Reich «als kirchliche Routiniers, die in ihr nur noch den Apparat sehen, ohne vom Glauben berührt zu sein». «Der Dank wird durch eine solche Sprache schal. Schade!», so Lehmann.
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Gerti Harzl teilt das

Unser Benedikt XVI., so "alt & schwach"[Album, 65 Beiträge]
"Altersschwäche"

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Das war vor einem Jahr...
nun sagt er dies:
Die Heilige Hildegard – II
Veröffentlicht am 7. Oktober 2012
An diesem Samstag Abend hielt Kardinal Karl Lehmann hier in Rom einen bemerkenswerten Vortrag über Hildegard von Bingen.
Kardinal Lehmann über Hildegard von Bingen

simeon f.

Der Kardinal scheint wieder nach Beifall aus dem Rom-kritischen Lager und bei seinen politischen Freunden zu heischen. Ein Hirt, der dazu auffordert, auch die Wölfe zu streicheln. "Sind doch schließlich auch Geschöpfe Gottes."
Aber verstehen kann man seine Reaktion schon. Hat sich wohl ein wenig auf den Schlips getreten gefühlt. Nur - "die Freude über den Papstbesuch wird durch eine solche Sprache schal. Schade!", so Simeon F.

Jofichtel

Eines ist mir jetzt klar geworden.....
möchte ich nicht etwas verwässertes hören, muss ich nur darauf achten, was der heilige Vater auch wirklich gesagt und gemeint hat. Einzelne deutsche Bischöfe hatten schon immer etwas Schwierigkeiten, die Intentionen des heiligen Vaters zu übernehmen.

Conde_Barroco

Huhu, ich werde wohl trotzdem gut schlafen können ^^ Ich habe mich zwar über meinen Bischof geärgert (wie immer), aber da ich morgen ins Land der heiligen Birgitta fahre, kann mich nichts mehr runterziehen.
Ich berichte aus dem katholischen Schweden ^^

Rambo

Der getroffene Hund bellt.
"Er habe Joseph Ratzinger sehr oft gegen Kritiker verteidigt, die seine Qualitäten krass verkannt haben. Uns kann man so schnell nicht auseinander dividieren."
(Auszug aus:"Lehmann will Reform bei Ehe, Priesterehe und Frauenordination")
Dies ist auch gar nicht nötig, wie sich hier wieder zeigt, kann keiner die beiden besser auseinander dividieren als seine Eminenz selbst.

marthe2010

🤗

Latina

danke,liebe Marthe,im kontext hört sich das schon besser an... 🤗 😇

marthe2010

Hier noch einmal der Wortlaut der Predigt unseres Heiligen Vaters
(Auszug):"... In die Sprache der Gegenwart übersetzt könnte das Wort etwa so lauten: Agnostiker, die von der Frage nach Gott umgetrieben werden; Menschen, die unter ihrer Sünde leiden und Sehnsucht nach dem reinen Herzen haben, sind näher am Reich Gottes als kirchliche Routiniers, die in ihr nur noch den Apparat sehen, ohne daß ihr Herz davon berührt wäre, vom Glauben berührt wäre.
So muß das Wort uns alle sehr nachdenklich machen, ja, uns erschüttern. Dies bedeutet aber wahrhaftig nicht, daß alle, die in der Kirche leben und für sie arbeiten, eher als fern von Jesus und Gottes Reich einzustufen wären. Ganz und gar nicht! Nein, dies ist vielmehr der Augenblick, um den vielen haupt- und nebenamtlichen Mitarbeitern, ohne die das Leben in den Pfarreien und in der Kirche als ganzer nicht denkbar wäre, ein Wort sehr herzlichen Dankes zu sagen. ..."

Um im Fußballjargon zu bleiben:
Ernst Middendorp kritisiert Ernst Happel.

Raphael

Papst BenediktXVI. zu kritisieren ist ein Fehler!Nur ein treues Stehen zum Hl.Vater,dem Stellvertreter Christi auf Erden, kann die Kirche aus ihrer Krise herausführen!Für mich ist klar,was der Papst meinte!
>>Wenn ich die Ansprachen des Papstes insgesamt betrachte, so würde ich die Glaubenskrise noch konkretisieren: sie ist in erster Linie eine christologische Krise. Viele Menschen sind zwar offen und empfänglich für alle menschlichen Dimensionen an Jesus. Dass Jesus aber der Christus ist, der wahre Sohn Gottes, ist eine zentrale Glaubensaussage, die sich nicht mehr von selber versteht. Viele Diskussionen, die heute geführt werden, hängen im Grund mit dieser Krise zusammen. Denn wenn Jesus nicht der Sohn Gottes ist, der von den Toten auferstanden ist – was ist dann die Eucharistiefeier noch? Wozu braucht es dann noch einen Priester? Alle diese Fragen hängen zusammen. Und daraus folgt ein zweites: Wir müssen vom Glauben her mehr Demut an den Tag legen; es ist notwendig, uns dessen bewusst zu sein, dass wir nicht selber den Glauben machen – ein selbstgemachter Glaube ist nichts wert, wie der Papst sagte –, sondern dass wir uns stets neu auf dieses Geschenk des Glaubens zurückbesinnen und daraus unser Leben gestalten müssen.<<
Kardinal Koch zur Ent-Weltlichung: Auch die Kirchensteuer ist gemeint

hans03

Ich hoffe conde kann trotzdem gut schlafen. Vielleicht macht er es so wie ich. Ich wähle aus, was ich lese. Besser, darauf zu verzichten als nachher schlecht zu träumen ...

hartmut8948

Stand Seine Eminenz in Freiburg nicht rechts vom Heiligen Vater am Altar? Woher kommen dann nun so linke Töne? Und wer Seine Eminenz noch nicht kennt: Den könnte man fast zum Knuddeln gern haben. Ach, Jammer, jetzt hab ich bereits vergessen, was Karl Kardinal Lehmann uns sagen wollte, aber hab noch genau im Ohr, was der Heilige Vater in Freiburg sagte: "..., damit meine Freude vollkommen sei ...". Also, Eminenz, ran ans Werk und bereite dem Papst auch mal eine Freude. Dieser hat es doch wirklich verdient, und so etwas tut wirklich nicht weh.
👏

Latina

ja conde,unser Kardinal!!! 😇 🙄

loveshalom

"Agnostiker, die aufrichtig Gott suchten, seien näher an dessen Reich «als kirchliche Routiniers, die in ihr nur noch den Apparat sehen, ohne vom Glauben berührt zu sein".
Da bin ich mir ganz sicher, dass dies so ist 👍
DANKE HEILIGER VATER 😇

Silas3

😡 🤬 🤬 😜 😜

Tina 13

Wir haben so einen wunderbaren Hl. Vater!
Ist dies die „feine englische“? Wäre mal nicht schlecht, wenn unsere „Herren“ es auch mal wieder wie die kleinen Gläubigen „probieren“ würden demütig zu schweigen, zu beten und gehorsam zu sein.
Es gibt keine „Erhabenheit“ vor dem Herrn, sondern nur „Demut“ vor dem Schöpfer. Der „Fürst der Lüge“ kann vieles vorgaukeln nur die Demut, die kann er nicht nachmachen, weil er diese nicht kennt.
Auch wenn noch so viele Mikros unter eure Nasen gehalten werden. Haltet ein! Ein Priesterkragen garantiert nicht den Himmel.
Gott, Heiliger Geist, Du Geist der Güte!
Senke in die Priesterseelen einen Strahl Deiner Güte, Deines Erbarmens, Deiner Liebe für die arme, immer tiefer sinkende Menschheit! Maria, gute Mutter der Priester! Erflehe uns gute, weise und kluge Priester, die den Abfall ins Heidentum noch aufzuhalten vermögen. Ja, Mutter, bitte um viele heilige Priester.
Der Hohepriester Christus

wölfchen

ehrlich gesagt, ich bin platt. Aber nicht wegen des Papstes und seiner Rede, sondern wegen des Bischofs.
Eines der schlimmsten Dinge überhaupt, die der Kirche passieren können, sind Apparatschiks, fern vom Glauben, eine Funktionärskaste.
Dass der Hl. Vater das beim Namen genannt hat, dafür bin ich ihm dankbar. Und ich kann gut verstehen, dass der ringende Agnostiker, der versucht irgendwie Gott zu suchen, näher dran ist, als der pragmatisierte Kirchenbeamte ohne jede innere Suche.

ratiorustica

BXVI 24/04/2005:"Betet für mich, daß ich nicht furchtsam vor den Wölfen fliehe."
Einige der Wölfe geben sich zum wiederholten Mal zu erkennen.